Wissenschaft Frankreich #166 – 8/07/2009

Wissenschaft-Frankreich Nr. 166 [PDF]

 


 

Forschungspolitik

Grünes Licht für die Fortführung der Reform des CNRS

Der Verwaltungsrat des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) hat am 25. Juni 2009 die Zielvereinbarung des Zentrums mit dem Staat für den Zeitraum 2009-2013 verabschiedet. Dabei stimmten 15 Mitglieder für die Zielvereinbarung und 6 Mitglieder (alle Vertreter des Personals) dagegen. Diese Zielvereinbarung legt die operationelle Umsetzung der Schwerpunkte des im Juli 2008 beschlossenen strategischen Plans "Horizon 2020" dar.

Laut dieser Vereinbarung wird das CNRS in zehn Institute gegliedert, die das gesamte Fachspektrum des Zentrums abdecken werden. Die Präsidentin des CNRS, Catherine Bréchignac, hat die neue Organisation mit einer "Holding von Instituten" verglichen. Die zehn Einrichtungen werden in Zusammenarbeit mit den Hochschulen für die gemischten Forschergruppen verantwortlich sein. Gleichzeitig kommt ihnen ein Auftrag der Programmierung und der Zukunftsforschung zu.

Die Zielvereinbarung legt zudem fest, dass die Führung des CNRS als "Schiedsstelle" zwischen den Instituten fungieren wird. Des Weiteren wird sie für die Frage der Interdisziplinarität zuständig sein.

Zuletzt sieht die Zielvereinbarung die Erhaltung der Arbeitsplätze und eine Erhöhung der finanziellen Mittel vor, um die Neugestaltung und die Fortführung der Exzellenzstrategie der Einrichtung zu ermöglichen.

Durch diese Neustrukturierung verliert das CNRS gewissermaßen aber auch an Autonomie. Aufgaben wie die Finanzierung und Evaluierung werden zukünftig von der Nationalen Forschungsagentur (ANR) und der Nationalen Evaluierungsagentur für Forschung und Hochschulwesen (Aeres) übernommen. Auch die Universitäten sehen sich innerhalb der gemischten Forschergruppen gegenüber dem CNRS gestärkt [1].

Derzeit beschäftigt das CNRS etwa 11.000 Forscher sowie 15.000 Ingenieure, Techniker und Verwaltungsangestellte und verfügt über einen Etat von 2,9 Milliarden Euro (ca. das Doppelte des Budgets der Max-Planck-Gesellschaft).

[1] "Valérie Pécresse schildert die weiteren Entwicklungen der französischen Forschung", WF 165 - 24.06.2009
http://aditix.sdv.fr/wissenschaft_frankreich/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/165.htm

Kontakt: http://www.cnrs.fr

Quellen:
- Pressemitteilung des CNRS - 25.06.2009
- "Le CNRS à la recherche d'un nouveau modèle", Les Echos - 25.06.2009
- "CNRS : la direction fait voter la réforme malgré la fronde", Libération - 26.06.2009

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

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Wissenschaftspolitik

Neue Organisation im französischen Agrarforschungssystem

Das Französische Institut für Agrarforschung (INRA), das Zentrum für internationale Zusammenarbeit in der Agrarforschung für Drittländer (CIRAD), die Hochschulen AgroParisTech, Agrocampus Ouest, Montpellier SupAgro und UNV-Toulouse haben am 29. Juni 2009 ein Grundabkommen unterzeichnet, das den Startschuss für das am 13. Mai 2009 von diesen 6 Einrichtungen gegründete Französische Konsortium für Landwirtschaft, Ernährung, Tiergesundheit und Umwelt [1] gibt. Ziel der 6 Agrarforschungseinrichtungen ist es, ihre Aktionen auf dem Gebiet der französischen Agrarforschung und -bildung auf internationaler Ebene zu verstärken und sich den aktuellen globalen Herausforderungen auf diesen Gebieten zu stellen.

Ziel der Gründung dieser privilegierten Partnerschaft ist es, gemeinsam neue Agrar- und Ernährungsmodelle zu entwickeln. Des Weiteren werden die verschiedenen Einrichtungen ihre sich ergänzenden Kompetenzen und ihr Wissen zugunsten der nachhaltigen Bewirtschaftung der Ressourcen und Territorien, sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern, bündeln. Der Verbund möchte zudem die Bildung, die Innovation und den Wissenstransfer und -austausch fördern.

