Wissenschaft Frankreich #174 – 16/12/2009
Wissenschaft-Frankreich Nr. 174 [PDF]
- Forschung
Ein Internetportal für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und staatlicher Forschung
12. Nationaler Wettbewerb um die erfolgversprechendsten Projekte zur Gründung innovativer Unternehmen
2010 stellt das CNRS 400 neue Forscher ein - Umweltpolitik
Zwischenbilanz über das Abkommen für Umweltschutz - Gesundheit
Ankündigung des nationalen Plans gegen Arzneimittelrückstände in Gewässern - Energie
Das Generalkommissariat für nachhaltige Entwicklung legt eine Studie zu grünen Technologien vor
Wasserstofferzeugung und -nutzung auch ohne Platin
Erfolg des ersten Projektaufrufs des Fonds für erneuerbare Wärme - Medizin
Eröffnung des neuen Krebsforschungsinstitutes Gustave-Roussy in Villejuif
Installation des weltweit leistungsstärksten NMR-Spektrometers in Lyon - Automobilindustrie
PSA Peugeot Citroën stellt neues Hybridfahrzeug mit Brennstoffzellentechnik vor - Informations- und Kommunikationstechnik
Immersion startet Cubtile, das erste 3D Multi-Touch System
Forschung
Ein Internetportal für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und staatlicher Forschung
Anfang 2010 öffnet die staatliche Agentur für Forschung (ANR) ein Internetportal, um die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Forschung und Unternehmen zu erleichtern. 12 Projektaufrufe wurden bereits von sieben Unternehmen auf der Webseite der ANR veröffentlicht.
Projektvorschläge können sowohl von KMU als auch von internationalen Konzernen unterbreitet werden. Das Ziel dieser Initiative ist es, die Forschungsergebnisse schneller auf den Markt zu bringen, neue Arbeitplätze zu schaffen und die für Forscher notwendigen administrativen Schritte zu erleichtern. Den Unternehmen bietet dieser Service zum ersten Mal die Möglichkeit, ihre Projekte den Forschungszentren vorzustellen. Dadurch wird die Partnerschaft zwischen Forschung und Industrie gefördert. Des Weiteren wird durch diese Zusammenarbeit die Promotion innerhalb der Unternehmen unterstützt.
Die Webseite wird im Januar 2010 Online bereitgestellt und bietet unter anderem einen Überblick über das Know-how der öffentlichen Forschung sowie eine Agenda mit den geplanten Treffen zwischen staatlicher und privater Forschung. Die OSEO [1], das C.U.R.I.E. Netzwerk [2] und die Association Bernard Grégory [3] sind ebenfalls Partner dieser Initiative.
Liste der 12 unterbreiteten Projekte:
im Bereich Naturwissenschaft:
- LFB: neue Ansätze in der biologischen Sicherheit
- LFB: in vitro und in vivo Prognosemodelle für die Immunogenizität
- LFB: Herstellung therapeutischer Proteine
- Roche: Identifizierung und Validierung von biologischen und klinischen Markern zur Früherkennung von Alzheimer
- Roche: zirkulierende prädikative Biomarker für die Tumorbehandlung
- Roche: drei Forschungsstipendien zum Thema "Angiogenese und Tumore"
- Sanofi-Aventis: Validierung genetischer Ziele und Marker für immunentzündliche Krankheiten
im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien:
- GOSTAI: "Urbitouch", Erschließung neuer Möglichkeiten der Robotersteuerung durch die neuen mobilen Touchscreen-Technologien
- HP: Start des "HP Labs innovation research programm" - ein internationaler Projektruf mit rund 60 geförderten Projekten pro Jahr
- Orange: Studie zu nanostrukturierten Photovoltaikzellen für die Telekommunikation
in der Industrie:
- Renault: imaginäre Mobilität: besseres Verständnis der Motivation der neuen Fahrer
- Renault: Reduzierung der Kapitalintensität in der Automobilindustrie
[1] Die OSEO ist eine französische staatliche
Einrichtung, die die Innovation und die Entwicklung
kleiner und mittlerer Unternehmen fördert. http://www.oseo.fr/
[2] Das C.U.R.I.E. Netzwerk ist eine französische
Organisation, die 1991 gegründet wurde. Sie fördert
in erster Linie den Technologietransfer.
[3] Die Association Bernard Grégory ist eine
Organisation, die den Berufseinstieg von Promovierten
in allen Disziplinen der Privatwirtschaft
unterstützt.
