Wissenschaft Frankreich #149 – 17/09/2008

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Forschungspolitik

Veröffentlichung der nationalen Forschungs- und Innovationsstrategie

Am 3. September 2008 legte Valérie Pécresse dem Ministerrat ein Strategiepapier zur Definition der nationalen Prioritäten im Bereich Forschung und Innovation (siehe Wissenschaft-Frankreich Nr. 148 [1]) vor und veröffentlichte gleichzeitig die Begründung für eine solche Strategie.

Wie alle großen europäischen Länder braucht Frankreich eine solche Strategie, um sich der internationalen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Konkurrenz stellen zu können.
Diese Strategie gibt einen Überblick über die Herausforderungen Frankreichs im Bereich Forschung und Innovation. Sie legt die Prioritäten fest, verhilft den verschiedenen Akteuren dazu ihre Tätigkeiten besser aufeinander abzustimmen und erleichtert die Verteilung von öffentlichen Mitteln. Die ausgearbeitete Strategie wird dem Ministerrat zur Abstimmung vorgelegt.

Das vorgelegte Strategiepapier berücksichtigt, dass jede einzelne Forschungseinrichtung bereits seit geraumer Zeit langfristig angelegte Planungsüberlegungen angestellt hat. Diese seien jedoch in ihrem Verhältnis zueinander Stückwerk geblieben und seien von den großen gesellschaftlich-wirtschaftlichen Aufgaben zu weit entfernt und nur unzureichend koordiniert gewesen. Sie waren nie Gegenstand eines zusammenfassenden Dokuments, das den Bürgern die Leitlinien der Forschungspolitik vermittelt und es erlaubt hätte, die nationalen Prioritäten einer politischen Prioritätenfolge zuzuordnen. Aus diesem Grund hat das Komitee für Modernisierung der öffentlichen Politik diese nationale Strategie beschlossen.

Diese sieht vor, den beim Staatspräsidenten angesiedelten obersten Rat für Forschung und Technologie (HCST) in seiner Zusammensetzung und Funktionsweise zu reformieren. Ziel ist es, den HCST als beratendem Gremium ("Collège de conseil") mit der Aufgabe zu betrauen, seine Stellungnahme abzugeben und die Umsetzung der Strategie zu verfolgen.

In diesem Papier werden vier "Aufgabenbereiche" umrissen, denen die nationale Strategie Rechnung tragen muss: Gesellschaftliche Herausforderungen, Wissenschaftliche Herausforderungen, Technologische Herausforderungen, Strukturelle Herausforderungen (siehe Wissenschaft-Frankreich Nr. 148 [1]).

Kontakte:
- [1] Wissenschaft-Frankreich Nr.148
- Ministère de l'enseignement supérieur et de la recherche - http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr

Quellen:
http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid22375/communication-sur-la-strategie-nationale-de-recherche-et-d-innovation.html - 05.09.2008
http://www.kooperation-international.de/frankreich/themes/info/detail/data/36535/ - 09/09/2008

Redakteurin: Pauline Medori, pauline.medori@diplomatie.gouv.fr

 


 

Veranstaltung

Forschungspolitik: Hinterfragen der aktuellen Reformen der französischen Hochschul- und Forschungslandschaft

Am 1. und 2. Oktober 2008 findet in Paris die vom "Verein zur Förderung des Austausches und der Diskussion über die strategische Analyse, die Vorausschau und die Evaluierung der Forschung und Technologie"(ASPERT) ausgerichtete Tagung "Französische Forschung, die Herausforderungen einer Umsetzung: Diskutieren, Verstehen, die Zukunft vorbereiten" statt. Die Veranstaltung wird von verschiedenen großen Forschungseinrichtungen (CNRS, INRA, INRIA, IRD) finanziert.

Die vier großen Themenblöcke, die in Arbeitsgruppen aufgearbeitet werden sollen, sind:

  • "Blick über die Grenzen: Wandlungen und neue Paradigmen" Gruppe A: Jüngste Entwicklungen der Forschungssysteme; Wichtigste Veränderungen und Prioritäten im internationalen Kontext.
    Gruppe B: Dynamik der Cluster und Forschungsstandorte; Von der Gesellschaft aufgegriffene Ergebnisse der Wissensproduktion; Frankreich als Akteur des europäischen Forschungsraums.

  • "Frankreich: die sich gegenwärtig vollziehenden Entwicklungen aus der Sicht der Akteure" Projektfinanzierung; Reform der Hochschulen & neue Beziehungen zwischen Forschungseinrichtungen und Hochschulen; Reform der Evaluierung der Forschungseinrichtungen.

  • "Elemente einer zusammenfassenden Betrachtung: ein Brückenschlag für ein besseres Miteinander" Gesamtbewertung der sich gegenwärtig vollziehenden Entwicklungen.

