Wissenschaft Frankreich #175 – 20/01/2010

Wissenschaft-Frankreich Nr. 175 [PDF]

 


 

Forschungspolitik

Stärkere Valorisierung der öffentlichen Forschung in Frankreich

Im Rahmen der "großen Staatsanleihe" werden Mittel für die Gründung neuer Technologie-Transfer Einrichtungen gefordert. Am 14. Dezember 2009 erinnerte der Präsident Sarkozy daran, dass Frankreich trotz seiner weltweiten Spitzenposition in der Grundlagenforschung nicht innovativ genug ist. Derzeit fehlt eine ausreichende Unterstützung, um den effizienten Transfer von Forschungsergebnissen in industrielle Anwendungen zu gewährleisten. In den kommenden Jahren sollen diesen neuen Transfer-Einrichtungen 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Die Ministerin für Hochschulwesen und Forschung, Valérie Pécresse, zielt insgesamt auf die Gründung von einem Dutzend Transfer-Agenturen ab. Diese werden bei den großen Forschungs- und Hochschulzentren angesiedelt. Sie sollen die 14 bereits existierenden und durch die ANR [1] (staatliche Agentur für Forschung) betriebenen regionalen Agenturen unterstützen, wie zum Beispiel die Bretagne Valorisation Aquitaine Valo.
Inzwischen haben das INRA [2] (Französisches Institut für Agrarforschung) und das INSERM [3] (Französisches Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung) ein Abkommen über die Valorisierung der Forschung abgeschlossen. Das INRIA hat ebenfalls ein vergleichbares Abkommen mit Universitäten unterschrieben. Dieses soll den Technologie-Transfer von Forschungsergebnissen gemischter Forscherteams vereinfachen. Die interessierten Unternehmen werden so künftig mit einem einzigen Ansprechpartner verhandeln.
Im vergangenen Dezember haben sich staatliche Forschungseinrichtungen und Unternehmen auf ein gemeinsames Referenzsystem unter der Schirmherrschaft des ANRT [4] (französischer Verband für Forschung und Technologie) geeinigt.

[1] http://www.wissenschaft-frankreich.de/informationen/forschung_in_frankreich/anr/index.htm
[2] http://www.wissenschaft-frankreich.de/informationen/forschung_in_frankreich/offentlichen_forschungseinrichtungen/inra/index.htm
[3] http://www.wissenschaft-frankreich.de/informationen/forschung_in_frankreich/offentlichen_forschungseinrichtungen/inserm/index.htm
[4] http://www.anrt.asso.fr/

Quelle:
-Les Echos, s.9, "La recherche publique met sa valorisation en ordre de marche" - 21.12.2009
-La Tribune: "La recherche publique bientôt mieux valorisée " - 05.01.2010

Redakteur: Etienne Balli,

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Forschungspolitik

Gründung einer französischen Allianz für Umwelt- und Klimaforschung

Am 10.12.2009 hat die Forschungsministerin Valérie Pécresse die Gründung einer nationalen Allianz angekündigt, die die Forschungsaktivitäten des CNRS, INRA, CEMAGREF, BRGM [1], des Französischen Wetterdienstes Météo France und der Universitäten bündeln soll. Die Allianz soll die französische Forschung auf den Gebieten "Wasser, Ernährung, Umwelt und Klima" unter einer einzelnen Struktur bündeln.

Auf der Pressekonferenz betonte die Forschungsministerin erneut das Anliegen Frankreichs, sich stärker für die Erforschung des Klimawandels und der Umwelt zu engagieren. Sie versprach, dass Frankreich alles tun werde, um so schnell als möglich die wichtigsten Probleme des Klimawandels zu bekämpfen. Auf der Grundlage des Abkommens für Klimaschutz sollen bis 2012 1,5 Mrd. Euro in die Forschungsförderung investiert werden. Die Umstellung auf "grünes Wachstum" gehört ebenso zu den obersten Prioritäten der "großen Staatanleihe" [2].

