Wissenschaft Frankreich #163 – 20/05/2009

Wissenschaft-Frankreich Nr. 163 [PDF]

 


 

Forschungspolitik

Ein nationales Konsortium für Landwirtschaft, Ernährung, Tiergesundheit und Umwelt

Sechs Forschungs- und Hochschuleinrichtungen haben ein nationales Konsortium für Landwirtschaft, Ernährung, Tiergesundheit und Umwelt ins Leben gerufen. Diese Initiative geht auf das Bemühen zurück, Kräfte zu bündeln, um die Handlungsfähigkeit der französischen Forschung und der landwirtschaftlichen Bildung auf internationaler Ebene zu stärken.

Michel Barnier, Minister für Landwirtschaft und Fischereiwesen, und Valérie Pécresse, Ministerin für Hochschulwesen und Forschung, begrüßen die Gründung eines solchen nationalen Konsortiums, das von zwei Forschungseinrichtungen - CIRAD und INRA - und vier Hochschuleinrichtungen - Montpellier SupAgro, l'Ecole Nationale Vétérinaire de Toulouse, AgroCampus Ouest und AgroParisTech - eingerichtet wurde.

Dieses Konsortium basiert auf der Schaffung einer öffentlichen Einrichtung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit (EPCS). Die Minister weisen darauf hin, dass dieses Konsortium voll und ganz dem Willen der Regierung entspricht, den Zusammenschluss von Kräften voranzutreiben, um die Koordination der Forschungs- und Bildungsstrategien im landwirtschaftlichen Bereich zu stärken. Darüber hinaus entspricht es der begonnenen Reformpolitik der Regierung, insbesondere im Bereich der Biowissenschaften.

Michel Barnier und Valérie Pécresse betonten, dass diese Vorgangsweise eine bessere Koordination unserer nationalen Forschungsbemühungen ermöglicht und äußerten den Wunsch, dass das Konsortium einen wesentlichen Beitrag zur Wissensproduktion und Wissensvermittlung leisten möge, um neue Landwirtschafts-, Ernährungs- und Nachhaltigkeitsmodelle für Ressourcen und ländliche Räume zu erstellen.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums - 13.05.2009

Redakteur: Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

Forschungspolitik

Versammlung des Ausschusses für Kernenergie

Christine Lagarde, französische Ministerin für Wirtschaft, Industrie und Arbeit, und Valérie Pecresse, französische Ministerin für Hochschulwesen und Forschung, führten den Vorsitz des Ausschusses für Kernenergie. Während dieser Versammlung, die der Forschung des französischen Zentrums für Atomenergie (CEA) in den Mikroelektronik- und Nanoelektronikbereichen gewidmet war, unterstrichen die beiden Ministerinnen die Herausforderungen der Beherrschung und der Entwicklung dieser Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit der französischen und europäischen Wirtschaft, angesichts der starken internationalen Konkurrenz.

Die Regierung unterstützt die Forschung in diesem Bereich maßgeblich, insbesondere im Rahmen der Programme Nano2012 [1] und Nano-INNOV [2], die darauf abzielen, die Forschungs- und Innovationsfähigkeit der Standorte Grenoble, Saclay und Toulouse zu stärken.

Die Ministerinnen betonten ebenfalls die Notwendigkeit, Universitätsgelände zu schaffen, die Ausbildung, Forschung und Industrie an einem Standort vereinen, mit dem Ziel den optimalen Transfer der Forschungsergebnisse in die Industrie zu gewährleisten und Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen, sei es im Rahmen bereits bestehender Unternehmen oder durch die Gründung neuer Unternehmen. Sie haben der Initiative der französischen Wissenschaftsgemeinschaft, eine Wissensgemeinschaft zu diesen Themen im Rahmen des europäischen Technologieinstituts (IET) zu gründen, Unterstützung zugesichert. Des Weiteren unterstrichen die Ministerinnen die Wichtigkeit einer breiten Verständigung über die Nanotechnologien - gemäss der jüngsten Befassung der Regierung der Nationalen Kommission für die öffentliche Diskussion - und über die Notwendigkeit, die mit den Nanotechnologien verbundenen Risiken zu kontrollieren, bevor über Gewinne diskutiert wird. Die Ministerinnen haben sich mit der Bitte an das CEA gewandt, die Mikroelektronik und die Nanotechnologien, gemäss des Beauftragungsschreibens an den geschäftsführenden Generaldirektor, zu Prioritäten ihres kommenden Zielsetzungsvertrags (2010 - 2013) zu erklären.

Der Ausschuss für Kernenergie versammelt Persönlichkeiten aus Forschung, Verteidigung und der französischen Industrie unter dem Vorsitz der Regierung, um über das Forschungsprogramm der CEA zu beraten.