  • "Die Zukunft bauen" Bedingungen der Umsetzung; Erkenntnisse, Perspektiven und Schlussfolgerungen.

Das gesamte Programm der Veranstaltung befindet sich im Internet unter der folgenden Adresse: http://www.aspert.net/colloques/ColloqueASPERT08.pdf

Kontakt: "Association d'échanges et de réflexion sur l'Analyse Stratégique, la Prospective de la Recherche et de la Technologie" (ASPERT) - http://www.aspert.net

Quelle: Kooperation internationale - 15.09.2008

Redakteurin: Pauline Medori, pauline.medori@diplomatie.gouv.fr

 


 

Expertentreffen zum Klimawandel am 20.10.2008 in der Französischen Botschaft in Berlin

Der Klimawandel ist zu einer globalen Herausforderung geworden. Wenn wir heute nicht handeln und beginnen, unser Wirtschaftsleben auf eine nachhaltige Grundlage zu stellen, wird das Klimasystem mit höchster Wahrscheinlichkeit außer Kontrolle geraten. Klimasicherheit und Energiestabilität miteinander zu vereinbaren, ist eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Beim Klimaschutz und der Bewältigung der unvermeidbaren Folgen des Klimawandels soll und wird die Europäische Union eine Schlüsselrolle spielen.

Im Jahr 2006 beschloss die EU die Gründung des European Institute of Innovation and Technology (EIT), um Kräfte zu bündeln und die Zusammenarbeit in den Bereichen Innovation und Technologien zu fördern. Dabei stehen der Klimawandel, die Entwicklung und der Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Nutzung von Kommunikations- und Informationstechnologien im Vordergrund.

Die Aufgabe des EIT besteht darin, die drei Bereiche Bildung, Forschung und Innovation stärker zu verknüpfen. Die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft soll intensiviert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU in diesen Bereichen zu stärken. Das EIT ist kein Förderinstrument, sondern dient vielmehr als Impulsgeber.

In diesem Zusammenhang veranstalten das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und die wissenschaftliche Abteilung der Französischen Botschaft in Berlin im Rahmen der französischen EU-Präsidentschaft mit Unterstützung des BMBF ein Expertentreffen

am 20. Oktober 2008, von 9.00 bis 19.00 Uhr in der Französischen Botschaft in Deutschland Pariser Platz 5, D-10117 Berlin

zum Thema: " Making Europe climate proof: The European Institute of Technology (EIT) and its potentials in climate research ".

Bei dieser Veranstaltung wird es darum gehen, im Gespräch mit Politik und Wirtschaft nach Ansatzpunkten für Aktivitäten im Rahmen des EIT zu suchen. Folgende Felder werden dabei insbesondere in Betracht gezogen:

  • Globale Klimamodellierung,
  • Regionale Klimamodellierung,
  • Klimafolgenabschätzung,
  • Klimaschutz- und Anpassungsstrategien.

Das Programm des Expertentreffens finden Sie unter: http://www.wissenschaft-frankreich.de/Resources_fm/programm_11092008.pdf

Um an der Veranstaltung teilzunehmen, können Sie das Anmeldeformular unter: http://www.wissenschaft-frankreich.de herunterladen oder eine E-Mail an: sciencetech@botschaft-frankreich.de schicken. Die Anmeldefrist endet am 18. Oktober 2008

Kontakt: Marie de Chalup, Abteilung für Wissenschaft und Technologie der Französischen Botschaft in Deutschland, Berlin - sciencetech@botschaft-frankreich.de - http://www.wissenschaft-frankreich.de

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

 


 

SIREME: eine internationale Messe mit hohem Potenzial

Im Rahmen der ersten Veranstaltung der französischen "Woche für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz" wird vom 17. bis 19. November 2008 die internationale Messe für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (SIREME) in Paris stattfinden.

Ziel der SIREME ist es, die europäische Energiepolitik sichtbar zu machen und sich zu einer Referenz-Messe auf europäischer und internationaler Ebene zu entwickeln. Die Veranstaltung SIREME wird vom französischen Verband für Erneuerbare Energien (SER) organisiert und die "Woche für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz" (17. - 22. November) von der ADEME (nationale Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft) im "CNIT" in Paris-La Défense.

Die in 4 Bereiche (die sogenannten "villages", d.h. Dörfer) unterteilte Messe wird die derzeit auf dem Markt zur Verfügung stehenden Lösungen, Produkte und Anwendungen vorstellen.

  • "Village" erneuerbare Energien und Energieeffizienz im Gebäudebereich

Produkte, Materialen, Geräte, Dienstleistungen, die zur Energieeffizienz von Gebäuden beitragen: energetische Sanierung bestehender Gebäude, Programm für hochenergieeffiziente Neubauten

  • "Village" Strom aus erneuerbaren Energien (Windenergie, Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft)

Produkte, Materialen, Geräte, Dienstleistungen für die Entwicklung, Erzeugung, Verteilung, das Management, den Betrieb, Transport, die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen.

