Wissenschaft Frankreich #150 – 1/10/2008
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- Französische EU-Ratspräsidentschaft
Treffen des Rats "Weltraum"
Europäischer Rat für "Wettbewerbsfähigkeit" - Forschungspolitik
Beginn der Neuorganisation des CNRS - Veranstaltung
Forum "Wirtschaft, Forschung und Innovation" in Paris
Österreichisch-Französisches Symposium zum Thema "Wasserkraft und die EU-Wasserrahmenrichtlinie" - Biochemie
Neue Erkenntnisse über die 3D-Struktur des arabischen Gummis - Tierbiologie
Springschwänze können ihre Fortpflanzung an die Umweltbedingungen anpassen - Nanobiologie
Biomimetische Nanotechnologie: Entwicklung einer neuen Art von Biosensoren - Medizin
Der Partner liegt in den Genen - Informations - und Kommunikationstechnologien
Start des internationalen Wettbewerbs Tourism@Awards - Mikroelektronik
Kompetenznetze: Besuch des Premierministers im Minalogic
Französische EU-Ratspräsidentschaft
Treffen des Rats "Weltraum"
Der Rat "Weltraum", eine gemeinsame Versammlung des Rats "Wettbewerb" und des Ministerrats der Europäischen Weltraumorganisation, kam am 26. September 2008 in Brüssel zusammen.
Die für Weltraum zuständigen Minister der EU-Mitgliedstaaten verabschiedeten eine Entschließung zur europäischen Weltraumpolitik. Diese basiert auf der Entschließung von 2007, die unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft und niederländischer Präsidentschaft im Ministerrat der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) verabschiedet wurde. Sie bezieht zudem die Ergebnisse des informellen Treffens der für Weltraum zuständigen Minister der EU-Mitgliedstaaten ein, das am 21./22. Juli 2008 am Europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Guyana) stattfand.
Die Forschungsminister der EU-Mitgliedstaaten betonten die Rolle und die Verantwortung der Europäischen Union im Bereich der Weltraumpolitik. So wird der EU die Aufgabe übertragen, die politischen Ambitionen Europas in diesem Bereich festzulegen. In erster Linie müssen langfristige Finanzierungsmöglichkeiten für die den Weltraum betreffenden Infrastrukturen, insbesondere im Bereich der Erd- und Weltraumbeobachtung, gefunden werden. Unter anderem soll die Finanzierung der GMES-Initiative (Globale Überwachung für Umwelt und Sicherheit) gewährleistet werden.
Mehrere neue Initiativen wurden ins Leben gerufen:
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Europa benötigt ein Überwachungssystem für Weltraumabfall. Dieser stellt eine Gefahr für die im Orbit befindlichen Satelliten und damit für die Kontinuität der Weltraum-Dienstleistungen dar. Die EU wird gemeinsam mit der ESA für die Schaffung und Verwaltung eines solchen Überwachungssystems verantwortlich sein.
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Bei der Weltraumforschung muss die EU im Rahmen eines weltweiten Projekts, das auf dem Grundsatz der gegenseitigen Abhängigkeit basiert, so dass es sich kein Staat zu eignen machen kann, eine bedeutende Rolle spielen. Dazu wird von der Kommission eine internationale politische Konferenz über die Rolle der EU in diesen Exzellenz-Bereichen veranstaltet.
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Bei der Untersuchung des Klimawandels ist die Kommission aufgefordert, Vorschläge für eine bessere Organisation der Forschungsgemeinschaften vorzulegen, um die Auswertung der Satellitendaten zu optimieren.
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Um die Wettbewerbsfähigkeit des Weltraumsektors zu verstärken und einer neuen Industrie für weltraumspezifische Anwendungen Schwung zu verleihen, muss die EU diesen Sektor zu einem "Pilotmarkt", machen, das heißt zu einem Bereich, dem die Kommission ein besonderes Augenmerk widmet, um einen gemeinsamen und leicht zugänglichen Markt zu entwickeln.
Kontakt: Marion Lamure - Ministerium für Hochschulwesen und Forschung - Tel: +33 155 558 432 - E-Mail: marion.lamure@recherche.gouv.fr - http://www.ue2008.fr/webdav/site/PFUE/shared/import/0926_...