Kontakte:

  • [1] Nano12 ist ein Investitionsprogramm in Isère, das STMicroelectronics, IBM, das CEA und die öffentliche Hand um die folgenden Strategieachsen vereint: Gewährleistung eines wettbewerbsfähigen Zugangs der Mikroelektronikbranche in die entsprechenden Bereiche, die Entwicklung der abgeleiteten Technologien, die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere angesichts der Stärke der südostasiatischen Staaten. Weitere Informationen über Nano12 (auf Englisch): http://www.minatec.com/cgi-bin/charge.pl

  • [2] Nano-INNOV ist ein Investitionsprogramm, das auf die Gründung von Zentren zur Integration der Nanotechnologien in Grenoble, Saclay und Toulouse abzielt. Ab 2009 kann es über eine Förderung von 70 M€ seitens der Regierung verfügen. Weitere Informationen über Nano-INNOV (auf Französisch): http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid25281/nano-innov-un-plan-en-faveur-des-nanotechnologies.html

Quelle: "Réunion du Comité d'Energie Atomique" - Website des Ministeriums für Hochschulwesen und Forschung - http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid25931/reunion-du-comite-de-l-energie-atomique.html - 07.05.2009

Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

Hochschulwesen

"Opération Campus": Bordeaux und Aix-Marseille erhalten jeweils eine halbe Million Euro

Im Rahmen des Campus-Plans der französischen Regierung, der sogenannten "Opération Campus" [1], erhalten die Campus "Aix-Marseille Université" und "Université de Bordeaux", als zwei von zwölf ausgewählten Spitzencampus, 500 Millionen bzw. 475 Millionen Euro. Dies kündigte die französische Forschungsministerin Valérie Pécresse Anfang Mai an. Diese nicht für direkte Ausgaben vorgesehenen Mittel sollen angelegt werden und mehr als 20 M€ bzw. knapp 20 M€ Zinsen pro Jahr einbringen. Mit diesen Erträgen sollen die Investitionen sowie die Instandhaltung und die Dienstleistungen während der Laufzeit des Vertrages finanziert werden. Nach Auslauf des Vertrages sollen sowohl die Gebäude als auch die Geräte schließlich den zuständigen, in einer öffentlich-privaten Partnerschaft organisierten Akteuren als Volleigentum zukommen.

Damit diese Maßnahme so schnell wie möglich in Kraft treten kann, hat die Forschungsministerin Valérie Pécresse zudem beschlossen, einen Teil der Mittel des Konjunkturpakets der Kostendeckung der Studien zu widmen. So werden die Zentren für Forschung und Hochschulwesen (PRES) in Marseille und Bordeaux umgehend jeweils über 3 Millionen Euro verfügen, die später noch ergänzt werden könnten, sobald der Umfang der Studien zur Vorbereitung des Projektes genauer bekannt ist.

Das Projekt "Aix-Marseille Université" wurde vom Evaluierungsausschuss der "Opération Campus" als eines der besten Vorhaben hinsichtlich der pädagogischen und wissenschaftlichen Aspekte ausgewählt. Die neu entstehende Universität wird, in Anlehnung an die größten international anerkannten Universitäten, fast das gesamte Fächerspektrum in der Grundlagenforschung abdecken. So soll die Sichtbarkeit der Universität unmittelbar verbessert und die besten Studenten und Forscher aus Frankreich und dem Ausland angelockt werden.

Das Vorhaben, das in erster Linie die Immobilien betrifft, sieht vor, die Lehr- und Forschungsaktivitäten thematisch zusammenzulegen, und plant dementsprechend eine Spezialisierung der Standorte mit dem Ziel, eine bessere Lesbarkeit für jedes Fach zu schaffen:

  • Geistes- und Sozialwissenschaften in Aix-en-Provence mit einer deutlicheren Schwerpunktsetzung auf die Mittelmeerregion und ihre eigenen Problematiken,
  • Biowissenschaften in Marseille-Luminy mit einem verstärkten Einsatz des "learning by doing"-Ansatzes,
  • Natur- und Ingenieurwissenschaften am Standort "l'Etoile" in Marseille,
  • Gesundheit am Standort "Timone" in Marseille,
  • interdisziplinärer Standort im Zentrum von Marseille.

Dieses Projekt bietet zudem die Gelegenheit, das studentische Leben neu zu gestalten. Beispielsweise werden die Dienstleitungen für Studenten auf ein einziges "Campusherz" im Zentrum jedes Standortes konzentriert. Bibliotheken und Dokumentationszentren sowie Sportanlagen sollen ebenfalls entstehen.

Bordeaux gehört zu den sechs besten Campus, die der Evaluierungsausschuss 2008 ausgewählt hat. Das Lehrangebot wurde dort neu konzipiert, indem sieben starke und sichtbare Schwerpunkte, sog. "universitäre Kollegs" geschaffen wurden, die das Angebot an Master- und Ingenieurstudiengängen sowie an Promotionen strukturieren sollen. Diese Schwerpunkte umfassen folgende Themen:

  • Wissenschaft und Technologie,
  • Biologie-Gesundheit,
  • Geisteswissenschaften,
  • Sozialwissenschaften,
  • Recht, Wirtschaft und Verwaltung,
  • Erziehungswissenschaften,
  • Ingenieurwissenschaften.

Zudem entstehen im Forschungsbereich drei große, mit den sieben Lehrschwerpunkten übereinstimmende Abteilungen: Wissenschaft und Technologie, Biologie-Gesundheit und Geistes- und Sozialwissenschaften.

Auch zur weiteren Verbesserung des studentischen Alltags werden Maßnahmen getroffen. Etwa 6.300 Wohnungen für Studenten und Forscher werden saniert und es sollen weitere neue Unterkunftsmöglichkeiten entstehen. Wie in Marseille sollen neue gemeinschaftliche Einrichtungen gebaut werden.

