Wissenschaft Frankreich #164 – 10/06/2009
Wissenschaft-Frankreich Nr. 164 [PDF]
- Kommunikation
Neue Ausgabe der "Science Allemagne" zur Adipositasforschung in Deutschland jetzt Online verfügbar - Forschungspolitik
Steuergutscheine genießen bei den Unternehmen immer größeren Erfolg
Verstärkung der französisch-chilenischen wissenschaftlichen Zusammenarbeit
Nationale Charta zur Erstellung von wissenschaftlichen und technologischen Gutachten - Eröffnung einer neuen Forschungseinrichtung
ELSA: eine neue Forschungseinrichtung zur Analyse des Lebenszyklus - Wissenschaftliche Auszeichnung
Erstmalige Verleihung des Claude Lévi-Strauss-Preises - Energie
172 Bauernhöfe in Aveyron setzen seit 15 Jahren erfolgreich auf Nachhaltigkeit
Zwei neue Laboratorien für den Ausbau der Solarenergie - Gesundheitspolitik
Positive Ergebnisse der öffentlichen Kampagne zu Antibiotika 2002-2007 - Neurowissenschaften
Guter Rat kommt wirklich über Nacht - Mathematik
Die französische Mathematik auf dem Höhepunkt - Luft- und Raumfahrt
Europäische Konferenz für Luft- und Raumfahrt in Versailles - Informations- und Kommunikationstechnik
Start einer öffentlichen Konsultation über das Internet der Zukunft
Die miniaturisierten Kameras der Zukunft
Kommunikation
Neue Ausgabe der "Science Allemagne" zur Adipositasforschung in Deutschland jetzt Online verfügbar
Weltweit 1,7 Milliarden Übergewichtige, davon 300 Millionen Adipöse im Jahr 2003: angesichts dieser Zahlen und der beunruhigenden Entwicklung wurde Adipositas als erste nichtinfektiöse Erkrankung von der WHO zur "globalen Epidemie" erklärt. Übergewicht ist nicht mehr allein den westlichen Ländern vorbehalten. Es handelt sich vielmehr um ein globales Problem, dass auf allen 5 Kontinenten unseres Planeten anzutreffen ist. Adipositas zählt zu den 5 größten Risikofaktoren für die Gesundheit unserer modernen Gesellschaft und bezeichnet einen Body-Mass-Index - BMI, eine gewichts- und masseabhängige Größe - von über 30. Adipositas ist an der Entstehung und Verschlechterung einer Reihe häufig auftretender chronischer Krankheiten beteiligt (Diabetes mellitus Typ II, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, usw.). Sie ist im Begriff zum Problemfall Nummer 1 der Gesundheitssysteme zu werden, die sich, angesichts der schnell anwachsenden Zahl von adipösen Personen, einer Erhöhung der zu übernehmenden Behandlungskosten gegenüber sehen.
In Anbetracht dieser wachsenden Problematik bieten die Wissenschaftler weltweit alle Kräfte auf, um gegen diese Krankheit vorzugehen. Die Vielzahl der Ursachen für Adipositas (Veränderung unserer Essgewohnheiten, genetische und biologische Veranlagungen, verhaltensbezogene und kulturelle Prädisposition, usw.) macht es schwierig, diese Krankheit zu verstehen.
Die Wissenschaftler müssen das Problem der Fettleibigkeit auf verschiedenen Ebenen bekämpfen: beispielsweise durch die Identifizierung der Genveränderungen (Varianten), die das Phänomen des Übergewichts beeinflussen, durch die Untersuchung der physiologischen Mechanismen, die bei der Speicherung des Fettgewebes eine Rolle spielen als auch der neurobiologischen Prozesse, die einen Einfluss auf die Verdauung und das Hunger- bzw. Sättigungsgefühl haben. Die staatlichen Behörden nehmen ebenfalls eine Schlüsselrolle im Kampf gegen diese Gesellschaftskrankheit ein. Ebenso müssen Bemühungen der Medien, des Lebensmittelsektors und der Industrie erfolgen, um bestimmte "schlechte" Gewohnheiten verändern zu helfen. Offensichtlich besteht die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts darin, die Dichotomie der modernen Gesellschaft zu überwinden: diese zwar immer dicker werdende Gesellschaft, die sich jedoch dem Schlankheitswahn verschrieben hat.
In Deutschland sind 51% der Frauen und 66% der Männer zwischen 18 und 80 Jahren übergewichtig, d. h. 37 Millionen Erwachsene. 22% der Frauen und 19% der Männer dieser Altersgruppe sind adipös. Zahlreiche Initiativen, Programme und Aktionspläne wurden bereits gestartet, um dieser Ausbreitung der Adipositas und des Übergewichts im Land Herr zu werden. Die deutschen Forscher arbeiten bereits intensiv an der Entwicklung neuer präventiver und therapeutischer Ansätze.
Die neueste Ausgabe des Wissenschaftsfachblatts "Science Allemagne" gibt einen Überblick über die Vielfalt und die Mannigfaltigkeit der deutschen Forschungsansätze und -projekte auf diesem Gebiet.