Kontakte:
- Pressestelle, Ministerium für Hochschulbildung und
Forschung - Tel: +33 155 558 432 -
http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/pid20001/accueil.html
- Webseite der ANR:
http://www.agence-nationalerecherche.fr/projets-d-entreprises/Accueil.htm
E-Mail: appels.entreprises@agencerecherche.fr
Quellen:
- Pressmitteilung des Ministeriums für
Hochschulbildung und Forschung - 24.11.2009 -
http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid49766/un-espace-pour-faciliter-la-recherche-partenariale.html
- Pressemappe:
http://media.enseignementsup-recherche.gouv.fr/file/Dossiers_de_presse/87/9/presentation-outil-internet_127879.pdf
Redakteur: Etienne Balli, etienne.balli@diplomatie.gouv.fr
Forschung
12. Nationaler Wettbewerb um die erfolgversprechendsten Projekte zur Gründung innovativer Unternehmen
Ziel dieses Wettbewerbs ist es, die besten Projekte zu ermitteln und finanziell zu unterstützen. Die Bewerbungsunterlagen stehen auf den Webseiten des Ministeriums für Bildung und Forschung, der OSEO [1], der DRRT[2] und der Regionaldirektionen der OSEO zur Verfügung. Die Unterlagen müssen vor Donnerstag, dem 28. Januar 2010 bei den Regionaldirektionen der OSEO eingereicht werden.
Zur Informierung der Öffentlichkeit wurde eine Kampagne gestartet: -seit dem 3. Dezember 2009 gibt es Werbebanner und Video Streams im Internet (MSN und lemonde.fr) -seit dem 5. Dezember 2009 laufen 30 Sekunden-Werbespots während der wichtigsten Sendungen auf den nationalen Radiosendern (France inter, France info, Europe1, RMC info,…) -seit dem 7. Dezember 2009 steht den Bewerbern eine telefonische Plattform zur Beantwortung der wichtigsten Fragen zur Verfügung.
[1] Die OSEO ist eine französische staatliche Einrichtung, die die Innovation und die Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen fördert. http://www.oseo.fr/ [2] Die DRRT sind regionale Delegationen für Forschung und Technologie
Quelle: Pressemitteilung des
Ministeriums für Bildung und Forschung - 02.12.2009
http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid49880/ouverture-des-inscriptions-au-concours-national-d-aide-a-la-creation-d-entreprises-de-technologies-innovantes-2010.html
Redakteur: Etienne Balli, etienne.balli@diplomatie.gouv.fr
Forschung
2010 stellt das CNRS 400 neue Forscher ein
Das französische Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) sucht Nachwuchsforscher in allen wissenschaftlichen Bereichen: Mathematik, Physik, Chemie, Kernphysik, Ingenieurwissenschaften, Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), Astronomie, Umweltwissenschaften, Nachhaltige Entwicklung, Naturwissenschaften und Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Online-Einschreibung läuft vom 2. Dezember 2009 bis zum 5. Januar 2010.
Quelle: Webseite des CNRS: http://www.sg.cnrs.fr/drhchercheurs/concoursch/default-fr.htm
Redakteur: Etienne Balli, etienne.balli@diplomatie.gouv.fr
Umweltpolitik
Zwischenbilanz über das Abkommen für Umweltschutz
Am 4.12.2009 präsentierte Umweltminister Jean-Louis Borloo der Öffentlichkeit (nach Vorlage beim Parlament) den ersten offiziellen Bericht zur Umsetzung der durch das Abkommen für Umweltschutz (Grenelle de l'environnement) vorgegebenen Ziele. Laut Gesetz vom 3.8.2008 war das Umweltministerium verpflichtet, dem Parlament eine Zwischenbilanz über die bislang eingeführten Maßnahmen vorzulegen.
Der 98 Seiten umfassende Bericht gibt einen globalen Überblick über die Auswirkungen des im Sommer 2007 ins Leben gerufenen Abkommens für Umweltschutz auf die Umwelt, die Gesellschaft, die Wirtschaft, den Haushalt sowie das Steuerwesen Frankreichs. Im Fokus stehen darüber hinaus die Auswirkungen auf die lokalen Gebietskörperschaften. Die für Ende 2009-Anfang 2010 geplanten Maßnahmen wurden ebenso in diesem Bericht berücksichtigt.
Die bislang im Rahmen des Abkommens für Umweltschutz eingeführten Maßnahmen sind im Bericht wie folgt gegliedert:
- Kampf gegen den Klimawandel: Bauwesen, Städteplanung, Verkehr, Energie
- Biodiversität, Ökosysteme, Naturräume
- Vorbeugung der Risiken für Umwelt und Gesundheit; Abfallwirtschaft
- Forschung
- Konsum und Politikgestaltung ("gouvernance")
Des Weiteren erläutert der Bericht die im Haushaltsgesetz festgeschriebenen fünf gezielten Finanzzuweisungen für Forschungszwecke und die für Ende 2009-2010 geplanten neuen Projektausschreibungen der ADEME (Französische Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft) sowie neue Programme des Umweltministeriums.
Ab 2010 muss jährlich ein Bericht zur Umsetzung des Abkommen für Umweltschutz erscheinen.