Um das Potenzial der neu gegründeten Allianz hervorzuheben, hat die Forschungsministerin Pécresse die relevantesten Programme der Allianz und die dafür in den Jahren 2008-2009 zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel aufgeführt:

  • Verbesserung der Erfassung von Satellitendaten und terrestrischen Daten zur Erforschung des Klimawandels - ca. 200 Mio. Euro (jährlich)
  • Erforschung der pflanzlichen Biodiversität in der Land- und Forstwirtschaft - mehr als 350 Mio. Euro (jährlich)
  • Besseres Verständnis sowie die Antizipation zukünftiger gesellschaftlicher Veränderungen
  • Vorbereitung auf die mit dem Klimawandel einhergehenden neuen Krankheitserreger - 50 Mio. Euro
  • Ausbau neuer wirtschaftlicher Sektoren zur CO2-Abscheidung und -Speicherung - 135 Mio. Euro
  • Herstellung von Biokraftstoffen der zweiten Generation - 147 Mio. Euro
  • Aufbau eines wirtschaftlich rentableren Photovoltaiksektors- 147 Mio. Euro
  • Planung nachhaltiger Städte - 225 Mio. Euro
  • Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden und Entwurf des "Hauses der Zukunft" - 88 Mio. Euro
  • Nutzung verschiedener erneuerbarer Meeresenergien - 1,9 Mio. Euro
  • Weiterentwicklung der Kernreaktoren der 3. und 4. Generation - 393 Mio. Euro
  • Kampf gegen den Klimawandel: Bauwesen, Städteplanung, Verkehr, Energie

Unter nachstehendem Link finden Sie ein 15-seitiges pdf-Dokument, dass Ihnen detailliertere Informationen zum Stand der Umwelt-, Energie-, und Klimaforschung gibt: http://media.enseignementsup-recherche.gouv.fr/file/Dossiers_de_presse/23/3/dossier-presse-science-rechauffement_climatique_130233.pdf

[1] CNRS: Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung; INRA: Französisches Institut für Agrarforschung; CEMAGREF: Französisches Zentrum für Landmaschinenwesen, Agrartechnik, Gewässer und Forstwesen; BRGM: Organisation für geologische- und Bergwerksforschung.
[2] "Aktueller Stand zur großen Staatsanleihe" - Wissenschaft Frankreich 173 - 02.12.2009 - http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/173.htm#1

Quellen:
- Pressemitteilung des Ministeriums für Hochschulwesen und Forschung - 10.12.2009
- Pressemitteilung von Kooperation International - 16.12.2009

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

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Umweltpolitik

Zwei französische Expertengremien nehmen Stellung zum genveränderten Mais MON-810

Am 23.09.2009 hatten vier französische Minister, darunter Umweltminister Jean-Louis Borloo und Forschungsministerin Valérie Pécresse, zwei Expertengremien einberufen: den Obersten Rat für Biotechnologien (HGB) und die Französische Lebensmittelaufsichtsbehörde (AFSSA). Sie wurden damit beauftragt, ein Gutachten über die am 30.06.2009 von der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit AESA abgegebene Stellungnahme zum Anbau und zum Inverkehrbringen von gentechnisch verändertem Mais MON-810 zu erstellen, nachdem Frankreich und andere EU-Mitgliedstaaten im Februar 2009 im Rahmen einer EU-Schutzklausel Anfragen an die AESA gestellt hatten.

Die Stellungnahmen beider Expertengremien greifen die wichtigsten von Frankreich aufgeworfenen Fragen hinsichtlich der Umweltauswirkungen des MON-810-Anbaus wieder auf: die Auswirkungen auf gewisse (wirbellose) Nicht-Zielorganismen, das Auftreten einer Resistenz von Schädlingen gegenüber genverändertem Mais, die Wirksamkeit der von der AESA vorgeschlagenen Maßnahmen. Ebenso werden die gesundheitlichen und sozioökonomischen Auswirkungen des Anbaus und der Markteinführung von Mais MON-810 auf den Menschen berücksichtigt.

Der wissenschaftliche Ausschuss des HGB kam zu dem Ergebnis, dass Mais MON-810 keine ins Gewicht fallenden Auswirkungen auf die Umwelt habe. Folglich gibt der wissenschaftliche Ausschuss des HGB eine positive Stellungnahme hinsichtlich des Anbaus und des Inverkehrbringens von MON-810 ab. Der gentechnisch veränderte Mais MON-810 entspräche den gesundheitlichen Anforderungen an menschliche und tierische Nahrungsmittel und erfülle die im Rahmen des Programms "Ecophyto 2018" zu erreichenden Zielsetzungen (Reduzierung der in der Landwirtschaft eingesetzten chemischen Pestizide um 50%). Die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft, Ethik und Sozialfragen des HCB äußerten sich zu der Frage "Überwiegen die globalen Vorteile einer Genehmigung des Anbaus von MON-810 die globalen Nachteile?" bei einer Stimmenthaltung 11x mit "Ja" und 14x mit "Nein". Zu der Frage "Sollte, wenn der Anbau von MON-810 staatlicherseits genehmigt wird, dies ohne oder unter Bedingungen erfolgen? Wenn ja, unter vorgängigen oder/und begleitenden Bedingungen?" haben sich die Mitglieder des Ausschusses wie folgt geäußert: ohne Bedingungen (6 Stimmen), nur unter begleitenden Bedingungen (6 Stimmen), unter vorgängigen und gleichzeitig begleitenden Bedingungen (13 Stimmen), 1 Enthaltung. Nach Meinung der AFSSA sollte der MON-810 unter dem Gesichtspunkt der Lebensmittelsicherheit dasselbe Niveau an Sicherheit bieten wie konventionell angebauter Mais. Dies stimmt also mit der Stellungnahme der AESA vom 30.06.2009 überein.

