Wissenschaft Frankreich #145 – 10/07/2008

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2008-07-11-15-32-19

Sonderausgabe unseres wissenschaftsblattes anlässlich der französischen Präsidentschat vom 1.07 bis 31.12 2008

 


 

INHALT

 


 

Vorwort

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

Wie Deutschland bereits während seiner EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr des Jahres 2007 unterstrichen hatte, "ist Wissen in einer Welt, die von Konkurrenz geprägt ist, eine strategische Ressource: Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum können nur durch bedeutende Investitionen in die Forschung und Entwicklung erreicht werden". Vor diesem Hintergrund hat Frankreich für seine 6-monatige EU-Ratspräsidentschaft beschlossen, bestimmte thematische Schwerpunkte auf dem Gebiet der Forschung besonders prioritär zu behandeln.

Anlässlich des Beginns der französischen EU-Ratspräsidentschaft am 1. Juli 2008 möchte unsere Abteilung diesem Ereignis eine Sonderausgabe des „Wissenschaft-Frankreich“ widmen. In dieser Ausgabe finden Sie detaillierte Informationen zu den Prioritäten und Aufgaben der Französischen Präsidentschaft im Bereich der Forschung und zu den in diesem Rahmen stattfindenden Veranstaltungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Kampf gegen den Klimawandel und dem Umweltschutz. Des Weiteren gehen wir in unserem Wissenschaftsblatt auf den Wunsch Frankreichs ein, den Weg der Europäischen Union hin zu einer Weltraummacht zu ebnen, die Koordinierung des Europäischen Forschungsraumes effizienter zu gestalten und die Mobilität von Studenten und Forschern in den wissenschaftlichen Bereichen zu verstärken.

Unter den verschiedenen Artikeln dieser Ausgabe finden Sie ebenfalls einen Bericht über das erste, im Rahmen der Französischen EU-Ratspräsidentschaft organisierte, offizielle Treffen. Es handelt sich hierbei um die Tagung der europäischen Umweltminister, die am 4. und 5. Juli 2008 in Saint-Cloud, in der Nähe von Paris, stattfand. In einem weiteren Artikel berichten wir über das kommende informelle Treffen der Minister für Raumfahrt vom 20.-22. Juli 2008 in Kourou.

Des Weiteren haben wir für unsere Leser ein detailliertes Programm erstellt, in dem Sie alle offiziellen und inoffiziellen Veranstaltungen finden, die im Rahmen der Französischen Ratspräsidentschaft im Bereich Forschung und Hochschulbildung stattfinden. Dieses Programm können Sie auch auf unseren Internetseiten herunterladen.

Zum Schluss möchten wir uns noch ganz herzlich beim französischen Ministerium für Forschung und Bildung und bei der Ständigen Vertretung Frankreichs in der Europäischen Union für ihre Unterstützung bei der Erstellung dieser Sonderausgabe bedanken.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Das Team des "Wissenschaft-Frankreich"

 


 

Einleitung

Prioritäten der Französischen EU-Ratspräsidentschaft

Die Europäische Union muss auf die vielfältigen Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist, Antworten finden. Diese aktuellen Herausforderungen auf den Gebieten Klima, Ökologie, Migration, Ernährung, Gesundheit, Wirtschaft bzw. Finanzen sind mit der Globalisierung verbunden. Sie stehen im Zentrum der Besorgnisse der Bürger Europas, die eine kollektive Antwort erwarten.

Die Europäische Gemeinschaft verfügt über den notwendigen Ehrgeiz und die Mittel, um dieser Erwartung zu entsprechen. Sie stützt sich auf starke Werte, die das europäische Projekt von Anfang an bestimmten und ihm seine weltweite Identität verliehen, wobei es diese Werte zu verteidigen und innerhalb und außerhalb der EU zu stärken gilt.