Der Bericht ist auf Französisch sowie auf Englisch
kostenlos abrufbar unter:
-
http://www.developpement-durable.gouv.fr/IMG/pdf/Rapport_grenelle_cle11b91d.pdf
(Französisch)
-
http://www.developpement-durable.gouv.fr/IMG/pdf/rapport_grenelle_anglais_cle577f26.pdf
(Englisch)
Quellen:
- Pressemitteilung des französischen Ministeriums für
Umwelt - 04.12.2009
- Pressemitteilung von Kooperation International -
09.12.2009
Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr
Gesundheit/Umwelt
Ankündigung des nationalen Plans gegen Arzneimittelrückstände in Gewässern
Die Ministerin für Gesundheit und die Staatssekretärin für Ökologie haben Ende November die Einrichtung eines nationalen Lenkungsausschusses zur Erarbeitung und Überwachung der Umsetzung des zukünftigen nationalen Plans gegen Arzneimittelrückstände in Gewässern (PNRM) angekündigt. Die Ausarbeitung des PNRM ist Teil des zweiten nationalen Plans für Gesundheit und Umwelt (PNSE 2) [1], dessen Ziel es ist, "die Kenntnisse zu erweitern und die Risiken, die mit der Abgabe von Arzneimitteln an die Umwelt verbunden sind, zu reduzieren". Aufgabe des Lenkungsausschusses wird es sein, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Interessenvertretern (Institutionen, Forschern, im Gesundheitswesen tätigen Personen, Fach-, Verbraucher-, Kranken- und Umweltschutzvereinen, Industrie) zu organisieren.
Mit Hilfe des PNRM sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse verbessert, die Überwachung der Umwelt verstärkt und die Maßnahmen zur Reduzierung der Abgaben direkt an der Quelle erhöht werden. Um diese Ziele zu erreichen, wurden zwei Hauptthemen identifiziert:
- Einschätzung der Umwelt- und der Gesundheitsrisiken, durch die Aneignung wissenschaftlicher und technischer Kenntnisse bezüglich des Vorhandenseins, der Ausbreitung und den Auswirkungen von Arzneimitteln auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit.
- Einleitung von Maßnahmen zum Umwelt- und Gesundheitsrisiko-Management, durch Kontrolle und Verringerung der Arzneimittelabgaben an die Umwelt.
Neben der Einrichtung des nationalen Lenkungsausschusses soll das PNRM in drei Phasen umgesetzt werden:
- Sammlung von Fakten über den Zustand der Umwelt und die Arzneimittelrückstände, und über ihre Auswirkungen auf die Umwelt und die Bevölkerungsgesundheit
- Entwicklung von Forschungsprogrammen zur Schaffung metrologischer und analytischer Methoden, von Parametern zur Messung der Umwelt- und Gesundheits-Toxizität, sowie von Parametern zur prädiktiven Modellisierung der Auswirkungen
- Schulung und Information der Öffentlichkeit und der Experten.
[1] Der zweite nationale Plan für Gesundheit und Umwelt steht unter folgender Adresse zur Verfügung (auf Französisch): http://www.developpement-durable.gouv.fr/IMG/pdf/PNSE_2_OO_cle0bbed2.pdf
Quelle: Pressemitteilung des CCIP (Industrie- und Handelskammer Paris) - 30.11.2009 - http://www.environnement.ccip.fr/Thematique/Dechets/Elaboration-d-un-plan-national-sur-les-residus-de-medicaments-dans-les-eaux
Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
Energie
Das Generalkommissariat für nachhaltige Entwicklung legt eine Studie zu grünen Technologien vor
In einer Studie hat das Generalkommissariat für nachhaltige Entwicklung (CGDD) die Stärken und Schwächen von 17 Bereichen der grünen Technologien analysiert und für jeden Bereich mittel- und langfristige Entwicklungsziele formuliert. Ziel ist es, am Ende eine sachbezogene industrielle Strategie vorschlagen zu können, um den Einfluss der einzelnen Bereiche auf das französische "Grüne Wachstum" zu maximieren. "Alle diese Industriezweige brauchen einen klaren strategischen Fahrplan, massive staatliche F+E-Investitionen, die Bereitstellung einschlägiger Infrastrukturen, sowie eine nachdrückliche Unterstützung innovativer kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), damit sich aus ihnen heraus die künftigen Marktführer entwickeln können", so der Bericht.
Unter Berücksichtigung der potentiellen Rolle
Frankreichs und seines Interesses für seine
wirtschaftliche Entwicklung hebt die Studie [1] 6
Schwerpunktbereiche in der Industriepolitik hervor:
kohlenstofffreie Fahrzeuge, Meeresenergie,
Biokraftstoffe der 2. und 3. Generation,
Offshore-Windenergie, Energieeffizienz von Gebäuden
und CO2- Abscheidung und -Speicherung.
Die Studie nennt weiterhin 5 Sektoren, in denen
Frankreich ausreichendes Entwicklungspotential
vorzuweisen hat (auch wenn es derzeit nicht zu den in
diesen Bereichen führenden Ländern gehört), um mit
einem zielgerichteten Aktionsplan in einigen
Marktsegmenten künftig eine wichtige Rolle spielen zu
können: eingebaute Batterie, grüne Chemie, Biomasse
Materialen, Photovoltaik und Smart Grids.
Des Weiteren führt der Bericht 4 Zweige an, in denen
Frankreich starke Kompetenzen besitzt, bei denen der
Markt jedoch aufgrund der bereits erreichten
Sättigung kaum noch Wachstumspotenziale aufzuweisen
hat: satellitengestützte Anwendungen im Messwesen,
Wiederverwertung von Abfällen mit hoher
Wertschöpfung, tiefe Geothermie und Energie aus
Biomasse. Ergänzende Bereiche im Wasser- und
Brennstoffzellensektor wurden von der CGDD für eine
Analyse vorgeschlagen.