Durch das Projekt sollen die Aktivitäten an vier Standorte gebracht und fast 400.000 m◊ bereits bestehender Gebäude saniert werden. Dank der Sanierung von Gebäuden, der Ankunft von neuen Akteuren (INRIA [2] und Institut für Optik) und der Schaffung von gemeinsamen technologischen Plattformen mit der Industrie kann z.B. der Schwerpunkt "Wissenschaft und Technologie" entstehen.

[1] Dieser Plan wird in kurzer Form im Artikel "Opération Campus": Förderung von neun "innovativen" und "vielversprechenden" Campus_ in dieser Ausgabe des "Wissenschaft Frankreich" vorgestellt.

[2] INRIA: französisches Forschungsinstitut für Informatik und Automatik

Kontakte:

Quellen: Pressemitteilungen des Ministeriums für Forschung und Hochschulwesen - 06/12.05.2009

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

Hochschulwesen

"Opération Campus": Förderung von neun "innovativen" und "vielversprechenden" Campus

Am 29. April 2009 hat Frankreichs Forschungsministerin Pécresse die Summe der Fördermittel bekannt gegeben, die den sogenannten "innovativen" und "vielversprechenden" Campus im Rahmen des französischen Campus-Plans "Opération Campus" zugute kommen werden.

Die Förderung der fünf "vielversprechenden" Campus setzt sich folgendermaßen zusammen: die Campus Bretagne (Rennes), Clermont-Ferrand, Nantes und Nice-Sophia Antipolis erhalten jeweils 30 Millionen Euro, während Paris Ost (Créteil-Marne la Vallée) 50 Millionen Euro bekommt. Die vier "innovativen" Campus - Cergy, Dijon, le Havre und Valenciennes - werden jeweils in Höhe von 20 Millionen Euro gefördert [1].

Zu diesen Summen kommen Mittel hinzu, die die Kosten der Vorstudien abdecken sollen, die im Vorfeld der Umsetzung der Projekte durchgeführt werden müssen. Diese Fördermittel betragen 600.000 Euro bis 1,5 Millionen Euro pro Campus, was einer Gesamtsumme von 7,8 Millionen Euro für die neun Campus entspricht.

Somit investiert der Staat bereits 260 Millionen Euro in die oben genannten Campus. Diese Mittel ergänzen die fünf Milliarden Euro, die ausgewählten Spitzencampus zukommen. Kriterien für die Zuteilung der Fördermittel waren das wissenschaftliche Potenzial sowie die Qualität der Projekte, die Anzahl der jeweils betroffenen Studenten und das Engagement der Gebietskörperschaften in diese Dynamik.

Die "Opération Campus" ist ein vom französischen Staatspräsidenten initiiertes Sonderprogramm zur Modernisierung der universitären Immobilieninfrastruktur. Es zielt in erster Linie darauf ab, Spitzencampus zu entwickeln, die das Schaufenster der französischen Universitäten werden und die Attraktivität und die Ausstrahlung Frankreichs auf diesem Gebiet verstärken sollen. Zehn Standorte wurden 2008 von einer internationalen Jury ausgewählt. Zwei Campus sind im Rahmen des Konjunkturpakets hinzugekommen [2]. Den zwölf Standorten stehen insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung.

[1] Karte der neun "innovativen" und "vielversprechenden" Campus: http://media.enseignementsup-recherche.gouv.fr/file/06/5/50065.pdf

[2] Karte der zwölf Spitzencampus: http://media.enseignementsup-recherche.gouv.fr/file/Operation_Campus/90/6/carte12projets_44906.pdf

Kontakt: http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/pid20637/l-operation-campus.html

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Forschung und Hochschulwesen - 04.05.2009

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

Energie

Veolia optimiert seine Kraft-Wärme-Kopplungssysteme mit Wasserstoff

Dalkia, eine Tochtergesellschaft von Veolia im Energiedienstleistungssektor, testet ein neues Verfahren, das darin besteht, Wasserstoff zu erzeugen und es in die Motoren der Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KKW) [1] einzuspeisen. Diese Innovation könnte zu einer Einsparung zwischen 1 % und 3 % Erdgas führen. Das Forschungszentrum von Dalkia in Yvelines betreibt Hunderte von Erdgasmotoren, die gleichzeitig Strom und Wärme für Sozialwohnungen, gemeinschaftliche Einrichtungen, Krankenhäuser, etc. erzeugen. Jeder Motor treibt einen Drehstromgenerator an, der direkt mit dem Stromnetz verbunden ist, und gibt gleichzeitig seine Wärme und die seines Auspuffsystems an eine Wärmeaustauschanlage ab.

Zur Optimierung dieses Systems testete die Ecole des Mines von Nantes ein Verfahren, bei dem Wasserstoff im Auspuffsystem des Motors erzeugt und in die Verbrennungskammer eingespeist wird. Die Vorrichtung verfügt über einen Katalysator (Metallschicht), der im Automobilsektor bereits eingesetzt wird [2]. Durch die Wärme der verbrannten Gase erhitzt sich dieser Katalysator bis auf eine Temperatur von über 300 Grad. Unter diesen Bedingungen ermöglicht die Katalyse, dass der so erzeugte Wasserdampf zu Wasserstoff umgewandelt wird. Um die Wasserstoffproduktion zu erhöhen, wird ein Teil des Erdgases ebenfalls direkt zum Katalysator geleitet. Das "neu entstandene Gas", das etwa ein Viertel Wasserstoff enthält, wird mit "frischem" Erdgas zur Verbrennungskammer zurückgeführt. Der Wasserstoff stellt 2 % bis 3 % des in den Motor eingespritzten Kraftstoffs dar.

