Wissenschaft Frankreich #152 – 29/10/2008
Wissenschaft-Frankreich Nr. 152 [PDF]
- Kompetenznetze
Cluster in Europa - Veranstaltung am 13. und 14. November in Sophia Antipolis - Forschungspolitik
Tätigkeitsbericht 2007 der ANR - Umwelt
Das Gesetz "Loi Grenelle 1" wurde in Frankreich von den Abgeordneten verabschiedet - Meeresbiologie
Die Cheshire-Cat-Strategie der Coccolithophoriden zum Schutz gegen Viren - Meeres- und Geowissenschaften
Wie Gasblasen Auskunft über seismische Aktivitäten geben könnten... - Medizin
Ohne Qualm geht's auch
Ein neuer Resistenz-Mechanismus gegen das Dengue-Fieber
Der Nobelpreis 2008 für Medizin geht an Frau Barré-Sinoussi und Herr Montagnier - Physik
Neue Anlage dient zur Charakterisierung von Abflüssen mit hoher Reynoldszahl - Automobil
Automobilmesse im Oktober 2008 in Paris - Informations- und Kommunikationstechnologien
"France Numérique 2012" - 154 Maßnahmen, um den Rückstand Frankreichs bei der Digitalisierung aufzuholen
Kompetenznetze
Cluster in Europa - Veranstaltung am 13. und 14. November in Sophia Antipolis
Im Rahmen der französischen EU-Ratspräsidentschaft findet die europäische Konferenz zum Thema Cluster am 13. und 14. November 2008 in Sophia Antipolis (bei Nizza) statt. Diese Veranstaltung wird am 13. November mit dem "Forum der Pôles de compétitivité", das von der Sophia Antipolis Stiftung zum 4. Mal organisiert wird, eröffnet und endet mit der ersten Versammlung der European Cluster Alliance am 14. November 2008.
In Anlehnung an die Publikation der Europäischen Kommission Mitte Oktober zu ihrer Clusterpolitik wird sich das 4. "Forum der Pôles de compétitivité" in diesem Jahr Europa zuwenden. Am ersten Tag der Veranstaltung werden wichtige Themen bezüglich der Entwicklung von Clustern in Europa diskutiert: Finanzierung, internationale Kooperationen, Einbeziehung der KMU, Entwicklung neuer Kompetenzen, Professionalisierung der Managementstrukturen, usw. Die Ergebnisse dieser Debatten werden den zuständigen Politikern am folgenden Tag nach Paris weitergeleitet, damit sie diese in ihre Überlegungen zur Erarbeitung einer gemeinsamen Europäischen Clusterpolitik einbeziehen können. Das daraus resultierende Dokument wird anschließend dem im Dezember 2008 stattfindenden Rat für Wettbewerbsfähigkeit unterbreitet.
Am 14. November wird zum 1. Mal die Versammlung der European Cluster Alliance unter der Schirmherrschaft der Generaldirektion Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission veranstaltet. Es handelt sich dabei um einen offenen Dialog auf politischer Ebene zur Entwicklung der Cluster in Europa.
Das komplette Programm in englischer Sprache können Sie als pdf-Datei unter folgender Adresse herunterladen: http://www.sophia-antipolis.org/ue2008/programme/programme2.pdf.
Unter diesem Link können Sie sich zur Veranstaltung anmelden: http://www.sophia-antipolis.org/ue2008/inscription2.htm.
Kontakt: Nadège Bouget, Fondation Sophia Antipolis - E-Mail: bouget@sophia-antipolis.org - http://www.sophia-antipolis.org/ue2008
Quelle: La lettre des Pôles de compétitivité - 21.10.2008
Redakteurin: Pauline Medori, pauline.medori@diplomatie.gouv.fr
Forschungspolitik
Tätigkeitsbericht 2007 der ANR
Nach nunmehr dreijährigem Bestehen ist die französische Forschungsagentur, "Agence Nationale de la Recherche" mit über 800 Millionen Euro an Zusagen für Forschungsgelder einerseits sicherlich zu einem wichtigen finanziellen Akteur in der französischen Forschungslandschaft geworden, andererseits ebenso zu einem strategischen Akteur im Kontext einer tiefgreifenden Umstrukturierung des französischen Forschungssystems. Die größten Ausgaben bildeten Ausschreibungen in Höhe von circa 600 Millionen Euro, gefolgt von Ausgaben in Höhe von circa 200 Millionen für die Forschungsfinanzierung unter Beteiligung an Förderungsprogrammen anderer Institutionen (Carnot-Institute, Inkubatoren) oder in Zusammenarbeit mit dem französischen Ministerium für Hochschulbildung und Forschung (Krebsbekämpfung (Plan Cancer), Wettbewerb innovativer Jungunternehmen). So wurden im Jahr 2007 50 Ausschreibungen, davon 2 von ERA-Net, nach folgenden sechs Themengebieten organisiert und finanziert: Biologie/Gesundheit, Ökosysteme/nachhaltige Entwicklung, erneuerbare Energien/Umwelt, Ingenieurwesen/Verfahrenswesen/Sicherheitswesen, Informations- und Kommunikationswesen, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie nach einem siebten Gebiet, dass themen- und bereichsübergreifend ist.