Die am 22.12.2009 vom französischen Umweltministerium veröffentlichten Stellungnahmen des HCB und der AFSSA leisten in mehreren Punkten Entscheidungshilfen für das weitere Vorgehen der französischen Regierung auf nationaler und EU-Ebene. Sie lassen jedoch in einigen Punkten noch Fragen offen. So besteht laut dem französischen Ministerium für Umwelt weiterhin die Notwendigkeit, unbeabsichtigte Auswirkungen auf die Ökosysteme von landwirtschaftlichen Methoden zu untersuchen. In diesem Sinne sei eine starke Forschung in Frankreich im Bereich Biotechnologie von wesentlicher Bedeutung.

Für weitere Fragen: Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Umwelt mit Links zu den Stellungnahmen des HGB (Haut Conseil des biotechnologies) und der AFSSA (Agence Française de Sécurité Sanitaire des Aliments): http://www.developpement-durable.gouv.fr/article.php3?id_article=6552

Quellen:
- Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt - 22.12.2009
- Pressemitteilung von Kooperation International - 04.01.2010

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

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Hochschulwesen

Weiterführung der "Gesetz über die Freiheit und Verantwortung der Universitäten"

Dank des Reformgesetzes (LRU) [1][2][3] arbeiten seit dem 1. Januar 2010 33 weitere französische Universitäten autonom. Die Anzahl der französischen autonomen Hochschulen steigt somit auf 51 von insgesamt 85 Universitäten.

2010-01-22-11-43-51
Die aktuellen autonomen Universitäten
Ministère de l'Enseignement Supérieur et de la Recherche

Ein Jahr nach Beginn der Einführung der Autonomie bei 18 Universitäten zeichnet sich eine erste Bilanz ab. Die Universität Aix-Marseille II erhielt beispielsweise eine Prämie in Höhe von 20.000€ für das "beste Pädagogikteam" und eine zusätzliche Prämie für "wissenschaftliche Exzellenz" geht an 20% seiner besten Lehr- und Forschungsbeauftragten. In Nancy I werden die Lehrpläne junger Professoren entlastet, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich verstärkt auf ihre Forschung zu konzentrieren. Jede Universität kann jetzt eine Stiftung gründen, mit denen neue Forschungsstipendien geschaffen und finanziert werden, um junge Nachwuchsforscher zu gewinnen. Auf Wunsch können die Universitäten zudem Eigentümer ihrer Immobilien werden.
Allerdings kritisieren einige Rektoren die zu große Macht der Rektoren von neuen autonomen Universitäten. Die Universitätszuschüsse wurden beschränkt und stehen jetzt auch Personen außerhalb der Universität zur Verfügung. Die Gesetzesgegner fürchten eine künftige Privatisierung der Universitäten.

[1] "Ab dem 1. Januar 2009 werden 20 französische Hochschulen autonom arbeiten" - WF 147 - 20.08.2008 http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/147.htm#1

[2] "Ab Seit dem 1. Januar 2009 arbeiten 20 französische Hochschulen autonom" - WF 155 - 14.01.2009 http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/155.htm#2

[3] " Reform der Universitäten: Verhandlungen gehen weiter" - WF 159 - 18.03.2009 http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/159.htm#2

Quelle:
-Le Figaro "Trente-trois nouvelles Universités autonomes" - 31.12.2009
-Les Echos, s. 8 - 31.12.2009

Redakteur: Etienne Balli,

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Energie

Energieerzeugung: neuer Fahrplan verabschiedet

Der Minister für Umwelt und Energie, Jean-Louis Borloo, hat am 17. Dezember 2009 den neuen "Fahrplan Frankreichs" bei der Energieerzeugung angekündigt. Gemäß des "Grenelle Environnement" (Abkommen für Umweltschutz) kommt der Entwicklung der erneuerbaren Energien (deren Produktion bis 2012 um 50% und bis 2020 um 120% steigen soll) eine prioritäre Stellung zu. Bis 2020 soll ihr Anteil am Energiemix auf 23% erhöht werden, und die gesamte Erzeugung 36 Millionen Tonnen Rohöleinheiten (t RÖE) erreichen.