  • "Village" Raum und nachhaltige Entwicklung

Produkte, Materialen, Geräte, Dienstleistungen für die nachhaltige Raumordnung und Mobilität: Umsetzung von Energie- und Klimaprogrammen auf der Ebene von Gebieten und Vierteln, Umsetzung von Vorhaben zur Entwicklung kollektiver Verkehrsmittel.

  • "Village" Forschung und Bildung

Gruppen, die zur Entwicklung von Techniken und Innovationen und zur Bildung im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz beitragen: Behörden, Laboratorien, Kompetenzzentren, Fachorganisationen und Fachverbände.

Kontakte:
- http://www.sireme.fr
- http://www.ademe-energie-changeonsdere.fr/

Quelle: http://www.sireme.fr- September 2008

Redakteur: Arnaud Bertrand, arnaud.bertrand@diplomatie.gouv.fr

 


 

Lebenswissenschaften

Die Salmonelle ist auch ein Krankheitserreger der Ackerschmalwand

Das Team um den Genetiker Heribert Hirt, Forscher der Forschungseinheit für Pflanzengenomik in Evry (Frankreich) und des Max F. Perutz-Labors der Universität Wien, hat herausgefunden, das Salmonellen auch Pflanzenzellen befallen können. Sie führten diese Untersuchungen an der Modellpflanze Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) durch. Anhand dieser Pflanze untersuchten die Forscher die Wechselwirkung zwischen Pflanzen und Salmonellen. Die Arbeiten dürften auch Auswirkungen auf die Politik im Bereich der Lebensmittelsicherheit haben, da jährlich ca. 1,5 Milliarden Fälle von Lebensmittelvergiftungen weltweit durch Salmonellen verursacht werden, insbesondere durch Obst und Gemüse.

2008-09-22-10-30-59
Titel: Salmonellen in Pflanzellen
Quelle: Heribert Hirt

Mit Hilfe eines Markers, eines grünen flureszierenden Proteins, haben die Forscher nachgewiesen, dass die untersuchte Art, die Salmonella enterica serovar typhimurium, die Fähigkeit besitzt, in die Zellen der Ackerschmalwand einzudringen und sich dort zu vermehren. Obwohl regulierende Proteine, wie die beiden Mitogen-aktivierten Protein-Kinasen 3 und 6, bereits 15 Minuten nach einer Salmonellen-Infektion aktiviert werden, können sie die Vermehrung der Bakterien nicht verhindern. Ebenso nutzlos erscheint ein anderer Abwehrmechanismus, der durch die Pflanzenbotenstoffe Salicyl- und Jasmonsäure sowie Ethylen aktiviert wird. Zwar zeigte dieser Mechanismus bis zu sechs Stunden Aktivität, jedoch konnte er das Auftreten von Krankheiten (Absterben, Bleichsucht...) nicht verhindern.
Diese Entdeckung würde gleichzeitig erklären, warum das Abwaschen oder das Sterilisieren der Obst- und Gemüseoberflächen unwirksam bleibt und den Menschen nicht hundertprozentig vor einer Salmonellenvergiftung schützen kann. Es war bereits bekannt, dass Salmonellen bis zu 900 Tagen in kontaminierten Böden überleben können und somit eine bedeutende Infektionsquelle für Pflanzen darstellen. Bislang wurde des Weiteren angenommen, dass die Infektion nur passiv erfolgt, durch die einfache Präsenz des Bakteriums an der Oberfläche. Die Forscher konnten nun jedoch nachweisen, dass die Infektion auch aktiv durch Infiltration der Zellen und Vermehrung des Bakteriums ausgelöst wird.

Kontakt: Heribert Hirt, Leiter der Abteilung für Pflanzenmolekularbiologie der Universität Wien und stellvertretender Leiter der Forschungseinheit für Pflanzengenomik - Tel.: +33 1 60 87 45 08 - E-Mail: hirt@evry.inra.fr

Quelle: FWF - 27.05.2008

Redakteur: Mathieu Girerd, mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr

 


 

Pflanzenbiologie

Wenn der Duft der Pflanzen Auskunft über ihr Abwehrsystem gibt...

In Zusammenarbeit mit Forschern der Texas-Universität in Houston und des Karolinska-Instituts in Stockholm, untersuchte Pierre Nioche, Forscher der Abteilung für Pharmakologie, Toxikologie und zelluläre Signale des französischen Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (INSERM), zwei pflanzliche Enzyme: die Allenoxid-Synthetase (AOS) und die Hydroperoxid-Lyase (HPL).