All diese Aspekte werden in der Science Allemagne "Adipositasforschung in Deutschland: Herausforderung für die Wissenschaft und das Gesundheitswesen" durch Beiträge zahlreicher deutscher Experten beleuchtet. Die in der "Science Allemagne" veröffentlichten Artikel sind:
- Die Förderung der Adipositasforschung in Deutschland (BMBF)
- Falsche Ernährung und Adipositas
- Nutrigenomik und Adipositas
- Sozioökonomische Faktoren und Adipositas
- Folgeerkrankungen der Adipositas
- Einfluss der Adipositas auf die Mortalität
- Von der Regulation der Nahrungsaufnahme zur Adipositas-Therapie
- Politische Präventionsstrategien gegen Adipositas in Deutschland (BMG)
- Individual- und Strukturprävention: Welche Strategie ist die beste gegen Adipositas?
Die Ausgabe "Adipositasforschung in Deutschland:
Herausforderung für die Wissenschaft und das
Gesundheitswesen" können Sie kostenlos im pdf-Format
herunterladen unter:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/Resources_fm/Adipositasforschung.pdf
Diese Ausgabe des Wissenschaftsblatts "Science
Allemagne" wird anlässlich der am 12. Juni
2009 im Auditorium der Französischen
Botschaft stattfindenden Expertentagung
"International Expert Meeting: Obesity
Research in Germany and France"
veröffentlicht.
Weitere Informationen zur Teilnahme an der
Expertentagung, Programm der Veranstaltung sowie
Anmeldeformular unter: http://www.wissenschaft-frankreich.de
Die Veranstaltung ist kostenlos.
Kontakt: Julien Sialelli - Wissenschaftsabteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland - Tel: +49 30 590 03 9254 - E-Mail: julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr
Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr
Forschungspolitik
Steuergutscheine genießen bei den Unternehmen immer größeren Erfolg
Das Ministerium für Forschung und Hochschulwesen hat 2008 bei forschenden Unternehmen eine Umfrage zu Steuergutschriften durchgeführt. Die Ergebnisse stellen deutlich heraus, dass immer mehr Firmen auf dieses Instrument zurückgreifen. So haben 66 % der Unternehmen ihre Ausgaben für FuE dank der Steuerermäßigungen erhöht. Auch unter den Firmen, die dieses Instrument noch nicht nutzen, wollen 83 % demnächst davon Gebrauch machen.
58 % der Unternehmen sind der Meinung, dass die überarbeitete Form der Steuerschecks Unternehmer stark dahingehend beeinflusst, dass sie ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung erhöhen. 34 % der Firmen geben zu, dass das Instrument die partnerschaftliche Forschung fördert und für 29 % ist es Anlass, mehr Doktoranden einzustellen. Aus der Umfrage geht ebenso hervor, dass die steuerliche FuE-Förderung den spezifischen Problemen der Unternehmen auf dem Gebiet der Forschung und Innovation insofern gezielt begegnet, als das die Unternehmen die finanziellen Fragen als wichtigsten Bremsfaktor für Innovation angeben: etwa zwei Drittel der Firmen stellen den Mangel an finanziellen Mitteln als Problem in den Vordergrund.
Die Ergebnisse dieser Studie stimmen mit der letzten Meinungsumfrage überein, die von der Europäischen Beobachtungsstelle für die Steuerung von Unternehmen durchgeführt wurde und deren Schlussfolgerungen wie folgt lauten:
- 87 % der französischen Manager geben zu, dass die Steuergutschriften sie dazu veranlasst haben, ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung zu erhöhen;
- 82 % halten diese steuerlichen Beihilfen für wichtig (45 %) bzw. unentbehrlich (37 %).
Die Studie des Ministeriums für Forschung und Entwicklung wurde auf der Basis der Empfehlungen des Lenkungsausschusses zur Evaluierung der steuerlichen Förderung für forschende Unternehmen durchgeführt. Dieses 2006 eingerichtete Gremium besteht aus Statistikern und Wirtschaftswissenschaftlern, Unternehmensvertretern und Vertretern verschiedener Ministerien. Im Hinblick auf die nächste Studie (2009) beschäftigt sich der Lenkungsausschuss derzeit mit folgenden Problematiken:
- die Häufung von Beihilfen durch einige Unternehmen und der Ersatz anderer Fördermaßnahmen durch die Steuergutschriften;
- die Auswirkungen des Instruments einer steuerlichen FuE-Förderung auf das Verhalten der Unternehmen und die existierenden Hemmschwellen;
- die Auswirkung der Steuergutscheine auf ausländische Investitionen in französisches Territorium.
Steuergutschriften für forschende Unternehmen wurden in Frankreich erstmals 1994 eingeführt. Nach einer Erweiterung des Systems im Jahr 2004, überschritt die Höhe der steuerlichen FuE-Förderung die der direkten FuE-Beihilfen 2005 zum ersten Mal. Die Steuerermäßigungen für forschende Unternehmen werden auf der Grundlage der gesamten FuE-Ausgaben der Unternehmen berechnet. Somit werden insbesondere die Personal- und Sachausgaben, die der FuE im Unternehmen zugerechnet werden, die an Subunternehmer vergebene Forschung sowie die Kosten des Patentschutzes und der Erfassung der wissenschaftlichen Aktualität berücksichtigt. Die Steuergutschriften fungieren als Unternehmenssteuerermäßigungen. Seit 2008 erhalten die Unternehmen 30 % ihrer FuE-Kosten zurück. Sobald diese 100 M€ überschreiten, bekommen die Firmen nur noch 5 % erstattet. Für Ausgaben, die an öffentliche Forschungseinrichtungen vergebene Forschungsaufträge betreffen, beträgt der Satz sogar 60 %. Insgesamt stellt der Staat jährlich etwa 4 Milliarden Euro für die steuerliche FuE-Förderung bereit.
Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Forschung und Hochschulwesen - 20.05.2009
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Forschungspolitik
Verstärkung der französisch-chilenischen wissenschaftlichen Zusammenarbeit
Ende Mai 2009 wurden zwei neue Abkommen zwischen Chile und Frankreich von der französischen Forschungsministerin Valérie Pécresse und der chilenischen Bildungsministerin Monica Jimenez de la Jarra mit dem Ziel unterzeichnet, die bilaterale Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft und Hochschulwesen zu verstärken.
Im Einzelnen soll das erste Abkommen die Mobilität der Studenten aus beiden Ländern fördern. Es werden 1.000 neue Stipendien geschaffen, damit in den nächsten fünf Jahren mehr chilenische Studenten in Frankreich studieren können. Das zweite Abkommen erweitert die wissenschaftliche Kooperation auf neue Fachgebiete, wie z. B. Seismologie und Astronomie.
Diese neuen Aspekte der Kooperation ergänzen die bereits zahlreichen Austausche zwischen französischen und chilenischen Forschungseinrichtungen und Hochschulen.
Insbesondere können folgende Vorhaben hervorgehoben werden:
- 35 interuniversitäre Abkommen,
- 36 Abkommen über Doppeldiplome,
- 1 Graduiertenkolleg mit 6 chilenischen und 20 französischen Universitäten,
- 700 chilenische Studenten in Frankreich,
- 300 gemeinsame Forschungsprojekte.
Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Forschung und Hochschulwesen - 28.05.2009
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Forschungspolitik
Nationale Charta zur Erstellung von wissenschaftlichen und technologischen Gutachten
Die französische Forschungsministerin Valérie Pécresse hat den Präsidenten des IFREMER [1], Jean-Yves Perrot, den Generaldirektor des CEMAGREF [2], Roger Genet, sowie den Generaldirektor für Forschung und Innovation (DGRI) beim Ministerium für Forschung und Hochschulwesen damit beauftragt, eine nationale Charta zur Erstellung von wissenschaftlichen und technologischen Gutachten zu erarbeiten. Dieses Dokument soll einheitliche Regelungen in diesem Bereich formulieren. Die Einführung einer solchen Charta war im Rahmen des Grenelle de l'environnement (Abkommen für Umweltschutz) empfohlen worden.
Insbesondere wird diese Charta einen klaren Rahmen für die Bewältigung von Interessenkonflikten schaffen, die vor allem bei Kooperationen der Experten mit dem Privatsektor oder bei Forschungsverträgen entstehen können. Die Charta soll einfache, gemeinsame Regeln einführen, die von allen angenommen und respektiert werden, damit die Erstellung von Gutachten im wissenschaftlichen und technologischen Bereich an Transparenz gewinnt.
Die Reflexion soll in Zusammenarbeit mit dem Rat für Forschung und Technologie (CSRT) und Vertretern der Hochschuleinrichtungen durchgeführt werden. Ebenso wird sie die Erfahrungen der Einrichtungen miteinbeziehen, die bereits über eigene Regeln für Gutachten verfügen. Dabei geht es u.a. um das IFREMER und das CEMAGREF, aber auch um das INRA [3], das INERIS [4], das CIRAD [5] und die Gesundheitsbehörden.
Die Vorstände der Forschungseinrichtungen haben sechs Monate Zeit, diese Charta anzuerkennen, danach wird sie für alle Akteure der französischen öffentlichen Forschung gelten.
[1] französisches Forschungsinstitut zur Nutzung
der Meere
[2] französisches Zentrum für Landmaschinenwesen,
Agrartechnik, Gewässer und Forstwesen
[3] französisches Institut für Agrarforschung
[4] französisches Institut für Industrie und
Umweltrisiken
[5] Zentrum für internationale Zusammenarbeit in der
Agrarforschung für Drittländer
Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Forschung und Hochschulwesen - 28.05.2009
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Eröffnung einer neuen Forschungseinrichtung
ELSA: eine neue Forschungseinrichtung zur Analyse des Lebenszyklus
ELSA (Environmental Lifecycle & Sustainability Assessment) wurde im Juli 2008 im Rahmen der regionalen Plattform ECOTECH-LR durch den Zusammenschluss von Forschern, Ingenieuren und Lehrkräften in Montpellier (Region Languedoc-Roussillon) gegründet. Sie alle sind Spezialisten für Umweltprüfung oder angewandte industrielle Ökologie bei Agro-Bioverfahren (Biomasse für die Energieproduktion, landwirtschaftliche Produkte, Landwirtschaftstechnologien, Abwässer, Abfallwirtschaft, Raumplanung usw.). Die Mitglieder kommen aus den Laboratorien der fünf Gründungseinrichtungen (Cemagref, Ecole des Mines d'Alès, INRA, CIRAD, Montpellier SupAgro).
Hauptziel von ELSA ist die Schaffung einer wissenschaftlichen Synergie und einer kritischen Masse, durch die eine Spitzenforschung auf der Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung für Agro- und Bioverfahren vorangetrieben werden kann. Die Methoden, Geräte und Kompetenzen dieser in Frankreich einzigartigen multidisziplinären Einrichtung stehen der Industrie zur Verfügung und werden durch Aus- und Weiterbildungen umfassend genutzt.