Nach einer im Jahr 2006 begonnen bibliographischen Studie hat das Forschungszentrum von Veolia einen ersten Prototypen in einem Elektromotor mit einer Leistung von 5 kW (kiloWatt) erprobt. Eine andere Pilotanlage mit 200 kW wurde in der Ecole des Mines getestet, um den Einsatz der Anlage in der Industrie zu erproben. Der Test ergab eine Einsparung von 2 bis 3 % im Gasverbrauch bei gleicher Strom- und Wärmeerzeugungsleistung. Selbst wenn die erhöhte Wärmeleistung die Ingenieure nicht wirklich überrascht hat, so konnten sie doch Gewinne auf elektrischer und mechanischer Ebene beobachten. Es ist möglich, dass diese Zugewinne damit zu erklären sind, dass der Wasserstoff die Verbrennung des Erdgases verbessert, da es sich besser in den Randzonen der Verbrennungskammer ausbreitet.

Die Forscher haben ein Patent angemeldet, das sich weniger auf das schon nachgewiesene Prinzip bezieht, sondern vielmehr auf die Steuerungsart des Systems für Wasserstoffdotierung. In den nächsten Monaten wird der Energiehersteller diese Technologie an sieben Standorten (sechs in Frankreich und einer in Ungarn) testen. Bei Erfolg werden die 700 KKW-Motoren von Dalkia nach und nach in das Wasserstoffdotierungssystem integriert.

[2] Delphi und PSA haben die Technologien der "Dampfreformierung" bereits probiert.

Kontakte:

Quelle: "Veolia dope à l'hydrogène ses systèmes de cogénération" - Les Echos - 27.04.2009

Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

Neurowissenschaften

Kurzlebige Hyperaktivität der jungen Nervenzellen unseres Gehirns

CNRS-Forscher des Pasteur Instituts konnten zeigen, dass neue im erwachsenen Gehirn gebildete Nervenzellen (Neuronen) des Riechkolbens [1] am Anfang ihres Lebens eine Hyperreaktivität (oder Hyperreaktionsfähigkeit) aufweisen, die sie aber nach einigen Wochen wieder verlieren, so dass sie sich nicht mehr von anderen Neuronen unterscheiden. Diese Ergebnisse könnten den bisherigen Misserfolg therapeutischer Strategien erklären, die sich auf die Transplantation zahlreicher neuer Nervenzellen gründen... Nervenzellen, die jedoch nach kurzer Zeit ihre besonderen Eigenschaften wieder verlieren! Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Neurosciences vom 03.05.2009 Online veröffentlicht [2].

Pierre-Marie Lledo und seine Arbeitsgruppe "Wahrnehmung und Gedächtnis" am Pasteur-Institut (CNRS URA 2182) haben nachgewiesen, dass neue Nervenzellen im erwachsenen Gehirn während der ersten zwölf Lebenswochen besonders stark auf Reize reagieren und gesteigerte Lernfähigkeiten aufweisen, was entscheidend für ihre Integration in die Nervenkreisläufe ist. Diese Hypersensibilität verschwindet danach und die neuen Zellen verfügen über ähnliche Eigenschaften wie die anderen. Des Weiteren konnten die Forscher zeigen, dass es nur 50 % der Zellen zwei Wochen nach ihrer Geburt gelungen ist, sich in die Nervenkreisläufe zu integrieren, was für ihr Überleben entscheidend ist.

Demzufolge gelingt es nur bestimmten Neo-Neuronen - vielleicht den aktivsten -, neue Verknüpfungen zu bilden. Durch die Eliminierung der anderen Zellen würde somit die Grundlage für die beständige und progressive Erneuerung der Nervenzellen des Riechkolbens geschaffen. Sollte sich diese Erfahrung in anderen Gehirnstrukturen bestätigen, würde es die Schwierigkeiten bei den Transplantationsversuchen zur Behandlung neurodegenerativer Krankheiten erklären. Statt neue Nervenzellen einzupflanzen, die ohnehin schon nach wenigen Wochen ihre besonderen Eigenschaften verlieren, sollte man vielmehr die natürlichen Kapazitäten des Gehirns stimulieren, kontinuierlich Nervenzellen zu produzieren.

  • [1] Der Riechkolben ist die Anschwellung an der vorderen Basis des Gehirns, wo die Riechnerven enden.
  • [2] "Neurogenesis promotes synaptic plasticity in the adult olfactory bulb", Nissant, Bardy, Katagiri, Murray & Lledo - Nature Neurosciences, Online am 03.05.2009.
  • Weitere Publikation: "Learning and survival of newly generated neurons", Mouret, Gheusi, Gabellec, de Chaumont, Olivo-Marin & Lledo - Journal of Neurosciences, 2008

Kontakt: Cécile Pérol, CNRS Presseabteilung - Tel: +33 1 44 96 43 09 - E-Mail: cecile.perol@cnrs-dir.fr

Quelle: Pressemitteilung des CNRS - 06.05.2009 - http://www2.cnrs.fr/presse/communique/1584.htm

Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

Neurowissenschaften

Das Gehirn: Meister der Absichten?