AOS produziert Jasmonate, die unter anderem für den besonderen Duft des Jasmins sorgen, und HPL flüchtige Duftstoffe, sogenannte Grüne Blattduftstoffe (Grean Leaf Volatiles oder GLV). Obst und Gemüse verdanken den GLV einige ihrer Aromen, wie z.B. den Duft der Gurke, des Olivenöls oder des frisch geschnittenen Grases.

GLV spielen bei Pflanzen jedoch noch eine viel entscheidendere Rolle: sie schützen sie vor pflanzenfressenden Insekten. In diesem ständigen Kampf ums Überleben haben die Pflanzen ganz besondere Verbündete, und zwar die Fressfeinde dieser Insekten. Die GLV locken diese Insektenfressfeinde an. "Die Förderung der Synthese dieser Moleküle durch die Pflanzen könnte somit ein natürlicher Weg zur Bekämpfung pflanzenfressender Insekten darstellen und dazu beitragen, die massive Pestizidanwendung zu reduzieren", so die Forscher.

Zudem gelang es dem Forscherteam das Innere des AOS-Proteins bei der Modellpflanze Arabidopsis thaliana in 3D zu beobachten und ihren Wirkungsmechanismus zu erklären. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse konnten Pierre Nioche und seine Kollegen beweisen, dass es durch die Modifizierung einer einzigen Aminosäure (von den 500 Aminosäuren des Proteins) möglich ist, AOL in HPL umzuwandeln. Ein ähnliches Ergebnis wurde bei einer kultivierten Reisart beobachtet. Diese einfache Modifizierung könnte genügen, um neue GLV-Moleküle zu produzieren und somit die Abwehrkapazitäten je nach Bedarf zu steigern. Des Weiteren zeigt diese Arbeit beispielhaft, wie schnell ein Stoffwechselweg verändert werden kann, um so eine Anpassung des gesamten Organismus an die Umwelt zu ermöglichen.

Weitere Untersuchungen der Aktionsmechanismen dieser beiden Enzyme sollen zu einem besseren Verständnis der noch ziemlich rätselhaften Fähigkeit der Pflanzen führen, sich durch diese Enzyme vor Insektenangriffen zu schützen und sich der Umwelt besser anzupassen. Diese Forschungsarbeiten könnten ebenfalls den Weg für die Entwicklung neuer Pflanzenschutzkonzepte ebnen, bei denen die Verwendung von Insektiziden verringert werden könnte und somit der Gesundheit der Bevölkerung dienen würde.

Kontakt: Pierre Nioche - Unité INSERM UMR-S 747 "Pharmacologie, toxicologie et signalisation cellulaire", Equipe Avenir "Pharmacologie et signalisation par l'oxyde nitrique" - E-Mail: mailto.pierre.nioche@univ-paris5.fr oder pierre.nioche@gmail.com

Quelle: Pressemitteilung des INSERM - 29.08.2008
http://www.inserm.fr/fr/presse/communiques/att00007840/Nature_290808.pdf

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

 


 

Medizin

Eine Genmutation beeinflusst Brusttumore

Endokrinologen des Krankenhauszentrums Pitié-Salpêtrière haben, in Zusammenarbeit mit Forschern der Inserm-Einheit "Wachstum und Signalübertragung" (U845), die erste Mutation des Prolaktin-Genrezeptors bei Patientinnen mit mehrfach gutartigen Brusttumoren identifiziert. Diese Entdeckung verschafft den Wissenschaftlern neue Erkenntnisse darüber, welche Rolle das Prolaktin eventuell bei anderen Brusterkrankungen, von denen Brustkrebs die Schwerste ist, spielt.

Neben Brustkrebs, von dem rund 10 Prozent der Frauen in Frankreich betroffen sind, leiden zahlreiche Frauen im Laufe ihres Lebens an gutartigen Brusterkrankungen, die jedoch mitunter zur Entstehung von Krebs führen können. Aus diesem Grund ist es wichtig, Erkenntnisse über die Mechanismen zu erlangen, durch die gutartige Zellen zu bösartigen mutieren. Hormone spielen wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei dieser Veränderung und genetische Veranlagungen verstärken diese noch.

Prolaktin ist ein multifunktionelles Hormon, das vor allem die Milchbildung bei Frauen nach der Entbindung anregt und das Brustwachstum während der Pubertät fördert. Um aktiv zu werden, heftet sich das Prolaktin an einen Rezeptor, der "seine Botschaft" innerhalb der Zelle weiterleitet.