Funktionsweise der Forschungsagentur sowie Projekttypus laut Tätigkeitsbericht 2007
Die Anzahl der eingereichten Dossiers belief sich im Jahr 2007 auf 5.636. Diese wurden von insgesamt 10.350 externen Experten begutachtet, davon 3.000 ausländische Gutachter und 670 Experten aus dem industriellen Sektor. Die ausländischen Gutachter wurden in der Regel in offene Projekte einbezogen, d.h. in der Regel aus der Grundlagenforschung, wohingegen die Experten aus dem Industriesektor in die Bewertung von Partnerschaftsprojekten involviert waren. Im Jahr 2007 geförderte Projekte haben eine Laufzeit von 27 Monaten, umfassen jeweils 3,1 Partner und verfügen über ein Budget von 425.092 Euro, d.h. 138.954 Euro pro Partner (+12,28 % gegenüber 2006). Von den Forschungsgeldern der französischen Forschungsagentur profitierten zu 81,1 % die öffentlichen Forschungsorganisationen, wie Universitäten, und zu 15 % die Unternehmen. Auf die Grundlagenforschung entfielen 61 % der Gelder, auf die Industrieforschung 35 % und auf die Vorwettbewerbsforschung 3,9 %. Die Lohnkosten beliefen sich auf 46,7 % der Fonds, welche die Agentur zur Verfügung stellte. Die Region Ile-de-France vereinigte 38 % und die Frauenquote stabilisierte sich bei 21 %. Die drei Aufgabenziele der ANR konnten im Jahr 2007 ebenfalls erfüllt werden: die Programmierung, die Auswahl sowie die Betreuung von Projekten. Des Weiteren konnte sie sich in neuen Aufgabenfeldern verwirklichen: Teilnahme an großen nationalen Wissenschaftsdebatten, der Einstieg in den Overheadkosten-Zuschlag (von 5 % im Jahr 2007 wurde dieser auf 11 % im Jahr 2008 erhöht), Vereinfachung der Verfahren, Konsolidierung ihrer europäischen Tätigkeiten (ERA-Net, Deutschland, Großbritannien...) sowie internationale Öffnung (China...).
Kontakt: Marie-Ange Folacci, Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der französischen Forschungsagentur ANR - Tel.: +33 1 7809 8070 - E-Mail: marieange-folacci@agencerecherche.fr
Quelle: Tätigkeitsbericht 2007 der ANR - http://www.agence-nationale-recherche.fr/Documents
Redakteure: Mathieu Girerd, mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr & Charles-Onno Klopp, charles.klopp@institutfr.at
Umwelt
Das Gesetz "Loi Grenelle 1" wurde in Frankreich von den Abgeordneten verabschiedet
Nach zweiwöchiger Debatte haben die Abgeordneten am Dienstag, den 22. Oktober das Gesetz "Loi Grenelle 1" des "Grenelle de l'environnement" (Abkommen für Umweltschutz) verabschiedet. Das Inkrafttreten des Gesetzes wird auch Konsequenzen für die Bevölkerung haben: so gehören Produktions- und Konsumverhalten, Kampf gegen den Klimawandel, Schutz der Artenvielfalt, Verminderung der Auswirkungen der Umweltbelastungen auf die Gesundheit zu den Hauptthemen. Konkrete Veränderungen sind nachstehend aufgelistet:
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Ernährung: mehr Bioprodukte auf den Teller Frankreich ist zwar ein Agrarland, es liegt jedoch bei der Herstellung von Bioprodukten noch weit hinter anderen Ländern zurück. Nur 2 % der Anbaufläche werden derzeit für die biologische Landwirtschaft genutzt. Bis 2020 sollen es 20 % sein, mit dem Zwischenziel von 6 % im Jahr 2012. Jährlich sollen den Landwirten, die diese Landwirtschaftsform ausbauen wollen, 12 Millionen Euro bewilligt werden. Mit Hilfe des "Grenelle de l'environnement" soll innerhalb von 10 Jahren der Gebrauch von umweltschädlichen Pestiziden um 50 % verringert werden. Die Einführung einer Zertifizierung für eine Landwirtschaft mit hohem Umweltwert (HVE : "agriculture à haute valeur environnementale") wurde ebenfalls beschlossen.
