Wissenschaft Frankreich #161 – 22/04/2009
Wissenschaft-Frankreich Nr. 161 [PDF]
- Forschungspolitik
Ein Abkommen zwischen der Regierung und zehn Forschungseinrichtungen sichert der französischen Forschung zusätzliche 58,9 Millionen Euro
Jahrestagung des Netzwerkes EARTO (European Association of Research and Technology Organisms) vom 4. - 6. Mai 2009 in Paris
Gründung der nationalen Allianz für Lebens- und Gesundheitswissenschaften
Ein Register für klinische Versuche von Arzneimitteln bald Online verfügbar - Clusterpolitik
Der Pôle de compétitivité "Mov'eo" knüpft eine strategische Partnerschaft mit zwei bayerischen Clustern - Innovation - Preisverleihung
Trophäen für Innovation 2008 - Innovation -Präsentation eines französischen
Instituts
Die Interdisziplinarität im Dienste der Innovation - Energie
CO2-Speicherung: das BRGM ruft eine Arbeitsgruppe für die Sicherheit und die Auswirkungen dieser Technik ins Leben
Kostensparende Massenproduktion von Wasserstoff - Umwelt
Das ONEMA und das IFREMER unterzeichnen ein Rahmenabkommen - Transplantation
Weltpremiere: gleichzeitige Transplantation von Gesicht und beiden Händen - Messtechnik
Phazir: eine mobile Messtechnik für Asbest wird in Frankreich vermarktet - Werkstofftechnik
Deutsch-französische Forschung im Bereich der Thermoplaste nimmt Formen an - Mikro -und Nanotechnologien
Kooperation zwischen dem CEA-LETI und IBM im Bereich Nanoelektronik der Zukunft
Das Forschungsprogramm "Nano 2012" wird mit 2,3 Milliarden Euro dotiert
Forschungspolitik
Ein Abkommen zwischen der Regierung und zehn Forschungseinrichtungen sichert der französischen Forschung zusätzliche 58,9 Millionen Euro
Der Minister für die Umsetzung des Plans zum Wiederaufschwung, Patrick Devedjian, und die Forschungsministerin, Valérie Pécresse, haben ein Abkommen mit zehn Forschungseinrichtungen unterzeichnet, das diesen eine zusätzliche Förderung von 58,9 Millionen Euro im Rahmen des Konjunkturprogramms zusichert. Somit steigt die staatliche Förderung dieser Einrichtungen für das Jahr 2009 um insgesamt 5,4 % (325 Millionen Euro), statt um 3,7 % vor der Einführung des Programms.
Durch die Vereinbarungen zwischen der Regierung und den Forschungsinstituten sollen:
- die Investitionsmaßnahmen bezüglich der großen Forschungseinrichtungen durch 46 M€ zusätzlich beschleunigt werden. Das Budget für diese Investitionen wird dank des Konjunkturprogramms 2009 um 17% erhöht (319 Millionen statt der ursprünglich geplanten 273 M€);
- Maßnahmen im Immobilienbereich (insbesondere Sicherheitsmaßnahmen) und im Bereich der großen Infrastrukturen vorzeitig getroffen werden, die z.T. bereits in den Projektverträgen zwischen Staat und Region festgehalten sind.
Diese zusätzliche finanzielle Aufwendung (58,9 M€) ist Teil der Gesamtsumme (286 M€), über die die Forschung dank des Konjunkturprogramms verfügen kann. Im Rahmen dieses Programms kommen der Forschung und dem Hochschulwesen insgesamt 730 Millionen Euro zugute. Diese zusätzlichen Mittel sollen gezielt die Ausstattung mit leistungsstarken Infrastrukturen unterstützen. Sie kommen zu den 220 M€ hinzu, die den Forschungseinrichtungen im Rahmen des ursprünglichen Finanzgesetzes zur Verfügung gestellt wurden. Diese finanzielle Unterstützung dient insbesondere der Verbesserung der Personalkarriere, der Untergliederung in Institute sowie dem Betrieb von Laboratorien. Des Weiteren ergänzen die neuen Finanzmittel die 45 Millionen des Planes für die Nanotechnologien, die das Zentrum für Atomenergie (CEA) bekommen wird.
Das neue Maßnahmenbündel innerhalb des Konjunkturprogramms soll die Wirtschaft in dreifacher Hinsicht beleben und zwar indem die Mittel folgenden Akteuren zugute kommen:
- den französischen und europäischen Forschern aus der privaten und der öffentlichen Forschung für den Erwerb von leistungsstärkeren Geräten, damit sie ihre Forschungsarbeiten verbessern können
- den Unternehmen der Hightech-Branche, die diese großen Infrastrukturen entwickeln
- der Baubranche.
Vorhaben wie z. B. das Synchrotron "Soleil", der Teilchenbeschleuniger Spiral 2, der Superrechner GENCI oder die Weiterentwicklung der Unterwasserflotte können dank der neuen Mittel erheblich beschleunigt werden.
Kontakt: http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr
Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Forschung und Hochschulwesen - 09.04.2008
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Forschungspolitik
Jahrestagung des Netzwerkes EARTO (European Association of Research and Technology Organisms) vom 4. - 6. Mai 2009 in Paris
Die Jahrestagung des European Association of Research and Technology Organisms (EARTO) wird vom 4. bis zum 6. Mai 2009 in Paris stattfinden. EARTO versteht sich als internationales Netzwerk und umfasst die wichtigsten außeruniversitären Forschungseinrichtungen Europas. Das Motto der diesjährigen Jahrestagung lautet "Engaging Effectively", d. h. Engagement auf regionaler Ebene, mit KMU und durch die Bildung von strategischen Verbünden unter Forschungs- und Technologieeinrichtungen einerseits und zwischen Forschungs- und Technologieeinrichtungen und Hochschulen andererseits. Jeder dieser drei Aspekte wird jeweils ausführlich im Rahmen einer Parallelveranstaltung am Nachmittag des 5. Mai diskutiert.