Neue Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass man nicht die Bewegung seines eigenen Körpers selbst, sondern eher die Absicht der Bewegung fühlt. Sowohl die Absicht, als auch die Bewegung selbst werden jeweils von einem anderen Gehirnareal gesteuert. Die Arbeitsgruppe um Michel Desmurget und Angela Sirigu vom Zentrum für kognitive Neurowissenschaften (CNRS - Universität Lyon) hat diese Ergebnisse in der Fachzeitschrift Science vom 8. Mai 2009 veröffentlicht [1].

Werden Hirntumore chirurgisch entfernt, wird während der OP-Vorbereitung zuweilen das Gehirn der Patienten, die nur lokal anästhesiert werden, von den Neurochirurgen elektrisch stimuliert, um das Risiko post-operativer Komplikationen zu verringern. Die Forscher haben die Gelegenheit dieses Verfahrens genutzt, um an sieben freiwilligen Patienten im Rahmen ihrer Arbeiten die Stimulierung bestimmter Areale zu untersuchen. Sie haben sich auf zwei Gehirnregionen konzentriert, die mit der Bewegung zusammenhängen, und diese elektrisch stimuliert: den hinteren Parietallappen (posteriorer Parietalkortex) und den prämotorischen Kortex (oder Großhirnrindenfeld).

Nach der Stimulierung des hinteren Parietallappens wollten die Patienten ihre oberen Gliedmassen, ihre Lippen oder Zunge bewegen, ohne dass sie dies wirklich taten. Wurde die Intensität der Stimulierung erhöht, glaubten die Patienten wirklich, dass sie sich bewegt hatten, was nicht der Fall war. Im Gegenteil dazu verursachte die Stimulierung des prämotorischen Kortex des Frontallappens eine echte Bewegung des Mundes oder der Gliedmassen, die den Patienten wiederum nicht bewusst war.

Diese Versuche zeigen, dass Absicht und Bewusstsein von unterschiedlichen Gehirnarealen abhängen. Angela Sirigu sagte zusammenfassend: "Die Bewegung ist mir nicht bewusst, weil ich mich bewege, sondern weil ich vorher die Absicht hatte, mich zu bewegen". Nach Stimulierung des Parietallappens erhielten die Forscher Aussagen wie: "Ich wollte mein Bein bewegen".

Für diesen Versuch haben die Forscher den Hirnkreislauf - von der Absicht eine Bewegung auszuführen bis hin zu ihrer bewussten Umsetzung - sozusagen komplett auseinandergenommen, und dabei festgestellt, dass jedes getrennt stimulierte Areal sich nicht darüber bewusst ist, welche Konsequenzen diese Stimulation im Allgemeinen hat.

Angela Sirigu schätzt, dass der Begriff des freien Willens zu allgemein gefasst ist. Sie stellt die Hypothese auf, dass es im Gehirn verschiedene Systeme für Vorsatzhandlungen gibt, darunter die Absicht der Bewegung, die in diesen Versuchen nachgewiesen wurde.

[1] "Movement Intention After Parietal Cortex Stimulation in Humans", Desmurget, Reilly, Richard, Szathmari, Mottolese, Sirigu - Science - 08.05.2009 - http://sciencemag.org/cgi/content/abstract/324/5928/811

Kontakt: Angela Sirigu - UMR 5229, Zentrum für kognitive Neurowissenschaft, CNRS - E-Mail: sirigu@isc.cnrs.fr

Quellen:

Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

Physik

Alain Aspect und Thomas Ebbesen geehrt

Alain Aspect und Thomas Ebbesen haben den Preis in der Elektronik und Quantenoptik 2009 für Seniorforscher gewonnen, der von der europäischen physikalischen Gesellschaft (EPS - European Physical Society) vergeben wird. Alle zwei Jahre werden die Forscher der Grundlagen- und angewandten Forschung mit diesem Preis ausgezeichnet.

Die europäische physikalische Gesellschaft ist eine internationale Gemeinschaft von Physikern, die die nationalen physikalischen Gesellschaften miteinander verbindet. Derzeit sind ungefähr 100.000 europäische Physiker eingetragen. Beide Forscher werden ihren Preis auf der Laserfachkonferenz CLEO 2009 (European Conference on Lasers and Electro-Optics), während des Kongresses World of Photonics, am 16. Juni 2009 in München in Empfang nehmen.

2009-05-22-13-32-19
Alain Aspect
Credit: CNRS Photothèque / Jerôme Chatin

Alain Aspect - 2005 Preisträger der Goldmedaille des französischen Forschungszentrum CNRS - ist derzeit Forschungsleiter im CNRS und Professor an der Graduate School am Institut für Optik der Hochschule Ecole Polytechnique in Palaiseau. Er ist Autor zahlreicher Publikationen im Bereich der Quanten- und der Atomoptik. Auf der Basis seiner Grundlagenexperimente im Jahr 1982 konnte die nicht intuitive Natur der Quantenverschränkung, an der selbst Einstein gezweifelt hatte, bestätigt werden. Diese Ergebnisse haben eine moderne Revolution der Forschung im Bereich der Quanteninformationstechnologien und der Technologienentwicklung, wie zum Beispiel der Quantenkryptografie und der Quantenrechnung ermöglicht. Seitdem hat Alain Aspect zahlreiche Studien durchgeführt. Zu nennen sind vor allem diejenigen, die sich auf die Kühlung von Atomen mithilfe von Lasern bezogen, die er gemeinsam mit Claude Cohen-Tannoudji, Nobelpreisträger für Physik 1997, zwischen 1985 und 1992 leitete. Alain Aspect ist Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaften (Académie des Sciences), der französischen Akademie der Technologien (Académie des Technologies) und ausländisches Mitglied der National Academy of Science (USA) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