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Energie: größere Einsparungen und Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien (EE) Die Abgeordneten haben ihre Ziele erweitert: bis 2020 soll der Anteil an erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch von 20 auf 23 % erhöht werden. Der Text fordert jede Region dazu auf, innerhalb eines Jahres die großen Entwicklungsschwerpunkte vorzulegen. Die französische Regierung hat weiterhin beschlossen, die Steuervorteile, die seit 2005 für Biokraftstoffe galten, abzuschaffen, um alle Formen von EE zu fördern. Was die privaten Haushalte und die öffentlichen Immobilien betrifft, so sollen in Kürze umfassende energetische Gebäudesanierungen eingeleitet werden. Der Staat wird dabei mit gutem Beispiel vorangehen und öffentliche Anlagen und Sozialwohnungen sanieren. Die Regierung will finanzielle Anreize schaffen, um Privathaushalte zu motivieren, ihre Wohnungen besser zu isolieren und umweltfreundliche Heizgeräte zu nutzen. Ab 2012 sollen Neubauten den Normen des niedrigen Energieverbrauchs entsprechen, d.h. einen jährlichen Bedarf von 50 Kwh pro Quadratmeter.
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Konsum: wissen, was man kauft Das Bonus-Malus-System wird schrittweise erweitert, um Verbraucher in die Richtung der umweltfreundlicheren Produkte zu lenken. Eine Umweltkennzeichnung ("étiquetage environnemental"), die die Kohlenstoffbilanz der Produkte aufzeigt, soll sich allmählich durchsetzen. Ab 2010 werden beispielsweise herkömmliche Glühlampen, mit hohem Energieverbrauch, nicht mehr verkauft.
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Verkehr: zurück zu den großen Bauvorhaben Bis 2020 sind 2.000 Kilometer Hochgeschwindigkeitsstrecke geplant sowie andere Bauprojekte, die die "umweltfreundlicheren" Transportmittel (Auto-Mitfahrzentralen, Fahrrad) fördern. Die Abgeordneten haben das Prinzip der Emissionssteuer für LKWs, die ab 2011 das nationale Verkehrsnetz nutzen, verabschiedet. Umweltschützer bezeichneten diese Maßnahme als viel zu zaghaft, um den Straßengütertransport zurückzudrängen, der nach wie vor einen bedeutenden Platz einnimmt.
Der zweite Teil des "Loi Grenelle 2" müsste bis Ende des Jahres vom französischen Umweltminister Jean-Louis Borloo vorgestellt werden.
Quelle: " Que va changer la loi Grenelle 1 ? ", le Monde - 21.10.2008
Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr
Meeresbiologie
Die Cheshire-Cat-Strategie der Coccolithophoriden zum Schutz gegen Viren
Forscher des Labors "Anpassung und Vielfalt in der Meeresumwelt" [1] haben in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Forschern eine originelle Selbstschutzstrategie bei einzelligen Kalkalgen (Emiliania huxleyi) entdeckt. Diese eukaryotischen Mikroorganismen sind in der Lage, sich von einer diploiden Form in ein haploides Stadium zu verwandeln, um auf diesem Wege Viren zu entgehen. Diese Ergebnisse, die in der Zeitschrift PNAS veröffentlicht wurden, stellen einen wichtigen Meilenstein im Verständnis des Ursprungs und der Ursachen der sexuellen Fortpflanzung bei Eukaryoten dar.
Im Rahmen ihrer Studie beschäftigten sich die Wissenschaftler mit den Auswirkungen von im Meer vorkommenden Viren auf Emiliania huxleyi, die bedeutendste der Coccolithophoriden (Kalkalgen). Als eine der am häufigsten im Ozean vorkommenden einzelligen Eukaryote spielt E. huxleyi eine sehr bedeutende Rolle im Kohlenstoffkreislauf und kann somit das Klima stark beeinflussen.
Bei der diploiden Form - d.h. die Zellen besitzen einen doppelten Chromosomensatz - entwickeln die Mikroalgen Kalkschuppen und bilden riesige Populationen, so dass diese sogar vom Weltraum aus zu sehen sind. Werden die Algen jedoch von Viren angegriffen, verwandeln sie sich in haploide Zellen, die nur noch einen einfachen Chromosomsatz aufweisen. Diese Zellen, die zwar keinen Kalk produzieren, jedoch sehr aktiv sind, sind für die Viren unsichtbar - und können auch nicht von Satelliten aufgespürt werden. Somit kann Emiliania huxleyi überleben, bis sich die Umweltbedingungen verbessern.
Das Forscherteam hat diese Strategie "Cheshire cat" getauft. Die kluge und philosophierende Cheshire-Katze, eine Figur aus dem Roman "Alice im Wunderland" von Lewis Carroll, entrinnt der von der Herzkönigin angeordneten Todesstrafe, indem sie ihren Körper durchsichtig werden lässt. Ähnlich dieser Katze können die Mikroalgen dem biotischen Druck widerstehen, indem sie ihren Körper verändern und sich innerhalb der selben Art "neu erfinden".