Zu den Teilnehmern der Tagung gehört die EU-Kommissarin für Regionalpolitik, Danuta Hübner. Sie wird die Veranstaltung mit einer Rede über den Platz der Forschung und der Innovation in den europäischen Strukturfonds eröffnen.
Während einer Plenarsitzung am 6. Mai werden sich die Teilnehmer mit der Frage der Strukturveränderungen im europäischen Rahmenprogramm für Forschung und Technologieentwicklung auseinandersetzen. Dabei werden die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Auftragsforschung diskutiert und Vorschläge für die zukünftige Politik erörtert.
EARTO ist der Fachverband der fachbezogenen Forschungs- und Technologieeinrichtungen. Seine Mitglieder leisten einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und der sozialen Entwicklung in Europa, indem sie die Innovation in den Bereichen Produktion, Prozesse und Dienstleistungen in allen Wirtschaftszweigen, sowohl im privaten als auch öffentlichen Rahmen, unterstützen.
EARTO vertritt den Standpunkt seiner Mitglieder bei politischen EU-Entscheidungsträgern. Der Verband veröffentlicht politische Stellungnahmen, setzt Arbeitsgruppen ein und organisiert Besprechungen. Mitglieder des EARTO sitzen in einflussreichen politischen EU-Gremien, wie z. B. im EURAB (European Research Advisory Board), in Expertengruppen der Kommission und in beratenden Ausschüssen zum Forschungsrahmenprogramm.
Die Anmeldung zur Tagung erfolgt unter: http://www.eartoparis2009.eu/index.php?option=com_jforms&view=form&id=1&Itemid=8&lang=en.
Kontakt: http://www.earto.eu
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Forschungspolitik
Gründung der nationalen Allianz für Lebens- und Gesundheitswissenschaften
Acht Akteure der französischen Forschung - CNRS, Inserm, CEA, Inra, Inria, IRD, Pasteur Institut und die Konferenz der Universitätspräsidenten (CPU) - haben die nationale Allianz für Lebens- und Gesundheitswissenschaften [1] gegründet und damit einen wichtigen Schritt zur verbesserten Koordination der französischen Lebens- und Gesundheitswissenschaften vollzogen. Die von der Regierung geführte Reform des Forschungssystems soll die Position der französischen Forschung in diesem Bereich durch eine konzertierte Programmgestaltung stärken.
Weltweit an 5. Stelle im Bereich der wissenschaftlichen Produktion in den Lebens- und Gesundheitswissenschaften verfügt Frankreich auf diesem Gebiet unbestritten über eine Spitzenforschung. Dennoch benötigt das Land eine noch effektivere Koordinierung, sei sie strategischer, wissenschaftlicher oder operationeller Natur. Vor diesem Hintergrund haben die wichtigsten institutionellen Akteure eine erstmalige Übereinstimmung erzielt und zusammen gemeinsame Ziele definiert, was den wissenschaftlichen Inhalt, die Beziehungen zwischen den Einrichtungen, die Laborführung, die Aufwertung der Ergebnisse, die Forschungsinfrastrukturen, die technologischen Plattformen bzw. die europäische und internationale Kooperationspolitik anbelangt.
Die Umsetzung dieser Ziele wird innerhalb von zehn "einrichtungsübergreifenden thematischen Instituten" (ITMO) [2] erfolgen. Diese Institute, wahre Speerspitzen der französischen Forschung in den Lebens- und Gesundheitswissenschaften, sind weder als Operateure tätig, noch als Fördermittel-Anstalten. Ihre Aufgabe besteht in der Ausarbeitung einer Strategie und der nationalen Programmkoordinierung in Kooperation mit den wissenschaftlichen Vertretern aller beteiligten Einrichtungen.
Innerhalb der nationalen Allianz wird die gemeinsame Erarbeitung des wissenschaftlichen Programms und das gemeinsame Vorgehen von einem Koordinierungsrat abgesichert, der sich aus den Direktoren der beteiligten Einrichtungen, den Direktoren der zehn ITMO und einer ständigen Vertretung der CPU zusammensetzt.
[1] Gründungsvereinbarung der nationalen Allianz
für Lebens- und Gesundheitswissenschaften (auf
Französisch):
http://www2.cnrs.fr/sites/communique/fichier/convention_alliance_310309.pdf
[2] Die zehn Bereiche sind: 1) molekulare und
strukturelle Basen bei Lebewesen 2) Zellbiologie,
Entwicklung und Evolution 3) Genetik, Genomik und
Bioinformatik 4) Neurowissenschaften, kognitive
Wissenschaften, Neurologie und Psychiatrie 5)
Mikrobiologie und Infektionskrankheiten 6) Krebs 7)
Kreislauf, Stoffwechsel und Ernährung 8) Immunologie,
Hämatologie und Pneumologie 9) Gesundheitswesen 10)
Gesundheitstechnologien.
Kontakte:
- CNRS: Julien Guillaume - Tel: +33 1 44 96 46 35 - E-Mail: julien.guillaume@cnrs-dir.fr
- Inserm: Séverine Ciancia - Tel: +33 1 44 96 46 35 - E-Mail: presse@inserm.fr
- CEA: Patrick Cappe de Baillon - Tel: +33 1 64 50 16 49 - E-Mail: patrick.cappedebaillon@cea.fr
- Inra: Sylvie Colleu - Tel: +33 1 42 75 95 55 - E-Mail: presse@inra.fr
- Inria: Laurence Hermant - Tel: +33 1 39 63 57 29 - E-Mail: laurence.hermant@inria.fr
- IRD: Vincent Coronini - Tel: +33 4 91 99 94 87 - E-Mail:
- Pasteur Institut: Nadine Peyrolo - Tel: +33 1 45 68 81 47 - E-Mail: nadine.peyrolo@pasteur.fr
Quelle: Pressemitteilung des CNRS - 08.04.2009
Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
Forschungspolitik
Ein Register für klinische Versuche von Arzneimitteln bald Online verfügbar
Am 10. April 2009 hat die Französische Agentur für die Sicherheit von Gesundheitsprodukten (Afssaps) die Veröffentlichung eines Registers für die in Frankreich zugelassenen klinischen Versuche von Arzneimitteln angekündigt. Demzufolge wird jeder nach dem 22. Mai 2009 eingebrachte Zulassungsantrag für einen klinischen Versuch auf der Internetseite der Afssaps ( http://www.afssaps.fr ) zur Verfügung stehen.