Quelle: Pressemitteilung der französischen EU-Ratspräsidenschaft - 26.09.2008
Redakteurin: Pauline Medori, pauline.medori@diplomatie.gouv.fr
Europäischer Rat für "Wettbewerbsfähigkeit"
Die europäischen Minister für Industrie und Forschung trafen sich am 25. und 26. September 2008 zum Rat "Wettbewerbsfähigkeit" in Brüssel.
Dieses Treffen bot den Ministern die Gelegenheit, die schon während der slowenischen Ratspräsidentschaft begonnene Arbeit fortzusetzen. Diese zielt darauf ab, den europäischen Forschungsraum zu fördern (auf der Grundlage des Grünbuches vom vergangenen Jahr), damit große Forschungsinfrastrukturen seine Leistungsfähigkeit unterstützen können.
Um die Einrichtung des Europäischen Forschungsraumes wiederzubeleben, beschloss der Rat Schlussfolgerungen zur Europäischen Partnerschaft für die Forscher. Ziel ist es, die beruflichen Karrieren und die Mobilität mittels eines Engagements der EU-Mitgliedstaaten und der EU-Kommission zu fördern. Es geht auch darum, einen europäischen Forscherstatus auszuarbeiten. Die Minister Portugals und Luxemburgs wurden von der französischen Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union mit einer Mission zu diesen Themen beauftragt.
Die Europäische Kommission präsentierte einen Verordnungsentwurf zum rechtlichen Status der Forschungsinfrastrukturen von europäischem Interesse, welcher über einen vereinheitlichten gemeinsamen Rechtsrahmen auf die Erleichterung bei der Einrichtung neuer, großer Forschungsinfrastrukturen in Europa abzielt.
In Bezug auf die gemeinsame Programmgestaltung - nur 15% der Forschungsausgaben werden auf europäischer Ebene koordiniert - privilegiert das neue von der Kommission vorgeschlagene Instrument die Koordination der Programme und der Forschungsmittel der EU-Mitgliedstaaten.
Der Rat nahm Schlussfolgerungen an, um ein gemeinsames Engagement der EU-Mitgliedstaaten gegen degenerative Krankheiten und insbesondere die Alzheimer-Krankheit zu formalisieren.
Die EU-Kommission präsentierte außerdem eine europäische Strategie im Bereich der Marine- und Meeresforschung.
Schließlich war dieser Rat für die Minister eine Gelegenheit, sich zum Verhaltenskodex für die Forschung in den Nanowissenschaften und der Nanotechnologie zu äußern, welcher im Februar von der Kommission in Form einer Empfehlung beschlossen worden war.
Kontakt: Cécile Braghieri, Pressestelle, Ministère de l'enseignement supérieur et de la recherche - Tel: +33 155 559 912 - E-Mail: cecile.braghieri@recherche.gouv.fr - http://media.education.gouv.fr/file/2008/39/0/CP_...
Quellen:
- Internetseite der französischen EU-Ratspräsidenschaft: http://www.eu2008.fr - 29.09.2008
- Pressemitteilung des Ministeriums für Hochschulwesen und Forschung - 26.09.2008
Redakteurin: Pauline Medori, pauline.medori@diplomatie.gouv.fr
Forschungspolitik
Beginn der Neuorganisation des CNRS
Der "strategische Plan - Horizon 2020" des
Französischen Zentrums für wissenschaftliche
Forschung (CNRS) beginnt mit dem Einsatz
einer Kommission, deren Aufgabe darin besteht, die
Neuorganisation dieses Zentrums zu leiten.
Der von seinem Verwaltungsrat am 1. Juli 2008
beschlossene "strategische Plan" zielt darauf ab, die
organisationsinternen Zuständigkeiten des CNRS zu
klären und die Kooperationen in den
Forschungsbereichen zu verstärken, in denen
Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen
gemeinsam tätig sind. Des Weiteren sieht diese Reform
die Schaffung interdisziplinärer Institute vor.
Um diese Reform umzusetzen, hat das französische Ministerium für Bildung und Forschung eine gemischte Kommission mit zwölf Mitgliedern des CNRS und der "Generaldirektion für Forschung und Innovation" (DGRI) des Ministeriums einberufen. Sie wird damit betraut, den Umfang und die Aufgaben jedes einzelnen Instituts festzusetzen. Die Festlegung der Leitlinien für jedes Institut folgt mehreren Kriterien: die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachbereichen, der Aufbau von Partnerschaften mit Hochschulen, die reibungslose Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen.