Im Rahmen dieser Studie wurden 100 Frauen untersucht, die zu einem bestimmten Zeitpunkt zwischen 3 und 10 Fibroadenome (feste Knötchen) in jeweils einer Brust aufwiesen. Als Einzeltumor tritt dieser Knötchen-Typ häufig auf und ist harmlos. Die Wissenschaftler wollten nun jedoch herausfinden, wie diese Tumore sich vermehren und stellten sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob dieses Phänomen genetisch bedingt ist und somit das Auftreten eines Brustkrebses zu einem bestimmten Zeitpunkt fördern kann.
Die Ergebnisse dieser Studie stellen zum ersten Mal bei diesem Typ der Brusterkrankung die Genmutation eines Hormonrezeptors in Frage. Die Forscher haben herausgefunden, dass 6 Prozent der europäischstämmigen Frauen eine Genmutation des Prolaktin-Rezeptors aufwiesen, während bei der gesunden Kontrollgruppe (170 Probandinnen) keine Genmutation festgestellt werden konnte. Diese Genmutation aktiviert den Prolaktin-Rezeptor dauerhaft, wodurch das Zellwachstum auch dauerhaft angeregt und das Absterben der Zelle somit verhindert wird. Die Hyperaktivierung des Prolaktin-Rezeptors könnte, zumindest teilweise, Aufschluss über die Tumorbildung geben.

"Es wäre nun wichtig herauszufinden, ob diese Anomalie selbst als neuer Marker für andere Brusterkrankungen, wie Brustkrebs, angesehen werden könnte und ob Moleküle verwendet werden könnten, um die exzessive Entwicklung der Tumorbildung zu stoppen", so Prof. Philippe Touraine des Krankenhauszentrums Pitié-Salpêtrière.

Kontakt: Prof. Philippe Touraine - Französisches Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung, Einheit U845, Abteilung für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin - Tel: +33 142 160 254 - E-Mail: philippe.touraine@psl.aphp.fr

Quelle: Pressemitteilung des Französischen Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung - 08.09.2008

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

 


 

Wie kann die Adipositas-Chirurgie auch bei Diabetes helfen?

Die sogenannte "Bypass-Chirurgie" ist eine Magenoperation, die, neben der Magenverkleinerung selbst, darin besteht, die Nahrungsmittel in den distalen Darm - zum Zeitpunkt des Eingriffs sehr weit vom Magen entfernt - abzuleiten. Bei diabetischen fettleibigen Patienten führt dieser chirurgische Eingriff zu einer schnellen und deutlichen Verbesserung ihrer Diabetes. Der dabei wirkende Mechanismus war bislang noch unbekannt. Forscher der Universität Claude Bernard Lyon 1 und des Krankenhauses Bichat in Paris haben jetzt diesen Mechanismus untersucht. Der "Bypass" stimuliert die Glukosesynthese des Darms, die auch zwischen den Mahlzeiten weiter angeregt wird. Sobald die Glukose aufgespürt wird, wird ein Signal aktiviert, das zum Gehirn geleitet wird und so die Insulinempfindlichkeit steigert. Die Ergebnisse, die in der September - Ausgabe der Fachzeitschrift "Cell Metabolism" veröffentlicht wurden, eröffnen neue Therapiemöglichkeiten für die auf Fettleibigkeit beruhende Diabetes.
Ziel der Magenchirurgie ist es, durch die Legung eines Magenbandes den Magen zu verkleinern. Wird die Fettsucht von einer Diabetes begleitet, so verbessert sich die Diabetes nach einer Gewichtsabnahme. Die Besonderheit der "Bypass-Technik" besteht in der schnellen Verbesserung der Diabetes, noch bevor der Patient abnimmt. Nach einer "Bypass-Chirurgie" werden die Nahrungsmittel in den distalen Darm abgeleitet, während der proximale Darm - oberer Teil des Darms, der mit dem Magen verbunden ist - keine Nahrung mehr aufnimmt.

Das Forscherteam um Fabrizio Andréelli (Inserm-Einheit 695 [1], Universität Lyon1) hat auf Mäuse zugeschnittene "Bypass-Chirurgie"- und "Magenband-Chirurgie"-Modelle entwickelt, um die Wirkungsweise beider Techniken untersuchen zu können. Sie fanden dabei heraus, dass ein sich in der Pfortaderwand des Darms befindliches Nervensystem besonders empfänglich für Glukose ist. Dieses Nervensystem leitet ein Signal zum Gehirn weiter, welches das Hungergefühl verringert und sich positiv auf die Blutzuckerkontrolle auswirkt. Wissenschaftler um Gilles Mithieux (Inserm-Einheit 855, Universität Lyon1) haben 2005 entdeckt, dass der Darm, während er die Glukose-de-novo-Synthese auslöst (die sogenannte Neoglukogenese), dieses Signal aktiviert. Gemeinsam mit den Forschungsgruppen um Christophe Magnan (Universität Diderot, Paris) und Bernard Thorens (Lausanne) konnten die Forscher der beiden Inserm-Einheiten nun nachweisen, dass die Neoglukogenese im Darm Auswirkungen auf die "Bypass-Technik" hat. Zu diesem Zweck haben sie Mäuse fett- und zuckerreich ernährt, um den Stoffwechselzustand eines fettleibigen Patienten mit Diabetes nachzuahmen. Anschließend wurden beide Mäusegruppen miteinander verglichen: die eine nach der "Bypass-Operation", die andere nach einer normalen "Magenband-Operation". Die Forscher haben hierbei herausgefunden, dass die "Bypass-Probanden" im Darm eine starke Expression des Glukosesynthese-Gens aufwiesen. Die anderen Mäuse zeigten wiederum keine Expression dieses Gens im Darm. Die Autoren berichten, dass die Freisetzung von Glukose in der Pfortaderwand auch zwischen den Mahlzeiten andauert. Die freigesetzte Menge reicht aus, um das Nervensignal im Darm zu aktivieren. Dadurch wird das Bedürfnis nach einer Nahrungszufuhr verringert und die Wirkung des Insulins zum Blutzuckerabbau wird gleichzeitig erhöht. "Unsere Ergebnisse sollen dazu beitragen, neue therapeutische, chirurgische, medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten nicht nur gegen Fettsucht, sondern auch gegen Diabetes zu eröffnen", so die Forscher.