Das Register soll eine Beschreibung des klinischen Versuches und dessen Entwicklung, und nach Versuchsende eine Zusammenfassung der Versuchsergebnisse beinhalten, erklärt die Leiterin der Abteilung für die Auswertung der klinischen Versuche bei der Afssaps, Chantal Bélorgey [1]. Mehr "Transparenz" und "Öffentlichkeitsinformation" sind in den Vorschriften des Gesetzes für das öffentliche Gesundheitswesen vom 9. August 2004 verankert.
1.000 Zulassungsanträge für klinische Versuche wurden 2008 eingereicht, so Chantal Bélorgey. Der dabei wichtigste therapeutische Bereich ist die Krebsforschung (27 % der Anträge), gefolgt von der Erforschung des zentralen Nervensystems (16 %). Bis heute wurden 27 Anträge für Zelltherapien und 7 für Gentherapien registriert.
74 % der Anträge kommen aus der Pharmaindustrie. Die staatliche Krankenhauseinrichtung AP-HP (Assistance Publique-Hôpitaux de Paris) [2] hat bislang jedoch die größte Anzahl von Anträgen eingebracht.
[1] Beschreibung des Projektes eines Registers für
klinische Versuche von Arzneimitteln - Juni 2006 (auf
Französisch):
http://www.afssaps.fr/var/afssaps_site/storage/original/application/af1546af1a1b7df3483ec3c13828d6dd.ppt
[2] Artikel über die AP-HP (auf Englisch):
http://en.wikipedia.org/wiki/Assistance_publique_-_H%C3%B4pitaux_de_Paris
Quelle: Pressemitteilung der AFP (Französische Presseagentur) - 10.04.2009
Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
Clusterpolitik
Der Pôle de compétitivité "Mov'eo" knüpft eine strategische Partnerschaft mit zwei bayerischen Clustern
Anlässlich der Tagung Automotive Power Electronics (APE), die Ende März in Paris stattfand, kam es zu einer Annäherung des französischen Pôle de compétitivité "Mov'eo" und zwei bayerischen Clustern. Dabei handelt es sich um den Cluster Leistungselektronik und den Cluster Automotive.
Ziel der technologischen Partnerschaft ist es, die Zusammenarbeit in den Schlüsseltechnologien bei der Entwicklung von elektrischen Fahrzeugen und der Reduzierung von CO2-Emissionen zu intensivieren. Dies betrifft hauptsächlich die Leistungselektronik im Bereich Automobil, die Mechatronik sowie die Elektrifizierung von Fahrzeugen.
Die Partnerschaft beinhaltet eine spezifische Maßnahme für die KMU (entweder Mitglieder der Cluster oder des Pôle), um ihre FuE-Kooperationen zu fördern und ihre Exportmöglichkeiten zu steigern.
Mov'eo fungiert als Cluster für FuE im Bereich Automobil und öffentliche Verkehrsmittel. Er entwickelt kooperative, innovative Vorhaben mit dem Ziel, die internationale Wettbewerbsfähigkeit seiner Mitglieder durch die Schließung von strategischen technologischen Partnerschaften im Ausland und Marketingaktionen auf internationaler Ebene bzgl. ihrer Kompetenzen zu stärken. Dabei stellt Deutschland ein strategisches Entwicklungsgebiet dar. Die Projekte von Mov'eo beschäftigen sich hauptsächlich mit vier Themenfeldern: Energie & Umwelt, Mechatronik, Mobilität & Dienstleistungen und Verkehrssicherheit. Seit seiner Gründung im Jahr 2006 hat Mov'eo, mit derzeit rund 200 Mitgliedern, mehr als 125 FuE-Projekte durchgeführt. Davon konnten 65 von öffentlichen Fördermitteln in Höhe von insgesamt 97 Millionen Euro profitieren.
Kontakt: http://www.pole-moveo.org
Quelle: Pressemitteilung von Mov'eo - 26.03.2009
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Innovation - Preisverleihung
Trophäen für Innovation 2008
Die Innovation gehört zu den Antriebsfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Durch sie kann die Produktivität gesteigert und Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies setzt allerdings einen sinnvollen Einsatz des gewerblichen Eigentums und insbesondere eine überlegte Vorgehensweise bei der Patentantragstellung voraus.
Hervé Novelli, Staatsekretär für Handel, Handwerk, kleine und mittlere Unternehmen, Fremdenverkehr und Dienstleistungen, hat in diesem Zusammenhang im vergangenen Februar die "Trophäen für Innovation" verliehen, mit denen die Leistungen innovativer Unternehmen und Forschungslaboratorien gewürdigt und aufgewertet werden.
