Wissenschaft Frankreich #165 – 24/06/2009

Wissenschaft-Frankreich Nr. 165 [PDF]

 


 

Forschungspolitik

Valérie Pécresse schildert die weiteren Entwicklungen der französischen Forschung

Im Rahmen eines unerwarteten Besuches des CNRS [1] am 15.06.2009 hielt die französische Forschungsministerin Valérie Pécresse eine Rede zu den weiteren Entwicklungen der französischen Forschungslandschaft. Zuvor hatte Eric Woerth, Minister für Haushalt, öffentliche Finanzen und den öffentlichen Dienst, ihr bestätigt, dass das Ministerium für Forschung und Hochschulwesen im Jahr 2010 über 1,8 Milliarden Euro verfügen wird, darunter 800 Millionen Euro allein für die Forschung.

Die Ministerin wird einen Teil dieser Summe für die Umstrukturierung des CNRS in zehn Institute einsetzen. Diese Reform stößt bei den Forschern allerdings auf Skepsis. Der Überraschungsbesuch der Ministerin bei einer Sitzung des wissenschaftlichen Rates des CNRS hatte nicht zuletzt das Ziel, sie von der Notwendigkeit dieser Veränderung zu überzeugen. Der Rat soll sich zur neuen Zielvereinbarung des CNRS und des Staates für den Zeitraum 2009-2013 äußern.

In ihrer Rede wiederholte die Ministerin, dass das CNRS zwar eine Forschung betreibende Einrichtung bleibe, sich jedoch immer mehr zu einer Förderanstalt für Projekte entwickeln soll. Zudem wird das CNRS sein Vorrecht auf dem Gebiet der Evaluierung seiner Labore aufgeben müssen, da diese Aufgabe künftig von der nationalen Evaluierungsagentur (Aeres) übernommen wird. Diese Maßnahme wird von den Gewerkschaften, aber auch vom nationalen Komitee, dem aktuellen Evaluierungsgremium des CNRS, stark kritisiert, denn sie bezweifeln die Unabhängigkeit der Aeres genauso wie ihre Kriterien zur Evaluierung der Labore.

Valérie Pécresse verteidigte vor dem wissenschaftlichen Rat zudem die Gründung eines zehnten Institutes innerhalb des CNRS, das sich der Informationstechnologie widmen soll. Künftig soll es mit dem Inria [2] und den Universitäten eng nach dem Vorbild der nationalen Allianz für Lebens- und Gesundheitswissenschaften [3] zusammenarbeiten.

Frau Pécresse betonte weiterhin die Bedeutung der Kooperation von Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Demnächst wird experimentell ein neues Verwaltungsprinzip eingeführt. Die Universität, die den höchsten Anteil an Einheiten beherbergt, wird zukünftig für die Verwaltung der Labore im Bereich des Geschäftsablaufes zuständig sein. Zurzeit wird dieses System u.a. an der Universität Paris VI in Zusammenarbeit mit dem CNRS getestet. Um die neue Aufgabe der Universitäten zu vereinfachen, wird das Ministerium ein Handbuch der Good Practices in der Verwaltung veröffentlichen.

Bezüglich der Finanzierung der Labore hat die Ministerin die Nationale Forschungsagentur (ANR) damit beauftragt, die Dauer der Projektausschreibungen den Fachbereichen anzupassen und sich dabei auf die strategischen Arbeiten der Forschungseinrichtungen zu stützen. Die Ministerin strebt an, dass der Anteil an sogenannten "weißen Projekten" (nicht themenbezogene Projektausschreibungen) von 35% (2009) auf 50% (2010) steigt und dass der Anteil des Forschungsvertrags, der der gastgebenden Einrichtung zukommt, von 15% auf 20% erhöht wird.

Das Ministerium hat kürzlich eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um einen Foresight-Prozess bzgl. der Entwicklung der Arbeitsstellen an öffentlichen Forschungseinrichtungen und Hochschulen fachbezogen durchzuführen.

[1] französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung
[2] französisches Forschungsinstitut für Informatik und Automatik
[3] Artikel "Gründung der nationalen Allianz für Lebens- und Gesundheitswissenschaften" im Wissenschaft Frankreich 161 (22.04.2009): http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/161.htm#3

Quelle: " Recherche : Valérie Pécresse reprend l'initiative ", Le Monde - 16.06.2009

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

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Forschungspolitik

400 Millionen Euro zur Erprobung der Ideen der "Grenelle de l'environnement"

Das Ziel der Industrieländer, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 75 % zu senken, wurde ebenfalls im französischen "Grenelle de l'environnement" (Abkommen für Umweltschutz) berücksichtigt. Philippe Van de Maele, der Präsident der Französischen Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME, [1]) betont, dass "technologische Durchbrüche unerlässlich sind, um dieses Ziel zu erreichen". Die ADEME wurde mit der Verwaltung eines Demonstrationsfonds für Forschung beauftragt, der mit 400 Millionen Euro für die nächsten 4 Jahre dotiert wurde. Mit diesem Geld sollen Technologien getestet werden, die in Laboratorien bereits erforscht, sich jedoch noch nicht in der Industrialisierungsphase befinden. Folgende drei Bereiche wurden dabei berücksichtigt: Verkehr, Energie und Bauwesen.

Der Vorsitzende der Agentur, Philippe Van de Maele, und der Leiter der Abteilung "Strategie und Kommunikation", François Moisan, beantworteten am 9. Juni 2009 im Rahmen einer Pressekonferenz die Frage, worin die Aufgabe der ADEME bestehe und wie sie die Verwaltung des Fonds zu gestalten gedenken.

Nach Aussage von François Moisan sollen die 400 Millionen Euro ausschließlich den Forschungsmodulen zugute kommen, die sich mit neuen Energietechnologien beschäftigen und deren Kommerzialisierung bis 2020 vorgesehen ist. Der Fond wird von einem Lenkungsausschuss verwaltet, der sich aus dem Umweltministerium, dem Forschungsministerium und dem Wirtschaftsministerium zusammensetzt. Dieser Ausschuss erklärt die Vorschläge der ADEME für gültig und führt einen Aufruf zur Interessenbekundung durch, der einer bestimmten Roadmap folgen muss und der auf der Internetseite der ADEME veröffentlicht wird.