In bestimmten Branchen, so die Studie, könnten
französische Unternehmen eine entscheidende Rolle auf
dem Weltmarkt einnehmen: Elektrofahrzeuge,
CO2-Abscheidung und -Speicherung, Meeresenergien,
Offshore-Windenergie, Biokraftstoffe der 2. und 3.
Generation, satellitengestützte Anwendungen im
Messwesen und Wiederverwertung von Abfällen mit hoher
Wertschöpfung.
In anderen Branchen sei es schwierig, den Rückstand
der französischen Industrie aufzuholen. Aus diesem
Grund sollte Frankreich die Niederlassung großer
ausländischer Unternehmen unterstützen oder eine
Partnerschaft mit ihnen eingehen: CO2-Abscheidung und
-Speicherung, Offshore-Windenergie,
Satellitenmesswesen, Biomasse Materialen und Smart
Grids.
Die Studie listet außerdem die Bereiche auf, in denen
Frankreich gegenwärtig eher schlecht positioniert
ist, obwohl der Markt sehr vielversprechend ist, wie
beispielsweise bei der Energiespeicherung oder der
Onshore-Windenergie.
Chantal Jouanno, Staatssekretärin für Ökologie, hat am 20. November 2009 mit dem Start eines Internetforums zu diesem Thema den Beginn einer öffentlichen Konsultation [2] zu diesem Bericht angekündigt, um die zukunftsfähigen Branchen zu identifizieren. Die Konsultation hat zum Ziel, "sich mit allen Akteuren auszutauschen, die Einschätzung der Situation zu verbessern und gemeinsam die Leitlinien im Bereich der grünen Technologien festzulegen", so das Ministerium. "Frankreich hat begabte Leute, die wir jedoch nicht ins Ausland abwandern lassen dürfen, nur weil wir nicht fähig sind, ihnen gute Perspektiven zu bieten", warnte Chantal Jouanno. "Mit Hilfe dieses Berichts und der Konsultation werden wir in der Lage sein, im Zuge der "Großen Staatsanleihe" (Grand emprunt, [3]), prioritäre Projekte zu bestimmen."
[1] - Der Bericht kann (auf Französisch) unter
folgender Adresse heruntergeladen werden:
http://www.developpement-durable.gouv.fr/IMG/pdf/rapport_filieres_vertes_document_de_concertation_cle57889d.pdf
- 10/2009
- Vortrag der Studie (auf Französisch):
http://www.developpement-durable.gouv.fr/IMG/ppt/presentation_etude_filiere_cle1a55a5.ppt
[2] Internetseite zur Konsultation (auf Französisch): http://enqueteur.dicom.sg.developpement-durable.gouv.fr/index.php?sid=64932&lang=fr
[3] Zusätzliche Informationen - "Aktueller Stand zur "großen Staatsanleihe"", Wissenschaft Frankreich 173 - http://aditix.sdv.fr/wissenschaft_frankreich/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/173.htm#1 - 02/12/2009
Quellen:
- "Le potentiel de développement de 17 filières
vertes passé au crible",
http://www.actu-environnement.com/ae/news/potentiel_developpement_filiere_verte_8966.php4
- 24/11/2009
- "Frankreich: Das "Commissariat Général" für
nachhaltige Entwicklung legt eine Studie zu grünen
Technologien vor",
http://www.internationalekooperation.de/countries/themes/nc/info/detail/data/44911/
- 04.12.2009
- "Lancement d'une consultation sur les filières
vertes",
http://www.developpement-durable.gouv.fr/article.php3?id_article=6333
- 20.11.2009
Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr
Energie
Wasserstofferzeugung und -nutzung auch ohne Platin
Forscher des LCBM [1] (CEA, CNRS [2], Universität J. Fourier, Grenoble), des Instituts für Materiestrahlung (IRAMIS - CEA, Saclay) und des Innovationslabors für erneuerbare Energietechnologien und Nanomaterialien (LITEN -CEA, Grenoble) haben ein neues Verfahren für die Wasserstofferzeugung und -nutzung entwickelt, indem sie das Platin durch ein Syntheseenzym ersetzten. Ihrer in "Science" veröffentlichten Studie zufolge bedeutet dies eine höhere Wirtschaftlichkeit der Brennstoffzelle. Die Wissenschaftler haben sich von Hydrogenasen (natürliche, insbesondere in Bakterien vorkommende Enzyme), die Wasserstoff aus Eisen und Nickel nutzen bzw. erzeugen - zwei Elemente, die in der Natur reichlich vorhanden sind - inspirieren lassen und eine reine "Nickel-Version" produziert. Die Forscher haben sich hierbei der sogenannten "bio-inspirierten Chemie" bedient.