Die französische Präsidentschaft hat ihr Programm mit dem Anspruch definiert, auf die wichtigsten Sorgen der Bürger eine Antwort zu finden und sich dabei die vier folgenden Prioritäten gesetzt: Energie und Klima, Fragen der Migration, Landwirtschaft, Sicherheit und Verteidigung. Dieser Kurs steht im Zeichen der Kontinuität der von der slowenischen Präsidentschaft geleisteten Arbeit sowie in dem breiteren Rahmen des Programms, das von den zukünftigen Präsidentschaften Tschechiens und Schwedens angenommen wurde. Darüber hinaus wurde das Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission für 2008 berücksichtigt, und es wurde in engen Konsultationen mit dem Europäischen Parlament abgestimmt. Neben diesen vier Leitlinien möchte sie natürlich in allen wichtigen Bereichen, in denen die EU aktiv ist, wie Wirtschaft, Finanzen, Soziales und Kultur, aber auch auf internationaler Ebene zu Fortschritten beitragen.

Die französische Präsidentschaft wird, was den Vertrag von Lissabon betrifft, die Beschlüsse des Europäischen Rats vom 19. und 20. Juni 2008 umsetzen.

Quelle: http://www.eu2008.fr

Redakteur: Mathieu Girerd, mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr

 


 

Start Der Eu-Ratspräsidentschaft Im Bereich Forschung Und Hochschulwesen

Valérie Pécresse stellt ihre vorrangigen Projekte für die Zeit der französischen EU-Ratspräsidentschaft vor

Zu Beginn der französischen EU-Ratspräsidentschaft präsentierte Valérie Pécresse, Ministerin für Hochschulwesen und Forschung, die Schwerpunkte für die kommenden sechs Monate:

Die erste Priorität liegt auf der Förderung der Mobilität von Studenten, Lehrkräften und Forschern innerhalb Europas. Mehr Mobilität bedeutet, eine gewisse Zeit in einem anderen europäischen Land als dem eigenen zu leben und zu arbeiten. Und dieses Verhalten sollte die Regel sein und nicht die Ausnahme bilden. Das bedeutet beispielsweise, dass alle europäischen Studenten die nötigen Mittel erhalten sollten, um die Qualität des europäischen Bildungsangebotes kennen zu lernen, um einen europäischen Universitätskatalog zu erstellen, der als Basis für die Mobilität der Studenten und Lehrkräfte dienen könnte. Dafür bedarf es jedoch auch eines eigenen europäischen Status für Forscher, damit sich die Forscher innerhalb Europas frei bewegen können. Nur 3% der europäischen Forscher haben bereits in einem anderen Land der Europäischen Union gearbeitet. Das ist viel zu wenig.

Die zweite Priorität ist eine bessere Koordinierung des Europäischen Forschungsraumes, um ihn in den Dienst der bedeutenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu stellen. "Unsere Gesellschaft muss den zahlreich vorhandenen Herausforderungen gewachsen sein. Ich denke dabei an die Überalterung der Gesellschaft, ich denke an die Energie, die einer intensiven technologischen Forschung bedarf, ich denke an die Ernährung und an den Klimawandel. Wir müssen heute unsere Kräfte bündeln und gemeinsam - Europäer, Forscher, Regierungen - an einem Strang ziehen, um die Forschung angesichts dieser enormen Herausforderungen voranzutreiben", äußerte die Ministerin. Die dritte Priorität liegt auf der Verwirklichung des Projektes, aus der Europäischen Union eine wahre Weltraummacht zu machen. "Der Weltraum ist für alle da, und somit auch für alle Europäer. Wenn wir unsere Kräfte bündeln, sind wir in der Lage neue Anwendungen zu schaffen, die für das Leben unserer 500 Millionen Bürger von Nutzen sein können, sinnvolle Anwendungen für die Verteidigung, sinnvolle Anwendungen für die Kommunikation, sinnvolle Anwendungen für den Wetterdienst, und für die Landwirtschaft: und genau in diesem Sinne ist der Weltraum für alle da", sagte sie weiter.

Den Videomitschnitt der Rede von Frau Valérie Pécresse finden Sie mit deutschen Untertiteln unter: http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid21538/editorial-fr.html.