Nach Festlegung der Strategie hat die ADEME die ersten Projektausschreibungen zu folgenden Themen gestartet: kohlenstoffarme Fahrzeuge, Biokraftstoffe der zweiten Generation, CO2-Abscheidung und Speicherung. Vierzehn von Unternehmen und Forschungszentren eingereichte Projekte wurden ausgewählt. Die bereits umgesetzten Arbeiten stellen Investitionen von 785 Millionen Euro dar, wobei nur 40 % von der ADEME gefördert werden. Die Restsumme muss von den Projektpartnern selbst aufgebracht werden.
In dieser ersten Phase liegen die Projekte zu Fahrzeugen ohne CO2-Ausstoß mit 11 Programmen an der Spitze. Eines dieser Projekte befasst sich mit Fahrzeugen, deren Elektromotoren sich in den Rädern selbst befinden, und deren Fahrwerk aus mehreren Lithiumbatterien zusammengesetzt ist, das am Stromnetz aufgeladen oder an Tankstellen ausgetauscht werden kann. Zwei Programme beschäftigen sich mit den Biokraftstoffen der zweiten Generation. Diese nutzen thermochemische Verfahren, um einen gasförmigen oder flüssigen Kraftstoff zu erzeugen. Zum Thema CO2-Abscheidung und Speicherung wurde ein einziges Projekt ausgewählt, das sich der Entwicklung eines neuen Verfahrens widmet, mit dessen Hilfe das CO2 des Rauchs von Kohlkraftwerken extrahiert werden soll.

Die nächsten Projektaufrufe werden verstärkt die Meeresenergien, die "intelligenten" Stromnetze [2], den geringen Energieverbrauch von Gebäuden, photovoltaische Sensoren der zweiten Generation und die nachhaltige Mobilität berücksichtigen. Dieses Konzept macht deutlich, dass die Durchbrüche nicht nur die kommerzielle und technologische Seite betreffen, sondern auch die Gesellschaft.

Kontakte:
- [1] Ademe: http://www.ademe.fr - [2] Die "intelligenten" Stromnetze koppeln die dezentralisierten erneuerbaren Energiequellen und das Stromnetz.

Quelle: Le Monde - < http://www.lemonde.fr/planete/article/2009/06/17/quatre-cents-millions-d-euros-pour-tester-les-idees-du-grenelle-de-l-environnement12078143244.html#xtor=AL-32280184> - 17.06.2009

Redakteure: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr und Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr

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Pôles de compétitivité

Ausschreibung zur Einsetzung von "Botschaftern" der Pôles de compétitivité im Ausland

Die Generaldirektion für Wettbewerbsfähigkeit, Industrie und Dienstleistungen (DGCIS) hat am 15. Juni 2009 eine Ausschreibung zur Ernennung von Botschaftern der Pôles de compétitivité ("Ambassadeurs des pôles") gestartet, die den Austausch eines Führungsmitglieds eines Pôle mit einer Führungskraft eines ausländischen Clusters ermöglichen soll. Die Bewerbungsfrist für diese Stellen endet am 20. Juli 2009.

Diese neue Initiative versteht sich als "Programm für die europa- und weltweite Präsenz der Innovationsakteure". Durch die Botschafter soll ein strategisches Kontakt- und Kooperationsnetzwerk zwischen den Pôles de compétitivité, insbesondere denen mit internationaler Ausrichtung, und den besten ausländischen Clustern in verschiedenen Branchen aufgebaut werden.

Im Rahmen einer formalisierten Kooperation soll ein Austausch zwischen den Botschaftern eines Pôle und eines Clusters im Ausland stattfinden. Der Botschafter wird drei Jahre als Gast im Partnercluster arbeiten. Dort wird er über einen optimalen Zugang zu Informationen verfügen und dank seines Netzwerkes neue Kooperationen zwischen beiden Clustern bzw. zwischen ihren jeweiligen Mitgliedern aufbauen können.

Die Projekte sollen die folgenden drei Ziele verfolgen:

  • Mitgliedsunternehmen des Pôles, der sich im Rahmen der Ausschreibung bewirbt, sollen mit Mitgliedsunternehmen des Partnerclusters vernetzt werden, um langfristig technologische Partnerschaften zu schließen. Insbesondere KMU sollen miteinander verbunden werden, um eine verstärkte Internationalisierung ihrer Aktivitäten zu ermöglichen und somit die Attraktivität der Unternehmen und des Standortes zu stärken.
  • Partnerschaften zwischen den Forschungseinrichtungen des Pôles und denen des Partnerclusters im Ausland sollen angestrebt und ausgebaut werden.
  • Zwischen Universitäten des Pôles und des ausländischen Clusters sollen ebenso enge Kooperationen entstehen.

Im Rahmen der Ausschreibung (2009) können folgende Arten von Projekten unterstützt werden:

  • der Austausch von "Botschaftern" zwischen einem französischen Pôle de compétitivité und einem ausländischen Partnercluster,
  • die Ernennung eines "Botschafters" zur Vertretung mehrerer Pôles derselben Branche, um einen Austausch mit einem oder mehreren Partnerclustern zu ermöglichen,
  • die Einsetzung eines "Botschafters" innerhalb eines ausländischen Clusters, falls dieser sich einen "Botschafteraustausch" nicht leisten kann.

Des Weiteren sollen die Projekte in erster Linie die Länder und die strategischen Industriebranchen betreffen, die als Schwerpunkte in den Leistungsvereinbarungen definiert wurden, die von jedem Pôle, dem Staat sowie den Gebietskörperschaften 2009 unterzeichnet wurden.

Kontakt: http://www.competitivite.gouv.fr/spip.php?article570

Quellen:

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

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Wissenschaftliche Persönlichkeiten

Der Nobelpreisträger für Medizin Jean Dausset ist tot

Die französische Akademie der Wissenschaften bedauert den Tod von Jean Dausset mitteilen zu müssen. Jean Dasset, Träger des Nobelpreises für Medizin, verstarb am 6. Juni 2009. Jean Dasset war seit seiner Wahl am 14. Februar 1977 (Sektion für Humanbiologie und Medizinwissenschaften) Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Honorarprofessor am Collège de France sowie ehemaliger Professor an der Universität Paris-Diderot.

Die Forschungsarbeiten von Jean Dasset, die 1980 mit dem Nobelpreis für Physiologie und Medizin ausgezeichnet wurden, bezogen sich auf die Kompatibilität zwischen Spendern und Empfängern bei Organspenden und stellten einen wichtigen Fortschritt in diesem Bereich dar.

Jean Dausset verkörperte unermüdlich das Ideal der gemeinnützigen Forschung im Dienste der Menschheit. Medizin, Forschung, Lehre und Ethik bildeten die vier Eckpfeiler eines Lebenswerkes von immenser Tragweite.