In einer Brennstoffzelle verbindet sich der Wasserstoff mit dem Sauerstoff der Luft, um Strom zu erzeugen. Platin dient hierbei als Katalysator. Würden 500 Millionen Fahrzeuge Platin-Brennstoffzellen nutzen, so wären die weltweiten Reserven dieses kostbaren Minerals innerhalb von 15 Jahren ausgeschöpft. Zur Befestigung der vielen synthetischen Katalysatoren an den Elektroden auf einer kleinen Oberfläche, haben die Forscher sich mit Kohlenstoffnanoröhren beholfen. Durch ihren Aufbau und ihre gute elektrische Leitfähigkeit konnten diese Schwierigkeiten umgangen werden.
In ihrer Studie ist es den Forschern gelungen, durch die Aufpfropfung mittels einer kovalenten Bindung auf Kohlenstoffnanoröhren einen bio-inspirierten Katalysator aus Nickel zu schaffen. Dieses Material zeigt eine vielversprechende Katalysatorwirkung sowohl bei der Erzeugung als auch bei der Nutzung von Wasserstoff. Es ist außerdem extrem stabil und fähig, in einer stark säurehaltigen Umgebung zu funktionieren. Dadurch ist es mit den Protonen-Austausch-Membranen kompatibel, die in Brennstoffzellen mit niedrigen Temperaturen benutzt werden. "Wir haben gezeigt, dass wir auf Platin verzichten können, auch wenn wir noch keine vergleichbaren Leistungen erreichen", freut sich Vincent Artero, Forscher im LCBM und Co-Autor der Studie. Derzeit ist der Wirkungsgrad des Synthesekatalysators noch 50 bis 100 Mal niedriger als der von Platin. Dieser Unterschied könnte jedoch durch eine Verbesserung des Elements behoben werden, was etwa zehn Jahre dauern dürfte.
Wasserstoff (H2) ist eines der am häufigsten in der Natur vorkommenden chemischen Elemente. Im Bereich der neuen Energietechnologien stellt die Nutzung von Wasserstoff als Energiequelle eine der erfolgversprechendsten Lösungen dar. Jedoch kann sich der Bereich Wasserstoff nur entwickeln, wenn die beiden Schlüsseletappen gemeistert werden: einerseits die Erzeugung von Wasserstoff in großen Mengen durch die Wasserelektrolyse in Elektrolyse-Anlagen, und andererseits die Nutzung von Wasserstoff in Brennstoffzellen, zur Erzeugung von Energie durch eine Oxidationsreaktion. Diese beiden Verfahren erfordern einen Katalysator. Platin ist derzeit am effizientesten, aber auch sehr selten und dadurch extrem teuer. Der Verzicht auf Platin und die Entwicklung effizienter Katalysatoren, die nur reichlich in der Natur vorhandene und somit preiswerte Elemente enthalten, gehören heute zu den größten Herausforderungen der Zukunft der Wasserstoffbranche.
[1] Labor für Chemie und Molekularbiologie
[2] CEA: französisches Zentrum für Atomenergie -
CNRS: Nationales Zentrum für wissenschaftliche
Forschung
Quellen:
- "De l'hydrogène moins cher grâce à un matériau
inspiré par le vivant" -
http://www.lesechos.fr/depeches/science-environnement/afp_00208090.htm?xtor=RSS-2094
- 03.12.2009
- "S'affranchir du platine dans la production et
l'utilisation de l'hydrogène" -
http://www.techno-science.net/?onglet=news&news=7290
- 08.12.2009
Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr
Energie
Erfolg des ersten Projektaufrufs des Fonds für erneuerbare Wärme
Eine der 50 von Umweltminister Jean-Louis Borloo Ende 2008 im Rahmen des "Grenelle de l'environnement" (Umweltabkommen) angekündigten Maßnahmen zugunsten der Entwicklung erneuerbarer Energien, der Fonds für erneuerbare Wärme, ist ein voller Erfolg. Die ersten Ergebnisse wurden am 19. Oktober 2009 anlässlich des Starts des zweiten Projektaufrufs, der seine Ziele noch höher gesteckt hat, bekanntgegeben.
Die Regierung plant, die Treibhausgasemissionen Frankreichs durch eine Reduzierung des Energieverbrauchs und den Ausbau der kohlenstofffreien Energieversorgung bis 2050 auf 25% zu senken. Gleichzeitig soll der Verbrauch von Erdöl, Gas und Kohle gesenkt und der Stromverbrauch stabil werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch soll bis 2020 von derzeit 9,6% auf bis zu 23% ansteigen. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Produktion von erneuerbaren Energien deutlich erhöht werden: Holzenergie um das Doppelte, 6fache Menge an Geothermie, 12fach die Fernwärmenetze und 400fach die Photovoltaik.