ELSA wird am Mittwoch, den 10. Juni 2009 im Hörsaal von Agropolis International in Montpellier eröffnet. Nachstehend das detaillierte Programm dieses Eröffnungstages:
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9.30 - 9.45 Uhr: Empfang
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9.45 Uhr: Einführung: ELSA, eine Einrichtung zur Stärkung der ökologischen Wirtschaft
Konzepte und Herausforderungen im Bereich der Umweltprüfung und Ökoplanung. (J.M. Mérillot, Forschungsdirektion, ADEME) -
10.20 - 11.45 Uhr: ELSA, uneingeschränkte Nutzung von Spitzenkompentenzen
ELSA, eine in Frankreich einzigartige Einrichtung zur Analyse des Lebenszyklus (ACV) der Nachhaltigkeit. (Prof. V. Bellon-Maurel, Montpellier SupAgro-Cemagref, Dir. der Plattform Ecotech-LR)
ELSA in Projekten: Präsentation der 4 Projekttypen von ELSA:- ACV und erneuerbare Energien auf Algenbasis - das Projekt ANR Symbiose; A. Helias, M. Supagro - L. Lardon, INRA LBE
- ACV und Prüfung der Umweltfreundlichkeit von Berieselungsanlagen - das Projekt ANR Öko-Herausforderung; P. Roux, Cemagref UMR ITAP
- angewandte industrielle Ökologie im Industrie- und Hafengebiet von Fos sur Mer; G. Junqua, EMA LGEI
- angewandte ACV bei Gartensystemen - eine neue Herausforderung im CIRAD; C Basset-Mens, CIRAD Hortsys
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11.45 - 12.15 Uhr: ELSA - "Zusammen sind wir stark"
Die Direktoren der Gründungseinrichtungen Cemagref, CIRAD, EMA, INRA, Montpellier SupAgro kommen zu Wort.
Eröffnung durch Mme A.Y. Le Dain, Vizepräsidentin der Region Languedoc-Roussillon.
Cocktail-Empfang / Ende der Eröffnungsfeier um 13.00 Uhr
Quelle: Eröffnungsprogramm des Pools ELSA, verfasst von Colette Fatou - Beauftragte für Kommunikation und auswärtige Beziehungen - Montpellier - Tel.: +33 467 166 444, E-Mail: colette.fatou@montpellier.cemagref.fr, Webseite: http://www.cemagref.fr
Redakteur: Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr
Wissenschaftliche Auszeichnung
Erstmalige Verleihung des Claude Lévi-Strauss-Preises
Die Aufwertung der französischen Exzellenzforschung auf dem Gebiet der Human- und Sozialwissenschaften ist das Ziel des Claude Lévi-Strauss-Preises, der einen in Frankreich tätigen Forscher auszeichnen soll. Die Preisverleihung erfolgt am 29. Juni 2009.
Der Preis Claude Lévi-Strauss, der von Valérie Pécresse, Ministerin für Hochschulwesen und Forschung, anlässlich des 100. Geburtstages des französischen Anthropologen ausgeschrieben wurde, zeichnet dieses Jahr zum ersten Mal den besten in Frankreich aktiv tätigen Forscher der Human- und Sozialwissenschaften aus. Die französische Staatsbürgerschaft ist keine Voraussetzung für diese Auszeichnung.
Der Preisträger wird von einer unabhängigen Jury, bestehend aus neun Persönlichkeiten der Wissenschaft (fünf Franzosen, darunter vier Mitglieder der Académie français) und vier ausländischen Forschern, ausgewählt. Diese Jury wurde unter der Verantwortung der "Académie des Sciences morales et politiques" zusammengestellt. Raymond Boudon übernimmt den Vorsitz dieser Jury, die für drei Jahre nominiert wird. Der Claude Lévi-Strauss-Preis, in Höhe von 100.000 Euro, wird dem Preisträger persönlich von der Ministerin für Hochschulwesen und Forschung am 29. Juni dieses Jahres überreicht.
Dieser jährlich verliehene Preis soll die französische Exzellenzforschung auf dem Gebiet der Human- und Sozialwissenschaften fördern und ihr damit ein Instrument für eine gebührende Anerkennung liefern. Diese Auszeichnung ist fester Bestandteil einer globalen Politik der Aufwertung der Forschung im Bereich Human- und Sozialwissenschaften, und insbesondere der Gründung eines Campus in Condorcet - eines der ersten europäischen Lehr- und Forschungszentren für Human- und Sozialwissenschaften.
Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums - 22.04.2009
Redakteur: Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr
Energie
172 Bauernhöfe in Aveyron setzen seit 15 Jahren erfolgreich auf Nachhaltigkeit
Seit Herbst 2008 haben 172 Bauernhöfe in Aveyron ihre Dächer mit mehr als 30.000 Quadratmetern Photovoltaikzellen versehen. Die skeptischsten Bauern haben sich mit einer Versuchsfläche mit rund 10 KWh ausgestattet, während die ehrgeizigsten Bauern etwa 100 Kilowattstunden erzeugen. Dank der gemeinsamen Aktion der Bauern in Aveyron ist der Schritt zur individuellen Stromerzeugung wesentlich leichter geworden. Die Initiative greift nun auch auf andere Gemeinden mit zahlreichen neuen Projekten über.