Neben der Kommission werden zwei Reflexionsgruppen eingesetzt, die die Arbeit der Kommission unterstützen sollen. Diese werden sich spezifisch zwei Bereichen widmen, die besonders einer besseren Koordinierung zwischen Forschungseinrichtungen und Hochschulen bedürfen: die Lebenswissenschaften und die Softwaretechnologien.
Die Liste der Kommissions- und der Reflexionsgruppenmitglieder ist im Internet unter folgender Adresse verfügbar: http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid22477/....
Kontakt: Cécile Braghieri, Pressestelle, Ministère de l'enseignement supérieur et de la recherche - Tel: +33 155 559 912 - E-Mail: cecile.braghieri@recherche.gouv.fr - http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr
Quelle: Ministerium für Hochschulbildung und Forschung - 24.09.2008
Redakteurin: Pauline Medori, pauline.medori@diplomatie.gouv.fr
Veranstaltung
Forum "Wirtschaft, Forschung und Innovation" in Paris
In einer Zeit, in der Innovation nicht nur für wirtschaftliches Wachstum, sondern auch für den Schutz unseres Planeten und die Verbesserung der Lebensbedingungen steht, ist es notwendig, effiziente Wirtschaftsmodelle zu entwickeln. In diesem Zusammenhang organisiert Les Echos Conférences (Filiale der Zeitung Les Echos) ein Forum zur Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft, die darauf abzielt, Innovationen zu fördern. Es geht dabei um das Zusammenwirken der verschiedenen Akteure: Institutionen, Hochschulen, Kompetenznetze, Forschungseinrichtungen, Kapitalgeber, KMU und große Unternehmen.
Das Forum findet am 14. und 15. Oktober 2008 in Paris La Défense statt. Zu dieser Veranstaltung werden u.a. Valérie Pécresse, französische Forschungs- und Bildungsministerin, Catherine Bréchignac, Präsidentin des CNRS (Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung), und Jean Weissenbach, Genetiker, ausgezeichnet mit der Goldmedaille des CNRS, Vorträge halten.
Folgende Themen werden bei dieser Veranstaltung diskutiert:
- Wie kann die französische Forschung von der Impulsgebung Europas profitieren?
- Die großen Reformen 2008 der Forschung und Bildung in Frankreich
- Können die französischen Kompetenznetze die öffentlich-private Partnerschaft dynamisieren?
- Wie kann ein Unternehmen die Steuergutschrift für Forschung und Entwicklung ("Crédit d'Impôt Recherche") nutzen, um seine FuE weiterzuentwickeln?
- Wie kommen KMU wirksam an Risikokapitalfonds?
- Wie wird Innovation in anderen Ländern umgesetzt?
- Wie kann bereits am Beginn des Innovationsprozesses auf die Bedürfnisse der Nutzer eingegangen werden?
Das komplette Programm auf Französisch finden Sie unter folgender Adresse: http://www.lesechos-conferences.fr/co/catalogue/conferences/recherche-innovation/economie-recherche-innovation/programme.html. Um an der Veranstaltung teilzunehmen, konsultieren Sie folgende Seite: http://www.lesechos-conferences.fr/co/caddy.html?etape=renseignements.
Kontakt: Dalila Niouri, Kundenbetreuung - Les Echos - E-Mail: dniouri@lesechos.fr - http://www.lesechos-conferences.fr/co/catalogue/conferences/recherche-in...
Quelle: Les Echos - 09.2008
Redakteurin: Pauline Medori, pauline.medori@diplomatie.gouv.fr
Österreichisch-Französisches Symposium zum Thema "Wasserkraft und die EU-Wasserrahmenrichtlinie"
Wasserkraft und die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) standen im Mittelpunkt des Meinungsaustausches der österreichisch-französischen Tagung, die vom 4.-5. Juli 2008 in Wien stattfand.