Pressekontakte:

Quelle: Ministère de l'enseignement supérieur et de la recherche (Ministerium für Hochschulwesen und Forschung)

Redakteurin: Pauline Medori, pauline.medori@diplomatie.gouv.fr

 


 

Anforderungen Und Prioritäten Im Bereich Der Forschung

Kontext und Anforderungen

Im Anschluss an die Publikation des Grünbuches im April 2007 über die Zukunft des Europäischen Forschungsraumes hat der europäische Rat im Frühjahr 2008 die Schlussfolgerungen aus einem Jahr Diskussionen gezogen, die unter der deutschen Präsidentschaft begonnen und unter der portugiesischen Präsidentschaft fortgesetzt worden sind. Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben verlangt, dass “in unseren nationalen Reformprogrammen dargelegt wird, auf welche Weise unsere Strategien im Bereich Forschung & Entwicklung zur konkreten Umsetzung des Europäischen Forschungsraumes sowie einer effizienteren Forschungspolitik beitragen könnten“. Es handelt sich hier um eine klare Aufforderung, die eine Reaktion auf eine der wichtigsten Schlussfolgerungen der Diskussionen ist: das Handeln liegt nun bei den Mitgliedsstaaten. Sie müssen sich auf eine Strategie zur Umsetzung des europäischen Forschungsraumes im allgemeineren Rahmen der Lissabon-Strategie einigen.

Während 85% der derzeit für die öffentliche Forschung in Europa bewilligten Beträge von nationalen und regionalen Behörden ohne gemeinsame Abstimmung innerhalb der Union vergeben werden, gibt es bis auf den heutigen Tag keine gemeinsame strategische Führung zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit auf weltweiter Ebene, wobei gleichzeitig gegen die Vergeudung vorgegangen wird, die auf die fehlende Integrität bei den verschiedenen Forschungsbemühungen in Europa zurückzuführen ist.

Unter diesen Bedingungen beruht die Führung des Europäischen Forschungsraumes heute nur auf einer begrenzten Koordinierung zwischen der EU-Politik und den nationalen, ja sogar regionalen Politiken. Die in der Lissabon-Strategie angewandte offene Koordinierungsmethode (OKM) erweist sich bei der raschen Erzielung von zufriedenstellenden Ergebnissen als unzulänglich.

Und es ist uns dennoch bewusst, dass wir – wenn Europa eine führende Rolle in der Wissensgesellschaft einnehmen will - das Dreieck Bildung-Forschung-Innovation auf ein noch nie dagewesenes Effizienzniveau bringen müssen, und dies nicht nur auf kurze, sondern vor allem auf lange Sicht. Gemeinsam entscheiden, wie wir bis 2020 den Europäischen Forschungsraum gestalten wollen und einen Weg vorgeben, um auf der Basis eines gemeinsamen Fahrplans dorthin zu gelangen, das sind die Ziele des Ljubljana Prozesses. Sein Start wurde vom Rat – auf der Basis von Stellungnahmen, die vom Präsidentschaftstrio Frankreich-Tschechische Republik-Schweden erarbeitet wurden – einstimmig für die nächsten 18 Monate beschlossen. Europa hat damit seinen Willen bekundet, den Ausbau des Europäischen Forschungsraumes maßgeblich voranzutreiben und die großen Richtlinien der Arbeitsweise bis Ende 2009 festzusetzen.

Dieser Prozess, der von Slowenien erfolgreich begonnen wurde, soll vom Präsidentschaftstrio getragen und gemeinsam mit der europäischen Kommission und dem kommenden Präsidentschaftstrio Spanien-Belgien-Ungarn vorangebracht werden. Dies deckt sich vollkommen mit der langfristigen Vision Frankreichs in Bezug auf den Europäischen Forschungsraum, insbesondere mit den Zielen:

  • einer adaptierten Verwirklichung des Subsidiaritätsprinzips;
  • dem Beginn verstärkter Kooperationen mit variabler Geometrie;
  • der strikten Einhaltung des wissenschaftlichen Exzellenzkriteriums, ohne jedoch das Bedürfnis nach Gerechtigkeit zwischen den Mitgliedsstaaten zu verletzen;
  • der Berücksichtigung der äußeren Dimension, insbesondere was die Gebietsabgrenzung des Mittelmeerraumes betrifft.

Die Ziele der französischen Ratspräsidentschaft

Die französische Ratspräsidentschaft möchte eine große Mehrheit für das Ziel gewinnen, der europäischen Forschung einen Teil seiner Effizienz «im Dienste der Gesellschaft» zurückzugeben, indem sie für den europäischen Forschungsraum bis 2020 mit einem konkreten Projekt aufwartet. Die von der französischen Regierung festgelegten thematischen Prioritäten für den französischen EU-Vorsitz werden im Bereich Forschung durch den Ljubljana-Prozess berücksichtigt, ohne die Revision der EU-Politik abzuwarten.

