22. August 2013


Eine bessere Dosierung des “guten” Cholesterins für eine bessere Effizienz

 

Die Messung des Gesamtcholesterins bei medizinischen Tests ist für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mittlerweile Routine geworden. Der Cholesterinspiegel gibt die Gesamtmenge an Cholesterin im Körper an. Dabei werden zwei Arten von Cholesterin unterschieden: das “gute” (HDL, Lipoprotein mit hoher Dichte) und das “schlechte” Cholesterin (LDL, Lipoprotein mit geringer Dichte). Ist ihr Gleichgewicht gestört und befindet sich zu viel schlechtes Cholesterin im Körper, erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wohingegen ein hoher HDL-Wert das Risiko verringert.

 

HDL-Teilchen sind eine heterogene Mischung aus extrem komplexen und schwer zu untersuchenden Teilchen. Neueste Studien konnten aufzeigen, dass ein hoher HDL-Wert allein nicht ausreicht, um vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen. Entscheidend dafür ist, dass die HDL-Teilchen funktionsfähig sind und somit in der Lage, den Organismus zu schützen (Entfernen überschüssigen Cholesterins, entzündungshemmende, antioxidative, antithrombotische und zytoprotektive Eigenschaften). Bei Diabetes-Patienten sind die HDL-Teilchen beispielsweise dysfunktional, da ihre Zusammensetzung im Vergleich zu gesunden Menschen verändert ist.

 

Forscher des INSERM (UMR INSERM / Universität Toulouse III – Paul Sabatier 1048 “Institut für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen” und 1027 “Epidemiologie und Analysen im Gesundheitswesen: Risiken, chronische Erkrankungen und Behinderungen”) berichten im The Journal of lipid research von der Entdeckung eines neuen Blut-Markers (IF1), der mit dem HDL-Cholesterin in Verbindung steht und Aufschluss über die “gute” Funktionsfähigkeit der HDL-Teilchen gibt.

 

Die Analyse bei 648 Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (im Alter von 45-74 Jahren) und 669 Kontrollpersonen zeigte, dass der Nachweis des Markers IF1 im Blut ein Indikator für das Vorhandensein funktionsfähiger HDL-Teilchen ist. Je mehr Blutmarker gefunden werden, desto größer sind die Chancen bei der Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Optimierung bestehender und künftiger Therapien, die auf eine Erhöhung des ″guten″ Cholesterins abzielen.

 

 

Kontakt:

Laurent Martinez, PhD – INSERM UMR1048, Institut für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Tel.: +33 5 31 22 41 47 – E-Mail: laurent.martinez@inserm.fr

 

Quelle: Pressemitteilung des Inserm – 12.08.2013 – http://presse-inserm.fr/un-meilleur-dosage-du-bon-cholesterol-pour-une-meilleure-efficacite/9124/

 

Redakteur: Louis Thiebault, louis.thiebault@diplomatie.gouv.frhttp://www.wissenschaft-frankreich.de