Unter der Schirmherrschaft der Technischen Universität Wien bot das Symposium 60 französischen und österreichischen Teilnehmern die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen, um den Umgang mit den sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen von Wasserkraftwerken im Anwendungsbereich der WRRL und der Richtlinie für erneuerbare Energien zu verbessern. Durch diese Tagung sollte auch der Forschungsbedarf im Hinblick auf Überlegungen der Generaldirektionen für Forschung und für Umwelt der europäischen Kommission festgestellt und die Möglichkeiten der bilateralen Zusammenarbeit ausgelotet werden. Diese Arbeit soll im Herbst 2008 abgeschlossen werden.
Während dieser Veranstaltung wurden 4 Projekte festgelegt, die aus einer gemeinsamen Anfrage entwickelt wurden und die durch bilaterale oder europäische Fördermittel finanziert werden könnten (Generaldirektion Forschung). Für die Bereiche Kontinuität, geringste Niedrigwasserabflüsse, Schleusenmanagement, Sedimenttransport, Auswertung der Ursachen für Störungen (wie z.B. durch den Klimawandel), Risikomanagement oder die Verbesserung der Wasserbewirtschaftung wurde deutlich, dass hier sowohl in Österreich als auch in Frankreich zusätzlicher Forschungsbedarf vorhanden ist.
Das Treffen hat das Interesse für den Austausch zwischen Frankreich und Österreich über die entwickelten Forschungskonzepte zur Umsetzung der WRRL bestätigt. Neben dem bereits bekannten Forschungsbedarf, wurde ebenfalls darauf hingewiesen, dass es bereits umfangreiche Kenntnisse über die Auswirkungen von Wasserkraftwerken gibt. Dieses Wissen sollte dazu beitragen, den Umgang mit den bestehenden Infrastrukturen zu verbessern und neue Investitionen effizienter für die Erhaltung aquatischer Ökosysteme einzusetzen.
Hinweis: Eine Zusammenfassung des Meinungsaustausches und alle Präsentationen dieser Tagung sind im Internet auf der Webseite der Französischen Botschaft in Österreich abrufbar: http://www.ambafrance-at.org/spip.php?article3079.
Quelle: Ambassade de France en
Autriche
http://www.ambafrance-at.org/spip.php?article3079
Redakteur: Mathieu Girerd, mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr
Biochemie
Neue Erkenntnisse über die 3D-Struktur des arabischen Gummis
Forscher des französischen Instituts für Agrarforschung (INRA) haben die dreidimensionale Struktur des arabischen Gummis - Gummi arabicum - entdeckt. Ihre Arbeit ebnet den Weg zu einem besseren Verständnis der funktionellen Eigenschaften dieser Substanz, die aus dem Baum Acacia senegal gewonnen wird. Dieser Gummi besitzt eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung, da er aufgrund seiner Klebe- und Emulgatoreigenschaften in der Produktion von Lebensmitteln, Pharmaprodukten, Kosmetika und Papier eingesetzt wird.
Der arabische Gummi wird als Suspensions- oder Klebemittel verwendet sowie auch als Stabilisator und Verdickungsmittel in Lebensmitteln (E414), da er über die Fähigkeit verfügt, an festen oder flüssigen hydrophoben Flächen haften zu bleiben. Jedoch konnte bisher keine Studie seine Struktur auf molekularer Ebene erklären.
Auf der Basis der bisher gewonnenen Erkenntnisse haben die Forscher den Gummi durch chromatographische Verfahren in seine einzelnen Bestandteile zerlegt und anschließend die verschiedenen Komponenten identifiziert. Dabei konnten sie zeigen, dass der arabische Gummi aus einem Kontinuum an Molekülen besteht, die sich durch ihre Masse, ihre Ladung und ihr Verhältnis von Zucker/Protein unterscheiden. Die drei wichtigsten Molekülarten sind dabei ein Arabinogalaktan (88%), ein Arabinogalaktan-Protein (10%) und ein Glykoprotein (2%).
Die räumliche Struktur des Arabinogalaktans ähnelt einer dünnen Scheibe mit einer Dicke von 2 nm und einem Durchschnitt von 20 nm. Das Molekül verfügt über eine geringe Dichte (1.007 g/mL). Die 3D-Struktur des Arabinogalaktans konnte bei niedriger Auflösung anhand von Daten der Neutronenkleinwinkelstreuung geklärt werden. Dieses Verfahren ermöglicht es, das Material auf einer Skala von 1 bis 50 Nanometern zu untersuchen. Das erhaltene Model stimmt mit den mittels anderer Techniken (Elektronen- und Abstoßungskraftmikroskopie) beobachteten Strukturen überein.