Jean Dasset gründete im Jahre 1958 gemeinsam mit seinem Freund Jean Bernard das Institut für Hämatologie. In Kürze wird an der Universität eine Gedenkfeier für ihn organisiert.

Quelle: Université Paris-Diderot - 06.06.2009

Redakteur: Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr

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Energie

Staatspräsident Nicolas Sarkozy wünscht massive Investitionen in die erneuerbaren Energien

Während eines Besuchs des französischen Instituts für Solarenergie (INES, [1]) in Chambéry (Savoyen) äußerte sich der Staatspräsident Nicolas Sarkozy sehr nachdrücklich als Verteidiger der erneuerbaren Energien. Sein Kernsatz war: "Wo 1 Euro für die Kernenergie ausgegeben wird, werden wir 1 Euro für die erneuerbaren Energien ausgeben."

Der Staatspräsident vertritt die Auffassung, dass Frankreich hinsichtlich der erneuerbaren Energien zu sehr in Rückstand geraten ist, weil man glaubte, sie wegen der Kernkraft nicht zu benötigen: "Das war ein Irrtum", betonte er. Die Parität der Investitionen zwischen Kernkraft und erneuerbaren Energien, die er für dringend notwendig hält, hätte zum Ziel, "den Konsens bezüglich der Kernkraft zu erhalten und gleichzeitig dahin zu gelangen, dass diejenigen, die heute noch gegen die Kernenergie argumentieren, sie tolerieren".

Für Pierre Radanne, ehemaliger Präsident der Französischen Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME, [2]), klingt dieses Gleichgewicht der Investitionen realistisch. Heutzutage erreichen die Investitionen in die Kernenergie rund 5 Milliarden Euro pro Jahr [3]. Außerdem wurde kürzlich von der ADEME ein "Wärmekapital" (von mehreren Hundert Millionen Euro) bereitgestellt, um die Nutzung der erneuerbaren Energien für die Wärmegewinnung, insbesondere auf Kollektivebene, zu fördern. Die Industrie verhält sich hinsichtlich der Investitionen in diesen Bereich jedoch noch etwas zaghaft: die großen Industriekonzerne und Banken haben noch nicht in die erneuerbaren Energien investiert.

Nicolas Sarkozy hat den Umweltminister Jean-Louis Borloo und die Staatssekretärin für Ökologie Chantal Jouanno damit beauftragt, alle bereits existierenden Förderverfahren für erneuerbare Energien zu überprüfen. Er selbst will dann in den nächsten 3 Monaten entscheiden, welche Fördermaßnahmen beibehalten und welche modifiziert werden sollen. Er wird sich des Weiteren dafür einsetzen, dass die erneuerbaren Energien künftig nur einem eingeschränkten Steuerwesen unterliegen und das es bis zum Jahr 2012 keine Absenkung der Entgelte für die Einspeisung von Solar- und Windenergie in die Stromnetze geben wird. Als Gegenleistung wird der Staat die Hersteller von Anlagen, die "saubere" Energien nutzen, bei der Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützen. So sind derzeit in Frankreich, im Gegensatz zu Deutschland und Spanien, die jeweils 90.000 und 45.000 Mitarbeiter im Windenergiesektor beschäftigen, nur 7.000 in diesem Bereich beschäftigt.

Um die Umweltschützer zu versöhnen, schlägt der Staatspräsident vor, den Namen des Französischen Zentrums für Atomenergie (CEA, [3]) und des Französischen Erdölinstituts (IFP, [4]) zu ändern, damit ihre Aktivitäten für die erneuerbaren Energien deutlicher in Erscheinung treten.

Kontakte:
- [1] INES http://www.ifp.fr
- [2] Ademe: Französische Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft - http://www.ademe.fr
- [3] Jährlich werden 4 Milliarden Euro in den Bau der 2 Druckwasserreaktoren (EPR) in Flamanville (Manche) und Penly (Seine-Maritime) und 1 Milliarde Euro in die Forschung investiert. - [4] CEA: http://www.cea.fr
- [5] IFP: http://www.ifp.fr

Quellen:
- Le Monde - http://www.lemonde.fr/politique/article/2009/06/09/m-sarkozy-veut-investir-un-euro-dans-le-renouvelable-pour-chaque-euro-dans-le-nucleaire_1204830_823448.html - 09.06.2009
- Le Monde - http://www.lemonde.fr/archives/article/2009/06/09/la-france-doit-cesser-d-importer-ses-energies-renouvelables_1204916_0.html - 09.06.2009

Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr

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Umwelt

Das Umweltabkommen könnte ca. 600.000 Stellen schaffen

Das französische Umweltabkommen ("Grenelle de l'environnement") könnte zwischen 2009 und 2012 600.000 Stellen schaffen und 450 Milliarden Euro Umsatz verzeichnen, darunter 170 Milliarden Euro vom Staat und den Gebietskörperschaften. Das ist das Ergebnis einer im Auftrag des französischen Umweltministeriums durchgeführten Studie [1] der Consulting-Firma Boston Consulting Group (BCG), die am 16. Juni 2009 veröffentlicht wurde.

Somit bestätigt die Studie die Erwartungen der Regierung. In ihrer Studie wies die BCG darauf hin, dass der Arbeitsmarkt schnell von den umweltfreundlichen Maßnahmen des Umweltabkommens profitieren wird. Beispielsweise dank der thermischen Sanierung von Altbauten und der Einführung von neuen umweltfreundlicheren Baunormen wird die Bauwirtschaft zu dem Bereich, der am meisten vom Umweltabkommen profitiert. Damit gilt die Baubranche auf diesem Gebiet als Eckpfeiler des grünen wirtschaftlichen Aufschwungs. Die positiven Auswirkungen des Umweltabkommen auf die Wirtschaft, das sogenannte "grüne Wachstum", war auch ein wesentliches Argument, das vor der Verabschiedung des Abkommens im Parlament vom Umweltminister Jean-Louis Borloo vorgetragen wurde.

Zudem schätzt die Firma BCG, dass die Treibhausgasemissionen in Frankreich bis 2020 um 24 Prozent reduziert werden könnten. Des Weiteren berichtet die BCG, dass die derzeitige öffentliche Finanzierung zugunsten grüner Maßnahmen in Frankreich 0,9 Prozent des BIP darstellt, während sich die Unterstützung in den Vereinigten Staaten nur auf 0,1 Prozent beläuft. Es sei jedoch darauf hinzuweisen, dass die amerikanischen Angaben lediglich die Bundesausgaben berücksichtigen.