Das Konsortium wurde vom Französischen Landwirtschaftsministerium, dem Französischen Ministerium für Bildung und Forschung, und dem Französischen Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten in Form einer öffentlichen Einrichtung für wissenschaftliche Zusammenarbeit gegründet. Ziel ist es, die Leistung und die Sichtbarkeit des nationalen Forschungssystems in den oben genannten Bereichen zu verstärken.

Das Konsortium wird Programme unterstützen, die Bildung und Forschung bündeln. Es wird ebenfalls die Schaffung einer internationalen Graduiertenschule ermöglichen. In Zukunft können sich weitere Agrarforschungseinrichtungen diesem Konsortium anschließen. Diese Art von Partnerschaft ergänzt und verstärkt die bereits geschlossenen Allianzen zwischen den verschiedenen Akteuren des französischen Forschungssystems, den Forschungsinstituten und den Universitäten.

[1] Consortium national pour l'agriculture, l'alimentation, la santé animale et l'environnement

Kontakte:
- Sylvie Colleu - Presseabteilung des INRA - Tel: +33 142 759 555 - E-Mail: sylvie.colleu@paris.inra.fr
- Anne Hebert - Presseabteilung des CIRAD - Tel: +33 153 702 057 - E-Mail: anne.hebert@cirad.fr

Quelle: Pressemitteilung des französischen Instituts für Agrarforschung - 30.06.2009

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

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Wissenschaftspolitik

Gründung eines neuen Forschungszentrums für Meeresvielfalt und -biotechnologien

Das von Prof. Philippe Lebaron geleitete Arago Laboratorium wird ab 2014 ein neues Forschungszentrum für Meeresvielfalt und -biotechnologien beherbergen. Das Projekt ist eine Partnerschaft zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor, das sich auf 11 Millionen Euro (ohne MwSt.) beläuft. Das Zentrum wird von zahlreichen Partnern unterstützt [1]. Ziel ist es, Forschung, Bildung und Wissenstransfer im Hinblick auf die marine Vielfalt und Ökologie zu bündeln.

Das Projekt wird ebenfalls zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region (Côte de Vermeille) beitragen. So wird die Einrichtung dieses neuen Zentrums beispielsweise ca. 20 Stellen schaffen. Die erst seit 2001 auf dem Banyuls Campus arbeitende gemischte Forschergruppe der UMPC-CNRS und der Pierre-Fabre-Laboratorien erhält eine zusätzliche Unterstützung, um die Erforschung der von im Meer lebenden Mikroorganismen produzierten Naturstoffe zu intensivieren. Diese oft unterschätzten Moleküle könnten beispielsweise für Sonnencremes oder Krebsbehandlungen verwendet werden. Die Forschung in der Biotechnologie zielt auch auf die Entwicklung von Biosensoren ab, die den Zustand der Ökosysteme ermitteln sowie die Erkennung von toxischen Arten und Umweltschadstoffen ermöglichen. Des Weiteren wird die Vielfalt der Mikroorganismen Gegenstand der Grundlagenforschung sein. Im zukünftigen Forschungszentrum sind ebenfalls spezifische Räumlichkeiten vorgesehen, um Start-up-Unternehmen aufzunehmen.

Das Zentrum wird mit dem Biodiversarium auch ein pädagogisches Projekt anbieten. Mit diesem Aquarium sollen wissenschaftliche Kenntnisse über die Ökologie und die Artenvielfalt vermittelt werden. Es soll ca. 110.000 Besucher anziehen. In diesem Aquarium werden keine exotischen, sondern nur lokale Tierarten aus dem Mittelmeerraum zu sehen sein.

[1] von den Pierre-Fabre-Laboratorien, dem Staat, der Region, dem Departement, dem Kommunen-Bündnis, der Kommune von Banyuls, der Universität Pierre und Marie Curie (UPMC), der Universität Perpignan, dem französischen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) und durch das Institut für Ökologie und Umwelt (INEE).