Die anormal geringe Viskosität des Gummis könnte auf die Verbindung zur begrenzten Größe und der geringen Dichte seines Hauptkomponenten, des Arabinogalaktans, zurückzuführen sein. Dagegen hängen die Klebeeigenschaften des Gummis wahrscheinlich nicht mit dessen Hauptkomponenten zusammen, da dieser stark hydrophil ist. Das der Gummi so gut kleben kann, wäre also eher den beiden anderen wesentlichen Molekülarten zu verdanken, die die Forscher weiterhin untersuchen wollen.
Der methodische Ansatz dieser Studie (Strahlungsstreuung verbunden mit ab-initio-Verfahren) kann auf alle Makromoleküle angewandt werden, bei denen keine kristallographische Struktur mit hoher Auflösung vorliegt. Das Verfahren kann demzufolge unter anderem bei weniger strukturierten Proteinen, wie Kasein, oder Glykoproteinen verwendet werden.
Kontakt: Denis Renard - INRA Nantes - Tel: +33 240 675 052 - E-Mail: drenard@nantes.inra.fr
Quelle: Pressemitteilung des INRA
- 19.09.2008
http://www.inra.fr/presse/structure_tridimensionnelle_gomme_arabique_devoilee
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Tierbiologie
Springschwänze können ihre Fortpflanzung an die Umweltbedingungen anpassen
Zwei Forscher des Labors für Ökologie und Evolution haben Populationen von Springschwänzen untersucht und dabei gezeigt, dass einige von ihnen in der Lage sind, ihre Fortpflanzung besonders effizient an die Umweltbedingungen anzupassen. Springschwänze zählen zu den ältesten und zahlenstärksten Arthropodengruppen auf der Erde.
Die beiden Forscher konnten feststellen, dass ein und dasselbe Weibchen von einer Eiablage zur anderen nicht nur die Anzahl, sondern auch die Größe ihrer Eier an die Umweltveränderungen anpassen kann, damit die Jungtiere die besten Überlebenschancen unter den neuen Umweltbedingungen haben. In einer nährstoffreichen Umwelt legen die Weibchen eher viele, dafür aber kleinere Eier ab. In einer wettbewerbsgeprägten Umwelt - d.h. in der es viele Individuen und nur wenig Nahrung gibt - werden dagegen weniger, jedoch größere Eier gelegt. Somit sind die Jungtiere beim Schlüpfen bereits größer und haben so verbesserte Überlebenschancen unter diesen ungünstigen Umweltbedingungen.

Eine solche ausgeprägte Flexibilität in der Fortpflanzung stellt eine bedeutende Anpassung dar. Die Forscher haben allerdings auch herausgefunden, dass die Linien von Springschwänzen, bei denen diese Anpassungsfähigkeit am deutlichsten ausgeprägt ist, auch unter einer frühzeitigen Mortalität leiden. Bei Springschwänzen gibt es demzufolge zwei unterschiedliche Überlebensstrategien: entweder sie verfügen über eine anpassungsfähige Reproduktion, um den Preis einer begrenzten Lebenserwartung oder sie besitzen ein langes Leben, ohne die besondere Fähigkeit zur Anpassung ihrer Fortpflanzung an die Umwelt.
Titel: Frisch geschlüpfter (0,35 mm
langer) Springschwanz (Folsomia candida) neben Eiern
Quelle: T. Tully, CNRS
Aus dem Vergleich dieser beiden Strategien, die sich relativ früh im Laufe der Evolution dieser Spezies auseinanderentwickelt haben, lässt sich ableiten, dass eine beschleunigte Alterung nicht nur die Folge einer intensiveren Fortpflanzung, sondern auch einer hohen Anpassungsfähigkeit und eines starken genetischen Potentials bzgl. der Reproduktion ist.