[1] Inserm: Französisches Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung

Kontakt:Gilles Mithieux - Inserm-Einheit 855: Ernährung und Gehirn, Universität Claude Bernard Lyon 1 - Tel: +33 478 778 788 - E-Mail: mithieux@sante.univ-lyon1.fr

Quelle: Pressemitteilung des Französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung - 02.09.2008

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

 


 

Physik

Neue superschwere Atomkerne im Ganil entdeckt

Mit Hilfe des Schwerionenbeschleunigers Ganil (CEA-CNRS) in Caen ist es einer Forschergruppe gelungen, Elemente mit 120 und 124 Protonen im Kern zu erzeugen und zu identifizieren. Das schwerste natürliche Element, Uran, besitzt dagegen nur 92 Protonen im Kern.

Der Atomkern besteht aus Protonen und Neutronen. Je größer ihre Anzahl, desto "schwerer" ist das Element. Über die Anzahl von 92 Protonen hinaus sind Atome in der Regel sehr instabil und können nur kurze Zeit überleben. Jedoch besagt die Theorie, dass es eine "Insel der Stabilität" gibt, die aus Atomen besteht, deren Protonenanzahl über der des Urans liegt. Forschern aus verschiedenen Ländern gelingt es in zahlreichen Experimenten immer schwerere Elemente zu erzeugen, um diese "Insel" zu erreichen. Das bislang schwerste synthetisierte Element besitzt 118 Protonen im Kern.

Die sogenannten superschweren Atome (die mehr als 110 Protonen im Kern enthalten) entstehen in der Regel bei der Verschmelzung von zwei leichteren Kernen. Eine der größten Schwierigkeiten der Synthese besteht darin, dass die neuentstandenen Verbundkerne sehr "heiß" sind. Sie sind hoch angeregt und zerfallen sehr schnell. Es können auch "kältere" Verbundkerne erzeugt werden, jedoch ist die Verschmelzung durch die enormen Abstoßungskräfte der geladenen Kerne sehr stark behindert. Diese Kerne werden so extrem instabil und spalten sich in zwei leichtere Kerne auf, noch bevor sie von einem Detektor registriert werden können, welcher der direkten Beobachtung dient.
Im Rahmen einer Zusammenarbeit von sechs Laboratorien [1] wurde nun am Ganil eine originelle Methode zur Beobachtung der superschweren Elemente entwickelt: statt den Kern zu beobachten, wird die Zeit gemessen, die der Kern zum Spalten braucht. Je mehr Zeit ein Kern benötigt, desto näher kommt er an die Stabilitätsgrenze. Im Laufe der Experimente konnten die Physiker anhand einer sogenannten "blocking technique in single crystals" [2] sehr lange Kernspaltungszeiten feststellen.
Zeiten von über 1018s (Milliardstel von Milliardstel von Sekunden) bei den Kernspaltungen wurden für Elemente mit 120 und 124 Protonen im Kern gemessen. Diese Kerne entstanden durch den Beschuss von Zielen aus Nickel und Germanium mit Hilfe beschleunigter Uran-Ionen. Sie konnten dank Indra, einem Detektor für Atomkerne und geladene Teilchen, identifiziert werden. Diese Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven auf der Suche nach der "Insel der Stabilität".

Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Physical Review Letters veröffentlicht.

