Wissenschaft Frankreich #155 – 14/01/2009

Wissenschaft-Frankreich Nr. 155 [PDF]

 


 

Forschungspolitik

Das französische System der nationalen Kontaktstellen für das siebente Forschungs-Rahmenprogramm (FRP7)

Im Unterschied zum österreichischen System funktioniert das französische System im Netzwerk. Es vereinigt die wichtigsten nationalen Forschungsstellen, Universitäten, Agenturen bzw. Vereinigungen und die Koordination obliegt der Direktion für europäische Angelegenheiten des französischen Ministeriums für Hochschulwesen und Forschung (MESR).

Die nationalen Kontaktstellen (NKS) mit ca. 100 Mitarbeitern haben die Aufgabe, jene Forscher zu unterstützen, die vom 7. Forschungsrahmenprogramm (FRP) finanziert werden möchten: Informationsweitergabe, Webplattform, Seminare, persönliche Beratung (vor und während des Forschungsprojektes), Feedback für die GD Forschung usw. Für die verschiedenen Ministerien sind sie auch ein Mittel zum besseren Verständnis des 7. FRP.

Das MESR, das für die landesweite Systemkoordination verantwortlich ist, finanziert teilweise das System, damit die Dienstleistungen für die Forscher kostenfrei sind.

Die Aktivitäten der NKS sind eng um die Informations-Webplattform strukturiert, die gemeinsam vom MESR und den NKS betreut werden: http://eurosfaire.prd.fr. Die Internetseite zeigt die Organisation der NKS in 21 Gruppen auf. Jeder hat die Möglichkeit, die Internetseite zu vervollständigen, um dort allgemeine Informationen in französischer Sprache zur europäischen Forschung, Ausschreibungen, Veranstaltungen, nationale Studiengruppen, Suche nach Partnerschaften oder regionale Informationsstellen zu platzieren.

Kontakt: Paul Jamet, Koordinator der nationalen Kontaktstellen - Tel.: +33 1 5555 8845 - E-Mail: paul.jamet@recherche.gouv.fr

Quelle: französisch-österreichisches Treffen der nationalen Kontaktstellen, Wien, 04.12.2008 - 05.12.2008

Redakteur: Mathieu Girerd, mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr

 


 

Seit dem 1. Januar 2009 arbeiten 20 französische Hochschulen autonom

Seit dem 1. Januar 2009 sind 20 französische Hochschulen autonom tätig. Die Liste dieser Hochschulen wurde im Juli 2008 von der französischen Bildungs- und Forschungsministerin Valérie Pécresse offiziell bekannt gegeben [1]. Somit geniessen sie nun erweiterte finanzielle und administrative Kompetenzen, wie z.B. eine unabhängigere Verwaltung ihres Budgets und ihres Personals. Diese 20 Universitäten - knapp ein Viertel der französischen Hochschulen - zählen fast 315.000 Studenten und etwa 19.000 Lehrkräfte und Forscher.

Die den 20 Universitäten zugesprochenen Kompetenzen wurden durch das "Gesetz über die Freiheit und Verantwortung der Universitäten" (Loi sur les libertés et les responsabilités des universités - LRU) festgelegt. Des Weiteren sieht das Gesetz vor, dass alle 85 französischen Universitäten bis 2012 diese Kompetenzen erwerben. Auf Wunsch können die Universitäten zudem Eigentümer ihrer Immobilien werden.

Im Einzelnen können die Präsidenten der autonomen Universitäten nunmehr selbst Entscheidungen bzgl. der Personalverwaltung (Verbeamtung, Entsendung, Beförderung, usw.) treffen, ohne, wie dies bislang der Fall war, dem Staat Bericht erstatten zu müssen. Sie haben künftig auch die Befugnis, Personal für die Lehre, die Forschung sowie für technische und administrative Aufgaben mit befristeten Verträgen einzustellen.

Des Weiteren verfügen die fortan autonom arbeitenden Hochschulen über die Gesamtheit ihres Budgets, während sie bisher nur etwa 25% der Mittel selbst verwalten durften. Zudem wird jede Hochschule zusätzlich eine 250.000 Euro hohe Zuwendung erhalten. Davon sollen 200.000 Euro der Finanzieung von Bildungsmaßnahmen dienen und 50.000 Euro Prämien für Mitarbeiter finanzieren, die sich für die Einführung der Autonomie besonders stark eingesetzt haben.