Der Ausbau der erneuerbaren Wärmequellen macht mehr als die Hälfte dieser Zielsetzung aus: 52% der zusätzlich zu produzierenden 20 Millionen Tonnen Rohöleinheiten (t RÖE) aus erneuerbaren Energien bis 2020. Der Wärmeverbrauch soll dank der Normen für Niedrigenergiehäuser und des Rhythmus der Renovierungen (von heute 40.000 Gebäuden jährlich bis zu 400.000 pro Jahr) um 25% - 30% reduziert werden. Gleichzeitig soll der Anteil an Wärme aus erneuerbaren Energien von derzeit 16% auf 35% steigen. Zu diesem Zweck wurde der mit 960 Millionen Euro für 2009-2011 (davon 150 Millionen für 2009) dotierte "Fonds für erneuerbare Wärme" eingerichtet. Mit diesem Fonds sollen bis 2020 zusätzlich 5,5 Millionen t RÖE Wärme aus erneuerbaren Energien bzw. durch Wärmerückgewinnung produziert werden, was mehr als einem Viertel des im Umweltabkommen fixierten Ziels (20 Millionen t RÖE) entspricht.
Um diese Ziele zu erreichen, hat das Umweltministerium die Französische Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME) aufgefordert, jedes Jahr einen Projektaufruf für Unternehmen zu starten, um die Wärmegewinnung aus Biomasse in der Industrie, dem Dienstleistungssektor und der Landwirtschaft zu fördern. Der erste Projektaufruf wurde Ende 2008 gestartet und endete im Juni 2009. Die wichtigste Teilnahmebedingung war eine Jahresproduktion von über 1.000 t RÖE. Insgesamt hatte sich die ADEME eine Gesamtenergiemenge für alle Projekte von 100.000 t RÖE zum Ziel gesetzt. Die Bilanz des ersten Projektaufrufs war sehr ermutigend: von 37 eingereichten Projekten wurden 31 (darunter 6 Projekte von GFD Suez, 3 von Dalkia - Tochtergesellschaft von EDF und Veolia, und 1 direkt von EDF) für eine Gesamtproduktion von 145.000 t RÖE angenommen.
Am 19. Oktober 2009 hat die ADEME einen zweiten Projektaufruf mit einem Produktionsziel von insgesamt 175.000 t RÖE gestartet. Wie auch der erste Projektaufruf richtet sich dieser an Anlagen, die eine jährliche Energiemenge von über 1.000 t RÖE aus Biomasse erzeugen können, und wendet sich an alle Unternehmen des Industrie- und Landwirtschaftssektors und insbesondere aus der privaten Dienstleistungsbranche (die beim letzten Projektaufruf nicht vertreten war). Die Auswahl der Projekte erfolgt am 1. Juli 2010 durch einen nationalen Ausschuss.
-Zusätzliche Informationen in der Pressemitteilung des Umweltministeriums unter: http://www.developpement-durable.gouv.fr/IMG/pdf/Invitation_conf_Fonds_Chaleur-1_cle63e6ef-1.pdf - 19.10.2009
Quellen:
- " Le fond Chaleur - un franc succès " - Enerpresse
- 16.11.2009
- " Fonds Chaleur - bilan et perspectives " -
http://www.secteurpublic.fr/public/article/fonds-chaleur-bilan-et-perspectives.html?id=24057
- 20.10.2009
Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr
Medizin
Eröffnung des neuen Krebsforschungsinstitutes Gustave-Roussy in Villejuif
Am 3. November 2009, kurz nach der Ankündigung des neuen nationalen Krebs-Plans[1], eröffneten die Ministerin für Bildung und Forschung, Valérie Pécresse, und die Ministerin für Gesundheit, Roselyne Bachelot-Narquin, feierlich das neue Krebsforschungsinstitut Gustave-Roussy (IGR) in Villejuif. Sie begrüßten die Entstehung dieses einzigartigen Standorts für die Grundlagen- und die angewandte Forschung sowie für die Behandlung, der sich in die Richtlinien des neuen Krebs-Plans integriert.
Die Gesundheitsministerin hob mit großem Interesse die innovative Gestaltung des neuen Gebäudes hervor, die vollständig auf den Patienten ausgerichtet ist. Die Forschungsministerin betonte ihrerseits die engen Beziehungen zwischen klinischer und Grundlagenforschung, die von jeher im Gustave-Roussy-Institut herrschten. Als Beispiel nannte sie das Institut für integrierte Krebsforschung in Villejuif, das seit kurzem nach dem Vorbild des amerikanischen "Comprehensive Cancer Centers" gegründet wurde, und das die Kompetenzen des IGR, der Universität Paris-Süd 11, des Inserm [2] und des CNRS [3] in einem international ausgerichteten Zentrum vereinigt.
Beide Ministerinnen erinnerten daran, dass das Gustave-Roussy-Institut im Rahmen des Programms ProCan 2007-2010 [4] mit mehr als 10 Millionen Euro vom Staat gefördert wird, um den Patienten spezialisiertere Dienstleistungen in allen Bereichen der Krebsforschung anbieten zu können. Des Weiteren wird das Inserm Anfang 2010 eine neue fakultätsübergreifende Arbeitsgruppe "Biomarker und Prognosen für neue molekulare Strategien in der Anti-Krebs-Therapie", unter der Leitung von Herrn Fabrice André, ins Leben rufen, die mit den Forschungsarbeiten des IGRs eng assoziiert werden soll.