[1] Beteiligte Labore: - großer französischer Schwerionenbeschleuniger (CEA/CNRS), Frankreich
- Institut für Nuklearphysik in Orsay (CNRS/Université Paris-Sud 11)
- CEA-Saclay, Irfu/Abteilung für Nuklearphysik, Frankreich
- Institut für Nanowissenschaften in Paris, (Université P. et M. Curie/CNRS/Université Paris Diderot),
- National Institute for Physics and Nuclear Engineering, Rumänien
- Institut für Nuklearphysik in Lyon (CNRS/Université Lyon1), Frankreich

[2] Diese Technik beruht auf der Atomwechselwirkung zwischen Spaltfragmenten (in Form von positiv geladenen Ionen) und geordneten Atomen einer Reihe oder einer Fläche des Kristalls, in dem die Verschmelzung stattgefunden hat. Die Wechselwirkung lenkt die Fragmente von ihrer Anfangsrichtung ab. Je größer die Ablenkung, desto kleiner der Abstand der Fragmente zu den Gitterreihen bzw. -flächen, d.h. desto kürzer die Verschmelzungszeit des superschweren Kerns.

Kontakt: Ganil - http://www.ganil.fr

Quelle: " De nouveaux noyaux d'atomes super-lourds au Ganil ", CEA - 04.09.2008

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

 


 

Chirale Magnete: wenn eins und eins gleich drei sind

Ein Material, das stark magnetisiert ist und zugleich eine chirale Struktur besitzt [1], weist auch eine dritte Eigenschaft auf, die als magneto-chiraler Dichroismus bezeichnet wird. Eine Zusammenarbeit zwischen französischen Forschern hat es nun ermöglicht, diese Eigenschaft in einem chiralen synthetischen Magneten zu beobachten. Zu diesem Thema wurde ein Artikel in der Zeitschrift Nature Materials veröffentlicht.

Die Erforschung der Wechselwirkung zwischen Licht und Materie ist ein sehr altes Forschungsgebiet, das jeden Tag neue theoretische Prognosen, neue Methoden und neue Materialien hervorbringt. Bereits in den 80er Jahren sagten Forscher voraus, dass ein Material, welches zugleich magnetisiert und chiral ist, auch eine dritte Eigenschaft aufweisen müsste. Dabei handelt es sich um den sog. magneto-chiralen Dichroismus, einem magneto-optischen Signal, das unter nicht-polarisiertem Licht sichtbar werden müsste und dessen Eigenschaft der Chiralität bzw. der Magnetisierung entspricht. Die Intensität des Signals sollte sich proportional zur Magnetisierung verhalten. Dieser Effekt wurde erstmals Ende der 90er Jahre bei Messungen an Materialien festgestellt, die nur leicht magnetisch, diamagnetisch und paramagnetisch waren. Unter diesen Bedingungen ist nur eine schwache Intensität zu beobachten
Zu diesen Ergebnissen kam es dank der interdisziplinären Zusammenarbeit von Chemikern des Labors für anorganische Chemie und molekulare Materialien (CNRS, Universität Pierre und Marie Curie) und Physikern des französischen Labors für Pulsmagnetfelder (CNRS, französisches Institut für angewandte Wissenschaften (INSA), Universität Paul Sabatier). Es gelang ihnen ein gleichzeitig durchsichtiges, stark magnetisiertes und perfekt chirales Material zu entwerfen, zu synthetisieren und zu messen. Hierfür synthetisierten die Forscher zunächst rational einen chiralen Magneten unter milden Druck- und Temperaturbedingungen. Auf diese Weise wurden chirale und magnetische "Molekularbausteine" zusammengefügt, ohne ihre Natur zu verändern. Die Chiralität wurde durch intermolekulare Wechselwirkungen und der Magnetismus durch intramolekulare Wechselwirkungen kontrolliert. Das Material wurde bei einer Temperatur von 7K (~-267°C) ferromagnetisch, wobei die Intensität sich versiebzehnfachte.

Diese Ergebnisse eröffnen einerseits neue Perspektiven für Anwendungen des magneto-chiralen dichroischen Effekts beim Lesen von Informationen, die auf ferromagnetischen Materialien gespeichert sind, und verhelfen andererseits zu einem besseren Verständnis der mikroskopischen Parameter, die diesen Effekt beeinflussen. Des Weiteren ermöglichen sie künftig die Synthese neuer multifunktionaler molekularer Materialfamilien mit unerwarteten Eigenschaften.

[1] - Chiralität ist die optische Eigenschaft bestimmter Gegenstände oder Systeme, dass ihr Spiegelbild durch Drehung nicht mit dem Original zur Deckung gebracht werden kann (z.B. rechte und linke Hand)

Kontakt: Cyrille Train - CNRS-Chimie Inorganique et Matériaux Moléculaires - Tel: +33 144 273 059 - E-Mail: cyrille.train@upmc.fr

Quelle: " Aimants chiraux : quand un et un font trois ", CNRS - 09.2008

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

 


 

Erste Magnetwiderstandsmessungen von Domänenwänden mit niedriger Temperatur in einer Mangan-Oxid-Nanovorrichtung

Die Physik der Domänenwände in Ferroika steht im Mittelpunkt zahlreicher Studien in der Spintronik. In Mangan-Oxiden erreichen die ferromagnetischen Domänenwände eine Größenordnung von 40 nm. Die Forscher vermuteten bislang, dass sie elektrisch isolierend sind und einen viel größeren Magnetwiderstand haben, als die der ferromagnetischen Metalle. Zur Untersuchung ihrer elektrischen Eigenschaften müssen die Wissenschaftler demzufolge auf Vorrichtungen im Nanometermaßstab zurückgreifen.