Am 1. Januar 2009 ist zudem ein neues System zur Verteilung der finanziellen Mittel in Kraft getreten. 20% der Mittel werden in Abhängigkeit von der Bildungs- und Forschungsleistung der Hochschule (Einstieg ins Berufsleben, Erfolgsquoten beim Abschluss des 6. Semesters, Qualität der Verwaltung...) bewilligt - bisher waren es nur 3%. Die übrigen 80% werden in Abhängigkeit von der Aktivität (Anzahl der bei den Prüfungen anwesenden Studenten, Anzahl der publizierenden Forscher...) vergeben.

[1] "Ab dem 1. Januar 2009 werden 20 französische Hochschulen autonom arbeiten" - WF 147 - 20.08.2008 http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/147.htm#1

Kontakt: Ministère de l'enseignement supérieur et de la recherche (Ministerium für Hochschulwesen und Forschung) - http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr

Quellen:

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

 


 

Gründung eines internationalen Lehrstuhls für Öko-Innovationen

Am 3. Dezember 2008 wurde offiziell ein neuer Lehrstuhl für Öko-Innovationen unter der Bezeichnung "Generating Eco-Innovation" ins Leben gerufen. Diese Gründung geht aus einer Zusammenarbeit zwischen den Gründern des Netzwerkes für Forschung und Hochschulbildung UniverSud Paris [1] und fünf großen Industriekonzernen (Alstom, GDF-SUEZ, Italcementi, SAUR, SNCF) hervor.

Der neue Lehrstuhl wird sich mit interdisziplinären Themen befassen: erneuerbare Energien, präzise Sensoren, Biotechnologien, umweltfreundliche Transportmittel und nachhaltige Mobilität, nachhaltiges Bauen, umweltfreundliche und ressourcenschonende Produktionswege, neue Umwelttechnologien und -dienstleistungen. Dabei wird das Management der Öko-Innovation im Vordergrund stehen.

Hauptziele dieses neuen Lehrstuhls sind:

  • die Beschleunigung des Transfers von Ergebnissen aus den verschiedenen Wissenschaftsbereichen hin zu industriellen Anwendungen,
  • die Antizipation und die Befriedigung des Bedarfs an Kompetenzen in den aktuellen und künftigen Berufen im Bereich Öko-Innovation,
  • die Förderung der Gründung von Öko-Unternehmen auf der Basis neuer Produkte, Dienstleitungen und Berufe,
  • die Beratung bzgl. der mit einem öko-innovativen Projekt verbundenen Möglichkeiten und Risiken,
  • der Aufbau eines internationalen Ressourcennetzwerks zu Öko-Innovationen.

Dieser neue Lehrstuhl wird seine Arbeit erst im Herbst 2009 mit dem ersten Jahrgang von international angeworbenen Studenten aufnehmen. Eine Besonderheit des Lehrstuhls wird darin bestehen, dass er sich auf das Expertenwissen von Dozenten, Unternehmern sowie Fachleuten aus den Bereichen Finanz- und Risikokapital stützt. Neben einem Masterstudiengang und Doktorandenstellen wird an dem neuen Lehrstuhl die Gelegenheit geboten, Projekte an den Forschungslaboren von UniverSud Paris und in den Partnerunternehmen durchzuführen.

[1] Dieses Netzwerk (PRES: Pôle de recherche et d'enseignement supérieur) führt 21 Forschungseinrichtungen und Hochschulen des Südens der Region Ile-de-France (Großraum Paris) zusammen. Es zählt mehr als 200 Forschungslabore, die alle öko-innovationsrelevanten wissenschaftlichen Felder abdecken.