Die sexuelle Fortpflanzung bildete sich vor etwa einer Milliarde Jahre durch die damals lebenden einzelligen Eukaryoten heraus. Die betreffenden Arten sind durch einen Lebenszyklus gekennzeichnet, in dessen Verlauf zwei haploide Individuen (die nur eine Kopie des Genoms in sich tragen, wie z.B. Gameten) miteinander verschmelzen, um so zu einem diploiden Wesen zu werden, das später wiederum neue haploide Zellen bildet. Innerhalb der Gruppe von Organismen mit einem solchen eukaryotischen "Doppelleben" bilden der Mensch und die anderen mehrzelligen Organismen, deren haploide Gameten im diploiden Körper gefangen bleiben, eher Ausnahmen. Ursprünglich, und bei den meisten Eukaryoten ist dies auch der Fall, sind die haploiden Zellen in der Lage, sich in der Umwelt zu vermehren und so unabhängige Populationen herauszubilden. Die Sexualität hätte somit dazu beigetragen, dass die Eukaryoten den wiederholten Angriffen der Viren entgehen können, und dass sie sich im Laufe der Evolution zu komplexeren und leistungsfähigeren Organismen hinentwickeln konnten.
[1] beim französischen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) und der Pierre-und-Marie-Curie-Universität (UPMC) angesiedelt .
Kontakt: Colomban de Vargas - Station biologique de Roscoff - Tel: +33 298 292 528 - E-Mail: vargas@sb-roscoff.fr
Quelle: Pressemitteilung des CNRS - 16.10.2008
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Meeres- und Geowissenschaften
Wie Gasblasen Auskunft über seismische Aktivitäten geben könnten...
Forscher des französischen Forschungsinstituts zur Nutzung der Meere (IFREMER) und des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) haben mithilfe eines Sonargeräts die Nordanatolische Verwerfungszone untersucht. Ziel ihrer Arbeit war es, Gasblasen entlang dieser seismischen Verwerfung aufzuspüren und ihren Zusammenhang mit möglichen Erdbeben aufzuklären.
Um Fischschwärme zu verfolgen, benutzen Fischer akustische Sonargeräte, dank derer sie die Schwimmblase [1] der Fische orten können. Die französischen Forscher haben sich diese Idee zu Nutze gemacht und das gleiche Verfahren zum Aufspüren von Gasblasen eingesetzt, die den aktiven Verwerfungen entlang aus dem Meeresboden ins Wasser aufsteigen. Sie haben hierfür insbesondere den unterseeischen Abschnitt der Nordanatolischen Verwerfung im Marmarameer untersucht, da seine seismische Aktivität die nördlich gelegene Stadt Istanbul und ihre 12 Millionen Einwohner bedroht.
Unter der Leitung des CNRS-Forschers Pierre Henry sammelten die Forscher im Rahmen einer Forschungsreise an Bord des Schiffs "Atalante" im Juni 2007 zahlreiche Daten für ihre Studie. Die mit Hilfe des tragbaren Sonargeräts durchgeführten Beobachtungen konnten beweisen, dass die Verteilung der durch Blasen verursachten Echosignale nicht zufallsbedingt ist, sondern vielmehr, dass die Blasen entlang den aktiven Verschiebungen entsprechenden Richtungen zugeordnet werden können. Um diese Ergebnisse zu bestätigen, wurde das Tauchboot "Le Nautile" eingesetzt. Dabei wurde festgestellt, dass Gasblasen aus einer Vielzahl von kleineren Röhren durch schwarze - und somit methanhaltige - Sedimente ins Wasser gelangen.
Der einzige Abschnitt der Verwerfung, auf dem keine Gasblasen entdeckt wurden, befindet sich südlich von Istanbul, weniger als 20 km von der Küste entfernt. Dabei handelt es sich um den am gefährlichsten eingestuften Abschnitt, bei dem zudem seit mindestens 1766 kein Bruch registriert wurde. Die fehlenden Gasblasen könnten damit erklärt werden, dass es dort schon lange zu keinem Beben mehr kam, so dass die Spalten im Gestein durch Sedimente abgedichtet wurden und die Gasblasen somit nicht an die Oberfläche gelangen können. Beim nächsten Beben würden diese Gase ausgestoßen werden. Eine Frage beschäftigt die Forscher allerdings noch: Wird es vor dem Beben erste Anzeichen durch einen Gasausstoß geben?
Obwohl die Zusammenhänge zwischen Gasausstoß und seismischer Aktivität noch nicht vollständig geklärt sind, stellen diese Ergebnisse bereits einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Verständnis dieser Phänomene dar. Sie stellen die Weichen für ein längerfristiges Ziel der Forscher, die prüfen wollen, ob sich die Eigenschaften der in den unterseeischen Verwerfungszonen zirkulierenden Flüssigkeiten mit der Zeit im Laufe des sogenannten "seismischen Zyklus" verändern. Dabei wollen sie insbesondere herausfinden, ob die Etappen des Zyklus durch bestimmte Vorzeichen angekündigt werden.
Um diese Fragen zu beantworten, werden ab 2009 multidisziplinäre Langzeitobservatorien mit zahlreichen und vielfältigen Sensoren (Seismographen, Drucksensoren, Sonargeräte...) im Marmarameer eingerichtet. Dies erfolgt im Rahmen des ESONET-Netzwerks mit der finanziellen Unterstützung der EU-Kommission. Bei diesem Projekt werden türkische, italienische sowie französische Partner zusammenarbeiten.