Zu diesem Zweck hatte das französische Patentamt - Institut national de la propriété industrielle (INPI) - zuvor eine bestimmte Anzahl von Voraussetzungen für die Kandidaten festgesetzt:
Für KMU:
- durchschnittlicher Umsatz, der sich zwischen 2004 et 2007 verdoppelt haben muss
- Investition von 10 % des Umsatzes in die Forschung und Entwicklung
- Einreichung von mindestens 5 Patentanträgen beim INPI seit 2004
- umfassende Schaffung neuer Arbeitsplätze (mindestens 400 seit 2004)
Die 15 prämierten Forschungslaboratorien:
- sie haben 21 Unternehmen gegründet, durch die seit 2004 ca. 100 Arbeitsplätze geschaffen wurden
"Die Trophäen für Innovation" sind eine Initiative des französischen Patentamtes. Nachfolgend die Liste der Preisträger 2008:
- Look cycle: weltweit führend bei automatischen Fahrradpedalen (70 % des Umsatzes aus dem Export)
- Mecatherm: Planung, Herstellung und Installation von automatisierten Maschinen und Produktionslinien für Bäckereiprodukte (84 % des Umsatzes aus dem Export im Jahr 2007)
- Saltel Industries: Ausstattung für die Förderung von Mineralölen bei Erdölbohrungen (Reinvestition von 21 % ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung)
- Das Labor für integrative und adaptive Neurowissenschaften der Université de Provence (Marseille, Bouches-du-Rhône)
Kontakte:
Quelle: Industries Magazine - Nr.137 - Februar 2009
Redakteur: Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr
Innovation - Präsentation eines französischen Instituts
Die Interdisziplinarität im Dienste der Innovation
Das Grenobler Laboratorium MINATEC IDEAs Laboratory (IDEAs Lab) ist ein interdisziplinäres Labor, das in den Jahren 2001-2002 von der Atomenergiebehörde (CEA/Léti) gegründet wurde, um Unternehmen bei ihren strategischen Entscheidungen hinsichtlich der Projektentwicklung zu unterstützen. Zu diesem Innovationspool gehören das Institut national polytechnique de Grenoble (INPG), die Universität Pierre Mendès France (UPMF) sowie private Partner und lokale Körperschaften.
Die Bedeutung dieses Laboratoriums geht über die ausschließliche Planung zukünftiger Anwendungen von Mikro- und Nanotechnologien hinaus. Es möchte sich bei der Innovation keine Grenzen setzen und die Nutzung dieser neuen Technologien besser vorhersagen können. Zu diesem Zweck erstellt IDEAs Lab für die von der Atomenergiebehörde entwickelten Technologien ein "Gebrauchskonzept", um die Erfolgsfaktoren zu ermitteln und eventuelle Verkaufsrisiken vorauszusehen. Zu diesem Zweck arbeitet das Labor mit Soziologen, Anthropologen und Philosophen zusammen. 15 verschiedene Berufe werden im IDEAs Lab ausgeübt (Ergonomisten, Ingenieure, Marketingexperten, Semiologen, Systemforscher, Entwickler usw.).
Das Laboratorium zählt große französische Firmen, wie z. B. Renault, Bouygues, Rossignol, Electricité de France (EDF) zu seinen Partnern. Zu den Zukunftstechnologien von IDEAs Lab zählen die visuellen Schnittstellen und die "Motion Capture"-Systeme. Derzeit werden die Bereiche Mobilität und Energierückgewinnung erforscht. Diese neue Thematik führte darüber hinaus zu einer Partnerschaft mit der Ecole nationale supérieure de création industrielle (ENSCI - Französische Hochschule für Industriedesign). Ziel dieser Partnerschaft ist es, das Design bei der Planung zukünftiger Produkte und Dienstleistungen besser einzubeziehen.
Kontakte Michel IDA, Ingenieur CEA und Leiter - MINATEC IDEAs Laboratory (IDEAs Lab), Grenoble, France - Tel: (+33) 438 784 951 - Fax: (+33) 438 785 262 - E-Mail: michel.ida@cea.fr - Web: http://www.ideas-laboratory.com/
Quelle: Les défis du CEA Magazine - Nr.138 - März 2009
Redakteur: Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr
Energie
CO2-Speicherung: das BRGM ruft eine Arbeitsgruppe für die Sicherheit und die Auswirkungen dieser Technik ins Leben
Angesichts der steigenden Anzahl an Forschungsprojekten und Versuchen, die der CO2-Speicherung in Geologischen Formationen gewidmet werden, richtet das BRGM (Organisation für geologische und Bergwerksforschung) eine spezielle Arbeitsgruppe ein, die sich auf die Risiken dieser Technik konzentrieren wird. Vom GIEC (interministerielle Arbeitsgruppe zum Klimawandel) als erfolgversprechende Technik zur Verminderung der Treibhausgasemissionen eingestuft, steht die Abscheidung und geologische Speicherung des CO2 im Mittelpunkt zahlreicher nationaler und internationaler Forschungsprojekte. Die europäischen Projekte CO2ReMoVe (2006-2011) und STRACO2 (2007-2009) konzentrieren sich beispielsweise jeweils auf die Überwachung der Speicheranlagen und die kommerziellen Interessen dieser Technik. Auf nationaler Ebene sind zwei Projekte zu nennen: das CHARCO Projekt (2006-2010) und das Projekt GAZ ANNEXES (2007-2009). CHARCO hat es sich zum Ziel gemacht, den Gasaustausch in den verschiedenen Kohlearten im Hinblick auf eine CO2-Speicherung zu untersuchen, während das Projekt GAZ ANNEXES die Rolle der anderen Gase untersucht, die mit dem CO2 zusammen eingeleitet werden können.
In den letzten zwei Jahren wurden verschiedene Demonstrationsprojekte und Projekte der industriellen Anwendung gestartet, die technische und wissenschaftliche Gerätetechniken einsetzten, wie z.B. die Plattform Sleipners in Norwegen, die Co2-Speicherung in tiefliegenden Aquiferen (Grundwasserleiter) in Weyburn in Kanada, die Speicherung in Öltanks, die an die unterstützte Ölrückgewinnung in In-Salah in Algerien gekoppelt ist, etc. Des Weiteren könnten laut der BRGM "bis 2050 etwa 3.500 Sleipner-ähnliche Anlagen (1 Million Tonnen CO2 pro Jahr) gebaut werden."
Die Frage nach der Sicherheit der Technik ist hierbei besonders wichtig. Davon überzeugt, dass es notwendig ist, die Risikoabschätzung deutlich von den anderen in diesem Bereich getätigten Aufgaben abzutrennen, hat die BRGM kürzlich eine spezielle Arbeitsgruppe eingerichtet - "Sicherheit und Auswirkungen der CO2-Speicherung" -, die auf diesem Gebiet spezialisierte Forscher und Experten vereint, die sich mit der Frage nach den natürlichen Risiken beschäftigen.