Kontakt: Isabelle Nicolaï - UniverSud Paris - Tel: +33 683 881 255 - E-Mail: isabelle.nicolai@universud-paris.fr

Quelle: BE France Nr. 220 - http://www.bulletins-electroniques.com/actualites/57217.htm - 09.01.2009

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

 


 

Uni-Fusion in Straßburg seit dem 1. Januar 2009 wirksam

Am 1. Januar 2009 ist die im Februar 2008 beschlossene Fusion der drei Straßburger Universitäten wirksam geworden. Somit ist die größte Universität Frankreichs entstanden.

Bisher verfügte Straßburg über eine überwiegend geisteswissenschaftliche Universität (Marc Bloch), eine Universität für Medizin und Naturwissenschaften (Louis Pasteur) und eine für Jura und politische Wissenschaften (Robert Schuman). Mit der Fusion entsteht die interdisziplinär angelegte Université de Strasbourg, die 42.000 Studenten zählt, darunter etwa 21% aus dem Ausland. Dazu kommen noch etwa 11.000 Praktikanten und wissenschaftliche Hilfskräfte. Zudem zählt die neue Hochschule etwa 5.300 Mitarbeiter, davon ca. 2.500 Forscher und Dozenten.

Konkret führt die Fusion zum Beispiel zur Entstehung neuer interdisziplinärer Studiengänge, einer einheitlichen Verwaltung und - ganz pragmatisch - eines gemeinsamen Kalenders für alle Studierenden.

Die Initiatoren der Fusion erhoffen sich von dieser Veränderung mehrere Vorteile. Zunächst wird mit der Fusion die Interdisziplinarität gefördert. Zweitens trägt die Fusion zur Modernisierung der französischen Hochschullandschaft bei, in dem sie im Einklang mit den Anforderungen der nationalen Reform des Hochschulsystems steht. Die Straßburger Universität gehört zu den 20 französischen Hochschulen, die seit dem 1. Januar 2009 autonom arbeiten (s. Artikel "Seit dem 1. Januar 2009 arbeiten 20 französische Hochschulen autonom" in dieser Aufgabe des "Wissenschaft Frankreich"). Zudem sollen die Studien- und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter verbessert werden, indem bessere Voraussetzungen für die Durchführung der fundamentalen Aufgaben der Hochschule (Forschung, Ausbildung, Förderung des Einstiegs ins Berufsleben) geschaffen werden. Zuletzt soll die Fusion eine verstärkte Attraktivität und erhöhte Sichtbarkeit der Universität auf internationaler Ebene gewährleisten.

Der Aufbau der neuen Universität soll Schritt für Schritt bis 2012 vervollständigt werden. Im Dezember 2008 wurde der Pharmazieprofessor Alain Beretz zum Präsidenten der neuen Hochschule gewählt.

Kontakt: Koordinations- und Kommunikationsstelle der Straßburger Universität - E-Mail: coordination@demain.unistra.fr

Quellen:

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

 


 

Automobil

Ein neuer Ausschuss für die Zukunft des Automobils

Entsprechend dem am 15. Dezember 2008 vom französischen Präsidenten erteilten Auftrag, rief der Staatssekretär für Industrie und Verbraucherfragen und Regierungssprecher, Luc Chatel, am 19. Dezember 2008 den "Ausschuss für die Zukunft des Automobils" ins Leben.

In diesem Ausschuss sind Akteure der gesamten Branche vertreten - Konstrukteure, Zulieferer, Gewerkschaften, Forschungszentren und -verbände. Sein Ziel ist es, ein innovatives Automobilabkommen zu erarbeiten, mit dem Arbeitsplätze gesichert werden, Marktanteile zurückgewonnen und der Mehrwert der in Frankreich produzierten Fahrzeuge erhöht wird. Vorschläge werden für Ende Januar erwartet.

Die Arbeiten konzentrieren sich auf 5 Hauptthemen:

  • Das Automobil und die technologischen Herausforderungen
  • Das Automobil und die Beschäftigungsstabilität in Frankreich
  • Das Automobil und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie
  • Das Automobil und die Leistung der Zulieferer
  • Das Automobil und die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen

Zur Umsetzung dieser Aufgabe hat Luc Chatel die Organisation von Generalständen der Automobilindustrie für Mitte Januar festgelegt, um die gesamten Akteure dieser Branche zu vereinigen. Diese Arbeiten ergänzen die im Rahmen des Konjunkturprogramms getroffenen Maßnahmen bezüglich der derzeitig schwächeren Wirtschaftstätigkeit und der Finanzprobleme. Aus diesem Grund hat Luc Chatel ein Rundschreiben an die Präfekten der Regionen gerichtet, in denen die Automobilindustrie besonders stark vertreten ist, und sie darum gebeten, die KMUs des Sektors zu vereinigen. Ziel dieser Initiative ist es, diese Unternehmen persönlich über die verschiedenen auf Departementebene ergriffenen Maßnahmen zu informieren.