[1] Dieses Organ befindet sich im Bauch der meisten Knochenfische, ist mit Gas gefüllt und ermöglicht es dem Tier, sich durch Aufblasen bzw. Abschwellen der Blase nach oben bzw. nach unten zu bewegen.
Kontakt: Pierre Henry - CNRS - Tel: +33 442 507 404 - E-Mail: henry@cdf.u-3mrs.fr
Quelle: Pressemitteilung des CNRS - 14.10.2008
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Medizin
Ohne Qualm geht's auch
Im Rahmen der EGEA-Studie (epidemiologische Studie zu Gen- und Umweltfaktoren bei Asthma bronchiale) haben französische Forschungsteams [1] kürzlich genetische Marker identifiziert, die bei Kleinkindern die Entstehung von Asthma fördern. "Sind Kinder frühzeitig dem Tabak ausgesetzt, so werden die Auswirkungen dieser Marker noch verstärkt", berichten die Forscher. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Ausgabe vom 15. Oktober 2008 der wissenschaftlichen Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht. Die Identifizierung der Wechselwirkungen zwischen Gen- und Umweltfaktoren verhilft den Wissenschaftlern zu neuen Erkenntnissen hinsichtlich der pathophysiologischen Mechanismen, die im Frühstadium der Asthmaentwicklung eine Rolle spielen. Auf der Grundlage dieses neuen Wissens können sie neue Präventions- bzw. Therapieansätze zur Vermeidung von Asthma bronchiale entwickeln. Die Erforschung des Zusammenspiels von Genen und Umwelt gewinnt heutzutage in der Genforschung zunehmend an Bedeutung.
Asthma bronchiale ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege, an deren Entstehung neben Umweltfaktoren und Lebensweise auch genetische Anlagen beteiligt sind. Etwa 300 Millionen Menschen leiden weltweit an Asthma, 40 Prozent davon sind Kinder. In Frankreich sind rund 3,5 Millionen Menschen von Asthma betroffen. Die Zahl der asthmabedingten Todesfälle in Frankreich beträgt etwa 2000 pro Jahr.
Bei der EGEA-Studie haben die Wissenschaftler 1511 Personen (darunter 651 Asthmatiker) aus 372 französischen Familien untersucht. Die Genetiker vermuteten, dass 36 Genvarianten auf dem Chromosom 17q21 eine Rolle bei der Ausbildung von Asthma spielen könnten. Des Weiteren wollten die Forscher herausfinden, ob diese Genvarianten mit einer frühzeitigen Tabakexposition zusammenhängen.
Laut der Ergebnisse der EGEA-Studie können die untersuchten 17q21-Genvarianten tatsächlich mit Asthma bronchiale assoziiert werden, obwohl dies nur auf Kinder bis 4 Jahre zutrifft. Die Forscher haben auch gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen frühkindlicher Zigarettenrauchexposition und den untersuchten Genvarianten gibt. Probanden mit zwei Exemplaren einer Form dieser genetischen 17q21-Polymorphismen haben ein 1,7-fach höheres Risiko an frühkindlichem Asthma zu erkranken. Sind die Kinder Passivraucher, so erhöht sich das Risiko um einen Faktor von 2,3 bis 2,9.
Dank dieser Ergebnisse können die Wissenschaftler neue Präventions- und Therapieansätze für die Vermeidung des frühkindlichen Asthma bronchiale entwickeln.
[1] Ein Konsortium von Forschern des Französischen Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (Inserm), der Jean-Daussets-Stiftung zur Erforschung des menschlichen Polymorphismus, des Französischen Zentrums für Genotypisierung (CEA-CNG), der Universitäten Evry-Val-d'Essonne und Paris-Sud 11 und der Universitätskliniken von Paris, Grenoble, Lyon, Marseille und Montpellier.
Kontakt: Dr. Florence Demenais, Fondation Jean-Dausset-CEPH, 27 rue Juliette Dodu, F75010 Paris - E-Mail: florence.demenais@inserm.fr
Quelle: Pressemitteilung des Französischen Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung - 16.10.2008
Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr
Medizin
Ein neuer Resistenz-Mechanismus gegen das Dengue-Fieber
Immer mehr Menschen, die vom Dengue-Fieber befallen sind, leiden an Dengue-hämorrhagischem Fieber, an dem insbesondere Kinder und Jugendliche sterben können. In den meisten Fällen bleibt das Dengue-Fieber jedoch eine gutartige, sogar asymptomatische Erkrankung. Forscher des CNRS (Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung), des INSERM (Französisches Zentrum für Gesundheitswesen und medizinische Forschung), des Pasteur-Instituts sowie der University of Berkeley haben kürzlich einen neuen angeborenen Resistenz-Mechanismus gegen das Dengue-Virus entdeckt. Ihre Ergebnisse wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift PloS NTD veröffentlicht.