Das CO2 selbst ist kein gefährliches Gas. Jedoch verlangt die zu speichernde Menge und die geplante Dauer der Speicherung nach gewissen Sicherungsmaßnahmen. Angesichts der Dauer der Kohlenutzung und der langen Überlebensdauer des CO2 in der Atmosphäre, hat die BRGM den Zeitraum einer Speicherung auf etwa 1.000 Jahre begrenzt. Das BRGM erklärt, dass "diese Technik nur allgemein angewandt wird, wenn genügend Sicherheit gewährleistet werden kann und Korrekturmaßnahmen auch nachträglich möglich sind". Aus diesem Grund gilt es, sich weitreichende Kenntnisse über die lokalen Auswirkungen der Speicherung, insbesondere auf die Aquifere als Hauptquellen für Trinkwasser, und über die geomechanische Stabilität des Reservoirs und des Deckgesteins anzueignen.
Die Aufgaben der neuen Arbeitsgruppe, unter der Leitung von Huber Fabriol, sind:
- Szenarien eines typischen Verlaufs der Speicherungen in tiefen Aquiferen und deren negative Abweichungen (CO2-Aufstieg) zu analysieren,
- die Auswirkungen auf die Umwelt - insbesondere auf die anderen Aquiferen - zu charakterisieren,
- Sicherheitskriterien vorzuschlagen und an der Ausarbeitung von nationalen und internationalen Regelwerken auf diesem Gebiet mitzuwirken.
Dem europäischen Rechtsrahmen wurde kürzlich endgültig durch die Verabschiedung des Klima-Energie-Pakets durch alle Entscheidungsträger zugestimmt. Eine Richtlinie über die Abscheidung und Speicherung soll demnächst veröffentlicht werden. Diese Richtlinie wird die Bedingungen festlegen, unter denen die Bewertung der Speicheranlagen, die Genehmigungsverfahren und die Stilllegung dieser Standorte zu erfolgen hat. Die Betreiber werden gesetzlich verpflichtet, die Speicherstandorte zu überwachen und die Behörden sowohl während der Speicherphase als auch nach der Standortstilllegung zu informieren.
Kontakt:
- Weitere Informationen über die Arbeit des BRGM über CO2: http://www.brgm.fr/brgm/CO2/default.htm
- Pressemappe des BRGM: "Captage et stockage géologique de CO2 - Le BRGM, seize années d'implication dans des projets de recherche majeurs - L'apport de compétences techniques et de l'expertise des sciences de la Terre aux travaux des instances nationales et internationales" - http://www.brgm.fr/AgendaNews/dcenewsFile?ID=807 - 16.04.2009
- Hubert Fabriol, Leiter der Arbeitsgruppe "Sicherheit und Auswirkungen der CO2-Speicherung" (SIC), BRGM, Tel: +49 238 64 34 75 - E-Mail: h.fabriol@brgm.fr
Quellen:
- Pressemitteilung des BRGM "Création de l'unité "Sécurité et impacts du stockage de CO2" - http://www.brgm.fr/AgendaNews/dcenewsFile?ID=806 - 15.04.2009
- "Stockage du CO2 : le BRGM crée une unité dédiée à la sécurité et aux impacts de la technique" - http://www.actu-environnement.com/ae/news/brgm_securite_stockage_co2_7182.php4 - 16.04.2009
Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr
Energie
Kostensparende Massenproduktion von Wasserstoff
Die Nutzung von Wasserstoff als sauberer Energieträger gehört zu den favorisierten Ansätzen bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen im Energiesektor. Zur Herstellung dieses Kraftstoffs der Zukunft scheint die Wasserelektrolyse die ökologisch vielversprechendste Lösung zu sein. Mit dem Ziel diese Technik zu optimieren, ist es Forschern aus 4 Laboratorien des CNRS (Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung), in Zusammenarbeit mit den Unternehmen AREVA NP und SCT - einer der Weltmarktführer in der Metall-Keramik Verknüpfung - zum ersten Mal gelungen, eine erhebliche Menge Wasserstoff mit einer neuen Methode zu produzieren. Diese Arbeit erfolgte im Rahmen eines Forschungsprogramms zur kostensparenden Massenproduktion von Wasserstoff. Ihre innovative Technologie, die durch ein unlängst veröffentlichtes Patent geschützt ist, könnte in Kürze in großem Maßstab entwickelt werden und würde die Herstellung von Wasserstoff zu geringen Kosten und vor allem ohne Treibhausgasemissionen ermöglichen.
Um Wasserstoff mit einem verbesserten Wirkungsgrad zu erhalten, muss geheizt werden. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: die erste, "traditionellere" Methode nutzt die Leitungsfähigkeit von 02-Ionen, während die Zweite sich auf die Protonenbewegung (H+ Ionen) stützt. Der Hauptvorteil bei dieser zweiten Lösung ist der Bedarf an relativ niedrigen Temperaturen - circa 600 °C. Bei diesen Temperaturen wird eine gute Leitfähigkeit der Protonen erreicht und dies mit kostengünstigen und zuverlässigen Materialen. Aus diesem Grund haben sich die Forscher für die zweite Methode entschieden und werden diese nun erforschen und optimieren.