Das neue "mehrjährige Investitionsprogramm" (PPI) für Energieerzeugung bestätigt die Ziele des "Grenelle Environnement", sowohl was die Entwicklung der Photovoltaikenergie, die Kraftwärmekopplung aus Biomasse, die Onshore- und Offshore-Windenergie, als auch die anderen Meeresenergien betrifft. Die Zielsetzung hinsichtlich der Stromgewinnung aus Wasserkraft berücksichtigt den Schutz der Gewässer und der Biodiversität.

Die Energieerzeugung aus Wärmekraft wird mit der Stilllegung von mehr als der Hälfte der Kohlekraftwerke bis 2015 und ihrer Ablösung durch weniger umweltschädliche Gaskraftwerke weitgehend modernisiert. Des Weiteren wird der Bau neuer Kohlekraftwerke nur genehmigt, wenn die CO2-Abscheidung und -Speicherung vollständig gesichert ist. Die Treibhausgasemissionen sollen bis 2020 insgesamt um Zwei Drittel reduziert werden. Auf dem Gebiet der Wärmeversorgung - Zweig mit dem größten Wachstumspotential im Bereich erneuerbare Energien - sieht das neue PPI für Wärmeerzeugung folgende Maßnahmen vor: Verdopplung der Anzahl der an ein Fernwärmenetz angeschlossenen Gebäude; verstärkte Nutzung der erneuerbaren Energien (Biomasse, Geothermie, usw.) für diese Netze; Ausrüstung von 2 Millionen Wohnungen mit Wärmepumpen und von über 4 Millionen Wohnungen mit solaren Warmwasserbereitungsanlagen.

Dieser neue Fahrplan für die Energieerzeugung berücksichtigt die dank der "Grenelle Environnement" in Frankreich erreichten Energieeinsparungen. Der Endenergieverbrauch soll - zum ersten Mal dauerhaft - von heute 177 M t RÖE auf 167 M t RÖE im Jahr 2020 reduziert werden. Die in einem vergleichbaren Szenario ohne "Grenelle Environnement" (202 M t RÖE in 2020) erzielten Einsparungen würden sich auf etwa 35 M t RÖE belaufen, was 40% des Jahresverbrauchs Frankreichs an Erdölprodukten entspricht.
Während der Kopenhagener Konferenz hatte Jean-Louis Borloo bereits die Verordnungen "PPI-Elektrizität" und "PPI-Wärme" verabschiedet. Der Minister zeigt damit den Willen Frankreichs für einen entschlossenen Wandel in der Energiepolitik.

Quelle: "Production d'énergie : adoption de la feuille de route" - Enerzine - 18.12.2009

Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr

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Energie

Energiearmut: neun Maßnahmen zugunsten der Ärmsten

In Frankreich leben 2 Millionen Haushalte in schlecht oder wenig beheizten Wohnungen, und fast 10% der französischen Bevölkerung ist von einer Energiearmut betroffen. Aus diesem Grund hat die Staatssekretärin für Nachhaltigkeit, Valérie Létard, den Präsidenten des strategischen Ausschusses für Gebäudeplanung des "Grenelle Environnement" (Umweltabkommen), Philippe Pelletier, darum gebeten, Vorschläge zur Reduzierung der Energierechnung für die schwächsten Haushalte zu unterbreiten. Der am 6. Januar 2010 veröffentlichte Bericht befürwortet einen Plan von fast 4 Milliarden Euro für die nächsten 10 Jahre, der es den Ärmsten ermöglichen soll, ihre Heizungs- und Stromrechnungen bezahlen zu können. Der Bericht schlägt eine Definition der Energiearmut als Kombination aus 3 Faktoren vor: geringes Einkommen, schlechte thermische Qualität der Wohnungen und Schwierigkeiten, die Energierechnungen zu bezahlen.