2 Milliarden Menschen leben in den Endemiegebieten des Dengue-Fiebers, 100 Millionen davon werden jährlich von dieser Erkrankung befallen. Das Dengue-Fieber ist eine durch Mücken (Aedes aegypti) übertragene Viruserkrankung. Verbreitungsgebiete sind heute vor allem die Tropen und die Subtropen, wie beispielsweise Lateinamerika und Südostasien. Diese Krankheit wird zunehmend zu einem Problem der Volksgesundheit: Erstens breitet sich das Dengue-Fieber aufgrund der globalen Erwärmung nunmehr auch in den gemäßigten Breitgraden aus und zweitens steigt die Anzahl an Komplikationen, wie z.B. dem Dengue-hämorrhagischem Fieber, kontinuierlich an.
Die dendritischen Zellen der Haut (hochspezialisierte Immunzellen) sind die ersten Zellen, die vom Dengue-Virus befallen werden. Die Infektion der dendritischen Zellen in der Lederhaut erfolgt während der Wechselwirkung des Glykoproteins der Virushülle mit dem CD209/DC-SIGN-Oberflächenmolekül der dendritischen Zellen. Das Dengue-Virus breitet sich anschließend weiter im Organismus aus.
Die Forscher haben nun herausgefunden, dass die Makrophagen der menschlichen Lederhaut, die das CD209/DC-SIGN-Molekül bilden, in der Lage sind, das Virus festzuhalten, ohne dass es sich vermehren kann. Diese Entdeckung erweist sich als ein neuer angeborener Resistenz-Mechanismus, der die Dengue-Fieber-Erkrankung stark hemmen kann. Der Nachweis dieser natürlichen Hemmung könnte neue Präventionsansätze gegen das Ausbrechen des Dengue-Fiebers hervorbringen.
Kontakte:
- Dr. Christopher G. Mueller - Tel: +33 388 417 114 - E-Mail: c.mueller@ibmc.u-strasbr.fr
- Dr. Philippe Despres - Tel: +33 140 613 563 - E-Mail: philippe.despres@pasteur.fr
Quelle: Pressemitteilung des Französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung - 14.10.2008
Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr
Medizin
Der Nobelpreis 2008 für Medizin geht an Frau Barré-Sinoussi und Herr Montagnier
Der Nobelpreis 2008 für Medizin wurde am 6. Oktober den Franzosen Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier für ihre Entdeckung des für die Immunschwächekrankheit AIDS verantwortlichen Retrovirus im Jahr 1983 am Pasteur-Institut verliehen.
Die Preisträger
Françoise Barré-Sinoussi, 61 Jahre alt, leitet unter anderem die Forschungsabteilung "Regulierung von retroviralen Infektionen" am Institut Pasteur. Ihr Team untersucht die Übertragungswege des Virus von der Mutter auf das Kind sowie die inneren Mechanismen der Regulierung der Infektion. Laut André Synota, Generaldirektor des Französischen Institutes für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (INSERM), "Machen die zahlreichen Kooperationen, welche sie [Françoise Barré-Sinoussi] mit den südlichen Ländern entwickelte, und ihre dauerhafte Rolle als Bindeglied zwischen der Grundlagenforschung und der klinischen Forschung, sie zu einer außergewöhnlichen Botschafterin der biomedizinischen Forschung Frankreichs."
Luc Montagnier, 76 Jahr alt, leitete unter anderem zwischen 1972 und 2000 die Forschungsabteilung für virale Onkologie am Institut Pasteur. Er gründete 1996 das Integrierte Zentrum für bioklinische Forschungen von Abidjan (CIRBA) und später das Forschungszentrum "Chantal Biya" zur AIDS Vor- und Versorgung im Kamerun. Laut Arnold Migus, Generaldirektor des CNRS, "zeichnet das Komitee, indem es ihm den Nobelpreis verleiht [...], mit Luc Montagnier einen außergewöhnlichen Forscher aus, einen Mitentdecker des AIDS-Virus, welcher es vermochte, die Qualität der französischen Forschung weit über ihre Grenzen hinaus zu tragen."
Entdeckung
Die Arbeiten begannen im Dezember 1982 am Institut Pasteur in der Forschungsabteilung für virale Onkologie, damals unter der Leitung von Luc Montagnier. Den Hauptanteil an den Forschungsarbeiten leistete Françoise Barré-Sinoussi. Sechs Monate später, im Mai 1983, wurde eine erste Beschreibung des für AIDS verantwortlichen Virus in der Revue "Science" veröffentlicht.
Das Institut Pasteur
Das Institut Pasteur ist eine öffentliche Einrichtung wissenschaftlicher und medizinischer Forschung zur Vorsorge und Bekämpfung von Infektionskrankheiten, zur Lehre und Leistungen im öffentlichen Gesundheitswesen. Seine Prioritäten sind das Studium pathogener Mikroorganismen und ihrer Interaktion mit dem Menschen sowie die klinische Erforschung pathogener Interaktionen, gemeinsam entwickelt mit den Forschungsgruppen der Universitätskliniken, die Forschung im Bereich Immunologie, welche sich nach der Erforschung der anti-infektiösen Immunität ausrichtet (AIDS, Malaria, Hepatitis C) und die Interaktionen zwischen Mensch und Umwelt. Das Budget des Pasteur-Instituts beläuft sich auf über 200 Millionen Euro, bei einem Personalstand von 2500 Mitarbeitern und 131 Forschungsabteilungen. Des Weiteren unterhält das Institut Pasteur ein Netzwerk von 30 Instituten weltweit und arbeitet mit der Weltgesundheitsorganisation zusammen (WHO).