Kontakte:
- Priscilla Dacher - Presseabteilung des CNRS - Tel: +33 144 964 606 - E-Mail: priscilla.dacher@cnrs-dir.fr
- Claire de Thoisy-Méchin - Presseabteilung des UPMC - Tel: +33 144 272 334 - E-Mail: claire.de_thoisy-mechin@upmc.fr

Quelle: Pressemitteilung des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung - 02.07.2009

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

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Clusterpolitik

Ausschreibung für neue Pôles de compétitivité im Bereich Umwelttechnologie

Die französische Regierung hat eine Ausschreibung gestartet, die zur Nominierung einer begrenzten Anzahl von neuen Pôles de compétitivité führen soll mit dem Ziel, die Abdeckung des Themenfeldes "Umwelttechnologie" durch die Pôles zu verbessern.

Die Auswahlkriterien und -verfahren werden dieselben sein, wie die für die im Dezember 2004 gestartete Ausschreibung. Ebenso wird dabei berücksichtigt, welche Themen von den 71 bereits bestehenden Pôles behandelt werden und welche Synergien und Ergänzungen durch die neuen Pôles entstehen könnten.

Der Schaffung von neuen Pôles de compétitivité liegt eine Ankündigung des Premierministers anlässlich des Starts der zweiten Phase der Politik der Pôles am 24. September 2008 zugrunde [1]. Dabei wird der Idee Rechnung getragen, dass die Anerkennung und die Verstärkung der Kompetenzen in den Regionen unentbehrlich sind, damit die französische Industrie Technologien liefern kann, die eine nachhaltige und umweltfreundliche Entwicklung der Gesellschaft und der Industrie ermöglichen.

Die Ausschreibung endet am 2. Oktober 2009. Die Ergebnisse sollen Ende 2009 bekannt gegeben werden.

Des Weiteren sollen 13 Pôles durch einen unabhängigen Auditor im Herbst erneut begutachtet werden. Bei ihnen wurde der Bedarf für eine grundsätzliche Neugestaltung im Rahmen einer Evaluierung der Pôles für den Zeitraum 2006-2008 festgestellt [2]. Auf der Basis der Ergebnisse des Audits wird dann über die Zukunft der Pôles entschieden.

Somit wird die Regierung voraussichtlich Ende 2009 die neu organisierte Landschaft der Pôles de compétitivité vorstellen können.

[1] "Grünes Licht für die 2. Phase der Politik der französischen Pôles de compétitivité", WF 151 - 15.10.2008 - http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/151.htm#3
[2] http://www.wissenschaft-frankreich.de/informationen/aktuelles/index.php?id=1930770317822194001

Kontakt: http://www.competitivite.gouv.fr

Quelle: Pressemitteilung der Umwelt- und Forschungsministerien - 30.06.2009

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

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Umweltpolitik

Das Ende der klassischen Glühbirnen

Seit dem 1. Juli 2009 dürfen Glühbirnen mit einer Stärke von 100 Watt oder darüber, nicht mehr im Handel verkauft werden. Das endgültige Aus für diese "klassischen" Glühlampen zugunsten der "Energiesparlampen" ist für 2012 vorgesehen.

Im Rahmen des "Grenelle de l'environnement" (Abkommen für Umweltschutz) wurde im Oktober 2008 ein Abkommen zwischen dem Ministerium für Ökologie, Energie, Nachhaltigkeit und Raumplanung sowie verschiedenen Akteuren des Großhandels und der Baugroßmärkte unterzeichnet, mit dem Ziel, die klassischen Glühlampen aus dem Handel zu verdrängen und den Verkauf von Energiesparlampen zu fördern.

Liste der damals eingegangenen Verpflichtungen:

  • Erhöhung des Marktanteils von Energiesparlampen der Energieeffizienzklasse A und B, um bis Ende 2010 einen Marktanteil von 35 % zu erreichen.
  • Herausnahme aus dem Handel von Produkten mit hohem Energieverbrauch.
  • Durchführung von Werbemaßnahmen, um den Einkaufspreis von Energiesparlampen zu senken.
  • Verbesserung der Qualität von kompakten Halogenlampen. Alle zum Verkauf stehenden Produkte müssen den Anforderungen des europäischen Ökoprofils entsprechen (Version Januar 2008).
  • Förderung des Sammelns und Recycelns von verfallenen Produkten. Die kompakten Halogenlampen enthalten geringe Mengen an Merkur. Es ist unbedingt notwendig, die gebrauchten Produkte zu einer Recycling-Sammelstelle zu bringen.
  • Verbesserung der Information und Sensibilisierung der Konsumenten, um ihre Käufe auf Energiesparlampen zu lenken und um mehr Käufer zum Recycling zu animieren.
  • Verfolgung der Umsetzung des Abkommens, durch die Erstellung von Anwendungsbilanzen für das Ministerium für Ökologie, Energie, Nachhaltigkeit und Raumplanung.