Kontakt: Thomas Tully - Laboratoire Ecologie & Evolution - CNRS/Université Pierre et Marie Curie/ENS Paris - Tel: +33 144 322 310 - E-Mail: tully@ens.fr
Quelle: Pressemitteilung des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) - 15.09.2008 http://www2.cnrs.fr/presse/communique/1417.htm
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Nanobiologie
Biomimetische Nanotechnologie: Entwicklung einer neuen Art von Biosensoren
Forscher des Jean-Pierre-Ebel-Instituts für strukturelle Biologie (IBS) und des Forschungsinstituts für Technologie und Lebenswissenschaften haben eine neue Generation von Biosensoren entwickelt. Durch Protein-Engineering ist es ihnen gelungen, Proteine zu generieren, die zwei Funktionen gleichzeitig erfüllen: die Erkennung eines chemischen Signals und seine Umwandlung in ein elektrisches Signal. Diese neue Art von Sensoren könnte den Grundstein für miniaturisierte Erkennungssysteme bilden, die für Medikamententests, Diagnoseverfahren oder das Aufspüren von toxischen Stoffen eingesetzt werden können.
Die Nachfrage nach biologischen Analyseverfahren, die möglichst nah am Patienten angewandt werden können, wird immer größer. Aus diesem Grund beschäftigt sich die Forschung im Bereich der Biotechnologie immer intensiver mit der Entwicklung neuer Nanotechnologien, die das schnelle und einfache Aufspüren von Informationen ermöglichen.
In diesem Zusammenhang hat das Forscherteam des IBS die Proteine untersucht, die für die interzelluläre Signalübertragung verantwortlich sind. Da die Zelle von einer undurchlässigen Membran aus Lipiden umgeben ist, wird die Übertragung von Informationen und Molekülen durch spezifische Membranproteine ermöglicht. Dazu zählen einerseits die Rezeptoren, die die von anderen Zellen oder aus der Umwelt kommenden Signale erkennen, und andererseits die Ionenkanäle, die dafür sorgen, dass ein elektrisches Signal durch einen Ionentransfer generiert wird.
Den französischen Forschern ist es nun gelungen, künstliche Proteine herzustellen, die gleichzeitig beide Eigenschaften aufweisen. Die ICCR (für Ion Channel Coupled Receptor) getauften Nanoobjekte sind etwa 10 nm breit. Mit Hilfe ihrer Eigenschaft als Rezeptor können sie biologische Moleküle aufspüren, wie z.B. Hormone oder Neurotransmitter, und dank ihrer Kanal-Funktion ein elektrisches Signal erzeugen. Diese Sensoren werden auch bei einer sehr geringen Anzahl von Molekülen wirksam. Die Fähigkeit der ICCR direkt ein Signal erzeugen zu können, ist ein entscheidender Vorteil im Hinblick auf ihre Einbeziehung in elektronische Miniatursysteme.
Titel: Funktionsprinzip eines ICCR
(Ion Channel Coupled Receptor): In einem ICCR sind
der Rezeptor und der Ionenkanal so miteinander
verknüpft, dass zwischen beiden Proteinen eine starre
mechanische Verbindung entsteht. Spürt der Rezeptor
ein Molekül auf, dann verändert sich seine Struktur.
Diese Veränderung wird dem Kanal sofort übermittelt.
Anschließend verändert sich der Öffnungsgrad des
Kanals in der Weise, dass Ionen durch ihn
hindurchfließen können. Dieser Ionenfluss kann
einfach als elektrischer Strom gemessen werden.
Quelle: Institut de biologie
structurale, CNRS
Zunächst haben die Forscher Biosensoren für zwei wichtige pharmakologische Ziele konzipiert, um die Entwicklung von Screening-Tests für Medikamente zu ermöglichen. Andere Anwendungen, wie beispielsweise in-vitro-Diagnoseverfahren oder die Erfassung toxischer Substanzen, sind bereits vorgesehen.
Diese Arbeit, die im Rahmen des europäischen Projekts Receptronics durchgeführt wurde, stellt einen der ersten Erfolge des biomimetrischen Konzeptes in der Nanotechnologie dar.