(*) Der Deutsche Harald zur Hausen erhielt als dritter Forscher den Nobelpreis 2008 für Medizin. Er entdeckte den menschlichen Papilloma-Virus, der für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich ist.
Kontakt: Nadine Peyrolo, Presseverantwortliche des Institut Pasteur - Tel.: +33 145 688 147 - E-Mail: npeyrolo@pasteur.fr - http://www.pasteur.fr
Quelle: Pressemitteilung des CNRS - 06.10.2008
Redakteure: Mathieu Girerd, mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr und Charles-Onno Klopp, charles.klopp@institutfr.at
Physik
Neue Anlage dient zur Charakterisierung von Abflüssen mit hoher Reynoldszahl
Die neue Anlage, die sich im Zentrum für aerodynamische und thermische Studien (CEAT) in Poitiers befindet, ist jetzt betriebsbereit. Diese Testbank ermöglicht es, das dynamische Verhalten von Turbopumpen-Komponenten exakt nachzustellen, was sie weltweit zu einer einzigartigen Installation macht.
Turbopumpen werden vor allem in zwei Industriebereichen eingesetzt: in der Raumfahrt und der Kernenergie. Die Anlage wurde von einem Konsortium gebaut, dass von Forschern des Labors für Festkörpermechanik der Universität Poitiers entwickelt wurde. Im Rahmen dieses Konsortiums haben Partner der Universität Poitiers, des CNRS, des CNES und der Unternehmen SNECMA, EDF und ALSTOM zusammengearbeitet.
Neben der staatlichen Unterstützung und der Hilfe von Gebietskörperschaften ist die Realisierung dieses großen Projekts mit hoher technischer Komplexität insbesondere der Beteiligung der Industrie zu verdanken. Die innovativen Technologien, die bei diesem Projekt eingesetzt wurden, wie zum Beispiel das hydrostatische Doppelkegelrollenlager, das mit Hochdruckwasser betrieben wird, und eine Drehbewegung mit hoher Steifigkeit ermöglicht oder die Entwicklung 8 piezo-elektrischer Stellantriebe, die das System dynamisch anregen (20 bis 200 Hz), sind weltweit einzigartig.
Diese neue Anlage wird die Entwicklung neuer Turbopumpen-Komponenten vorantreiben.
Kontakt: Olivier Bonneau - E-Mail: olivier.bonneau@univ-poitiers.fr - http://www-lms.univ-poitiers.fr
Quelle: "Caractérisation expérimentale des écoulements à haut nombre de Reynolds dans les lames fluides - banc balafre", CNRS - 14.10.2008
Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr
Automobil
Automobilmesse im Oktober 2008 in Paris
Auf der internationalen Automobilmesse "Mondial de l'automobile 2008", die vom 4. Oktober bis zum 19. Oktober in Paris stattfand, wurden wie jedes Jahr innovative Modelle und Systeme präsentiert. Dieses Jahr konnten mehr als 330 Aussteller nahezu hundert Innovationen vorgestellt.
Die Hersteller waren mit kleinen Stadtautos besonders stark vertreten. Es wurden zahlreiche Modelle vorgestellt (Toyota iQ, Ford Ka, Suzukis Alto, Suzuki Pixo, Ford Fiesta ECOnetic, Seat Ibiza Ecomotive, Golf VI BlueMotion), die zum Teil einen CO2-Ausstoß von weniger als 100g/km aufwiesen. Die Anzahl an hybriden Fahrzeugen ist ebenfalls gestiegen (Toyota Prius, Honda Insight, BMW, Mercedes). Beispiele für elektrische, aufladbare Autos waren der Smart ForTwo (der in Berlin und London getestet wurde) und das i-EV-Modell von Mitsubishi.
Derzeit untersuchen auch die großen französischen Forschungszentren CNRS und CEA mit unterschiedlichen Partnern verschiedene Möglichkeiten das Auto der Zukunft zu gestalten.
Ein wichtiger Teil der Forschungsarbeit des CNRS erfolgt in Nantes. Die dort ansässige Forschungsabteilung "Energetik der Verbrennungsmotoren" (EMCI) des Labors für Strömungslehre (LMF) hat es sich zum Ziel gesetzt, gleichzeitig den Treibstoffverbrauch und die Treibhausgasemissionen von Fahrzeugen zu verringern. Die Forscher untersuchen hierfür unter anderem, ob das Einspritzen von Wasser in den Motor, in Form eines leichten Nebels, die Stickstoffdioxidemissionen vermindern könnte. Auch Hybridmotoren werden im Projekt PERLE "Pôle émergent pour la recherche ligérienne en énergie" erforscht, das 8 Laboratorien der Region Pays de la Loire vernetzt. Hierzu wird im Rahmen des Projektvertrags 2007-2013 zwischen Staat und Region eine regionale Versuchsplattform für hybride Konstruktionen eröffnet, die 3 neue dynamische Motorversuchsanlagen in Form von innovativen Prüfständen zur Verfügung stellen wird.