Hauptgründe, die zu dieser Alternativentscheidung geführt haben:

Vorteil gegenüber den klassischen Glühbirnen:
Durch den Ersatz der klassischen Glühbirnen durch Energiesparlampen könnte Frankreich 8 Terawatt-Stunden Stromverbrauch einsparen (d.h. doppelt so viel wie ganz Paris innerhalb eines Jahres an Strom verbraucht).

Nachteil der klassischen Glühlampen:

  • mit einer Glühlampe werden lediglich 5 % der Energie in Licht umgewandelt, die restliche Energie wird in Hitze umgewandelt.
  • die Glühlampen haben eine eingeschränkte Lebensdauer (ca. 1000 Stunden).
  • die Glühlampen haben zwar einen günstigen Kaufpreis, verbrauchen jedoch 4-5 Mal mehr Energie als eine Energiesparlampe und haben eine 6-10 Mal kürzere Lebensdauer (sogar 15 Mal gegenüber einer leistungsstärkeren Glühlampe - Lebensdauer ca. 15000 h).

Quelle: ADEME - 01.07.2009

Redakteur: Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr

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Wissenschaftsveranstaltung

6. internationale Konferenz über die Energieeffizienz bei motorisierten Systemen, 14.-17. September 2009 in Nantes

Präsentation :

Nach dem Erfolg der ersten fünf EEMODS -Konferenzen, die in Lissabon (1996), London (1999), Treviso (2002), Heidelberg (2005) und Peking (2007) stattgefunden haben, organisieren das CETIM und die ADEME vom 14.-17. September 2009 in Nantes, mit den wissenschaftlichen und technischen Partnern der Generaldirektion des gemeinsamen Forschungszentrums der Europäischen Kommission, die 6. Internationale Konferenz über die Energieeffizienz bei motorisierten Systemen.

Die vorangegangenen EEMODS-Konferenzen haben ein immer größer werdendes internationales Publikum angezogen, bestehend aus einem breit gefächerten Angebot an Referenten im Bereich Entwicklung, Herstellung und Förderung der energiesparenden motorisierten Systeme, einschließlich der Hauptakteure der Energiepolitik und der Endbenutzer.

EEMODS'09 ist ein Forum mit Diskussionen und Debatten über die jüngsten Entwicklungen über die Umweltverträglichkeit der mit Elektromotoren ausgestatteten Systeme, über die Strategien und die laufenden Programme und über die bei der Verbreitung und Verwendung der energiesparenden Motoren erzielten technischen und kommerziellen Fortschritte.

Publikum : Unternehmen, Forscher, Institutionen

Organisator : CETIM

Sie finden alle organisatorischen Informationen über diese Veranstaltung unter :

http://www2.ademe.fr/servlet/getDoc?id=62431&cid=96&m=3&p1=2&ref=17205

Kontakte:
- EEMODS'09 (Webseite auf englisch) : http://www.eemods09.fr/
- CETIM (Webseite auf englisch): http://www.cetim.fr/gb/index.jsp
- ADEME (Webseite auf englisch): http://www2.ademe.fr/servlet/getDoc?id=38480&m=3&cid=96

Quelle: ADEME - 01.07.2009

Redakteur: Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr

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Eröffnung

Eröffnung des Instituts für Separationschemie in Marcoule

Am 11. Juni 2009 wurde das Institut für Separationschemie (ICSM [1]) in Marcoule in Anwesenheit von Valérie Pecresse, Ministerin für Hochschulwesen und Forschung, Georges Frêche, Vorsitzender der Region Languedoc-Roussillon und Bernard Bigot, geschäftsführender Generaldirektor des französischen Zentrums für Atomenergie (CEA, [2]), eröffnet.

Das ICSM ist eine vom CEA, dem CNRS [3], der Universität 2 in Montpellier [4] und der staatlichen Hochschule für Chemie in Montpellier (ENSCM, [5]) im Januar 2007 gemeinsam gegründetes Forschungszentrum. Das oberste Ziel des in Marcoule angesiedelten Instituts ist die Entwicklung innovativer Verfahren und Materialen für den Brennstoffkreislauf künftiger Kernreaktoren. Dabei geht es um die Untersuchung von Grenzflächen unter extremen Bedingungen im Nanometerbereich und um das Verständnis der Mechanismen, die die Trennung in komplexen Flüssigkeiten und nuklearen Materialen steuern.