Heute geben ungefähr 3,4 Millionen Haushalte mehr als 10% ihres Einkommens für die Energierechnung aus, was sie in die Energiearmut treibt: 87% von ihnen leben in Privatwohnungen, 70 % gehören zu den 25% der Bevölkerung mit dem schwächsten Einkommen, 62% sind selbst die Wohnungseigentümer und 55% sind älter als 60 Jahre. Außerdem heizen 300.000 Haushalte aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage nicht mehr oder nur unzureichend ihre Wohnung. Die Energiearmut betrifft vor allem ländliche Gebiete und Kleinstädte und hat verheerende Auswirkungen auf die Umwelt (Vergiftungen, Feuchtigkeit, Schimmel), das soziale Leben (Stress, Rückzug) und die Gesundheit (Atemwegserkrankungen, überhöhtes Sterblichkeitsrisiko im Winter). Die aktuellen Hilfsmaßnahmen für Haushalte, wie Sozialtarife für Strom und Gas, Solidaritätsfonds für Wohnungen oder nicht-staatliche Hilfsmaßnahmen sind unzureichend und unkoordoniert. Darüber hinaus sind Hilfen für Bauarbeiten (zinslose Darlehen, persönliche Kleinstkredite, Steuergutschriften für Nachhaltigkeit) den einkommensschwächsten Familien nicht zugänglich.

Deshalb schlägt der Bericht neun Maßnahmen in Höhe von 3,975 Milliarden Euro vor, wovon 1,7 Milliarden Euro zu Lasten des Staates und 353 Millionen Euro zu Lasten der Gebietskörperschaften gehen. In diesem Plan werden außerdem folgende Vorschläge unterbreitet: Aufnahme des Prinzips der Bekämpfung der Energiearmut in das Gesetz, um einen Handlungsrahmen festzusetzen; Eintrag der thermischen Leistung in die Gesetzestexte zur Gesundheitsschädlichkeit und Würdelosigkeit, um Energieverluste zu vermeiden und Verbindung zu Maßnahmenpaketen im Bereich Gesundheit (PNSE/PRSE - nationaler / regionaler Plan für Gesundheit und Umwelt) zu berücksichtigen. Auf lokaler Ebene werden fünf Maßnahmen empfohlen, um den Kampf gegen die Energiearmut in den Unterkünften der Ärmsten in die Aktionspläne der Departements zu integrieren. Diese Maßnahmen könnten die Anzahl der gegenwärtig bearbeiteten Wohnsituationen mehr als verdreißigfachen.

Die französische Präventionspolitik zur Energiearmut, in der die französische Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft (Ademe, [1]) eine aktive Rolle spielt, berücksichtigt 2 komplementäre Aspekte: Veränderung des Energieverbrauchsverhaltens und Bereitstellung leistungsfähiger technischer Lösungen, mit dem Ziel, die Experten für Sozialarbeit und die Wohnungs- oder Energieexperten näher zusammenzubringen.

[1] Mit ihrem Programm "Energieeinsparungen in Wohnungen und Kampf gegen Ausgrenzung" agiert die Ademe in den Gemeinden auf 3 Ebenen: Sensibilisierung der Öffentlichkeit (Informationsinstrumente, Ausbildung von Wohnberatern), Sanierungsmaßnahmen (Energieflusserfassung, Programmbegleitung), begleitende Maßnahmen bei der Durchführung (Beihilfe für Sanierungs- und Dämmarbeiten). Zusätzliche Informationen: http://www2.ademe.fr/servlet/KBaseShow?sort=-1&cid=96&m=3&catid=20197

Kontakt: Didier Chérel - Abteilung Bau und Stadtplanung, Ademe - Sophia-Antipolis - 500 route des Lucioles, 06560 VALBONNE - Tél: +33 4 93 95 79 01 - Fax: +33 4 93 65 31 96 - Email: didier.cherel@ademe.fr

Quelle: "Précarité énergétique : 9 mesures à l'étude en faveur des plus démunis" - - 07.01.2010

Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr

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Energie

Bretagne: Start eines Kompetenznetzes für erneuerbare Energien und Wasserstoff

Das vom Forscher Bruno Mansuy ins Leben gerufene und Ende des Jahres 2009 gestartete Kompetenznetz "ERH2 Bretagne" zielt auf die Entwicklung erneuerbarer Energien, die Wasserstoffwirtschaft und die Nutzung von Brennstoffzellen in der Bretagne ab, um so das Wachstum, die Beschäftigung und die Innovation anzukurbeln.