Die ersten Etappen dieses Prozesses beruhen auf den fünf Initiativen der Kommission für den Ausbau des Europäischen Forschungsraumes, die von Kommissar Potocnik beim Rat Wettbewerbsfähigkeit am 23. November 2007 präsentiert worden sind:

  • Programmierungsstrategie innerhalb des Europäischen Forschungsraumes;
  • Regelung im Hinblick auf eine europäische Rechtsstellung für den Aufbau und die Nutzung von Forschungsinfrastrukturen;
  • Partnerschaften für die Berufslaufbahn und die Mobilität der Forscher;
  • Empfehlung für die Verwaltung des geistigen Eigentums im öffentlichen Bereich;
  • internationale Kooperationsstrategie des Europäischen Forschungsraumes.

Diese fünf Initiativen harmonisieren in perfekter Weise mit der politischen Zielsetzung der französischen Präsidentschaft, die so schnell wie möglich die Vorschläge der Kommission umsetzen möchte.

Die informelle Tagung der Forschungsminister am 16. und 17. Juli 2008 in Versailles ist die erste Tagung zur effektiven Umsetzung des Ljubljana-Prozesses. Hier werden eigens festgelegte prioritäre Themenkreise angesprochen, wie z. B. Energie und Klimawandel, Gesundheit, Ernährung und die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien. Während dieser Sitzung werden in erster Linie die beiden Themen «gemeinsame Ziele bis 2020 innerhalb des Europäischen Forschungsraumes» und «Führung des Europäischen Forschungsraumes“ behandelt.

Dem Beispiel des SET-Planes zu den Schlüsseltechnologien folgend, wird der Inhalt der Programme, die die Union bis 2020 weiter ausbauen möchte, Ende 2008 im Rat in einem Abkommen zum Ausdruck kommen. Der Europäische Forschungsraum muss in der Lage sein, sich einer Reihe großer Herausforderungen stellen zu können, seien diese nun wirtschaftlicher (Agenda der Aho-Gruppe), sozialer und umweltspezifischer (Klimawandel, Energie- und Ernährungssicherheit, Altern), wissenschaftlicher oder technologischer Natur (Grundlagenforschung).

Die Identifizierung dieser großen Herausforderungen ist sehr wichtig und stellt die erste kritische Etappe auf dem Weg einer Neuaktivierung und eines Ausbaus des Europäischen Forschungsraumes dar. Die Herausforderungen können für jeden Akteur sinngebend für seine Arbeit sein, sie können getroffene Entscheidungen verständlicher machen, ihm eine klarere Vorstellung für seine Rolle geben, seine Arbeit neu legitimieren und insbesondere die fächer- und bereichsübergreifenden Kooperationen erleichtern, und zwar durch gemeinsame Ziele, die auf konkreten und somit komplexen Realitäten beruhen. Hier kann jeder seinen Platz finden, von der politischen Ebene bis hin zu den hochqualifiziertesten Spezialisten, unter einer gemeinsamen Führung und einer verständlichen und sichtbaren Kohärenz.

Das Abkommen über diese großen Herausforderungen soll die Grundlage für einen neuen Aktionspakt bilden. Für alle Mitglieder, die in diesen Bereichen tätig werden, ist ein hohes Maß an Koordination untereinander sowie eine Beteiligung der Kommission dringend notwendig. Es geht also nicht darum, eine klassische Debatte über die Notwendigkeit und die Formate einer europäischen Integration zu beginnen, sondern darum, unter Bewahrung der Entscheidungsfreiheiten jedes einzelnen Mitgliedes (in einen Bereich zu investieren oder nicht, an einer Strategie teilzunehmen oder nicht), das Prinzip durch eine Grundsatzvereinbarung zu den wichtigsten Prioritäten festzulegen, die in einem europäischen Rahmen innerhalb des Europäischen Forschungsraums behandelt werden und die die gemeinsame Achse darstellen.