Die Reaktoren der vierten Generation, die ungefähr 2040 in Betrieb gehen sollen, können mit der gleichen Menge Uran mehr Strom erzeugen als die derzeitigen Reaktoren. Des Weiteren wird es mit diesen neuen Reaktoren, dank der nuklearen Umwandlung von niedrigen Actiniden möglich sein, die Zeit, die notwendig ist, um die Radiotoxizität der Abfälle wieder auf das Niveau der Radiotoxizität des ursprünglich verwendeten Uranerzes zu reduzieren, auf einige Jahrhunderte verkürzt.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle chemischen Substanzen des abgebrannten Brennstoffs, die in einen Reaktor zurückgeführt werden können - entweder weil sie wiederverwertbar oder hochgiftig sind - sortiert werden. Diese Form des Sortierens nennt sich Separationschemie. Die wiederverwertbaren Elemente können recycelt werden, und die Abfälle isoliert und dann auf ein Mindestmass reduziert werden. Die Beherrschung der Separation ermöglicht ebenfalls die Entwicklung sehr innovativer chemischer Substanzen, die auch in sonst unüblichen Umgebungen Anwendung finden können.

Durch den sehr innovativen Charakter dieser Forschungsarbeiten (die chemischen Phänomene werden auf der Nanometerebene analysiert) können die erwarteten Ergebnisse des Instituts auch in nicht nuklearen Bereichen genutzt werden: neue Energietechnologien (Wasserstoff, Photovoltaïk), Informations- und Kommunikationstechnologien, Biotechnologien, usw.

Kontakte:
- [1] ICSM: Institut für Separationschemie in Marcoule - http://www.icsm.fr
- [2] CEA: Zentrum für Atomenergie - http://www.cea.fr
- [3] CNRS: Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung - http://www.cnrs.fr
- [4] Université de Montpellier 2 -
- [5] ENSCM: Staatliche Hochschule für Chemie in Montpellier -
- Cédric GARNIER, Medienkontakt - CEA Marcoule, BP 17171, 30207 Bagnols-sur-Cèze Cedex - Tel: +33 (0)4 66 79 61 00 - E-Mail: cedric.garnier@cea.fr - http://ww.cea.fr/presse

Quellen:
- Pressemitteilung des CEA - http://www.cea.fr/le_cea/actualites/inauguration_de_l_icsm-20300 - 16.06.2009
- Pressemappe des CEA über das ICSM: http://www.cea.fr/content/download/20298/303942/file/Institut_Chimie_Separative_Marcoule_Juin2009.pdf - 11.06.2009

Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr

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Energie

Die erste Pilotanlage von Total für die Kohlendioxid-Abscheidung und -Speicherung

Nach einer Projektausschreibung der europäischen Union für die Durchführung von 12 Pilotanlagen in Originalgröße, wird die Energiegruppe Total [1] in Kürze eine komplette integrierte Prozesskette für die Abtrennung und Speicherung von CO2 (CCS, [2]) testen. "Wir können noch nicht genau sagen, wann die CCS-Technik das Stadium der industriellen Reife erreichen wird. Sie muss sich zuerst noch in wirtschaftlichen und technischen Bereichen bewähren", so François Moisan, Strategie- und Forschungsleiter der ADEME [3]. Sie stellt jedoch eine bedeutende Möglichkeit dar, sowohl für die Industrieländer, die ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um 25 % senken müssen, als auch für die Schwellenländer, deren Emissionswerte in die Höhe schnellen.
Theoretisch ist die CCS-Idee ganz einfach und birgt viel Potential. Neben der Reduzierung des Energieverbrauchs und dem Ausbau der erneuerbaren Energien, geht es darum, die Emissionen des Haupt- Treibhausgases zu senken.

Zunächst wird das CO2 aus den Abgasen der Kohle-, Gasturbinen- und Heizölkraftwerke, der Ölraffinerien und der Zement- und Stahlwerke abgeschieden [4]. Anschließend wird das CO2 komprimiert, um danach auf dem Seeweg oder über Rohrleitungen transportiert zu werden. Zum Schluss muss das CO2 in tiefe Gesteinsschichten [5] gepumpt werden. Diese Verfahren sind kompliziert, energieintensiv und sehr teuer. Des Weiteren könnte die geologische Speicherung lokale Widerstände auslösen. "Neben den Problemen der Kosten und der wissenschaftlichen Validierung, muss sich die Branche auch um die Gesellschaftsakzeptanz kümmern", unterstrich François Moisan.