2008-09-22-10-33-19
Titel : (a) Bild der Vorrichtung mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskops
(b) Bild einer Nanokonstriktion (vertikale Skala 150 nm/Division)
(c) Messung des Magnetwiderstands der Wände mit einer Temperatur von 8K
Quelle: Centre National de la Recherche Scientifique

Forscher der Abteilung für Magnetismus, Mikro- und Nanostrukturen des IEF (Institut d'Electronique Fondamentale - Institut für Grundlagenelektronik) haben den Magnetwiderstand der Wände mit Hilfe eines Nanodrahts gemessen. Dieser Nanodraht, aus einem dünnen Film der ferromagnetischen Verbindung La^(2/3)Sr^(1/3)Mn03 (Abbildungen a, b), enthält zwei 30 nanometerbreite Konstriktionen.

Die Untersuchung des Widerstands der Vorrichtung, in Abhängigkeit von einem externen Magnetfeld, weist Sprünge auf, die in einem direkten Zusammenhang zum 2% hohen Magnetwiderstand der Domänenwände (Abbildung c) stehen. Auch wenn dieser Wert 20 Mal so hoch ist wie im Fall von Kobalt, so ist er dennoch auf einen rein elektrischen Widerstand zurückzuführen und nicht, wie erwartet, auf einen isolierenden.

Diese Arbeit ebnet den Weg zur Schaffung von Nanovorrichtungen auf der Grundlage von funktionalen Oxiden und ermöglicht ein besseres Verständnis des Magnetismus im Größenbereich von hundert Nanometern in diesen Oxyden.

Kontakt: Philippe Lecoeur, Université Paris Sud 11 - Tel: +33 169 154 077 - E-Mail: philippe.lecoeur@u-psud.fr

Quelle: Pressemitteilung des CNRS - 05.09.2008
http://www.cnrs.fr/st2i/recherche/faits-marquants/2008/magnetoresistance.htm

Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr

 


 

Mikroelektronik

Das IMEC und das CEA-LETI bieten einen Prototyping-Service für die Silizium-Photonik

Das IMEC (Interuniversity Microelectronics Centre) und das CEA-LETI (französisches Zentrum für Atomenergie) haben kürzlich ePIXfab gestartet, den zweiten Teil ihres Multi-Projektes "Prototyping-Service für die Silizium-Photonik", das 2006 ins Leben gerufen wurde. Das Projekt wird durch die Europäische Kommission im Rahmen des 7. FRP co-finanziert und vom IMEC koordiniert. ePIXfab soll den Zugang zu Technologien erleichtern und die Entwicklung neuer Märkte in der Silizium-Photonik fördern.

Dank dieser gemeinsamen ePIXfab-Initiative verfügen die Forscher und KMU über ein leistungsfähiges und kostengünstiges Prototyping (Prototypherstellung) für integrierte photonische Schaltkreise auf Silizium. ePIXfab bietet in regelmäßigen Zeitabständen mehrere Produktionslose auf den Fertigungsstraßen des IMEC und des LETI an, die insbesondere verschiedene Etappen UV-Lithographie im Bereich von 193 nm umfassen. Die Herstellung von Prototypen ist ebenfalls mit den technischen Mitteln der IMEC-und CEA-LETI möglich.

Im September 2008 wird ein weiteres Projekt gestartet: PhotonFAB. Dieses bietet ePIXfab ein breiteres Technologieangebot, neue Design-Bibliotheken, eine umfassende Ausbildung für den Kunden und eine vereinfachte Planung und Anwendung. Finanziert von der Europäischen Kommission als Action-Support (CSA), ermöglicht PhotonFAB eine Senkung der Entwicklungs- und Herstellungskosten und der eventuellen Risiken.

ePIXfab wird zwei Informationsveranstaltungen organisieren, um seinen Prototyping-Service und das PhotonFAB- Projekt vorzustellen: vom 17. bis 19. September 2008 in Sorrento (Italien) während der IEEE Photonics Group IV Konferenz, und vom 21. bis 25. September 2008 in Brüssel während der ECOC (European Conference and Exhibition on Optical Communication) Konferenz.

Kontakte:
- http://www.epixfab.eu/
- http://www2.imec.be/
- http://www-leti.cea.fr/

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der IMEC und CEA - 08.09.2008
http://www.cea.fr/le_cea/actualites/prototypage_pour_la_photonique_sur_silicium-7539

Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr

 


 

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