Kontakte:
- Michel Vivaudou - Laboratoire des protéines membranaires, Institut de Biologie Structurale Jean-Pierre Ebel - CEA/CNRS/Université Joseph Fourier - 41 rue Jules Horowitz, F-38027 Grenoble Cedex 1 - Tel: +33 438 784 867 - E-Mail: michel.vivaudou@ibs.fr
- Christophe Moreau - E-Mail: christophe.moreau@ibs.fr
- http://www.receptronics.org
Quelle: Pressemitteilung des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) - 08.09.2008 http://www2.cnrs.fr/presse/communique/1414.htm
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Medizin
Der Partner liegt in den Genen
Genetische Faktoren können, in gleicher Weise wie soziale Faktoren, die Auswahl eines Partners beeinflussen. Dies konnte kürzlich von Dr. Raphaëlle Chaix, Forscherin am Französischen Naturhistorischen Museum [1] und Mitarbeiterin der Abteilung für Statistik an der Oxford Universität, in einer Studie nachgewiesen werden. Die Ergebnisse wurden in der Ausgabe vom 12. September 2008 der Fachzeitschrift "PLoS Genetiks" veröffentlicht.
Die Forscher vermuteten schon lange, dass der Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC von engl. "Major Histocompatibility Complex") - eine Region des Genoms, die an der Immunreaktion beteiligt ist - eine Rolle bei der Partnerwahl spielen könnte. MHC-Gene kodieren für Rezeptoren, die sich an der Zelloberfläche befinden. Diese spüren die Anwesenheit von Krankheitserregern im Organismus auf und lösen anschließend eine Immunreaktion aus. Darum neigt man dazu, sich einen Partner auszuwählen, der über andere MHC-Gene verfügt als man selbst, damit der Nachwuchs eine breitere Palette an Rezeptoren erben kann und somit eine größere Resistenz gegen eine Vielzahl von Krankheiten entwickelt. Studien gehen davon aus, dass der Mensch die Fähigkeit besitzt, den genetischen MHC-Inhalt potentieller Partner anhand seines Geruchssinnes zu unterscheiden. Die Unterscheidung basiert auf flüchtigen Duftmolekülen, die ebenfalls vom MHC kodiert werden. Obwohl die Hypothese beim Menschen noch umstritten ist, wurde die Rolle des MHC in der Auswahl eines Partners bei verschiedenen Tierarten (z.B. bei Mäusen) nachgewiesen. Die bisherigen Ergebnisse der sogenannten "T-Shirt-Experimente" [2] sind die Ursache dieser Kontroverse.
In Zusammenarbeit mit einem britischen und einem chinesischen Forschungsteam hat Dr. Raphaëlle Chaix bei zwei Bevölkerungsgruppen vier Millionen genetische Marker (HapMap Daten [3]) innerhalb des menschlichen Genoms analysiert. Untersucht wurden nigerianische (Yoruba) und US-amerikanische (Mormonen) Paare. Es wurde getestet, ob die verheirateten Paare - im Vergleich zu durch Zufall zusammengebrachte Paare - einen größeren genetischen Unterschied bezüglich ihres MHC aufwiesen. Beim Vergleich der Yoruba- mit der Mormonen-Bevölkerungsgruppe konnten die Wissenschaftler den Einfluss des MHC vom Einfluss der sozialen Faktoren (Beeinflussung durch Familie, Religion, usw.) unterscheiden. In der afrikanischen Testgruppe konnte keine Einflussnahme des MHC auf die Partnerwahl festgestellt werden. Vermutlich ist die Dominanz der sozialen Faktoren in dieser nigerianischen Gesellschaft zu stark und verschleiert die eventuelle Wirkung von biologischen Faktoren. Bei der US-amerikanischen Bevölkerung haben die Forscher wiederum herausgefunden, dass die Mormonen dazu tendieren, sich einen auf der genetischen MHC-Ebene unterschiedlichen Partner auszusuchen. Folglich zeigt die Studie, dass biologische Faktoren - in gleicher Weise wie soziale Faktoren - die Partnerwahl beeinflussen können. Die Forscher betonen, dass weitere Bevölkerungsgruppen untersucht werden müssen, damit die Wissenschaftler die Vielfalt sowie die Bedeutung dieser Faktoren besser erfassen können.
[1] Labor für Öko-Anthropologie und Ethnologie des Französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) an der Universität Paris 7. [2] Weibliche Versuchspersonen riechen an von männlichen Probanden getragenen T-Shirts und ordnen sie je nach Geruchspräferenz. [3] Ziel des HapMap Projekts ist es, die genetischen Variationen des Menschen zu kartographieren.