Ihre Arbeit erfolgte in zwei Etappen: zunächst haben die Forscher ein Gerät entworfen, um die Materialen des Elektrolysegerätes in situ zu studieren. In der zweiten Phase entwickelten sie zwei instrumentierte Elektrolyseapparate, die unter anderem Temperatur- und Drucksensoren sowie Sensoren zur Messung der Stromstärke enthalten. So konnten die Forscher genau die Bedingungen bestimmen, unter denen mit großer Sicherheit eine bedeutende Menge Wasserstoff erzielt werden kann. Eine ihrer innovativen Ideen bestand darin, die Elektrolyse unter Druck (zwischen 50 und 100 Bars) durchzuführen, was sich als sehr wirkungsvoll erwies. Die wichtigsten Parameter der Elektrogeräte konnten so verbessert werden: die ersten Versuche ermöglichten die Herstellung beachtlicher Mengen Wasserstoff, bei einem Stromniveau, das weitaus höher lag, als bei ihren ausländischen Konkurrenten. Des Weiteren verringert diese neue Technologie die Betriebstemperatur um 200 °C, im Vergleich zu der O2-Ionen-Lösung. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Technik, durch die Nutzung von handelsüblichen Legierungen, eine Verringerung der Kosten für den produzierten Wasserstoff ermöglicht. Dieses erfolgversprechende Ergebnis lässt auf die Entwicklung von rentablen und kostensparenden Technologien hoffen. Eine Verbesserung der Methode ist jedoch noch notwendig und bereits geplant.
Energiereicher als Öl und Naturgas, umweltverträglich und ungiftig, könnte der Wasserstoff allmählich die fossilen Energien ersetzen und den größten Teil unseres Energiebedarfs decken. Das Problem ist, dass das Wasserstoffatom, gebunden an Sauerstoff, zwar in großer Menge in flüssiger Form vorkommt, Wasserstoffmoleküle aber nicht in reinem Zustand zu finden sind. Die Herausforderung für die Forscher besteht nun darin, Wasserstoff ohne CO2-Emissionen zu produzieren. Aus diesem Grund zielen die Wissenschaftler auf die Wasserelektrolyse (d.h. seine Aufspaltung in Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O)) ab. Diese Technik wird zwar heute bereits angewandt, jedoch birgt sie noch viele Nachteile: ihr Wirkungsgrad bleibt unter 80 %, die Produktionskosten sind zu hoch und einige genutzte Materialen sind entweder umweltschädlich oder sogar gefährlich.
Quelle: "Vers une production massive et économique d'hydrogène" - http://www.techno-science.net/?onglet=news&news=6499 - 11.04.2009
Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr
Umwelt
Das ONEMA und das IFREMER unterzeichnen ein Rahmenabkommen
Das Nationale Amt zum Schutz der Gewässer (ONEMA) und das Französische Forschungsinstitut zur Nutzung der Meere (IFREMER) haben am 9. April 2009 ein gemeinsames Rahmenabkommen unterzeichnet, um ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Küstengewässer in den nächsten 4 Jahren zu verstärken. Ziel ist es, die wasserpolitischen Entscheidungen durch Expertenwissen von hohem Niveau effizienter zu unterstützen, und eine fundierte wissenschaftliche Grundlage für die Wasserpolitik zu schaffen.
Mit der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) aus dem Jahr 2000 ist die Frage der Wasserqualität und des Gewässerschutzes zur Priorität der Europäischen Union geworden. Die WRRL legt fest, dass alle europäischen Gewässer bis zum Jahr 2015 einen guten ökologischen Zustand aufweisen müssen. Mit diesem Rahmenabkommen beabsichtigen das ONEMA und das IFREMER, sich den Zielen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu nähern.
Des Weiteren erfolgt die Zusammenarbeit zwischen beiden Einrichtungen im Rahmen des kürzlich festgelegten Abkommens für Meeresschutz [1], in dem die Thematik "harmonische Küstenentwicklung" eines der 4 Schwerpunkte darstellt. Unter dem Thema "harmonische Küstenentwicklung" versteht man die Verbesserung der Schnittstelle zwischen Land und Meer.
Mit dem unterzeichneten Abkommen werden das ONEMA und das IFREMER ihre sich ergänzenden Kompetenzen und ihr Wissen zugunsten des Wasserschutzes bündeln. Die von beiden Einrichtungen gemeinsam angestrebten Prioritäten sind:
- die Bewertung des Zustands der Küstensysteme und deren Dynamik unter dem Einfluss der globalen Umweltveränderung
- die Entwicklung und die Optimierung der Methoden bzw. der Geräte zur Überwachung der Ökosysteme
- der Erwerb von Kenntnissen bezüglich der Anzahl an neu im Meer aufgetauchten Umweltschadstoffen
- die Untersuchung der Auswirkung von umweltbelastenden Substanzen auf die Meeresorganismen
- der Ausbau und die Weiterentwicklung des Themas "Küsten" in den Informationssystemen zur Wasserfrage.
[1] Weitere Informationen zum Abkommen für Meeresschutz: Vorbereitung des "Grenelle de la mer" - Wissenschaft Frankreich #158 - 4/03/2009 - http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/158.htm#9
Kontakte:
- Céline Piquier - Presseabteilung des ONEMA - Tel: +33 145 148 863 - E-Mail: celine.piquier@onema.fr
- Marion Le Foll - Presseabteilung des IFREMER - Tel: +33 146 482 242/0 - E-Mail: presse@ifremer.fr
Quelle: Pressemitteilung des Französischen Forschungsinstituts zur Nutzung der Meere - 14.04.2009
Redakteur: Julien Sialelli, , julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr
Transplantation
Weltpremiere: gleichzeitige Transplantation von Gesicht und beiden Händen
Einem 30-jährigen Verletzten mit schweren Verbrennungen wurden in einer 2-tägigen Operation (4. und 5. April 2009) beide Hände und das Gesicht von einem gehirntoten Spender transplantiert. Die Operation wurde unter der Leitung von Professor Laurent Lantieri vom Henri-Mondor Krankenhaus in Créteil durchgeführt.
Die erste Gesichtstransplantation wurde 2005 in der Uniklinik in Amiens (Frankreich) vorgenommen. Seitdem sind weltweit 5 weitere Transplantationen erfolgt, davon eine in China, eine in den USA und drei in Frankreich. Die zuletzt durchgeführte ist jedoch die Erste, bei der auch die Kopfhaut, Ohren und Augenlider verpflanzt wurden und bei der gleichzeitig eine Transplantation der Hände realisiert wurde.