Die Arbeit des CEA hingegen zielt verstärkt auf die Entwicklung von embedded Systemen (Bordsysteme) ab. So zählen Energiemanagement, Fahrerassistenzsysteme, elektronische Steuerung, Betriebssicherheit zu den Forschungsschwerpunkten des CEA, da die Beherrschung der Elektronik im Mittelpunkt der Innovationsstrategie der Automobilindustrie steht. Bis 2015 könnten embedded Systeme 30 % der Kosten des Gesamtfahrzeuges ausmachen. Das CEA erarbeitet derzeit zahlreiche FuE-Kooperationsverträge mit der Wirtschaft, u.a. mit Renault, Renault Trucks, Volvo, Valeo, Siemens VDO, Delphi, Visteon, Freescale und STMicroelectronics.
Nach Meinung des Soziologen und Fachberaters für Mobilität, Bruno Marzloff, verfügen die Hersteller, die sich bislang noch nicht so umfassend mit der Nachhaltigkeit des Autos beschäftigt haben, über ein umfangreiches Entwicklungspotential. Es bilden sich zahlreiche Initiativen heraus, die alternative Mobilitätslösungen zum persönlichen Auto anbieten. Noch wollen Hersteller aber die gesamte Palette abdecken: vom kleinen Modell bis hin zum großen Luxusfahrzeug. Obwohl in diesem Jahr ein Besucherrekord auf der Messe zu verzeichnen war, liegt die Zukunft des Autos im Ungewissen. Die Problematik besteht darin, dass sich das Auto in einer Metamorphose befindet, vom praktischen Sozial-Status hin zu...ja diese Frage wird zu klären sein.
Kontakte:
- Alain Maiboom, EMCI/CNRS - E-Mail: alain.maiboom@ec-nantes.fr
- Jean-François Hetet, EMCI/CNRS - E-Mail: jean-francois.hetet@ec-nantes.fr
Quellen:
- "Mondial de l'auto 2008 : sus au carbone" - 03.10.2008
- "En route vers la voiture propre", Journal du CNRS N°225 - 10.2008
- "Systèmes embarqués : les clés pour l'automobile du futur", CEA - 01.10.2008
- "Quatre roues, cinq crises : où va l'automobile", Le Monde - 27.10.2008
Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr
Informations- und Kommunikationstechnologien
"France Numérique 2012" - 154 Maßnahmen, um den Rückstand Frankreichs bei der Digitalisierung aufzuholen
Der französische Staatssekretär für Zukunftsfragen und Evaluierung der öffentlichen Politik, Eric Besson, stellte am 20. September 2008 die Leitlinien des Plans "France Numérique 2012" vor. Die französische Regierung hat 154 Maßnahmen beschlossen, mit denen sie den Rückstand des Landes bei der Digitalisierung aufholen will. Laut Besson ist der Plan eine Antwort auf die aktuelle Krise: "Die digitale Wirtschaft ist der Hauptfaktor für Wettbewerbsfähigkeit unter den Wirtschaftsmächten. Frankreich investierte bislang jedoch nur halb soviel wie die USA und nur ein Drittel soviel wie Nordeuropa".
Eric Besson bestätigte, dass die durch die Abschaltung des analogen Fernsehens frei werdenden Frequenzen verkauft werden und der Frequenzbereich zwischen 790-862 MHz dem mobilen Hochgeschwindigkeitsinternetzugang zugeteilt wird. "Frankreich wird das erste Land Europas, das diese Wahl trifft", betonte der Staatssekretär.
Herr Besson kündigte weiterhin den Start einer Ausschreibung ab 2009 an, um ein Projekt ins Rollen zu bringen, das der gesamten französischen Bevölkerung noch vor Ende 2010 einen Hochgeschwindigkeitszugang für weniger als 35 Euro pro Monat garantiert. Des Weiteren wird 2009 ein elektronischer Ausweis eingeführt, durch den sich der Nutzer besonders im Internet ausweisen kann.
Kontakt: France Numérique 2012 - E-Mail: contact@francenumerique2012.fr - http://www.francenumerique2012.fr (auf Französisch)
Quellen:
- ZDNet.fr - 20.10.2008
http://www.zdnet.fr/actualites/internet/0,39020774,39384207,00.htm?xtor=RSS-1 - Les Echos - 20.10.2008
http://www.lesechos.fr/info/hightec/300302759-plan-numerique-vers-la-creation-d-un-droit-opposable-pour-l-internet-haut-debit.htm
Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr
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