Der Präfekt der Region Pyrénées-Atlantiques hat Total kürzlich die Genehmigung erteilt, CO2 im Untergrund von Béarn zu speichern. Eine industrielle CO2 -Abscheidungspilotanlage wird in den Erdgasvorkommen von Lacq betrieben. Das Gas wird über Rohrleitungen von Lacq bis Jurançon transportiert, wo es in geologischen Gesteinsschichten gespeichert wird. Die Pilotanlage in Lacq besteht aus einem Dampfkessel, der Gas oder Methan verbrennt und Dampf erzeugt. Anstatt der normalen Luft wird hier Sauerstoff eingeführt, wodurch der entstandene Rauch und das Kohlendioxid durch Sauerstoffverbrennung (Oxy-Combustion) separiert werden. Dieses gereinigte und entwässerte Gas wird durch die bestehenden unterirdischen Rohrleitungen zum ehemaligen Gasfeld Rousse transportiert. Die in 4.500 Meter Tiefe gelegenen porösen Gesteinsschichten, in denen früher Erdgas lagerte, sind hinreichend dicht, um dort CO2 zu speichern, ohne das es in die Atmosphäre austreten kann.

Der Dampfkessel wurde am 26. Mai 2009 in Betrieb genommen, und die erste Einspeisung war für Ende Juni vorgesehen. "Während dieses Versuchs sollen innerhalb von 2 Jahren 50.000 Tonnen CO2 gespeichert werden. Des Weiteren soll mit dieser Pilotanlage geprüft werden, ob dieses Verfahren geeignet ist", so Jean-Michel Gires, Direktor für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt der Total Gruppe. "Verläuft der Versuch wie erhofft, so wäre diese Möglichkeit bis 2017 industriell umsetzbar". Die aktuell betriebene Pilotanlage nimmt nur etwa ein Zehntel der Fläche ein. Vor ihrer Inbetriebnahme wurde eine öffentliche Abstimmung durchgeführt. "Unser Versuch erfährt ebenfalls große Aufmerksamkeit im Ausland, zum Beispiel in Kanada, Russland oder dem Mittleren Osten", erklärte M. Gires. Positive Ergebnisse in Béarn könnten zu Nachahmungen an anderen Standorten führen, wie zum Beispiel in den Niederlanden oder im Großraum Paris, wo das CO2 in tiefen Schichten, in denen sich die salzhaltigen Aquiferen befinden, aufgelöst werden könnte. Die Genehmigung wurde für 2 Jahre erteilt, mit einem Kontrollzeitraum der Standorte von 3 Jahren. Diese Tatsache beunruhigt insbesondere die Gesellschaft zur Untersuchung, dem Schutz und der Gestaltung der Natur im Süd-Westen Frankreichs (Sepanso, [6]), da es noch keine rechtlichen Rahmenbedingungen für die CO2-Speicherung gibt.

Kontakte:
- [1] Total ist der weltweit viertgrößte, internationale Öl- und Gaslieferant und gehört zu den wichtigsten Akteuren im Bereich Chemie - http://www.total.com
- [2] CCS: Carbon Capture and Storage
- [3] ADEME: Französische Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft
- [4] Es gibt drei Verfahren: Nachverbrennung, Vorverbrennung und Sauerstoffverbrennung. Weitere Informationen über die CCS-Technik auf der Wikipedia Website: http://de.wikipedia.org/wiki/CO%E2%82%82-Abscheidung_und_-Speicherung
- [5] Drei geologische Formationen werden analysiert: erschöpfte oder betriebene Öl- oder Erdgaslagerstätten, salzige "Aquifere"(poröse Gesteinsschichten) oder ungenutzte Kohleadern.
- [6] Sepanso: Société pour l'étude, la protection et l'aménagement de la nature dans le Sud-Ouest - http://www.sepanso.org

Quellen:
- Le Monde - http://www.lemonde.fr/planete/article/2009/06/10/ballons-d-essai-pour-le-captage-et-le-stockage-du-co2_1205065_3244.html
- Le Monde - http://www.lemonde.fr/planete/article/2009/06/10/dans-le-bearn-total-experimente-l-enfouissement-du-gaz-carbonique_1205068_3244.html - 10/06/2009

Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr

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Eröffnung

Eröffnung des Zentrums Clinatec in Grenoble

Mit dem kürzlich im Herzen Grenobles eröffneten biomedizinischen Forschungslabor Clinatec, will das CEA [1] neue auf den Mikro- und Nanotechnologien basierende therapeutische Ansätze entwickeln, um Hirnkrankheiten zu bekämpfen, bei denen klassische Therapien bislang versagt haben.