2009-05-22-13-33-23
Thomas Ebbesen
Credit: © Aloyse Degiron

Thomas Ebbesen ist Professor an der Universität Straßburg und Leiter des Instituts für Wissenschaft und supramolecular Engineering in Straßburg (CNRS - Universität Straßburg). Er hat zahlreiche Themen der Physik und Chemie untersucht, darunter neue Kohlenstoffwerkstoffe. Der Preis der EPS 2009 zeichnet seine seit 1990 durchgeführten Forschungsarbeiten im Bereich der neuen optischen Eigenschaften, vor allem die Entdeckung der Übertragung von Lichtsignalen durch Öffnungen im Sub-Wellenlängenbereich, aus. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Nanowissenschaften und Photonik und betreffen zahlreiche strategische Technologien, wie die Optoelektronik, optische Kommunikationen und die Entwicklung von Sensoren der neuen Generation. Thomas Ebbesen ist als Seniorforscher Mitglied des französischen Institut universitaire de France und der Akademie für Literatur und Wissenschaften (Det Norske Videnskaps-Akademi) in Norwegen.

Internetseite der Veranstaltung World of Photonics: http://world-of-photonics.net

Quelle: Alain Aspect et Thomas Ebbesen, récompensés par la Société européenne de physique, CNRS - 12.05.2009

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

Elektromobilität

Studie der europäischen Gemeinschaft "Going Electric" als Vorbereitung eines Massendurchbruchs der Elektrofahrzeuge

Im Juni wird die europäische Kommission über die Zukunft der Elektrofahrzeuge berichten, um mögliche Aktionen zur Entwicklung dieses Fahrzeugtyps ins Leben zu rufen.

Im Vorfeld künftiger Debatten hat die europäische Gemeinschaft Going Electric die Ergebnisse einer Studie [1] veröffentlicht, die die Wahl der Elektromobilität rechtfertigt. Die Schaffung eines Massenmarktes für Elektrofahrzeuge hat bereits Fortschritte gemacht. In der Studie "Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und andere das Elektrofahrzeug betreffende Komponenten" listet Going Electric die Vorteile eines Ausbaus des elektrischen Verkehrs auf, und schlägt auf europäischer Ebene Maßnahmen vor, die diese Entwicklung fördern könnten. Die allgemeine Einführung der Elektrofahrzeuge und die Berücksichtigung des Mix bei der Energieerzeugung auf europäischer Ebene könnten den CO2-Ausstoß um fast die Hälfte, im Vergleich zu den klassischen Fahrzeugen, senken. Der Energiekonsum sollte dieser Studie zufolge immer geringer werden.

Simulationen zufolge dürfte eine Massenentwicklung dieses Marktes keine großen Probleme aufwerfen, da kein wesentlicher Ausbau der elektrischen Infrastruktur nötig sei, wenn der Anteil an Elektrofahrzeugen ein Viertel des Automobilparks darstellt. Gemäß den Ergebnissen der Studie könnte der Einsatz von Elektrofahrzeugen über kurze Entfernungen den Konsum von Erdöl weltweit um 20 Prozent senken. Die urbane Umweltverschmutzung sollte demzufolge abnehmen, die Lärmbelastung fast auf null zurückgehen und die Verkehrs- und Parkprobleme verringert werden.

Die Hilfe für Automobilhersteller würde darin bestehen, die Forschung im Bereich der Batterien zu unterstützen, um neue effizientere Technologien zu entwickeln. Investitionen in Massenproduktionskapazitäten für Fahrzeuge und Komponenten seien ebenso erforderlich. In Städten sollten zunächst Ladestationen an öffentlichen Orten die Verwendung von Elektrofahrzeugen erleichtern. Es sollten jedoch vorab Anreize geschaffen werden, wie zum Beispiel die Erlaubnis Buswege benutzen oder unentgeltlich parken zu dürfen. Für die Verbraucher zählt in erster Linie der Preis des Elektrofahrzeugs. Aus diesem Grund sollte dieser in direkter Konkurrenz zu den klassischen Fahrzeugen stehen. Da dies derzeit nicht der Fall ist, empfiehlt Going Electric die Bereitstellung von Subventionen, die es den Verbrauchern erleichtern sollen, sich für ein Elektrofahrzeug zu entscheiden.

Die Studie eröffnet neue Wege für Maßnahmen zur Förderung der Entwicklung von Elektrofahrzeugen. Sobald diese neuen Wege der in Massenproduktion hergestellten Fahrzeuge zur Wettbewerbsfähigkeit verholfen haben, könnten sie wieder eingestellt werden. Steuersenkungen, Senkung der MwSt, Befreiung von der Zulassungsgebühr oder andere finanzielle Mittel, die den Wechsel von einem Benzin- zu einem Elektrofahrzeug erleichtern, sind weitere zu untersuchende Möglichkeiten.

