Überblick über die Forschungsorganisation

 

Forschung und Hochschulbildung – die Prioritäten Frankreichs in einem internationalen Kontext

Frankreich verfolgt eine entschlossene Politik im Bereich Forschung, wissenschaftliche Arbeitsplätze und Hochschulbildung, um die Positionierung der französischen Forschung auf internationaler Ebene zu festigen, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und den gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts effizient begegnen zu können. Es möchte ebenfalls zum Aufbau des Europäischen Forschungsraumes beitragen und sich gemeinsam mit seinen internationalen Partnern den Herausforderungen in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft stellen.

Zwei Gesetze zur Belebung der französischen Forschung

  • Das Programmgesetz für Forschung vom 18. April 2006 (legislative Form des „Paktes für Forschung“)
  • Das Gesetz vom 10. August 2007 über die Unabhängigkeit und die Verantwortung von Universitäten

Die vier Grundpfeiler der Forschung

  • Wettbewerbsfähige und autonome Universitäten
  • Leistungsfähige Forschungseinrichtungen
  • Die projektbezogene Forschungsförderung
  • Innovation

Eine leistungsfähige, innovative und attraktive Forschung

Das Ministerium für Hochschulbildung und Forschung lenkt die französische Forschungspolitik. Geforscht wird in Forschungs- und Hochschuleinrichtungen und Unternehmen. Insgesamt sind 456.000 Beschäftigte in diesem Sektor tätig.

Wer lenkt und definiert die Forschungspolitik?

Der Hohe Rat für Wissenschaft und Technologie (HCST) ist dem Premierminister zugeordnet und berät in strategischen Fragen der Forschungs- und Innovationspolitik. Die Leitlinien, Schwerpunkte und Forschungsbudgets werden demzufolge von der Regierung definiert. Nachfolgend die Schwerpunktbereiche der nationalen Forschungs- und Innovationsstrategie:

  • Gesundheit, Ernährung und Biotechnologien
  • Umwelt, Energie und Verkehr
  • Informations- und Kommunikationstechnologien und Nanotechnologien

Das Ministerium für Hochschulbildung und Forschung erarbeitet die nationale Forschungs- und Innovationspolitik und setzt diese um.

Wer finanziert sie?

Die nationalen F&E-Ausgaben werden vom Staat (17,6 Mrd. € entsprechen 0,93% des BIP) und den Unternehmen (21 Mrd. € entsprechen 1,15%) getragen.

 

Die öffentlichen Forschungslaboratorien werden zum Teil über Haushaltsmittel der Universitäten, der öffentlichen Forschungseinrichtungen und Fördereinrichtungen (darunter die nationale Förderagentur ANR) finanziert. Weitere finanzielle Zuwendungen erhalten sie von den französischen Regionen, karitativen Organisationen, der Industrie und der EU.

Im Bereich der privaten Forschung unterstützt der Staat über die staatliche Einrichtung OSEO und die Steuergutschriften für Forschungsvorhaben Innovationsprogramme der KMU. Die internationale Attraktivität Frankreichs und die Ansiedlung internationaler Unternehmen tragen zur Finanzierung der industriellen Forschung bei.

Wo werden die Forschungsaktivitäten umgesetzt?

Die öffentliche Forschung erfolgt vorwiegend in den 83 Universitäten, den etwa einhundert Grandes écoles (Elitehochschulen) und Hochschuleinrichtungen, den rund dreißig Forschungseinrichtungen mit fachübergreifender (CNRS) bzw. schwerpunktbezogener Ausrichtung (INSERM, INRA, INRIA, CEA, CNES, IFREMER, etc.) und den beiden Stiftungen (Institut Pasteur und Institut Curie). Frankreich beschäftigt 162.000 Personen (Vollzeit) in der öffentlichen Forschung, darunter 97.000 Forscher.

In der privaten Forschung sind 213.000 Personen tätig. Sie konzentriert sich auf vier industrielle Bereiche: Elektronik, Automobil, Informatikdienste und Pharmazeutik.

Wer evaluiert die Forschung?

Die Agentur zur Evaluierung von Forschung und Bildung (AERES) ist eine unabhängige Einrichtung, die die Strategien, die Lehre und die Forschung in Hochschulen und Forschungseinrichtungen bewertet. Das Forschungsministerium setzt Verfahren zur Bewertung der Leistungsfähigkeit und der Effizienz des nationalen Forschungs- und Innovationssystems ein.

Unternehmen investieren mehr in die F&E und die Innovation

Die F&E in Unternehmen, öffentlich-private Partnerschaften, die Gründung und Entwicklung von innovativen Unternehmen sind entscheidende Faktoren für das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit.

Stärkung der F&E und der Innovation in Unternehmen

  • Vereinfachung und Erhöhung der Steuergutschrift für Forschungsvorhaben
  • Stärkere Unterstützung der KMU durch die OSEO

Förderung öffentlich-privater Partnerschaften

  • Intensivierung der Vergabe des Labels „Institut Carnot“ und Förderung der Vertragsforschung
  • Unterstützung des Technologietransfers
  • Förderung der partnerschaftlichen Forschung
  • Begleitung der pôles de compétitivité (Kompetenznetze)
  • Erhöhung der Anzahl von industriellen Verträgen zur Ausbildung von Doktoranden in Unternehmen
  • Unterstützung des Mäzenatentums durch Steuerbefreiung bei der Finanzierung von Doktoranden

Unterstützung bei der Gründung und der Entwicklung von Unternehmen mit Forschungspotential

  • Unterstützung von Gründerzentren mit Bezug zur öffentlichen Forschung
  • Nationaler Wettbewerb zur Unterstützung von Unternehmensgründungen
  • Ausbau der Förderinstrumente „Status als junges innovatives Unternehmen“ (jeune entreprise innovante) und des „Status als junges universitäres Unternehmen“ (jeune entreprise universitaire)

News

Zu allen News im Bereich Forschungspolitik und Innovation