[1] Siehe Artikel "Neuer Krebs-Plan auf den Weg
gebracht" aus dem Informationsblatt
Wissenschaft-Frankreich 173 vom 2.12.2009
[2] Inserm: Französisches Institut für
Gesundheitswesen und medizinische Forschung
[3] CNRS: Französisches Zentrum für wissenschaftliche
Forschung
[4] Das Programm ProCan dient der Unterstützung der
französischen Krebscluster (canceropôles)
Quelle: Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Gesundheit - 3.11.2009 - http://www.sante-jeunesse-sports.gouv.fr/inauguration-du-nouvel-institut-de-cancerologie-gustave-roussy-igr-a-villejuif.html
Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
Medizin
Installation des weltweit leistungsstärksten NMR-Spektrometers in Lyon
Bruker BioSpin hat die Installation des 1-Gigahertz-Ultra-Hochfeld-NMR-Spektrometers AVANCETM 1000 [1], den weltweit ersten Spektrometer mit 1.000 MHz, im Zentrum für Ultrahochfeld-NMR (CRMN) in Lyon erfolgreich abgeschlossen. Das System AVANCE 1000 kann eine magnetische Feldstärke von bis zu 23,5 Tesla erzeugen und bietet somit den französischen und europäischen Forschern ungeahnte Forschungsmöglichkeiten.
Die einzigartige Ultrahochauflösung und Messgenauigkeit des Spektrometers werden Fortschritte auf zahlreichen wissenschaftlichen Gebieten ermöglichen, wie zum Beispiel in der heterogenen Katalyse im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung, zur Untersuchung der Proteinstruktur und -dynamik in komplexen Krankheitsmechanismen sowie bei großangelegten Bevölkerungsstudien zum Stoffwechsel, um den Einfluss der Lebensweise, insbesondere der Ernährung, auf die Entstehung von Volkskrankheiten, wie Krebs, besser zu verstehen.
Das NMR-Zentrum von Lyon ist eine gemeinsame Forschungseinrichtung des CNRS [2], der "Ecole normale supérieure" in Lyon und der Universität I in Lyon. Prof. Lyndon Emsley, Professor für Chemie an der "Ecole normale supérieure" in Lyon erklärte, dass er von der Installation des magnetischen 1.000 MHz-NMR-Spektrometers sehr beeindruckt war. Die Forscher haben bereits mit den Experimenten begonnen und wollen so das Potenzial dieses außergewöhnlichen Spektrometers in zahlreichen Anwendungen bestätigen. Sie hoffen, dass das neue Spektrometer in Kürze regelmäßig für Forschungszwecke zur Verfügung steht. Der Professor begrüßte dieses schöne "Weihnachtsgeschenk" für die europäische Forschung und erklärte, dass er stolz sei, dieses Spektrometer in Frankreich beherbergen zu dürfen.
[1] NMR : Nuclear Magnetic Resonance
[2] CNRS: Französisches Zentrum für wissenschaftliche
Forschung
Kontakt: Lyndon EMSLEY, Projektleiter des NMR-Zentrums - Tel: +33 4 72 72 83 93, Fax: +33 4 72 72 84 83 - E-Mail: Lyndon.Emsley@ens-lyon.fr - Internet-Seite des NMR-Zentrums: http://www.techlyon-ladoua.prd.fr/rmn/index.html (auf Französisch)
Quelle: Artikel aus
Information Hospitalière - 7.12.2009 -
Artikel
Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
Automobilindustrie
PSA Peugeot Citroën stellt neues Hybridfahrzeug mit Brennstoffzellentechnik vor
Vom 7. bis 11. Dezember 2009 wurde auf der Lyoner Ausstellung "Alles über die Wasserstoffenergie" der Prototyp des verbesserten Peugeot 307 Cabriolet präsentiert.
Dieses neuartige, 100prozentig elektrische Fahrzeug kombiniert die neuesten Technologien im Bereich der Batterie- und der Brennstoffzellentechnik sowie der Wasserstoffspeicherung. Durch das harmonische Zusammenspiel dieser Komponenten erreicht der Peugeot eine Reichweite von über 500km.
Dabei spielt das Wasserstoffsystem die Rolle des "Range Extenders" (Reichweitenverlängerer). Wie bei herkömmlichen Elektrofahrzeugen wird der Elektromotor über die Batterie betrieben. In bestimmten Fällen kann über die Brennstoffzellen zusätzlicher Strom erzeugt werden, um die Batterie zu unterstützen. Auf diese Weise benötigt das Fahrzeug weniger als 1kg Wasserstoff auf 100km.
Das "FiSyPAC" [1] Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Französischen Zentrum für Atomenergie (CEA) und dem französischen Batteriehersteller Johnson Controls-Saft (JCS) durchgeführt. Für dieses Projekt stellte das CEA sein Know-how für die Entwicklung der Brennstoffzellen zur Verfügung und der JCS seine Kenntnisse für die Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterie. Durch diese Forschungsarbeit konnte nicht nur die Reichweite verlängert werden, sondern auch die Lebenszeit der Brennstoffzellen, die somit im Vergleich zu 2006 vervierfacht wurde. Auch der Wirkungsgrad der Brennstoffzelle konnte um 20% erhöht werden.