Kontakt: Raphaëlle Chaix - CNRS-Einheit 5145: Ecoanthropologie et Ethnobiologie, Musée de l'Homme, 17 Place du Trocadéro, 75016 Paris - Tel: +33 144 057 242 - E-Mail: chaix@mnhn.fr
Quelle: Pressemitteilung des Französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung - 12.09.2008
Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr
Informations - und Kommunikationstechnologien
Start des internationalen Wettbewerbs Tourism@Awards
Der Tourism@Awards ist eine Veranstaltung, die seit 8 Jahren die technologischen Projekte im Bereich des eTourismus fördert. Auf Initiative der Industrie- und Handelskammer Nice-Côte-d'Azur und der "Telecom Valley Association" hat sich dieses Ereignis parallel zur Reise- und Freizeitbranche entwickelt. Der Tourism@Awards wendet sich an Fachleute, Begründer und Benutzer technologischer Innovationen im Bereich des Tourismus. Ein Höhepunkt in diesem Jahr war der Start eines internationalen Wettbewerbs, im Juni 2008, der am 3. Oktober 2008 ausläuft. Die beiden ersten Preisträger werden anlässlich der Abschlussveranstaltung jeweils mit 10.000 Euro ausgezeichnet. Diese wird am 2. Dezember 2008 in Nizza stattfinden.
Kontakt: Dominique Thibault, Agence de communication STELLARIS - Tel: +33 618 451 538, Fax: +33 493 002 627 - E-Mail: thibault@stellaris-ltd.com - http://www.tourisma.org
Quelle: Pressemitteilung von Tourism@Awards - 17.06.2008
Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr
Mikroelektronik
Kompetenznetze: Besuch des Premierministers im Minalogic
Der französische Premierminister François Fillon hat am 23. September 2008 den "Pôle de compétitivité" Minalogic besucht. Dieses französische Kompetenznetz beschäftigt sich mit Mikro- und Nanotechnologien sowie mit Embedded Systemen. Während seiner Dienstreise traf der Premierminister mit verschiedenen Akteuren des Kompetenznetzes zusammen. Minalogic wurde im Juli 2005 von der französischen Regierung als Weltkompetenzzentrum anerkannt und hat es sich zum Ziel gesetzt, innovative miniaturisierte Lösungen auf der Grundlage von integrierten intelligenten Chips zu entwickeln.
Während seines Besuches hat François Fillon, in Begleitung der Ministerin für Wirtschaft, Industrie und Beschäftigung, Christine Lagarde, einige technische Plattformen des französischen Zentrums für Atomenergie (CEA), z.B. den 300mm-Lithographie-Reinraum des LETI-Instituts, besichtigt. Dieser Reinraum ist in Europa einzigartig.
Zum Abschluss seiner Dienstreise betonte der Premierminister, dass das Weltkompetenzzentrum Minalogic zu den Vorzeigebeispielen für eine harmonische Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Forschungsorganisationen, Universitäten und Unternehmen zählt, durch die Innovation erst möglich wird. Seit 2005 war Minalogic an 27 co-finanzierten Projekten, mit einem Fördervolumen von insgesamt 100 Millionen Euro, beteiligt.
Kontakt: http://www.minalogic.com/
Quelle: Pressemitteilung des
französischen Zentrums für Atomenergie CEA -
25.09.2008
http://www.cea.fr/le_cea/actualites/visite_de_minalogic-8946
Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr
Revision der Texte: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr
KONTAKT
Französische Botschaft in Deutschland
Abteilung für Wissenschaft und Technologie
Adresse: Pariser Platz 5
D-10117 BERLIN
Tel: +49 30 590 03 92 50
Fax: +49 30 590 03 92 65
E-Mail: sciencetech@botschaft-frankreich.de
http://ww.wissenschaft-frankreich.de
Französische Botschaft in Österreich
Abteilung für Wissenschaft und Technologie
Adresse: Währinger Strasse 30
A-1090 Wien
Tel: +43 15 027 5324
E-Mail: mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr
http://www.ambafrance-at.org/spip.php?article989
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