Diese positive Bewertung des Umweltkommens durch die BCG erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem die zweite Lesung des Umweltabkommensentwurfs im Parlament erfolgt.

[1] Die Studie ist nun Online verfügbar unter:
http://www.developpement-durable.gouv.fr/IMG/pdf/Etude_BCGdef_cle73f862.pdf

Kontakte:

  • Benoît Parayre - Presseabteilung des Umweltministeriums - Tel: +33 140 817 236
  • Frédérique Henry - Presseabteilung des Umweltministeriums - Tel: +33 140 813 159

Quellen:

  • Pressemitteilung des Französischen Umweltministeriums - 16.06.2009
  • "Le Grenelle de l'environnement pourrait créer 600.000 emplois" - Le Monde - 16.06.2009

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

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Umwelt

Ein Verschmutzungsmessgerät am Handgelenk

Obwohl sie auch die Zeit angibt, ist dies jedoch nicht ihre wichtigste Eigenschaft: "die Grüne Uhr" [1], die seit dem 15. Mai 2009 im Großraum Paris getestet wird. Die grüne Uhr misst sowohl den Lärmpegel, als auch den Ozongehalt - die beiden größten Verschmutzungsprobleme in Städten. Die Uhr übermittelt anschließend die Daten an eine Internetzentrale. Dabei kann jeder Bürger gleichzeitig zum mobilen Sensor sowie aktiven Umweltakteur werden, auf die Gefahr hin, dass der Stadtmensch noch häufiger auf seine Uhr sieht als zuvor.

An dem "Grüne Uhr"-Projekt, das von der Stiftung für das Internet der neuen Generation (FING für "Fondation Internet nouvelle génération") entwickelt wurde, nehmen auch die Region Ile-de-France (Großraum Paris), Unternehmen sowie die Universitäten Paris-VIII und Paris-I (CiTu) teil. Diese Initiative bietet die Möglichkeit, Tausende Luftdetektoren über die ganze Stadt zu verteilen. Derzeit gibt es im Großraum Paris lediglich 65 Luftstationen. "Die Luftsensoren von Airparif [2] sind viel besser als unsere und messen zudem nicht nur den Ozonspiegel. Die neue Uhr wirkt komplementär zum Airparif-Netzwerk, da sie eine dynamische und detaillierte Kartographie der Pariser Ozonzusammensetzung ermöglicht", so Daniel Kaplan, Delegierter der FING.

Anlässlich des Festivals "Futur en Seine" [3] wurden die ersten 30 Prototypen der grünen Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt und getestet. Die grüne Uhr besteht aus einem Plastikgehäuse mit einer LED-Anzeige. Das Gehäuse birgt einen Geräusch- und einen Ozonsensor. Dazu kommt ein GPS-Ortungssystem, das den genauen Messpunkt zu lokalisieren erlaubt. Alle fünf Sekunden werden die Daten von einem Bluetooth-Chip auf ein Handy übertragen, das über eine vom französischen Mobilfunkanbieter SFR entwickelte Anwendung verfügt. Von dort wird die enorme Datenmenge anschließend auf eine Internetplattform weitergeleitet, auf der die Daten in Echtzeit in frei zugänglichen Karten gespeichert und zusammengefasst werden.

"Wir verfolgen keine lukrativen Ziele. Die Uhr und die Plattform basieren auf dem Prinzip der offenen Technologien: Jeder kann sie nutzen, verbessern oder sogar neue Daten einbringen", fügt Kaplan hinzu. In Zukunft soll die grüne Uhr sowohl die Konzentration von CO2-Ausstößen, Feinstaubpartikeln und elektromagnetischen Wellen messen, als auch das Vorhandensein von Pollen überprüfen und quantifizieren.

DieHerstellungskosten belaufen sich derzeit auf 500,- € pro Uhr. Die Hersteller hoffen, dass die Industrie oder Gebietskörperschaften das Konzept der grünen Uhr übernehmen. Dadurch könnten sie Tausende dieser Produkte vermarkten und somit die Herstellungskosten senken.

Eine heikle Frage bleibt dennoch zu klären: die grüne Uhr gibt über jede Bewegung seines Besitzers Auskunft. Um die Privatsphäre nicht zu verletzen, untersucht die FING jetzt Möglichkeiten, wie die Daten anonym bleiben könnten. Die Informationsübertragungswege der Uhr-Besitzer sollen ebenfalls gelöscht werden.

Weitere Informationen zur grünen Uhr unter: http://www.lamontreverte.org (Französisch und Englisch).

[1] La montre verte - City Pulse
[2] Das Institut Airparif analysiert täglich die Luftzusammensetzung in Paris.
[3] Fest der digitalen Stadt, vom 29. Mai bis 7. Juni 2009 http://www.futur-en-seine.org/

Quelle: "Toutes les pollutions mesurées au poignet en temps réel" - Le Monde - 02.06.2009

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

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Bioethik

Organspende bei der Überprüfung des Bioethikgesetzes

Der letzte Tag des Bürgerforums zum Thema Bioethik "Etats généraux de la bioéthique" fand am 16. Juni 2009 in Strassburg zum Thema Organspende statt. In Frankreich sichert seit 1976 das Caillavet-Gesetz die freie anonyme Organspende und die angenommene Zustimmung des Spenders [1] (wie in Belgien und in Spanien). Trotz dieses Rahmens herrscht ein großer Mangel an Spenderorganen. Während das Bioethik-Gesetz aus dem Jahr 2004 überprüft werden soll, gibt Professor Alaa el-Ghoneimi, Abteilungsleiter für Viszeralchirurgie im Robert-Debré Krankenhaus in Paris, einen Überblick über die aktuelle Lage.

Es gibt zwei verschiedene Spenderarten: der lebende (im engen Familienkreis) und der verstorbene Organspender. In Frankreich gibt es einen relativen Mangel: der Biomedizinischen Agentur zufolge warten mehr als 13.000 Patienten auf eine Transplantation, davon 9.600 auf eine Niere.