[1] Studie: Energy consumption, CO2 emissions, and other considerations related to Battery Electric Vehicles

Quelle: Pour un développement de masse des véhicules électriques, Techniques de l'ingénieur - 04.05.2009

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

Elektrobilität

Das CyCab vom INRIA zur Eroberung der finnischen Straßen

Hupen, Luftverschmutzung, Überlastung der Straßen und Lärm sind Stressfaktoren, die die Lebensqualität in Stadtbereichen stark beeinträchtigen. Zur Lösung dieses Problems hat die Europäische Union das Projekt CityMobil gestartet, dessen Ziel die Entwicklung innovativer öffentlicher Verkehrsmittel ist, um so die Städte freundlicher zu machen. In Ergänzung zu Bus- und U-Bahn-Linien gehört das Cybercar zu den anvisierten Lösungen: ein selbständiges und umweltfreundliches Auto.

Diese neuen alternativen Fahrzeuge sind in der Lage, sich selbständig weiterzuentwickeln. Sie stellen eine echte technologische Herausforderung dar, der sich die Forscher des Forschungszentrums INRIA [1] in Rocquencourt und des IMARA [2] gestellt haben. Diese Forscher arbeiten seit über 10 Jahren an einem Prototyp: das CyCab. Dieses Fahrzeug weist eine Besonderheit auf: es bewegt sich ohne Fahrer fort. Ein Computer unterstützt seinen Betrieb. Dieser analysiert die von Sensoren übertragenen Informationen und trifft die Entscheidungen über die weiteren Schritte: fahren, stoppen, links oder rechts abbiegen... Diese Informationen werden ihm über drei verschiedene Quellen übermittelt: die Wahrnehmung, die Navigation und die Kommunikation. Das CyCab sieht die Straße und stellt sich darauf ein. Hierfür ist es mit einem Laser und einer Kamera ausgerüstet, die es ihm erlauben, der Markierung auf der Fahrbahn zu folgen und die kleinsten Hindernisse zu erkennen und zu vermeiden. Um seine Position in Echtzeit zu kalkulieren, verfügt das Fahrzeug über ein verbessertes GPS mit einer hohen Genauigkeit. Darüber hinaus kommuniziert jedes CyCab über das Internet. Die Fahrzeuge können untereinander Informationen austauschen, um sich in geringem Abstand zu folgen. Sie können aber auch im Web surfen, um in Echtzeit Informationen über den Straßenverkehr und Staus zu erhalten.

Bei einer vom europäischen Projekt CityMobil organisierten Veranstaltung erhalten die Bewohner von Vantaa in Finnland die Möglichkeit dieses Schmuckstück der Technologie zu bewundern. Auf einer Strecke von 500 Metern vor dem Rathaus der Stadt kann man das Potential dieses revolutionären Fahrzeugs in Lebensgröße testen. Die Besucher können eines der drei Fahrzeuge von einer Basisstation oder einem Handy aus anrufen und sich an einer Station der Strecke bereitstellen lassen [3]. Das CyCab des Forschungsteams IMARA ist bis 2011 "on Tour": heute in Finnland, morgen in Norwegen, danach in Clermont-Ferrand und in den Straßen von La Rochelle...

[1] INRIA: Nationales Forschungsinstitut für Informatik und Automatik

Kontakte:

Quelle: INRIA - 07.05.2009
http://www.inria.fr/actualites/2009/vantaa_cycab.fr.html#

Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

Nanotechnologien

Nano-INNOV: ein Plan zur Förderung der Nanotechnologien

Die französische Ministerin für Hochschulwesen und Forschung, Valérie Pécresse, hat am 5. Mai 2009 den Plan "Nano-INNOV" vorgestellt. Dieser Plan zielt auf die Umsetzung einer Strategie für die Innovation im Bereich Nanotechnologien ab. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte ihn zuvor bei der Europäischen Konferenz für Innovation am 9. Dezember 2008 angekündigt. Zudem hat Valérie Pécresse ebenfalls den Lenkungsausschuss für diesen Plan eingesetzt.

Dieser Plan soll die französische Industrie befähigen, die "Kurve in den Nanotechnologien" zu kriegen. Vor diesem Hintergrund ist unter anderem die Einrichtung von Integrationszentren für Nanotechnologien in Grenoble, Saclay und Toulouse geplant, wo die Grundlagenforschung mit Unternehmen kooperieren wird, um neue Technologien zu entwickeln, Patente anzumelden und Produkte herzustellen.

Ab 2009 werden im Rahmen des Konjunkturpakets 70 Millionen Euro für "Nano-INNOV" bereitgestellt:

  • 46 Millionen Euro für den Bau eines Integrationszentrums am Standort Saclay unter der Bauherrschaft des CEA [1]. Dieses Vorhaben wird beschleunigt, indem das Konzept und die Architektur des bereits bestehenden Gebäudes "Digiteo labs" für die neuen Gebäude genutzt werden. Der Baubeginn ist für Ende des Jahres 2009 vorgesehen
  • 7 Millionen Euro für zusätzliche Mittel zur technischen Ausrüstung im Rahmen des RTB (Grundlagentechnologisches Netzwerk)
  • 17 Millionen Euro für die Ausschreibung technologischer Projekte, die zur Planung der ANR [2] für 2009 hinzukommen.