Eine Transplantation ist ein wahrer chirurgischer Marathonlauf. Dieser zweifache Eingriff an Gesicht und Händen dauerte insgesamt 30 Stunden und beschäftigte 40 Personen. Die Handgriffe bei der Operation wurden vorher an einer Leiche geübt, jeder Schritt des Eingriffs war schriftlich festgehalten und stand den einzelnen Spezialisten in Papierform zur Verfügung, so dass diese harmonisch aufeinander abgestimmt im Operationssaal arbeiten konnten.
Gesichtstransplantationen finden jedoch nicht nur bei schwer verbrannten Opfern Anwendung, sondern auch in Fällen bei denen insbesondere die runden Muskeln der Lippen- und der Augenlider-Partien betroffen sind, wie bei Kriegs- oder Schuss-Verletzungen, bei Zerstörungen durch nicht krebsbedingte Tumore oder genetischen Anomalien, wie der Von Recklinghausen Krankheit [1].
[1] Artikel über die Von Recklinghausen Krankheit: http://de.wikipedia.org/wiki/Neurofibromatose_Typ_1
Kontakt:Prof. Laurent Lantieri - Henri-Mondor Krankenhaus, Créteil - Tel: +33 1 49 81 25 31 - E-Mail: laurent.lantieri@hmn.aphp.fr - http://www.aphp.fr/index.php?module=offredesoins&action=afficherService&vue=ods_hsc_service&hopital=026&service=0012
Quelle: Artikel aus der Le Monde - 10.04.2009
Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
Messtechnik
Phazir: mobile Messtechnik für Asbest wird in Frankreich vermarktet
Die erste mobile Messtechnik für Asbest, die Anfang April in Frankreich vom Unternehmen Fondis Electronic auf den französischen Markt gebracht wurde, soll nun innerhalb der nächsten 6 Monate weltweit vermarktet werden. Ziel dieser Innovation ist es, im Hinblick auf eine bessere Volksgesundheit, den Fachleuten das Aufspüren von Asbest zu erleichtern. Die Experten können ab sofort in Frankreich direkt vor Ort und innerhalb von nur wenigen Sekunden jedwede Spur von Asbest aufspüren. Seit 1997 im französischen Bauwesen verboten, wurde Asbest jedoch über mehr als ein Jahrhundert aufgrund seiner technischen Leistung und seines günstigen Preises verwendet und ist somit noch heute in mehreren Millionen Quadratmetern Baufläche vorzufinden. Bislang mussten die Fachleute einzelne Proben entnehmen, im Labor analysieren lassen, und das alles für rund 70 Euro pro Analyse. "Diese neue Methode verbessert zugleich die Effizienz und die Präzision, da sie eine sekundenschnelle Analyse und eine größere Anzahl von Kontrollpunkten für eine umfassendere Diagnose und somit mehr Sicherheit ermöglicht", so Joël Le Chevalier, Präsident des Unternehmens Fondis Electronic. Des Weiteren wird die Anzahl an Sanierungen im Rahmen des "Grenelle de l'environnement" (Umweltabkommen) noch weiter ansteigen, wodurch sich natürlich auch die Anzahl der Analysen erhöht: Im vergangenen Jahr wurden ungefähr 700.000 Asbestdiagnosen von 8.000 Mitarbeitern in Frankreich durchgeführt, was ungefähr der Hälfte des Gebäudebestands entspricht. Mit der neuen Technik sollen die Untersuchungen nun vereinfacht werden. Das Gerät kostet insgesamt 28.000 Euro (ohne MWSt.). Fondis Electronic bietet es jedoch bereits für 700 Euro monatliche Leihgebühr an.
Das die Nah-Infrarot-Spektrometrie nicht bereits früher den Markt erobert hat, lag am hohen Preis (90.000 Euro) und an der bislang noch mangelhaften Präzision. Dank des amerikanischen Partners Polychromix wurde es nun möglich, den Preis auf 28.000 Euro zu senken. Das Ziel dieses Unternehmens ist es, die Nah-Infrarot-Spektrometrie in mobile industrielle Werkzeuge zu integrieren. Das neue Instrument in Form einer Pistole - "Phazir" - fand bereits Anwendungen auf verschiedenen Gebieten: zur Plastikerkennung beim Rohstoff-Recycling, zur Analyse der Schichtdicke von Farben und Beschichtungen und zum Aufspüren von gefälschten Produkten, wie Medikamenten, Rauschgiften und Sprengstoffen.
Das Gerät funktioniert wie folgt: die Spektren werden registriert und anhand eines Algorithmus im internen Speicher verglichen. Das Instrument erkennt 6 verschiedene Arten von Asbest und zeigt innerhalb von 7 Sekunden das Ergebnis auf einem LCD-Bildschirm an. Dank seines "Leicht" Gewichts von 1,8 Kilo kann er schwer erreichbare Zonen, z. B. Trennwände, Beflockungen, Wärmedämmungen sowie Zwischendecken analysieren. 300.000 Spektren können gespeichert und auf einen Computer übertragen werden.
Quelle: "Le détecteur d'amiante portatif arrive sur le marché", Les Echos - 02.04.2009
Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr
Werkstofftechnik
Deutsch-französische Forschung im Bereich der Thermoplaste nimmt Formen an
Das europäische Projekt Probadur gehört zu den ersten umgesetzten Kooperationsprojekten der deutsch-französischen Forschung und Entwicklung, die von den Regierungen beider Partnerländer angestrebt wurden. Dieses Projekt führt zwei Fraunhofer-Institute (ILT Aachen und LBF Darmstadt) und zwei Carnot-Institute (2 Labore der "Ecole des Mines" in Paris und Douai sowie das technische Zentrum für mechanische Industrien - Cetim) zusammen. Zwischen 2008 und 2010 steht dem Projekt ein Budget von über 2 Millionen Euro zur Verfügung, das zu gleichen Teilen vom deutschen und französischen Partner bereitgestellt wird. Auf französischer Seite werden die Partner von der französischen Forschungsgemeinschaft finanziert.