In Frankreich, genau wie in den meisten anderen europäischen Ländern, gehören die Unentgeltlichkeit von Spenden, die Anonymität zwischen Spender und Empfänger und die angenommene Zustimmung zu den Grundprinzipien. Das System beruht auf einer realen nationalen Solidarität, dank der Koordination der Biomedizinischen Agentur zwischen Angebot und Nachfrage auf nationaler Ebene. Diese Chancengleichheit bei Organspenden gilt zum Beispiel nicht in den USA. Darüber hinaus ist das Spendenverfahren sehr kontrolliert: ein lebender Organspender wird vor der Spende von einem Richter und einem Ethikkomitee befragt. Dieses Vorgehen ist eine zusätzliche Garantie für die Familie und ein Beweis für die ethische Strenge, die beibehalten werden soll.

Für die Überprüfung des Bioethik-Gesetzes aus dem Jahr 2004 kommen verschiedene Aspekte in Frage. Eine Überlegung geht beispielsweise dahin, zu entscheiden, ob der Kreis der erlaubten lebenden Organspender vergrößert werden kann, d. h. ob er zusätzlich zu Vater, Mutter, Geschwistern und Kindern, auch die Onkel, Tanten und Cousins einschließen kann. Das System der angenommenen Zustimmung muss auch überarbeitet werden, da es nicht immer beachtet wird. Die Hinterbliebenen dürfen sich einer solchen Entnahme widersetzen, obwohl der Spender diese vorher befürwortet hatte. Dies geschieht in 30% der Fälle.

[1] Dieses Gesetz geht davon aus, dass jeder Bürger mit einer Organentnahme nach seinem Tod einverstanden ist.

Kontakt: Prof. Alaa el-Ghoneimi - Abteilungsleiter für Viszeralchirurgie, Robert-Debré Krankenhaus, Paris - Tel: +33 1 40 03 23 59 - E-Mail: alaa.elghoneimi@rdb.aphp.fr

Quelle: Le Monde - 15.06.2009

Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr

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Medizin

Eröffnung des Zentrums für Infektiologie am LyonBiopôle

Das internationale Wettbewerbscluster für Impfstoffe und Diagnostik, LyonBiopôle [1], hat am 15. Juni 2009 offiziell das Zentrum für Infektiologie eröffnet. Es soll als "in Europa einzigartige Plattform" die "Innovation dynamisieren" und die Austausche zwischen staatlicher und privater Forschung fördern. Das Zentrum wurde am 1. April 2009 auf dem Campus Charles Merieux in Lyon-Gerland eröffnet und bietet auf 1.920 m2 "nach den höchsten Sicherheitsnormen ausgestattete Labore" (P2 und P3), in denen bis zu 84 Forscher und Industrielle arbeiten können.

"Das Ziel ist die Entwicklung innovativer Lösungen" erklärte Philippe Archinard, Geschäftsführer des LyonBiopôle, und fügte hinzu, dass zurzeit mehr als 58 Projekte geprüft werden, vor allem "neue Impfstoffe und neue Diagnostiksysteme".

Alain Merieux, Geschäftsführer der Merieux Stiftung und Vater des im Juli 2006 verstorbenen ehemaligen Geschäftsführers des LyonBiopôle Christophe Merieux, unterstrich, dass die Stadt Lyon mit diesem neuen Zentrum an der Spitze des Kampfes gegen Infektionskrankheiten stehe. Das Wettbewerbscluster LyonBiopôle wurde 2005 mit dem Ziel gegründet, kollaborative F&E Projekte in den Bereichen der Infektiologie, des Virus-induzierten Krebs und der Immunologie zu entwickeln.

Mit einem auf drei Jahre angelegten Vertrag, arbeiten in diesem Zentrum für Infektiologie gegenwärtig bereits Forschergruppen aus 5 Unternehmen, darunter PX'Therapeutics [2], Transgene [3], und aus dem Inserm [4] und dem europäischen Projekt PLATINE [5].

  • [1] http://www.lyonbiopole.org/
  • [2] ein Biotechnologie-Unternehmen mit Firmensitz in Grenoble, das drei integrierte Dienstleistungs-Plattformen anbietet (F&E rekombinanter Proteine, monoklonale Antikörperentwicklung, cGMP-Herstellung); http://www.px-therapeutics.com/
  • [3] ein biopharmazeutisches Unternehmen, das therapeutische Impfstoffe und Immuntherapie-Produkte gegen Krebs und Infektionskrankheiten entwickelt; http://www.transgene.fr/fr/
  • [4] Französisches Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung
  • [5] Das Projekt PLATINE ist ein europäisches Immunomonitoring Plattformprojekt mit dem Ziel, im Bereich der Onkologie, der Onkohämatologie und der Infektiologie, Biomarker für neue therapeutische Moleküle zu identifizieren, zu entwickeln und zu bestätigen.

Kontakt: Bernard Mandrand, Wissenschaftlicher Direktor, LyonBiopôle - Tel: +33 4 72 76 53 40 - E-Mail: bernard.mandrand@lyonbiopole.com

Quelle: Pressemitteilung der AFP - 16.06.2009

Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr

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Medizin

Melatonin als Jungbrunnen?

Das Hormon Melatonin könnte den Alterungsprozess verlangsamen. Forscher des Arago Labors [1] in Banyuls sur Mer (CNRS / Pierre- und Marie-Curie-Universität) konnten feststellen, dass eine auf Melatonin basierte Behandlung eines kleinen Säugetiers das Auftreten der ersten Alterungserscheinungen hinauszögert. Die Ergebnisse wurden am 15. Juni 2009 in der Fachzeitschrift PloS ONE veröffentlicht [2].

Melatonin, besser bekannt als "Schlafhormon", wird nachts vom Körper ausgeschüttet. Als eine Art biologisches Signal für den Einbruch der Nacht ermöglicht es dieses Hormon, dass sich der Körper auf den Tagesrhythmus einstellt.

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Titel: Die Hausspitzmaus Crocidura russula
Wie bei allen jungen und erwachsenen Tieren ist das Fell dieser Hausspitzmaus seidenartig mit rötlich schimmernden gräulichen Brauntönen.
Credit: © Elodie Magnanou, Arago Labor

Im Arago Labor haben Elodie Magnanou und ihre Kollegen die Langzeitwirkung des Melatonins auf die Hausspitzmaus beobachtet, einem kleinen nachtaktiven Insektenfresser. In der Regel treten bei diesem Tier die ersten Alterungserscheinungen ab dem 12. Monat auf, hauptsächlich durch den Verlust des natürlichen Rhythmus ihrer täglichen Aktivitäten. Durch das kontinuierliche Verabreichen von Melatonin kurz vor dem 12. Monat wurde das Auftreten dieser ersten Zeichen um mindestens 3 Monate hinausgezögert, was in Bezug auf die Lebensdauer der Hausspitzmaus ein beträchtlicher Zeitraum ist [3].