Diese großen Herausforderungen geben ebenfalls die Richtung für die Arbeitsweise vor: sie bilden die Grundlage für die inhaltliche Festlegung der Programme (Identifizierung der Hauptfaktoren, der kritischen Grenzen, der Zwischenziele – Technologie, Industrialisierung, usw...). Sie erfordern und ermöglichen gleichzeitig die Konzentration koordinierter Budgetmittel.

Sie geben auch die Richtung für eine Gebietsstrukturierung vor: Europa muss die Kompetenzpole identifizieren und unterstützen, sie ins Leben rufen und vernetzen, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Sie geben den territorialen Akteuren (insbesondere auf regionaler Ebene) den nötigen strategischen Rahmen, der es ihnen ermöglicht, ihr unerlässliches Bestreben nach der Schaffung eines für die Forschung günstigen Umfeldes fortzusetzen.

Die großen Forschungsinfrastrukturen haben einen entscheidenden Anteil am Aufbau des europäischen Forschungsraumes und es ist wichtig, dass wir, bei der Weiterführung der Entwicklung der europäischen Forschungsinfrastruktur (ESFRI), auch hier eine gemeinsame strategische Linie entwickeln.

Aufgrund seiner Leistungen im Bereich der Weltraumforschung, ist die europäische Union heute auf internationaler Ebene als eigenständiger Akteur anerkannt, Träger einer ehrgeizigen, autonomen und kohärenten Weltraumpolitik im Dienste des Menschen und offen für starke multilaterale Kooperationen. Sie ist auch in der Lage, ihre Kapazität zur Entwicklung der Weltraumfunkdienste für das Allgemeinwohl auszubauen und so die Bedürfnisse ihrer sektoriellen Politiken und der ihrer Mitgliedstaaten zu erfüllen sowie den Erwartungen ihrer Bürger und ihrer Unternehmen, insbesondere der kleinen und mittelständischen Unternehmen, gerecht zu werden.

In dieser Hinsicht wird die französische Präsidentschaft, in enger Verbindung mit ihren tschechischen und schwedischen Partnern des Präsidentschaftstrios sowie mit den niederländischen und italienischen Vorsitzen der ESA, die begonnenen Arbeiten an den beiden wichtigsten Programmen der EU, Galileo und GMES, weiterführen. Sie bietet die Gelegenheit, neue allgemeine Linien ausfindig zu machen, mit denen die EU-Initiativen im Weltraumbereich starten könnten, wie z. B. der Klimawandel, die Sicherheit, die Wettbewerbsfähigkeit oder die Erkundung.

Wir wollen jedoch weit über schöne Worte hinausgehen und unsere Bemühungen auf eine erfolgreiche Umsetzung des Europäischen Forschungsraums im Hinblick auf die Verbesserung des Alltags der Bürger und auf den langfristigen Fortschritt im Bereich der Forschung konzentrieren. Das Beispiel des Alzheimer-Plans veranschaulicht diesen möglichen Neubeginn. Es geht hier um die Bewältigung einer dreifachen Herausforderung: eine gesellschaftliche Herausforderung im Hinblick auf das Altern, eine technologische im Hinblick auf die Gesundheit und eine kognitive im Bereich der Neurowissenschaften. Frankreich unternimmt in diesem Bereich beträchtliche Anstrengungen und bietet seinen europäischen Partnern an, diese Anstrengungen mit ihm zu teilen. In diese kollektiven Bemühungen sind die Kommission und das europäische Parlament unbedingt einzubeziehen. Ihre Aufgabe bestünde darin, die Initiative auszuwerten und zu leiten. Die Ergebnisse werden in naher Zukunft der gesamten Europäischen Union und damit allen EU-Partnern zugute kommen sowie auch denjenigen, bei denen die Entwicklung zu den Schwerpunkten zählt.

Quelle: Ministère de l'enseignement supérieur et de la recherche (Ministerium für Hochschulwesen und Forschung) http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/pid20331/franzosischen-eu-ratsprasidentschaft.html

Redakteur: Mathieu Girerd, mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr

 


 

Energie

Erste Sitzung im Rahmen des informellen Treffens der europäischen Umweltminister

Im Rahmen der französischen EU-Ratspräsidentschaft kamen die europäischen Umweltminister zu einem ersten informellen Treffen unter der Leitung des französischen Ministers für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Raumordnung, Jean-Louis Borloo, und der Staatssekretärin für Ökologie Nathalie Kosciusko-Morizet zusammen. Im Anschluss daran fand das informelle Treffen der für Energiefragen zuständigen Minister statt.