Das gemeinsam mit der Uniklinik von Grenoble [2], dem Französischen Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (Inserm) [3] und der Joseph Fourier Universität (UJF) [4] gegründete biomedizinische Forschungszentrum verfolgt das Ziel der fachübergreifenden Forschung, von der Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze bis hin zur Anwendung am Patienten. Zu diesem Zweck wird das Zentrum über alle notwendigen technologischen Mittel verfügen - von der Entwicklung eines Prototypen bis hin zu vorklinischen Tests an Tieren, vor dem Einsatz am Patienten. Clinatec versteht sich als offene Struktur für andere Forschergruppen und soll Kooperationen mit der Industrie anregen, um die neu entwickelten therapeutischen Lösungen den Patienten schneller und optimaler zur Verfügung zu stellen.

In einer ersten Phase beschäftigt sich die F&E mit den folgenden drei Schwerpunktthemen:

  • Medizinische Produkte zur Nervenstimulation
  • Medizinische Produkte zur lokalen Verabreichung von Medikamenten
  • Neuroprothesen für den Funktionswandel

Bei der Entwicklung von therapeutischen Technologien wird Clinatec nicht nur von den Fachkenntnissen der Arbeitsgruppen des CEA-Léti und Minatec [5] profitieren, sondern auch von der Kompetenz der medizinischen und klinischen Forschergruppen der Uniklinik Grenoble. Mit dem Zentrum will das CEA wirksamer gegen die Verbreitung neurodegenerativer Krankheiten vorgehen.

Kontakte:
- [1] Internetseite des CEA- Labor in Grenoble Léti (auf Englisch): http://www-leti.cea.fr/scripts/home/publigen/content/templates/show.asp?P=235&L=EN&MASTER=MASTER_WWWLETIHOME
- [2] Internetseite der Uniklinik von Grenoble (auf Französisch): http://www.chu-grenoble.fr/
- [3] Internetseite des Inserm (auf Englisch): http://www.inserm.fr/en/index.html
- [4] Internetseite der UJF (auf Französisch): http://www.ujf-grenoble.fr/
- [5] Internetseite des Innovationscampus für Mikro- und Nanotechnologien Minatec in Grenoble (auf Englisch): http://www.minatec.com/en

Quelle: Pressemitteilung des CEA - 19.06.2009

Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr

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Elektromobilität

Immer mehr Partnerschaften mit dem Hersteller Renault

Der französische Autohersteller Renault hat am 25. Juni 2009 einen Kooperationsvertrag mit dem Leasing-Unternehmen ALD Automotive unterzeichnet. Ziel der Leasinggesellschaft ist es, den Autohersteller bei der Etablierung seiner Elektrofahrzeuge zu unterstützen. Der Vertrag sieht vor, diese Fahrzeuge ab 2011 in den Fuhrpark zu integrieren. Es geht beiden Unternehmen in erster Linie darum, attraktive Preisangebote bzw. Konzepte für die Kunden zu erarbeiten.

Des Weiteren wollen Renault und sein bis heute wichtigster europäischer Leasing-Partner Arval die Umsetzung von gemeinsamen Lösungen beschleunigen. Arval (Marktführer bei Gebietskörperschaften und Unternehmen, die sich für Energie- und Umweltfragen interessieren) will sich damit ebenfalls am Projekt "Elektrofahrzeuge" von Renault beteiligen, welches von der Renault-Nissan-Allianz durchgeführt wird.