Verschiedene positive Wirkungen des Melatonins sind bereits bekannt, wie beispielsweise seine Eigenschaften als Antioxydationsmittel, Antidepressiva oder als Mittel gegen Schlafstörungen. Im nächsten Schritt geht es nun darum, sich ein besseres Verständnis seiner Wirkung auf den Alterungsprozess zu erwerben, mit dem Ziel, es auch beim Menschen anwenden zu können.

[1] http://www.obs-banyuls.fr/
[2] "The timing of the shrew: continuous treatment with melatonin maintains youthful rhythmic activity in aging Crocidura russula", Magnanou, Attia, Fons, Bœuf & Falcon - PLoS ONE - 15.06.2009 [3] Die Hausspitzmaus hat in einem natürlichen Lebensraum eine Lebensdauer von 12 bis 18 Monaten und bis zu 30 Monaten in Gefangenschaft. Die Gefangenschaft zögert nicht den Zeitpunkt der ersten Alterungserscheinungen hinaus, sondern verlängert nur die Lebensdauer.

Kontakt: Elodie Magnanou - Arago Labor - Tel: +33 4 68 88 73 87 - E-Mail: elodie.magnanou@obs-banyuls.fr

Quelle: Pressemitteilung des CNRS - 15.06.2009

Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr

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Elektromobilität

250 Mio Euro für die "kohlenstofffreien Fahrzeuge"

Der französische Staatssekretär für Industrie, Luc Chatel, hat am Montag, den 15. Juni 2009 den Start einer mit 250 Millionen Euro dotierten Ausschreibung zur Entwicklung von "kohlenstofffreien Fahrzeugen" [1] angekündigt. Die Ausschreibung bezieht sich auf elektrische und Plug-in-Hybride Fahrzeuge und deren spezifische Ausstattungen. Die Gesamtsumme von 250 Millionen Euro wird in Form von zinsvergünstigten Darlehen vergeben. Diese Darlehen sind auf 50 Prozent der Gesamtinvestition begrenzt und für einen Zeitraum bis 2010 gültig. "Zu einem Zeitpunkt, in der die finanzielle Marktlage sehr schwierig ist, können diese Darlehen einen großen Einfluss auf Entscheidungen haben und sehr hilfreich sein", schätzt Luc Chatel.

Die Projekte werden nach dem Innovationspotential der industrialisierten Produkte ausgewählt, welche sich auf die anerkannten Technologien, die finanzielle Tragfähigkeit und die Perspektiven der Kommerzialisierbarkeit, sowie auf Marktstudien und Beschäftigungsperspektiven stützen", fügte er hinzu.

Dieses Darlehen ist Teil des am 9. Februar 2009 angekündigten "pacte automobile" (Abkommen für Automobile) zur Unterstützung der Automobilbranche und ergänzt die 400 Millionen Euro, die für Forschungsausgaben vorgesehen waren, sowie die ca. 50 Millionen Euro, die von der Energieagentur Ademe (Französische Agentur für Umwelt- und Energiewirtschaft) bereitgestellt wurden. Die Hersteller Renault und PSA haben jeweils bereits eine finanzielle Unterstützung über 3 Millionen Euro vom Staat erhalten.

[1] kohlenstofffreie Fahrzeuge sind Fahrzeuge mit einem sehr geringen CO2- und Schadstoffausstoß

Quelle: 250 millions d'euros pour les projets de véhicules décarbonés, Maxisciences - 12.06.2009

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

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Elektromobilität

11 Projekte für kohlenstofffreie Fahrzeuge werden vom Demonstrationsfonds der Ademe unterstützt

In einer ersten Runde wurden bereits elf Projekte [1] zu kohlenstofffreien Fahrzeugen angekündigt. Diesen steht eine Gesamtsumme von 57 Millionen Euro aus dem Demonstrationsfonds der Energieagentur Ademe (Französische Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft) zur Verfügung. Die Projekte aus dem zweiten Bewerbungsaufruf, der am 26. Juni 2009 endet, werden im Herbst ausgewählt: diesen wird im Rahmen desselben "pacte automobile" (Abkommen für Automobile) eine Gesamtsumme von 50 Millionen Euro zukommen.

"Die Idee ist einfach: wir wollen, dass in den kommenden zwei Jahren so viele standardisierte und industrialisierte Elektro- oder Teilelektrofahrzeuge zu einem annehmbaren Preis zur Verfügung stehen, wie die Franzosen es wünschen", so Umweltminister Jean-Louis Borloo. Er wünsche sich auch, dass in zweieinhalb bis drei Jahren 15 Prozent der Autokäufe "kohlenstofffrei" sind. Die Forschung bezieht sich dabei sowohl auf die Fahrzeuge selbst, als auch auf deren Ausstattung. Laut Umweltstaatssekretärin Chantal Jouanno wird es nicht nur ein typisches Fahrzeug, sondern ein ganzes Angebot an Elektrofahrzeugen geben, deren Eigenschaften dem Verwendungszweck angepasst sind.

"Ein komplett neues Instrument", hob Forschungsministerin Valérie Pécresse hervor. Die Mittel zu dessen Entwicklung stammen aus verschiedenen Quellen:

  • 200 Millionen für die kommenden 3 Jahre aus dem Predit-Programm;
  • bis zu 250 Millionen von der französischen Forschungsagentur (ANR);
  • 450 Millionen über 4 Jahre aus dem Demonstrationsfonds der Ademe.

Staatssekretärin Jouanno erinnerte auch an die Ziele, die bereits im Februar 2009 angekündigt wurden: "Frankreich steht vor strukturellen Entscheidungen, was die Infrastrukturen für Aufladestationen in den nächsten Monaten angeht, auf die sich die Entwicklung von kohlenstofffreien Fahrzeugen stützt. Wir erwarten, dass die von uns eingerichteten Arbeitsgruppen bis Juli 2009 eine Reihe von Vorschlägen unterbreiten werden". Darüber hinaus hatte die Regierung bereits Anfang des Jahres den Kauf von 100.000 kohlenstofffreien Fahrzeugen im Laufe der nächsten 5 Jahre angekündigt [2] und einen Plan zum Ausbau der Infrastruktur für Ladestationen für Elektrofahrzeuge gestartet, mit insgesamt 5 Millionen Ladestationen in den nächsten 3 Jahren, davon 500.000 bis 600.000 allein im kommenden Jahr.