Schon vor 15 Jahren wurden die 680 Kälberzüchter der Region aktiv, um der Qualitätsminderung ihres Fleischs entgegenzutreten. Der Branchenverband setzte sich für die Schaffung eines Label Rouge [1] ein, das die besondere Qualität dieses rosa Fleischs würdigt. Einige Hundert Kälberzüchter entschieden sich dafür, noch einen Schritt weiter zu gehen: sie gründeten die Gesellschaft SA4R und handelten eine langfristige Partnerschaft mit dem französischen Einzelhandelsriesen Auchan aus. Heute verfügt die SA4R bereits über ein Budget von 21 Millionen Euro und die Züchter planen noch weiter zu gehen.
Der beständige Kontakt zum Verbraucher hat sie dazu ermuntert, in die erneuerbaren Energien zu investieren. 70 Aktionäre der SA4R Gesellschaft beschlossen, sich der Photovoltaik zuzuwenden: sie gründeten eine Schuldenstruktur, die Adder-Gesellschaft, um einen Kredit über 15 Jahre bei der Credit Agricole aufnehmen zu können. Dieser Kredit deckt 80 % der gesamten Investitionen von 16,6 Millionen Euro ab. Die Restsumme wird von jedem Züchter durch einen Kredit über 12 Jahre aufgebracht. Die Dächer gehören der Adder-Gesellschaft, die den Subventionstarif der EDF bezieht und seinen Aktionären einen Pachtzins überweist. Des Weiteren garantiert das Gesetz einen über 20 Jahre stabilen Einspeisungstarif vonseiten der EDF. Über den Regionalrat profitierten die Züchter ebenfalls von einer europäischen Unterstützung - Federe. Trotz einer unberechenbaren Wetterlage, die unvorhersehbare Schwankungen des Wirkungsgrades auslösen kann, haben die Züchter der Region beschlossen, eine zusätzliche Fläche von 70.000 Quadratmetern zu installieren.
Kontakt: [1]: das Label Rouge ist ein französisches Qualitätsmerkmal. Es ist das einzige offizielle Zeichen, das eine ausgezeichnete Qualität kennzeichnet.
Quelle: Les Echos - http://www.lesechos.fr/info/metiers/4842746.htm - 17.03.2009
Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr
Energie
Zwei neue Laboratorien für den Ausbau der Solarenergie
Die beiden Laboratorien Puma II und Puma III, die sich der photovoltaischen und der thermischen Sonnenenergie widmen, werden die Forschungsaktivitäten des Französischen Instituts für Solarenergie (INES, [1]) in Chambéry stärken. Die beiden Institute wurden am 15. Mai 2009 von Jean-Louis Borloo, dem Minister für Ökologie, Energie, Nachhaltigkeit und Raumplanung, anlässlich der Präsentation des französischen Plans für die Entwicklung der Solarenergie, in den sich auch das CEA (Zentrum für Atomenergie) einbringt, eingeweiht.
Diese vom CEA, dem Gemeinderat der Savoie und der Region Rhône-Alpes finanzierten Einrichtungen und die dazugehörige Ausstattung sind den Programmen für die Erforschung und Entwicklung der photovoltaischen und der thermischen Sonnenenergie gewidmet. Puma II und Puma III bringen neue technische Mittel in die technologische Entwicklung dieser beiden Branchen ein:
- Puma II trägt dazu insbesondere durch einen 800m2 großen Reinraum bei, der die Mittel der Plattform Restaure, die den F&E Arbeiten für die Realisierung von Silizium-Solarzellen gewidmet ist, ergänzen wird.
- Puma III stellt unter anderem verschiedene Ausrüstungen auf einer Fläche von 650m2 zur Verfügung, wie z.B. Solarkollektoren, Wärmepumpen, Wärmespeicherung, Solarkaltgebläse für die Optimierung der Anlagen.
Der Minister Jean-Louis Borloo nahm diese Einweihung zum Anlass, den französischen Plan für die Entwicklung der Solarenergie vorzustellen. Dieser soll Frankreich dazu verhelfen, im internationalen Maßstab eine Vorreiterrolle bei der technologischen Entwicklung der Solarenergie zu spielen.
Das CEA arbeitet bereits seit mehr als 10 Jahren an der Entwicklung von Photovoltaiksystemen. Diese Forschungsarbeiten zielen in erster Linie darauf ab, Technologien zu entwickeln, die zur Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbfähigkeit dieser Systeme beitragen. Das Ziel besteht darin, einen Strompreis von unter 1€/Watt zu erreichen. Um dies zu erreichen, stellen sich die Forscher des CEA einer dreifachen Herausforderung:
- eine Steigerung des Umwandlungswirkungsgrades bei Solarzellen
- die Entwicklung preiswerter Fertigungsverfahren
- die Verringerung der Abhängigkeit von der zufallsbedingten und von bestimmten Bedingungen abhängigen Produktion
Diese vom Innovationslabor für die Technologien der Neuen Energien und der Nanomaterialen (Liten [2]) des CEA geleitete Forschung wird im INES durchgeführt. Das 2006 gegründete INES vereint in der Nähe von Chambéry die meisten französischen Akteure der Solarenergieforschung. Das in mehrere Plattformen unterteilte INES soll den schnellen Transfer von Innovationen in die Industrie fördern.