Anfang Juni 2009 präsentierte Renault einigen Privilegierten seine Elektrofahrzeug-Strategie. Bei dieser Gelegenheit konnten sich Arval und ALD Automotive einen Eindruck von der zukünftigen kohlenstofffreien Fahrzeugflotte des Herstellers verschaffen. Für die Renault-Nissan-Allianz bedeutet das Elektrofahrzeug einen wahren technologischen Durchbruch, mit dessen Hilfe der CO2-Ausstoß deutlich gesenkt werden kann. Uwe Hochgeschurtz, Leiter der Abteilung für Unternehmensentwicklung bei Renault, erklärt dazu: "Die Eigenschaften der Elektrofahrzeuge entsprechen genau den spezifischen Bedürfnissen der Unternehmen in Bezug auf die Nutzungskosten und den Umweltschutz".

Kontakte:
-http://www.aldautomotive.fr
- http://www.arval.fr

Quelle: Renault multiplie ses accords de partenariat pour la promotion des véhicules électriques - 26.06.2009

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

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Physik

Ferroelektrische Speicher - die digitalen Datenspeicher von morgen?

Derzeit werden für die meisten mobilen Elektronikgeräte Flash-Speicher verwendet. Ferroelektrische Speicher sind zwar schneller, weisen aber auch Nachteile auf (insbesondere eine geringe Speicherdichte und eine Vernichtung der Daten bei der Wiedergabe). Eine gemischte Forschergruppe der Abteilung für Physik des CNRS [1], der Thales Group und der Universität Paris-Sud 11 hat diese Probleme gelöst, indem es die Machbarkeit einer neuen Art von Speicher aufzeigte, der auf der Kombination von zwei physikalischen Phänomenen basiert: die Ferroelektrizität und der Tunneleffekt. Diese neuartigen Speicher weisen im Vergleich zu Flash-Speichern eine Reihe von Vorteilen auf. Dieses Ergebnis erschien am 31. Mai 2009 in der "Advanced online" Veröffentlichung von Nature.

Die Forscher haben diese beiden Phänomene kombiniert, indem sie ein ferroelektrisches Material als Isolator verwendeten. Auf diese Weise ist es ihnen gelungen, die Ferroelektrizität zu erhalten, die bei dieser Nanometer-Skalierung in der Regel sehr anfällig ist. So konnten die Forscher beobachten, dass die Richtung der Polarisation den Tunneleffekt und den Fluss des elektronischen Stroms im Material stark beeinflusst. Dadurch wurde es möglich, den Polarisierungszustand zerstörungsfrei wiederzugeben, d.h. den Inhalt des Speicherelementes zu lesen.

Die Ferroelektrizität beschreibt das Phänomen, dass Stoffe mit einem elektrischen Dipolmoment durch das Anlegen eines äußeren elektrischen Feldes die Richtung der spontanen Polarisation ändern. Ist diese erst einmal erreicht, hält dieser Polarisationszustand an. Dieses Phänomen bildet die Grundlage für nicht-flüchtige Speicher und ihre Orientierung nach "oben" oder "unten" kann mit dem Wert 0 oder 1 unseres Binärsystems verknüpft werden. Durch den Tunneleffekt wird es einem Quantenobjekt (z.B. Elektronen) möglich, einen Dämmstoff zu durchdringen, wenn dieser auf eine Dicke von wenigen Atomen reduziert wurde.

Dieses Ergebnis ebnet den Weg für eine Vereinfachung der aktuellen ferroelektrischen Speicherarchitektur, mit dem Ziel einer Verringerung der Kosten, der Erhöhung der Speicherdichte sowie der Schnelligkeit und einer Reduzierung des Stromverbrauchs.

[1] CNRS: Das französische Zentrum für wissenschaftliche Forschung

Kontakt: Manuel Bibes - CNRS Forscher - Tel: +33 169 415 849 - E-Mail: manuel.bibes@thalesgroup.com

Quelle: Pressemitteilung des CNRS - 29.05.2009

Redakteur: Romain Collignon, romain.collignon@diplomatie.gouv.fr

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KONTAKT

Französische Botschaft in Deutschland

Abteilung für Wissenschaft und Technologie
Adresse: Pariser Platz 5
D-10117 BERLIN
Tel: +49 30 590 03 92 50
Fax: +49 30 590 03 92 65
E-Mail: sciencetech@botschaft-frankreich.de
http://ww.wissenschaft-frankreich.de

Französische Botschaft in Österreich

Abteilung für Wissenschaft und Technologie
Adresse: Währinger Strasse 30
A-1090 Wien
Tel: +43 15 027 5324
E-Mail: julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr
http://www.ambafrance-at.org/spip.php?article989

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