Die Minister unterstrichen zu Beginn der Veranstaltung noch einmal, dass die Aufgabenliste der französischen Ratspräsidentschaft sehr umfangreich ist. Innerhalb der kommenden sechs Monate sollen zahlreiche Vorschriften und Richtlinien, insbesondere das sogenannte "Energie-Klima-Paket", verabschiedet werden. "Dieses Energie-Klima-Paket ist ein europäisches Instrument, aber es soll auch die Partner der Europäischen Union dazu veranlassen, uns unter Respektierung des Prinzips der gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung beim Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen", so Jean-Louis Borloo.

Diese erste Zusammenkunft gab die Gelegenheit, über die Wahrscheinlichkeiten und Erfolgsaussichten des Abschlusses eines internationalen Abkommens zur Senkung der Treibhausgasemissionen für den Zeitraum nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls zu diskutieren. Ein solches Abkommen kann jedoch nur gemeinsam mit Afrika erarbeitet und verabschiedet werden. In Europa und Afrika leben zusammen insgesamt 1,5 Milliarden Menschen. Afrika, vertreten durch Algerien, hat seine Bereitschaft erklärt, gemeinsam mit der Europäischen Union auf ein multilaterales Abkommen hinzuarbeiten. Die Aussicht, sich mit einem internationalen Abkommen das Ziel zu setzen, die europäischen Emissionen bis 2020 um 30 % zu senken, hat Schwung in die Gespräche gebracht und scheint sich als der "richtige Weg" abzuzeichnen, um zu zeigen, dass die Europäische Union bereit ist, sich den klimatischen Herausforderungen zu stellen. Umweltminister Jean-Louis Borloo betonte noch einmal, wie wichtig es für die EU sei, Lösungen zu finden, die zur Erreichung dieses Zieles geeignet sind. Dabei seien die Zuweisung von Emissionsrechten an Drittstaaten, die Entwicklung und Umsetzung von Pilotprojekten im Bereich der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung und eine Erarbeitung neuer Mechanismen im Kampf gegen die Entwaldung unerlässlich.

Ein allgemeiner Konsens herrschte darüber, dass die klimatischen Herausforderungen und der Schutz der Artenvielfalt in einem unmittelbaren Zusammenhang stehen.

Kontakt: Internetseite der französischen EU-Ratspräsidenschaft: http://www.ue2008.fr/PFUE/lang/de/accueil

Quelle: Informelles Treffen der für Umwelt und Energie zuständigen Minister (3.-5. Juli, Paris) - 03/07/2008

Redakteur: Arnaud Bertrand, arnaud.bertrand@diplomatie.gouv.fr

 


 

Raumfahrt

Informelles Treffen der europäischen Raumfahrtminister in Kourou (Französisch-Guayana)

Die französische Forschungsministerin wird vom 20.-22. Juli 2008 ihre europäischen Amtskollegen, die für Raumfahrt zuständig sind, im europäischen Weltraumbahnhof empfangen, um die Umsetzung und Weiterentwicklung der europäischen Raumfahrtpolitik zu besprechen. Die Gespräche betreffen die Vorzeigeprogramme GALILEO und GMES, die Vorschläge neuer Initiativen für die Anpassung an den Klimawandel, die Sicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit in Europa und die Teilnahme der EU an der Weltraumnutzung in einem internationalen Rahmen. Die Minister werden ebenfalls übergreifende Fragen im Hinblick auf die Entwicklung der Union in der internationalen Raumfahrtszene diskutieren.

Im Rahmen der Vorbereitung dieses Treffens hat Frankreich seinen Partnern ein Arbeitspapier mit Vorstellungen und Initiativen vorgelegt, das alle Themenkreise abdeckt, mit der Bitte um Übermittlung von Antwortkonzepten.