Kontakte:
- [1] INES: Institut national pour l'énergie solaire. Weitere Informationen über das INES unter: http://www.ines-solaire.com/
- [2] Liten: Laboratoire d'Innovation pour les Technologies des Energies Nouvelles et les nanomatériaux. Weitere Informationen über das Liten unter: http://www-liten.cea.fr/
Quelle: Mitteilung des CEA - http://www.cea.fr/le_cea/actualites/energie_solaire_les_laboratoires_puma-20287- 19.05.2009
Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr
Gesundheitspolitik
Positive Ergebnisse der öffentlichen Kampagne zu Antibiotika 2002-2007
Seit der Einführung des nationalen Plans "Zur Bewahrung der Wirksamkeit von Antibiotika", deren Hauptinstrument die Kampagne "Les antibiotiques, c'est pas automatique" (Antibiotika sollten nicht automatisch verschrieben werden) darstellt, haben Forscher des Pasteur Instituts und des Inserm gemeinsam mit der staatlichen Krankenversicherung (CNAM) zusammengearbeitet, um den Einfluss des Plans über den Konsum von Antibiotika in Frankreich einzuschätzen. Die Analyse der über 5 Jahre (2002-2007) gesammelten 500 Millionen Daten wurde am 02.06.2009 in der Fachzeitschrift PloS Medicine veröffentlicht [1]. Diese Analyse des Einflusses eines nationalen Optimierungsplans auf den Antibiotika-Konsum ist die größte, die je durchgeführt wurde, und könnte als Vorbild für weitere Evaluierungen von öffentlichen Gesundheitsprogrammen dienen.
Das ursprüngliche Ziel der Kampagne bestand darin, den Antibiotika-Konsum in Frankreich innerhalb von 5 Jahren um 25 % zu reduzieren. Sie zielte insbesondere auf virale Atemwegsinfektionen bei Kleinkindern ab, bei denen in 50 % der Fälle die Verschreibung von Antibiotika aufgrund des viralen Ursprungs als überflüssig erachtet wurde.
Die Forscher um Didier Guillemot der Abteilung "Pharmakoepidemiologie und Infektionskrankheiten" am Pasteur Institut (Inserm U657) haben anonyme EDV-Patientendaten analysiert, die aus der Rückerstattung der Krankheitskosten durch die Krankenversicherungen stammten. Diese individuellen Daten enthalten Informationen über das Arzneimittel, das Verordnungsdatum, das Patientengeschlecht, das Geburtsdatum und den Wohnbezirk. Parallel dazu wurden Daten zum Grippesyndrom vom Sentinelles Netzwerk [2] und demographische Daten des INSEE (Nationales Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien) einbezogen.
Die Forscher kamen dabei zu folgendem Ergebnis: zwischen 2002 und 2007 ist der Antibiotika-Konsum im Winter um 26,5 % gesunken, bei Kindern unter 6 Jahren sogar um 30,1 %. Beim Grippesyndrom sank die Anzahl der Verschreibungen von Antibiotika sogar um 40 %. Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse einer solchen Kampagne äußerst vielsprechend sind, was die Kontrolle bakterieller Resistenzen betrifft. Frankreich wurde in der Vergangenheit als eines der Länder mit der höchsten bakteriellen Resistenzrate gegen Antibiotika eingestuft. Die Bilanz dieser Kampagne unterstreicht die bedeutende Mobilisierung der französischen Wissenschaftsgemeinschaft und der Gesundheitsbehörden im Kampf gegen eine der größten Infektionen der letzten 10 Jahre. Des Weiteren macht sie deutlich, dass Frankreich, dank seines Gesundheitssystems, über eine weltweit einzigartige Möglichkeit für epidemiologische Studien zum Medikamenten-Konsum verfügt.
- [1] "Significant Reduction of Antibiotic Use in the Community after a Nationwide Campaign in France, 2002-2007", Sabuncu, David, Bernè de-Bauduin, Pépin, Leroy, Boëlle, Watier & Guillemot - PLoS Medicine - 02.06.2009
- [2] Inserm U707 - http://sentiweb.org
Kontakte:
- Corinne Jamma oder Nadine Peyrolo, Presseabteilung des Pasteur Instituts - Tel: +33 1 40 61 33 41 - E-Mail: presse@pasteur.fr
- Priscille Rivière, Inserm Presseabteilung - Tel: +33 1 44 23 60 97 - E-Mail: presse@inserm.fr
Quelle: Pressemitteilung des Pasteur Instituts - 02.06.2009
Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
Neurowissenschaften
Guter Rat kommt wirklich über Nacht
Forscher des Labors für Physiologie der Wahrnehmung und des Handelns (CNRS/Collège de France) und der Universität in Amsterdam haben gezeigt, dass das Gehirn im Schlaf die Ereignisse des Tages noch einmal durchspielt. Sie haben festgestellt, dass die im Gehirn am stärksten verankerten Informationen diejenigen waren, die nach einer Entscheidung das beste Ergebnis erbracht hatten. Die Studie wurde am 31. Mai 2009 in Nature Neuroscience Online veröffentlicht [1].
Während des Schlafs sind die Nervenzellen (Neuronen) unseres Gehirns ständig aktiv. Diese Aktivität ist von entscheidender Bedeutung, denn unser Gehirn sortiert unbewusst das Gedächtnis neu, um so seine Stabilisierung und die kontinuierliche Speicherung von Informationen zu ermöglichen.