Problematisch bleiben jedoch weiterhin die hohen Kosten für die Brennstoffzellen und die Lithium-Ionen-Batterien, die kurze Lebensdauer der Brennstoffzellen sowie die Errichtung einer Infrastruktur zur Wasserstoffversorgung. Unter diesen Umständen ist eine Massenproduktion vor 2020-2025 nicht vorstellbar.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden jedoch bereits in verschiedenen Projekten des Konzerns umgesetzt, wie beispielsweise für die Elektrofahrzeuge Peugeot Ion und Citroën C-Zéro, die 2010 auf den Markt kommen sollen, oder für den Diesel-Hybrid Peugeot 3008 und den Citroën DS5 (Markteinführung voraussichtlich 2011).
[1] Fiabilisation Système Pile A Combustible, Verbesserung der Zuverlässigkeit von Brennstoffzellen
Quelle: Artikel aus Autonews -
04.12.2009
http://www.autonews.fr/Ecologie/Actualite/Peugeot-hydrogene-152263
Redakteur: Sebastian Ritter, sebastian.ritter@diplomatie.gouv.fr
Informations- und Kommunikationstechnik
Immersion startet Cubtile, das erste 3D Multi-Touch System
Das französische Unternehmen IMMERSION [1], europäischer Marktführer auf dem Gebiet der virtuellen Realität und der visuellen Simulation, kündigt die Kommerzialisierung von Cubtile™ an, das weltweit erste dreidimensionale Multitouch-Gerät [2]. Cubtile™ kann durch die 3D-Multi-Touch-Technologie und mit Hilfe verschiedener Visualisierungslösungen intuitiv dreidimensionale Inhalte bearbeiten und in einer virtuellen Welt surfen. Cubtile™ wurde von PSA Peugeot Citroën getestet.
Auf der Basis der Berührungstechnologie iliGHT entwickelt und im Rahmen des Forschungsprojektes CARE angewandt (das von der staatlichen Forschungsagentur (ANR) co-finanziert wird), stellt Cubtile™ eine revolutionäre Innovation der jüngsten Forschung im Bereich Berührungs-Technologien und beim Erkennen von Bewegungen dar. Im Oktober 2008 wurde es der wissenschaftlichen Gemeinschaft anlässlich der internationalen Konferenz ACM VRST präsentiert und im Februar 2009 den Experten sowie der breiten Öffentlichkeit auf der Multimedia-Messe Imagina. Cubtile™ bietet innovative Möglichkeiten der Interaktion und Visualisierung und wurde dafür im April 2009 auf der Laval Virtual mit einem Award ausgezeichnet.
Durch seine Größe ideal für eine bimanuelle Handhabung ist Cubtile™ das erste intuitive Berührungsgerät mit mehreren Schnittstellen und Punkten und für jeden Benutzer leicht zu bedienen. Es ermöglicht eine einfache Bearbeitung dreidimensionaler Inhalte mit 6 Freiheitsgraden und das Surfen in einer 3D-Welt, unabhängig von der Komplexität der Daten. Berühren die Finger den Cubtile™, so werden diese Berührungen von einem Computer erfasst. Mit Hilfe von Rechenalgorithmen übersetzt dieser die über die Seiten des Kubus eingegebenen Manipulationen in 3D-Aktionen (Verschieben, Rotation, Zoom...).
Cubtile™ ist für zahlreiche Berufsgruppen geeignet - Architekten, Designer, Städteplaner, Ergonomen, Mediziner usw. - und hilft in der gewerblichen Anwendung bei der Entscheidungsfindung. Allein durch leichte Berührung erfasst er Aussehen und Umfang. So wird es in Kürze möglich sein, einfach über die Pläne eines geplanten Gebäudes zu surfen oder den Prototyp eines Autos zu bedienen.
Cubtile™ steht auch der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Ob Museumsbesuchern, Auto- oder Wohnungskäufern… Die Anwendungen von Cubtile™ eröffnen zahlreiche mögliche Kombinationen, so beinhaltet es z.B. die Anwendung Google Earth™.
[1] Immersion entwirft neue maßgeschneiderte Lösungen und interaktive, multimodale Visualisierungsmodule für zukünftige virtuelle Welten. So realisiert es beispielsweise für seine Kunden stereoskopische Bildwände mit sehr hoher Pixelauflösung, immersive mehrseitige Projektionssysteme und visuelle 3D-Simulatoren in Echtzeit. Zu seinen größten Auftraggebern zählen z.B. LVMH, PSA Peugeot Citroën, Renault, CEA, IRIT, LABRI, die französische Luftflotte, EADS ASTRIUM, Airbus, CS und Eurocopter. Immersion ist an den wichtigsten europäischen Forschungsprojekten zur virtuellen Realität beteiligt. - Web: http://www.immersion.fr - Contact presse d'Immersion - Laëtitia Richez - E-Mail: laetitia.richez@immersion.fr - Tel.: +33 (0) 557 541 700
Quelle: Pressemitteilung von Immersion unter: http://www.immersion.fr/images/stories/Presse/091204_Immersion_Cubtile-1er-peripherique-multitouch-3D.pdf - 03.12.2009
Redakteur: Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr
Revision der Texte: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr
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