Dieses Programm zielt auf die Planung der Lebensdauer von mechanisch verschweißten Strukturen aus langfaserverstärkten Thermoplasten anhand sehr präziser wissenschaftlicher Methoden ab. Dabei handelt es sich um strukturelle mechanische Bauteile, die immer häufiger in der Transportindustrie Anwendung finden, da sie sehr leicht, resistent und hart sind.
Die Anwendungen für Thermoplaste sind zahlreich, ob als Chassis für die Bau-, Automobil- oder Luftfahrtindustrie oder als Industriewerkzeuge. Bislang verfügt die Industrie jedoch nur über unzureichende Kenntnisse über das Leben und das Verhalten solcher Strukturen. Das Ziel dieses deutsch-französischen FuE-Projektes ist es, den Ingenieurbüros Verfahren zur Bemessung dieser Langfaser-Verbundwerkstoffe zur Verfügung zu stellen, um so die Besonderheiten jener Verbundwerkstoffe, ihrer Herstellungsprozesse und ihrer Verbindungsverfahren durch mechanisches Löten besser zu verstehen.
Quelle: "La recherche franco-allemande prend forme dans les thermoplastiques", Les Echos - 02.04.2009
Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr
Mikro -und Nanotechnologien
Kooperation zwischen dem CEA-LETI und IBM im Bereich Nanoelektronik
Das CEA-LETI (Labor für Elektronik und Informationstechnologien des französischen Zentrums für Atomenergie) und IBM haben am 9. April 2009 ihre Zusammenarbeit in der Halbleiter- und Nanoelektronik-Forschung angekündigt.
Im Rahmen dieses auf 5 Jahre angelegten Vertrages werden IBM und das CEA-LETI hauptsächlich in den folgenden drei Bereichen tätig werden:
- Die hochentwickelte Lithographie für das Rapid-Prototyping und für die 22-Nanometer-Technologie
- Die CMOS-Technologie und die Gestaltung von Transistoren mit niedrigem Stromverbrauch für die 22nm-Bereiche und darüber hinaus
- Instrumente und Methoden zur Charakterisierung im Nanobereich zur verbesserten Kontrolle der Entwicklung von Technologien sowie der Produktionsüberwachung.
Mit dieser Vereinbarung wird das CEA-LETI zu einem Forschungspartner des IBM-Unternehmens und des Ökosystems der Allianz zur Entwicklung von Halbleitern, die ihren Sitz in Albany (New York) hat. Das CEA-LETI unterstützt dieses Ökosystem mit seinen spezifischen Kompetenzen, insbesondere im Bereich der CMOS-Technologie mit niedrigem Stromverbrauch (SOI), der e-beam Lithografie und der Charakterisierung im Nanobereich. Diese Vereinbarung stärkt ebenfalls die Zusammenarbeit zwischen den Ökosystemen von IBM und Grenoble-Crolles, deren Grundstein bereits 2007 durch einen Vertrag zwischen IBM und STMicroelectronics für die Entwicklung der CMOS-Technologien mit hoher Wertschöpfung für spezielle Anwendungen gelegt wurde.
Das Arbeitsprogramm wird die Forschungsallianz von IBM um eine zusätzliche Expertise bereichern. Die Forschungsarbeiten werden sowohl auf der 300mm-Silizium-Plattform CEA-LETI in Grenoble durchgeführt, als auch auf der Plattform des "College of Nanoscale Science and Engineering" der Universität von Albany (New York, USA), am Standort von STMicroelectronics in Crolles und auf der Produktionslinie von 300 mm von IBM in Fishkill (New York, USA). Ein Team des CEA-LETI wird am Nanotech-Standort in Albany vertreten sein, um vor Ort am Programm mitzuwirken.
Quelle: Pressemitteilung des CEA
- 09.04.2009
http://www-leti.cea.fr/scripts/home/publigen/content/templates/show.asp?P=1084&L=FR
Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr
Mikro -und Nanoelektronik
Das Forschungsprogramm "Nano 2012" wird mit 2,3 Milliarden Euro dotiert
Das Projekt "Nano 2012" kann in die konkrete Phase eintreten. Die französische Ministerin für Wirtschaft und Finanzen, Christine Lagarde, hat kürzlich die Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen Partnern und Förderern des Programms angekündigt. Diese Vereinbarung sieht für die Forschung und Entwicklung ein Budget von 2,3 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre vor. Materielle Investitionen werden in der Größenordnung von 1 Milliarde Euro vom französisch-italienischen Projektleiter STMicroelectronics getätigt. An der Finanzierung von "Nano 2012" beteiligen sich ebenfalls der Staat und die Gebietskörperschaften mit einem Gesamtvolumen von 457 Millionen Euro, davon 340 Millionen für STMicroelectronics.
Zwischen 2002 und 2007 wurde das ehemalige Programm "Crolles 2" mit einer Investition von 3,2 Milliarden Euro gefördert und ermöglichte die Schaffung von 1.500 direkten und 9.500 indirekten Arbeitsplätzen. Es wurde ursprünglich von NXP (ex-Philips), Freescale (ex-Motorola) und STMicroelectronics entwickelt. 2007 waren NXP und Freescale vom Projekt zurückgetreten und wurden durch IBM ersetzt.
Im Rahmen des Projekts "Nano 2012" verpflichten sich die Partner, 650 Arbeitsplätze zu schaffen. Fünfzig Techniker von STMicroelectronics arbeiten bereits im IBM-Zentrum in Fishkill (USA) an der Entwicklung der Schlüsseltechnologie CMOS (32 und 22 nm), die weitere Fortschritte bei der Miniaturisierung ermöglicht. Zwanzig Ingenieure der amerikanischen Firma arbeiten ebenfalls in Crolles, wo Produkte mit niedrigem Energieverbrauch entwickelt werden.
Zu den wichtigsten Bestrebungen des Programms "Nano 2012" zählt es, den Standort Crolles weltweit zu einem der drei besten "Cluster" im Bereich der Mikro-und Nanotechnologien zu machen.
Quelle: Les Echos - 02.04.2009
Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr
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