Die Forscher aus Paris und Amsterdam brachten Ratten bei, Belohnungen in einem Labyrinth zu finden, und untersuchten anschließend die Aktivität ihrer Gehirne während des Schlafs. Das Aktionsmuster der Neuronen während des Schlafs ähnelte dem der vorher beobachteten Wachphasen während des Lernprozesses. Jedoch wurden nicht alle Abschnitte des Experiments auf die gleiche Weise im Gehirn wiederholt. Die Neuronengruppen, die bei der Entscheidung aktiv sind, und insbesondere ab dem Moment, in dem das Tier die Aufgabe verstanden und gelernt hatte, werden während des Schlafes besonders reaktiviert.
Diese Entdeckung legt nahe, dass nicht alle Informationen auf die gleiche Weise gespeichert werden, sondern nur die für das Verhalten relevantesten werden fest im Gehirn verankert. Diese Ergebnisse verbessern unser Verständnis von der Gedächtnisverarbeitung im Gehirn und wie die Informationen dort gespeichert werden.
[1] " Replay of rule-learning related neural patterns in the prefontal cortex during sleep", Peyrache, Khamassi, Benchenane, Wiener & Battaglia - Nature Neuroscience - 31.05.2009
Kontakte:
- Adrien Peyrache - Collège de France - Tel: +33 1 44 27 16 30 - E-Mail: adrien.peyrache@college-de-france.fr
- Sidney Wiener - Collège de France - Tel: +33 1 44 27 16 21 - E-Mail: sidney.wiener@college-de-france.fr
Quelle: Pressemitteilung des CNRS - 28.05.2009 - http://www2.cnrs.fr/presse/communique/1601.htm
Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
Mathematik
Die französische Mathematik auf dem Höhepunkt
Mit mehr als 1.000 Forschern stellt die französische Stiftung für mathematische Wissenschaften (Fondation sciences mathématiques, FSMP) den größten Zusammenschluss von Mathematikern dar. Zudem kann sie auf eine Spitzenforschung und zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen verweisen.
Die FSMP umfasst sechs Mitgliedsinstitutionen: das Forschungszentrum CNRS, die Ecole Normale Supérieure, die Universitäten Paris-Diderot, Pierre-et-Marie-Curie, Paris-Dauphine und das Collège de France. Mit seinen neun Pariser Laboratorien und rund 1000 Angestellten, beschäftigt sich dieser weltweit größte Mathematikerzusammenschluss mit der gesamten Bandbreite der Mathematik: von der Grundlagen-, über die angewandte Mathematik bis hin zur Grundlageninformatik.
Auf nationaler Ebene wird die FSMP-Stiftung in erster Linie durch die Finanzierung sowohl der Ausbildung von provinzialen Mathematikern am Institut Henri Poincaré (IHP), als auch von Doktorandenaufenthalten außerhalb der Hauptstadt tätig. Ziel der 2006 gegründeten Stiftung ist es, Mathematik-Laboratorien aus Paris im nationalen und internationalen Kontext zu fördern. Zu den namhaften Persönlichkeiten der FSMP zählen u.a. Laure Saint-Raymond, die für ihren Beitrag zum Verständnis der komplexen Klimaereignisse in der Äquatorzone drei Mal ausgezeichnet wurde und Josselin Garnier für seine angewandten Forschungsarbeiten im Bereich der Seismologie, die es ermöglichten, den kalifornischen Untergrund zu kartieren. Da uns die Mathematik dazu verhilft, unsere Umgebung besser zu verstehen, hat die Stiftung beschlossen, Kooperationen zwischen Forschern, der Wirtschaft und der Industrie zu unterstützen.
Paris ist jedoch nicht die einzige "Mathematiker-Stadt". Auch andere Städte, wie Peking oder Bombay, zählen immer mehr Mathematiker und "bedrohen tatsächlich die Vorrangstellung der FSMP", so Jean-Yves Chemin von der Universität Paris VI. Vor Kurzem wurde ein internationaler Exzellenzlehrstuhl eingerichtet, der jedes Jahr 15 Post-Docs empfangen wird. Des Weiteren vergibt die Stiftung einen Preis, der einem Nachwuchsforscher die Möglichkeit bietet, ein Jahr lang in einer anderen Stadt oder einem anderen Land zu forschen und der es erlaubt, renommierte Mathematiker für zwei bis drei Monate nach Paris einzuladen. Die Paris Graduate School of Mathematical Sciences steht für Master- und Doktorstipendien für ausländische Studenten, jedoch ist die Lage derzeit mehr als alarmierend, da die Zahl der Studenten immer weiter zurückzugehen scheint.
Kontakt : http://www.sciencesmaths-paris.fr
Quelle: Les mathématiques françaises au sommet, RFI - 14.05.2009
Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr
Luft- und Raumfahrt
Europäische Konferenz für Luft- und Raumfahrt in Versailles
Die europäische Luft- und Raumfahrtkonferenz (European Conference for AeroSpace Sciences, EUCASS 2009) wird in diesem Jahr vom 6. bis zum 9. Juli in Versailles stattfinden. EUCASS wurde von europäischen Wissenschaftlern und Ingenieuren mit dem Ziel initiiert, die wissenschaftliche Kommunikation sowie die Qualität der technischen Aktivitäten zu verbessern und die Austausche zwischen den Forschern und der Endverbraucher-Industrie zu fördern.
Dieses Jahr wird EUCASS insbesondere die folgenden fünf Themen behandeln:
- Systemintegration
- Flugphysik
- Flugdynamik und Flugführung, Kommunikation und Navigation (GNC)
- Strukturen und Werkstoffe
- Physik des Antriebs.