Quelle: " Luc CHATEL installe le Comité pour l'avenir de l'automobile ", http://www.clean-auto.fr - 21.12.2008

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

 


 

Physik

Optimierte Laserleistung durch phasenverriegelte Emitter

Die gleichzeitige Erzeugung einer hohen Aussendeleistung und einer hohen Strahlenqualität stellt immer noch eine Herausforderung für die Forscher dar. Ultrahohe Leistungen können nur anhand mehrerer Quellen erzeugt werden. Zu diesem Zweck haben Forscher der Abteilung für Photonik des Instituts XLIM (CNRS-ST2I/Universität Limoges) ein neues phasenverriegeltes Verfahren entwickelt. Dieses basiert auf Verstärkern, die parallel in einem Hohlraum angeordnet werden.

Um das Licht auf ein Ziel, das sich im Fernfeld befindet, zu konzentrieren, emittiert der Laser eine Strahlenmatrix mit optimierten Phasenverhältnissen. Dank seiner Filterarchitektur sortiert der Laser auf seinem Spektralemissionsband die Frequenzen aus, die mit den Emittern phasengleich sind.

Da für dieses Verfahren kein Steuerungssystem nötigt ist, ist es leicht umzusetzen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sich der Laser dadurch an die Multistrahlenemission anpassen kann, um die möglichen Phasenfehler der verschiedenen durchquerten Medien auszugleichen, wie beispielsweise die, die durch atmosphärische Turbulenzen bewirkt werden. Die Optimierung der Helligkeit der kombinierten Strahlen gleicht der Verdichtung der Pupille, die auch bereits in der Astronomie durch synthetische Apertur in der hochauflösenden Bildtechnik angewandt wird.

Die angestrebten Anwendungsbereiche beziehen sich auf Hochleistungslaser für die Industrie, die Raumfahrt und den Verteidigungssektor.

Kontakte:

  • Alain Barthélémy - abarth@xlim.fr, http://www.xlim.fr
  • Agnès Desfarges-Berthelemot - adesfar@xlim.fr
  • Vincent Kermène, kermene@xlim.fr

Quelle: " Synthèse d'ouverture et lasers. Des émetteurs verrouillés en phase par auto-organisation pour une combinaison de puissance " - 01.2009

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

 


 

Neues leistungsfähiges Mikroskop in Straßburg

Das Institut für Werkstoff-Physik und -Chemie in Straßburg (IPCMS - CNRS/Universität Straßburg) hat am 9. Januar 2009 ein neues Transmissionselektronenmikroskop in Betrieb genommen. Dieses Gerät der neuesten Generation widmet sich der Erforschung der Materie auf atomarer Ebene und gehört zu den leistungsfähigsten Elektronenmikroskopen Europas.

Dieses Mikroskop vervollständigt den bereits vorhandenen Gerätepark am IPCMS, wo Nanomaterialien auf verschiedenen Ebenen beobachtet werden: vom isolierten Molekül bis hin zu organisierten Nanostrukturen von Oberflächen und ein- und zweidimensionalen Objekten. Es ist Bestandteil der Plattform für Elektronenmikroskopie des "Pôle matériaux et nanosciences" (Kompetenznetz für Werkstoffe und Nanowissenschaften) im Elsass, welcher vom Vorsitzenden des IPCMS, Marc Drillon, geleitet wird. Dieser Pol vernetzt 14 Forschungslabore, 3 Ingenieurschulen und 2 Innovations- und Technologietransferzentren.