Nach einem ersten Austausch über die Entwicklung des Programms GALILEO und über die politische und finanzielle Gestaltung des GMES-Programms (Globale Überwachung von Umwelt und Sicherheit) stehen bei diesem Treffen folgende Fragen auf der Tagesordnung:

  • Soll zusätzlich zu den in-situ-Netzwerken ein europäisches Weltraumobservatorium für den Klimawandel geschaffen werden, das aus bereits existierenden oder sich in der Entwicklung befindlichen Satelliten und den an Bord befindlichen Messgeräten besteht? Soll ein europäisches Forschungs- und Simulationszentrum zum Klimawandel auf der Grundlage von Weltraumbeobachtungsreihen ins Leben gerufen werden, das zu den notwendigen Hochleistungsrechnern Zugang hat?
  • Soll der Vorschlag einer Teilnahme der EU an einem Programm zur Weltraumüberwachung unterbreitet werden, wie z. B. für das Programm, das auf der kommenden Ministerratstagung von der ESA vorgeschlagen werden soll, und unter welchen Bedingungen? Welche Form von Dialog sollte angestrebt werden, um das Zusammenwirken von zivilen und militärischen Weltraumaktivitäten zu verbessern?
  • Welche Initiativen könnte die europäische Union ergreifen, um die rasche Entwicklung neuer Dienstleistungen zu fördern, die insbesondere auf integrierten Anwendungen in der Weltraumforschung beruhen? Welche Instrumente sollten entwickelt werden, um dauerhaft alle Staaten in den Bereich der Raumfahrt einzubeziehen?
  • Auf der Grundlage der von der ESA geleiteten Programme sowie der Exzellenzbereiche der Wissenschaftsgemeinschaft und der europäischen Industrie, welche Ziele und welche Form sollte die EU-Politik im Bereich der Weltraumnutzung anstreben? Wie könnte der zeitliche Ablauf für die Umsetzung dieser ehrgeizigen Ziele aussehen?
  • Welche Kompetenzen und Infrastrukturen muss die europäische Union ausbauen, um im Bereich Raumfahrt auf internationaler Ebene handlungsfähig zu bleiben? Reichen die bereits vorhandenen Koordinierungsmechanismen bei den gemeinschaftlich, zwischenstaatlich und national getroffenen Maßnahmen in Bezug auf die Investitionen aus, um die europäischen Investitionen in den Raumfahrtsektor so optimal wie möglich zu gestalten? Welche Rolle soll Europa bei den Raumfahrtprojekten von internationaler Bedeutung spielen? Welche politische Haltung soll die EU auf dem Gebiet der internationalen Zusammenarbeit im Weltraumsektor einnehmen? Auf der Grundlage der in Kourou geführten Gespräche auf Ministerebene wird der Resolutionsentwurf des 5. Weltraumrates innerhalb der hochrangigen Arbeitsgruppe für Weltraumpolitik ergänzt. Die folgenden Termine sind: die Tagung des Weltraumrates am 26. September und die Ministerratstagung der ESA am 25. und 26. November 2008.

Kontakt: Mathieu Weiss, Conseiller Espace de la Représentation permanente de la France auprès de l'Union Européenne - 14 place de Louvain, B1000 Bruxelles, Belgique – Tel.: +32 (0) 2 229 82 11 - E-Mail: mathieu.weiss@diplomatie.gouv.fr

Quelle: Weltraumbahnhof, http://www.cnes.fr/web/4678-centre-spatial-guyanais-english-version.php

Redakteur: Mathieu Girerd, mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr

 


 

Bilaterale Veranstaltungen In Deutschland Und Österreich

Die Wissenschaftsabteilungen der französischen Botschaften in Deutschland und Österreich unterstützen die bilaterale Zusammenarbeit, auch im erweiterten Rahmen des Aufbaus der europäischen Forschungsräume und des Hochschulwesens. Zur Unterstützung der Prioritäten der französischen EU-Präsidentschaft möchten wir Ihnen nachstehend die bilateralen Projekte dieses ehrgeizigen europäischen Vorhabens präsentieren:

Deutsch-Französische Veranstaltungen

  • Klimawandel: Expertentreffen unter dem gemeinsamen Vorsitz von Herrn Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (und Berater von Frau Merkel zu diesen Fragen) und Jean Jouzel (Nobelpreisträger im Rahmen der giec – interministerielle Arbeitsgruppe zum Klimawandel), geplant für den 20. und 21. Oktober 2008 in der französischen Botschaft in Berlin.