Diese Mittel ergänzen die:

  • bereits im Budget 2009 der ANR vorgesehenen 35 Millionen Euro für Projektausschreibungen und die 12 Millionen Euro für die Forschungsausrüstung
  • Dotierung der Campus-Operation, die demnächst in Grenoble, Saclay und Toulouse angekündigt wird
  • Investitionen der Gebietskörperschaften und die kommenden partnerschaftlichen Forschungsverträge.

Um einen erheblichen und effizienten Zuschuss aus den Mitteln des Konjunkturpaketes zu sichern, hat die Ministerin am gleichen Tag ebenfalls einen Lenkungsausschuss für den Plan "Nano-INNOV" eingesetzt. Er besteht aus drei Kollegien, die gleichberechtigt vertreten sind (Nanowissenschaften, Nanotechnologien und Industrie). Er wird ebenfalls Vorschläge erarbeiten, insbesondere für alle nationalen oder europäischen Initiativen.

Im Rahmen der Vorstellung des Plans wies Valérie Pécresse erneut darauf hin, dass die Exzellenz der französischen Forschung auf diesem Gebiet zwar weltweit bekannt ist (international auf dem 5. Platz, mit 3.526 Veröffentlichungen im Jahr 2006, d.h. 5,6% der weltweiten Veröffentlichungen), die Forschungsergebnisse jedoch noch zu wenig in der Industrie umgesetzt werden. Damit ist die Zahl der Arbeitsplätze und das Wachstum ebenfalls noch zu gering. Im Jahr 2005 hat Frankreich beispielsweise nur 290 Patente auf diesem Gebiet angemeldet, d.h. weniger als 2% der Patente weltweit.

[1] CEA: Französisches Zentrum für Atomenergie
[2] ANR: Französische Agentur für Forschung

Quelle: Ministerium für Hochschulbildung und Forschung - 05.05.2009 http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid25281/nano-innov-le-plan-nanotechs.html

Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

Veranstaltung

Deutsch-französische Sommerschule zum Thema Nanophotonics in Nature and Art - NanophoNArt 2009" von 7. bis 14. September 2009 in St. Pierre d'Oléron

Die Schule soll junge Wissenschaftler und Hochschullehrer zusammenführen. Vorgesehen sind Vorlesungen namhafter Forscher und Hochschullehrer, Instituts- und Museumsdirektoren über die Grundlagen und Zusammenhänge der für die Farbgebung in der Natur und der Welt der Kunst verantwortlichen zugrundeliegenden Strukturen bis hin zu Anwendungen in der Biomimetik. Zusätzlich werden praktische Übungen an portablen Analysegeräten sowie Computersimulationen und -auswertungen durchgeführt. Die Mimetik der intensiven und brillianten Farben von Schmetterlingsflügeln, Käferrücken oder von Vogelgefieder aber ebenso von farbigen Gläsern oder Keramiken ist eine grosse Herausforderung. Es ist daher dringend geboten, die Breite der Grundlagen sowie die methodischen Neuerungen, die sich auf diesem Gebiet abspielen, an Neueinsteiger, vorrangig junge Doktoranden weiterzugeben. Insbesondere besteht ein wachsender Bedarf, interessierte Studenten und junge Wissenschaftler auf dem Gebiet der Physik, Chemie, Biologie, gerade im Zusammenhang mit der Entwicklung von erfolgreichen Simulationen und Modellierungen, an derartige interdisziplinäre Arbeiten heranzuführen. Fragen der Biomimetik allgemein und hier speziell zu dem Aspekt der Farbe werden in allernächster Zukunft über die gerade in Deutschland und Frankreich bereits bestehenden Anstrengungen hinaus noch weiter steigende Aufmerksamkeit erfahren. Dazu soll diese von der " Université Franco-Allemande - Deutsch-Französische Hochschule UFA-DFH " geförderte thematische Sommerschule beitragen.

Die Hauptorganisatoren sind auf französischer Seite Prof. Serge Berthier vom Institut des NanoSciences de Paris (INSP, Université Pierre et Marie Curie) und Dr. Michel Menu vom Centre de Recherche et de Restauration des Musées de France (C2RMF) Palais du Louvre in Paris und von deutscher Seite Prof. Heinz-Eberhard Mahnke vom Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie und der Freien Universität Berlin (FU).

Die Einschreibefrist endet am 22. Juni 2009.
Bis zum 15. Juli 2009 betragen die Einschreibegebühren 100 Euro, danach 150 Euro.

Kontakt: Serge Berthier - E-Mail: serge.berthier@insp.jussieu.fr oder mahnke@helmholtz-berlin.de

Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr

[Zurück zum Inhalt]

 


 

KONTAKT

Französische Botschaft in Deutschland

Abteilung für Wissenschaft und Technologie
Adresse: Pariser Platz 5
D-10117 BERLIN
Tel: +49 30 590 03 92 50
Fax: +49 30 590 03 92 65
E-Mail: sciencetech@botschaft-frankreich.de
http://ww.wissenschaft-frankreich.de

Französische Botschaft in Österreich

Abteilung für Wissenschaft und Technologie
Adresse: Währinger Strasse 30
A-1090 Wien
Tel: +43 15 027 5324
E-Mail: julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr
http://www.ambafrance-at.org/spip.php?article989

ANMELDUNG

Sie können das Informationsblatt Wissenschaft-Frankreich ganz einfach abonnieren, indem Sie eine E-Mail an folgende Adresse senden: sciencetech@botschaft-frankreich.de