Das Mikroskop wird zukünftig zur Unterstützung von wissenschaftlichen Projekten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik, des Verkehrs, der Energieforschung und der Biomedizin zum Einsatz kommen. Insbesondere die Pôles de compétitivité " Véhicule du futur " (Automobil der Zukunft) und " Innovations Thérapeutiques " (therapeutische Innovationen) werden von diesem Mikroskop profitieren.

Anhand dieses Geräts (JEOL 2100F) können Position und Eigenschaften der Atome innerhalb der Materie kartographiert und in-situ die Eigenschaften von Nano-objekten bestimmt werden. Seine Besonderheit besteht darin, dass es verschiedene Optionen bietet:

  • Ein Abweichungskorrektor verbessert das Verhältnis Signal/Rausch im Rastermodus (Auflösung von 0,11 nm) - Kosten: 800.000 Euro
  • Zwei drehbare Probenträger ermöglichen eine 3-dimensionale Bildverarbeitung
  • Eine Elektronenenergieverlustspektroskopie ermöglicht es, die chemische Zusammensetzung der Probe mengenmäßig zu analysieren (mit einer Auflösung von 0,2 nm).

Die Gesamtkosten des Projekts beinhalten das Mikroskop selbst (2,03 Mio Euro) und die Einrichtungskosten (0,35 M€). Sie werden zur Hälfte vom französischen Forschungszentrum CNRS getragen. Die restlichen 50 % werden vom französischen Ministerium für Hochschulbildung und Forschung und lokalen Gemeinschaften über einen Staat-Regionen-Vertrag und die Stiftung für Chemieforschung finanziert.

Kontakte:

Quelle: " Nanosciences : Strasbourg se dote de l'un des microscopes les plus performants d'Europe ", CNRS, Yahoo-Sciences - 06.01.2009

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

 


 

Luftfahrt

Kampf-Luftfahrzeug : Optimierung der Informationsanzeige im Pilotenhelm

Hubschrauber- und Kampfflugzeugpiloten tragen einen Helm, der verschiedene Funktionalitäten integriert. Die Anzeige von Informationen gehört dazu. Sie erhöht das Leistungsvermögen und die Reaktionsfähigkeit der Piloten.

Einige Informationen sind schwierig im Helm zu übermitteln. Sie nennen sich "zweckentsprechende" Informationen, weil sie sich mit den Landschaftselementen überlagern. "Um zweckentsprechende Informationen anzuzeigen, muss man wissen, wohin sich der Kopf des Piloten wendet. Hierfür ist ein Erkennungssystem der Körperhaltung (DDP) bzw. ein HTS (Head Tracking System - System zur Erfassung der Kopfbewegungen) nötig", erklärt Lilian Lacoste, Innovationsleiter bei Thales Avionics. Das Projekt "PLUS" (Uni-Source Laser Positioning) wurde aus diesem Bedarf geboren.

Das "PLUS" Projekt wird von 2 pôles de compétitivité (Kompetenznetze) betrieben: Aerospace Valley und Route des lasers. Es ist auf 2 Jahre angelegt und wird gleichzeitig vom FUI (Fonds Unique Interministériel - ressortübergreifender Einheitsfond) und vom Regionalrat von Aquitaine gefördert. Drei Unternehmen sind ebenfalls an diesem Projekt beteiligt: Thales Avionics, Novalase und I2S. Des Weiteren arbeitet das Labor IMS (Integration von Materialien in Systeme) an der Erarbeitung mit. Das Ziel ist die Entwicklung eines Systems, das auf den Testbeds von Thales überprüft werden kann.

Dieses System stützt sich auf ein optisches Prinzip, das einen Laser benutzt. Es muss bei allen Flugwetterlagen präzise und widerstandfähig arbeiten können. Es muss sich auch selbstständig an Veränderungen anpassen. Dies bedeutet, dass es in der Lage sein muss, die kleinste Störung im System zu erkennen.

Kontakt: Lilian Lacoste, responsable de l'innovation et des études avancées pour les applications hélicoptères et avions d'armes - Thales Avionics - email : lilian.lacoste@fr.thalesgroup.com

Quelle: Bulletins Electroniques France - 09.01.2009

Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr

 


 

Revision der Texte: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr

 


 

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