  • Unterstützung deutscher Jugendlicher bei der Teilnahme an der Veranstaltung „die europäische Jugend und die Wissenschaften“, geplant für den 24. - 26. Oktober 2008 im Futuroscope de Poitiers in Paris.

  • Solarenergie: eine Konferenz zu diesem Thema wird im November (Datum wird in Kürze bekannt gegeben) in der französischen Botschaft in Berlin stattfinden, unter dem Vorsitz von Herrn Wörner, Vorsitzender des DLR und des nationalen Instituts für Solarenergie.

Kontakt: Marie De Chalup, Wissenschaftliche Kommunikation, Abteilung für Wissenschaft und Technologie, Französische Botschaft, Pariser Platz 5, D-10117 BERLIN – Tel: +49 (0)30 590 03 92 62 – Fax: +49 (0)30 590 03 92 65 – E-Mail: dechalup@yahoo.fr

Quelle: Abteilung für Wissenschaft und Technologie der Französischen Botschaft in Berlin - 03/07/08

Österreichisch-Französische Veranstaltungen

  • Österreich – Frankreich – Gemeinsame Masterprogramme – Juni 2008
    Österreich und Frankreich haben beschlossen, ihre Zusammenarbeit beim Aufbau des europäischen Hochschulraums zu vertiefen. Zur Belebung und Strukturierung dieser österreichisch-französischen Zusammenarbeit starten die beiden Länder eine Projektausschreibung für Masterstudien.

  • Wasserkraft und die EU-Wasserrahmenrichtlinie - Juli 2008
    Wasserkraft und die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (DCE) stehen beim Seminar im Mittelpunkt des Meinungsaustausches. Ziel ist es, die Erfahrungen der französischen und österreichischen Seite auf diesem Gebiet auszutauschen, um den Umgang mit den sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen von Wasserkraftwerken zu verbessern.

  • Joint-Degree-Programme - Frankreich und Österreich - September 2008
    Im Rahmen der 18. ÖAD-Auslandsbürotagung (Österreichischer Austauschdienst) wird vom 22. - 23. September 2008 eine Tagung zum Thema „Joint-Degree-Programme - Frankreich und Österreich“ in Krems stattfinden.

  • Treffen zwischen französischen und österreichischen nationalen Kontaktstellen (NKS) - Dezember 2008 (in Vorbereitung)
    Die französischen nationalen Kontaktstellen des 7. FTE-Rahmenprogramms treffen vom 4. - 5. Dezember 2008 in Wien ihre österreichischen Kollegen der Abteilung Europa der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) zu einem Erfahrungsaustausch. Dabei soll festgestellt werden, welche Gelegenheiten der Zusammenarbeit bestehen, die über die prioritären Themenkreise des 7. FTE-Rahmenprogramms hinausgehen.

  • Bilanz der französischen EU-Präsidentschaft im Bereich Raumfahrt - Januar 2009 (in Vorbereitung)
    Das Institut für europäische Raumfahrtpolitik (ESPI) und das französische Kulturinstitut in Wien organisieren gemeinsam im Januar 2009 in Wien eine Veranstaltung, auf der eine Bilanz der französischen EU-Ratspräsidentschaft auf dem Gebiet der Raumfahrt gezogen werden soll.

Kontakt: Mathieu Girerd, Wissenschaftsreferent, Abteilung für Wissenschaft und Technologie, Französische Botschaft, Technikerstraße 2,A-1040 WIEN Tel.: +43 (0)150 27 5324 – E-Mail: mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr

Quelle: Abteilung für Wissenschaft und Technologie der Französischen Botschaft in Wien – 05/07/08

 


 

KONTAKT

Ministerium für Hochschulwesen und Forschung

Cécile Braghieri, Pressekontakt
Ministère de l'Enseignement supérieur et de la Recherche
Tel : +33 (0)1 55 55 99 12
Mail : cecile.braghieri@recherche.gouv.fr

Französische Botschaft in Deutschland

Abteilung für Wissenschaft und Technologie
Adresse : Pariser Platz 5
D-10117 BERLIN
Tel : +49 30 590 03 92 50
Fax : +49 30 590 03 92 65
Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de
http://ww.wissenschaft-frankreich.de

Französische Botschaft in Österreich

Abteilung für Wissenschaft und Technologie
http://www.ambafrance-at.org/spip.php?article989

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