[1] Die elf Projekte der ersten Runde sind:

  • VELROUE (Michelin, Renault, IFP) - Demonstrationsfahrzeug zur Bestätigung der Machbarkeit eines bimodalen Nutzfahrzeuges, dass mit zwei motorbetriebenen Reifen auf der Hinterachse ausgestattet ist.
  • FOREWHEEL (Michelin, Heuliez und CEA) - masse- und zuverlässigkeitsoptimierte Demonstrationselektrofahrzeuge, mit einer kompletten Integration verschiedener Funktionen (Bremsen, Federung, Antrieb, Räderlenkung).
  • HYDOLE (PSA, Freescale und EDF) - Elektrohybridfahrzeugkonzept, das auf interdisziplinärer Ebene (Elektromotor, Leistungselektronik, Batterien, Zusatzkomponenten, Ladeinfrastruktur…) entwickelt wird.
  • MHYGALE (Valeo, PSA und Freescale) - hybride Demonstrationssysteme zur Optimierung von " Downsizing "-Motoren (Verminderung des Hubraums).
  • VEGA/THOP (Valeo und Renault) - thermisches Bordmanagement in Elektrofahrzeugen mit dem Ziel, dabei die Reichweite zu erhöhen, die thermische Leistung zu verringern, was gleichzeitig die thermischen Quellen zur Kontrolle der Batterietemperatur bringt, und somit ihre Lebensdauer erhöht.
  • DHRT2 (Toyota, EDF, Ecoles des Mines und INES) - Experimentierungsflotte von Plug-in-Hybridfahrzeugen mit neuartiger Ladeinfrastruktur für den städtischen Bereich, und Untersuchung der Verflechtung von solarbasierten Siedlungen mit dem Transportwesen.
  • VELECTA (Aixam, CEA und INRETS) - Demonstrationselektrofahrzeug für Leicht- und Schwerfahrzeuge "ohne Führerschein" mit einer Integration von neuen Lithium-Ion Technologien und Überwachungselektronik der leistungsfähigen Batterien.
  • QUAT'ODE (Veleance und CAR&D) - Elektroleichtfahrzeug für städtische Lieferungen.
  • WATT (PVI) - Demonstrationselektrobus, der die überschüssig gespeicherte Energie nutzt und der sich an Bushaltestellen auflädt. Es ermöglicht eine Begrenzung der Batterien an Bord und begünstigt eine große Reichweite dank der Möglichkeit des beständigen Aufladens der Überkapazitäten.
  • MELODYS (Renault Trucks, PVI und IFP) - Plug-in-hybride Demonstrationsschwerfahrzeuge (12 Tonnen); für verschiedene Anwendungen (städtische Lieferungen, Kühlraumfahrzeuge, Hausmüllentsorgung).
  • ElLiSup (Iribus, CEA und EDF) - Hybridbus mit Batterien, die nach Routenbeendigung wiederaufgeladen werden und Elektrobus, als Konkurrenz zum Dieselbus.

[2] Strategie für die Entwicklung von Infrastrukturen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, Wissenschaft-Frankreich 158 - 05.03.2009

Quelle: Présentation de 11 projets de véhicules "décarbonés" issus du Fonds démonstrateur de recherche, mesure phare du Grenelle Environnement, Ministère de l'Ecologie, de l'Energie, du Développement durable et de l'Aménagement du Territoire - 18.06.2009

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

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Raumfahrt

Kooperationsvertrag zwischen dem CNES und Roscosmos zur Erforschung von Phobos

Auf der internationalen Luftfahrtmesse "Le Bourget", die vom 15. bis zum 21. Juni 2009 in der Nähe von Paris stattfand, unterzeichneten das französische Raumfahrtforschungszentrum CNES und die russische Raumfahrtagentur Roscosmos einen Kooperationsvertrag bezüglich der russischen Mission zur Erforschung von Phobos, einer der beiden natürlichen Satelliten des Mars.

Laut Vertrag werden sich die Franzosen am Einsammeln der Bodenproben von Phobos beteiligen. Die russische Sonde Phobos-Grunt, deren Start für Oktober 2009 geplant ist, besteht aus einem Fahrzeug, das eine Landestation mitführt und mit einer Rückkehrkapsel ausgestattet ist. Die Landestation verfügt über eine wissenschaftliche Nutzlast, mit deren Hilfe in situ der Boden des Phobos-Satelliten analysiert und die Entnahme der Bodenproben unterstützt werden soll. Drei Instrumente wurden vom CNES finanziert.

Ziel der Raumfahrtmission ist es, Bodenproben von Phobos auf die Erde zu transportieren, eine physikalisch-chemische Charakterisierung der Oberfläche des Satelliten vorzunehmen, die ionisierte Umgebung des Planeten Mars und seine Wechselwirkung mit dem Solarwind zu untersuchen und die Atmosphäre des Mars zu erforschen.
Der Vertrag sieht vor, dass das CNES Bodenproben von Phobos erhält, um eigene Analysen durchzuführen. Für diese Mission ist auch eine chinesische Marssonde, Yinghuo-1, die vier wissenschaftliche Instrumente umfasst und von der chinesischen Regierung entwickelt und finanziert wurde, eingeplant.

Quelle: "La France s'associe au programme russe sur Phobos", AFP - 18.06.2009

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

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Nanobiotechnologie

Das CEA auf der Konferenz "NanoBio Europe": ein internationales Treffen für die Nanobiotechnologie

Vom 16. bis 18. Juni 2009 fand in Grenoble die Konferenz "NanoBio Europa 2009" statt. Dieses internationale Treffen widmet sich den jüngsten Entwicklungen in der Nanotechnologie im Bereich Gesundheit und Medizin. Das CEA [1], der Hauptakteur der europäischen Forschung für die Nanobiotechnologie, war ebenfalls auf dieser Konferenz vertreten. Anlässlich dieser Veranstaltung präsentierte das CEA interessierten Teilnehmern das Dossier "Die Nanobiotechnologie des CEA [2]".

Die Informations- und Gesundheitstechnik zählt zu den Schwerpunkten der Forschung des CEA. Zwei seiner Einrichtungen arbeiten bei der Entwicklung von Technologien für die Gesundheit zusammen: das Referat für Lebenswissenschaften und das Referat für technologische Forschung.

Die medizinischen Anwendungen der Nanotechnologie sind sehr vielversprechend, da durch die Miniaturisierung die Möglichkeit besteht, eine gezielte Interaktion mit den biologischen Einheiten, wie Gewebe, Zellen oder Molekülen, zu schaffen.