Erwartet werden unter anderem die europäische Raumfahrtagentur ESA, die Unternehmen Safran, SNPE, Thales und die Forschungszentren CNRS [1], CNES [2] und ONERA [3].
[1] CNRS: Französisches Zentrum für
wissenschaftliche Forschung
[2] CNES: Französisches Raumfahrtforschungszentrum
[3] ONERA: Französische Studien- und
Forschungseinrichtung für Luft- und Raumfahrt
Kontakt: http://www.eucass2009.com
Quelle: http://www.onera.fr/congres/2009-eucass/index.php, ONERA - 05.2009
Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr
Informations -und Kommunikationstechnik
Start einer öffentlichen Konsultation über das Internet der Zukunft
Valérie Pécresse, Ministerin für Hochschulwesen und Forschung, Luc Chatel, Staatssekretär für Industrie und Verbraucherfragen und Regierungssprecher, und Nathalie Kosciusko-Morizet, Staatssekretärin für die digitale Wirtschaft, haben am 20. Mai 2009 eine öffentliche Konsultation [1] über das Internet der Zukunft gestartet. Ziel ist es, die Meinung aller von diesem Thema betroffenen Akteure zusammenzutragen: Wissenschaftler, Forscher, Großunternehmen, KMU und die Zivilgesellschaft.
Diese Konsultation konzentriert sich insbesondere auf die Identifizierung von Themen im Zusammenhang mit dem Konzept des Internets der Zukunft, auf die Organisation der Forschung in Frankreich in diesem Bereich, auf die Koordinierung der Versuchs-Plattformen, auf die Organisation der Cluster (Pôles de compétitivité) im Bereich IKT zu dieser Thematik, auf die Standardisierung, auf die Maßnahmen zur Vorbereitung der französischen Industrie auf diese Veränderungen, etc. Auf der Grundlage dieser Konsultation soll ebenfalls ein Aktionsplan definiert werden, mit dem Frankreich seine Position im Bereich des Internets der Zukunft ausbauen kann.
Angesichts dieser großen Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung müssen Frankreich und Europa, wie auch die USA oder Japan, ihre Anstrengungen im Bereich des Internets der Zukunft strukturieren.
[1] Dieses Konsultationsformular ist bis zum 13. Juli 2009 unter http://www.telecom.gouv.fr/internetdufutur verfügbar.
Quelle: Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Hochschulwesen und Forschung - 20.05.2009 http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid27731/lancement-d-une-consultation-publique-sur-l-internet-du-futur.html
Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr
Informations -und Kommunikationstechnik
Die miniaturisierten Kameras der Zukunft
Die heutigen in Handys integrierten Mikrokameras haben große Fortschritte in Bezug auf die Größe, den Verbrauch und die Kosten erzielt. Leider sind ihre Verarbeitungsfähigkeiten noch immer begrenzt. Aufgrund der Auflösung verfügen die Kameras über eine Optik mit fester Brennweite (oder einem Autofokus) mit einer reduzierten Pixelanzahl und haben kein Verarbeitungsprogramm.
Im Rahmen des Projekts "Minimage" des Clusters (Pôle de compétitivité) Minalogic wird die neue Generation von Minikameras entwickelt. Dieses Projekt bringt Forscher aus dem Team PRIMA der französischen Institute INRIA [1], CEA LETI und LIST, der Universität von Saint-Etienne, aber auch aus der Industrie, wie STMicroelectronics, Saint-Gobain, Varioptic und DxO, zusammen. Es zielt sowohl auf die Entwicklung einer Mikrokamera mit Autofokus bis zum Jahr 2010 ab, als auch auf die Erzeugung von Bildern bis zu 12 Millionen Pixel und auf eine Software, die die Rekonstruktion, die Analyse und die Interpretation des Bildes ermöglicht, um damit neue Dienste anbieten zu können. Das gesamte System wird auf einem Multicore-Prozessor-Chip mit kostengünstiger Herstellung beruhen.
Die Forscher des INRIA greifen in einen Teil der Software ein. Diese neue Generation von Kameras stützt sich auf Innovationen, die die Embedded-Software-Entwicklung in den letzten fünf Jahren revolutioniert haben und für das Team PRIMA ein bekanntes Terrain darstellen. "Wir haben eine Algorithmus-Pyramide entwickelt, die die Komplexität der Berechnungen ohne Näherungsverfahren reduziert. Dadurch wird es möglich, die Beschreibungen von Bildern oder Bildfolgen schnell und konsequent durchzuführen", erklärt James Crowley, Leiter des Teams PRIMA. Dieser Algorithmus wird die Integration von ausgefeilten Anwendungen in Embedded-Objekte ermöglichen. Beispielsweise könnte die Handy-Kamera Gesichter in einem sehr großen Feld aufspüren und extrahieren. Der Benutzer könnte auch ein Bild oder einen Text scannen, indem er sein Handy darüber hinweg bewegt. Die Software bildet das Bild oder den Text nach, indem sie die Bilderreihen erfasst (Image Stitching). [1] INRIA: Französisches Forschungsinstitut für Informatik und Automatik
Kontakt: James Crowley, Mitarbeiter am Institut INPG und Leiter des Projektteams PRIMA - Tel: +33 476 615 396 - E-Mail: James.Crowley@inria.fr - http://www.inria.fr/recherche/equipes/prima.fr.html
Quelle: Pressemitteilung des INRIA - Mai 2009 http://www.inria.fr/actualites/inedit/mai09/cameras.en.html
Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr
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