Die Forscher des CEA in Grenoble stellen sich den zahlreichen Herausforderungen der öffentlichen Gesundheit: von der molekularen in vivo Bildgebung mit nanometergroßen Markern, über die Entwicklung neuer Miniaturkomponenten für die Diagnose bis hin zur Erforschung neuer Behandlungsmethoden.

Das CEA Grenoble hat bereits zum zweiten Mal die Konferenz "NanoBio Europe" organisiert. Durch diese Initiative und sein im Jahr 2003 gestartetes NanoBio Grenoble Projekt, konnte es seine Rolle als einer der Hauptakteure der europäischen Nanobiotechnologie behaupten.

NanoBio, der Technologiepark in Grenoble für Biologie und Gesundheit

2001 mit finanzieller Unterstützung der Gemeinden gemeinsam vom CEA in Grenoble und der Joseph-Fourier-Universität ins Leben gerufen, versteht sich das NanoBio als ein regionales Zentrum für Innovationen im Bereich Mikro- und Nanotechnologie für Anwendungen in der Biologie und dem Gesundheitswesen.

Sein Ziel besteht in der Entwicklung neuer miniaturisierter Instrumente zur Verbesserung der Analyse-, der Diagnose- und der Therapiemethoden zahlreicher Krankheiten, insbesondere Krebs, aber auch für die bakterielle Analyse von Wasser, Milch, für die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln, usw. Die wichtigsten Projekte von NanoBio werden in Verbindung mit den "Pôles de compétitivité" (Kompetenznetze) Lyon Bio Pôle (Infektiologie und Virologie), Axelera (Chemie und Umwelt) sowie dem Krebszentrum CLARA und dem 7. Forschungs-Rahmenprogramm (FRP7) der Europäischen Union durchgeführt.

[1] CEA: Französisches Zentrum für Atomenergie

Kontakt: [2] - Das Dossier "Die Nanobiotechnologien für die Gesundheit: Forschritte des Zentrums von Grenoble" ist im pdf-Format (auf Französisch) verfügbar unter:
http://www.cea.fr/content/download/20303/303986/file/Dossier-Nanobiotechnologies-CEA-16062009.pdf

Quelle: Pressemitteilung des CEA - 17.06.2009
http://www.cea.fr/le_cea/actualites/nanobio_europe_2009-20301

Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr

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Supercomputing

Das INRIA und die Universität von Illinois vereinen ihre Kräfte in einem gemeinsamen Forschungslabor im Bereich Supercomputing

Das INRIA [1] und die Universität von Illinois in Urbana Champaign haben die Einrichtung eines gemeinsamen Forschungslabors im Bereich Supercomputing angekündigt. Dieses Labor wird auf dem Gelände der Universität von Illinois errichtet und zur Forschung und Entwicklung von Algorithmen und Softwareprodukten für Petaflop-Computer beitragen. Es wird die Simulation und die Analyse von immer komplexeren Phänomenen ermöglichen, die von entscheidender Bedeutung für viele wirtschaftliche Branchen sind.

In den meisten Bereichen der Wirtschaft sind heute die Simulation von komplexen Phänomenen und die Bearbeitung von sehr großen Datenmengen entscheidend geworden. Um diesen Herausforderungen begegnen zu können, arbeiten die Forscher in der Informatik an den verschiedenen Wegen des Hochleistungsrechnens. Dieser Zweig der Forschung ist eine Priorität für die Industrie und die akademische Forschung.

Vor diesem Hintergrund bündeln das INRIA und die Universität von Illinois bereits seit über einem Jahr verstärkt ihre Forschungskompetenzen. Der Höhepunkt dieser Kooperation wurde letzte Woche mit der Unterzeichnung der Gründung des gemeinsamen Labors erreicht. Dieses Labor, in dem französische und amerikanische Forscher zusammenarbeiten, hat das Ziel, eine dauerhafte Kooperation im Bereich Supercomputing anzuregen und zu unterstützen.

Das Labor wird ab Juni 2009 seine Türen an der Universität von Illinois öffnen. Es wird dazu beitragen, Algorithmen und Softwareprodukte für Petaflop-Computer zu erforschen und zu entwickeln. Die Forscher können ihre Ergebnisse in das Projekt "Blue Waters" [2] integrieren. Dieses Projekt zielt darauf, der Wissenschaftsgemeinschaft einen Rechner anzubieten, der über ein Petaflop Arbeitsleistung verfügt. Dieser Computer, der als der weltweit leistungsstärkste angesehen wird, wird im Jahr 2011 im NCSA [3] an der Universität von Illinois in Urbana Champaign seine Arbeit aufnehmen.

Das Labor untergliedert ab sofort seine Forschungsprojekte in drei große Themenbereiche:

  • Digitale Bibliotheken
    Die zunehmende Komplexität, Größe (Anzahl der Prozessoren) und Rangfolge der Hochleistungsrechner machen die Optimierung der Leistungsfähigkeiten äußert schwierig. Sie ist jedoch notwendig, um die erwarteten Leistungen zu erreichen. Dieses Thema des gemeinsamen Labors zielt auf die Modellierung und die Optimierung der Leistungsfähigkeiten der digitalen Bibliotheken ab, die im Mittelpunkt der wichtigsten Anwendungen der Simulation stehen.

  • Fehlertoleranz
    Die PetaFlops- und ExaFlops-Rechner sind, aufgrund ihrer riesigen Anzahl an Komponenten (1 Million Prozessoren für die größten), möglicherweise anfälliger für Störungen. Um effizient zu sein, müssen diese Rechner Mechanismen nutzen, die es ihnen ermöglichen, die Anwendungen bis zum Ende und unabhängig von möglichen Störungen durchzuführen.

  • Umfeld für eine erweiterte Entwicklung
    Die parallele Programmierung, die in den 60er Jahren erfunden wurde, ist noch zu komplex, um es einem Programmierlaien zu ermöglichen, das Leistungspotenzial eines Peta-ExaScale Rechners vollständig auszuschöpfen. Das gemeinsame Labor wird hybride Programmierkonzepte entwickeln, die mehrere Programmiersprachen sowie komplett neuartige Ansätze in der Programmierung verbinden.

[1] INRIA: Französisches Forschungsinstitut für Informatik und Automatik
[3] NCSA: National Center for Supercomputing Applications

Kontakte:

Quelle: Pressemitteilung des INRIS - 11.06.2009
http://www.inria.fr/presse/pre197.fr.html

Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr

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