Das Ziel des Kompetenznetzes besteht darin, alle bretonischen Akteure des Energiesektors zusammenzuführen, "um eine Wasserstoff- und Brennstoffzellenbranche aufzubauen, die sich auf die Entwicklung aller erneuerbaren Energien, deren Speicherung und ihre optimierte Nutzung in intelligenten Stromnetzen, Plusenergiehäusern und emissionsfreien Fahrzeugen stützt", so Bruno Mansuy, Vorsitzender von ERH2 Bretagne.

Seit 2005 wurde auf Initiative von Bruno Mansuy ein Netzwerk zur Förderung der Entwicklung erneuerbarer Energien in der Bretagne aufgebaut. Seit Juni 2008 beteiligt sich dieses Netzwerk an der Strukturierung des französischen Sektors "Wasserstoff und Brennstoffzellen", im Besonderen durch die Plattform HYPAC. Das Projekt ERH2-Bretagne basiert auf der Klima-Energie-Politik der europäischen Union und den 3 Grundpfeilern der dritten Industrierevolution:

  • Die Entwicklung jeglicher Art von erneuerbaren Energien in der Bretagne, für alle Unternehmen, Gemeinden und Wohngebäude.
  • Die Speicherung dieser Energien, mit Hilfe von Batterien der neuen Generation und der auf Wasserstoff und Brennstoffzellen basierenden Ökotechnologien.
  • Der Aufbau eines intelligenten Stromnetzes, das es jedem ermöglichen wird, sowohl gleichzeitig Stromerzeuger als auch -verbraucher zu sein, und somit Energie günstig kaufen bzw. verkaufen zu können.

Die den Mitgliedern des Netzwerkes zur Verfügung stehenden Dienstleistungen sind: die Erfassung der technologischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Entwicklung; die Erstellung wirtschaftlicher und technischer Studien und der Aufbau gemeinsamer F&U-Projekte. Einige potentielle Projekte (emissionsfreie Fahrzeuge, Plusenergiehäuser (BEPOS), ECOCAR-H2 Tankstellen, landwirtschaftlich genutzte Gewächshäuser, usw.) werden auf der Internetseite des "ERH2 Bretagne" Netzwerkes vorgestellt.

-Zusätzliche Informationen: "Wasserstofferzeugung und -nutzung auch ohne Platin", Wissenschaft Frankreich 174 - http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/174.htm#7 - 16.12.2009

Kontakt: Bruno Mansuy - Vorsitzsender von ERH2 Bretagne, 14 rue Ransbach Baumbach, 35730 Pleurtuit - Tél: +33 299168400 - Email: erh2.bretagne@gmail.com - http://erh2-bretagne.over-blog.com

Quellen:
-"Bretagne : lancement d'un pôle de compétences dédié aux énergies renouvelables et l'hydrogène" - http://www.actu-environnement.com/ae/news/bretagne_pole_competence_energie_renouvelable_hydrogene_pile-combustible_9323.php4 - Actu-environnement - 11.01.2010
-Pressemitteilung des ERH2 Bretagne " Création d'un pôle de compétences scientifiques sur les énergies du futur "Energies Renouvelables, hydrogène et pile à combustible en Bretagne : ERH2 Bretagne" - http://www.erh2-bretagne.over-blog.com

Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr

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Energie

Die französische Meeresströmungsturbine Sabella D10

Das französische Unternehmen SABELLA SAS aus Quimper, das im April 2008 die erste französische Meeresströmungsturbine auf dem Meeresgrund installiert hat, setzt heute die Entwicklung seiner Wasserkrafttechnologie, die auf dem Gebiet der Meeresenergien ausgebaut werden soll, in einem französischen Kontext fort. Nach einem Testjahr hat SABELLA im Frühjahr 2009 die Inbetriebnahme seines Prototyps Sabella D03 angekündigt und zahlreiche Forschungen durchgeführt, um sein Produktkonzept zu verbessern und mit der industriellen Serienproduktion zu beginnen. Die bei der Versuchsreihe für D03 erzielten Ergebnisse haben SABELLA einen eindeutigen Vorsprung vor der Konkurrenz gesichert. SABELLA war beim 3. "Tidal Energy Summit" vertreten, der vom 17.-18. November 2009 in London stattfand und stellte seine Technologie an einem sehr gut besuchten Stand vor. Die größtenteils englischen Teilnehmer konnten sich davon überzeugen, dass Frankreich im Bereich der Wasserkraft eine bedeutende Rolle spielt.

Geschichte

SABELLA SAS trägt seit 2000 (dem Zeitpunkt der Gründung des Unternehmens Hydrohelix Energies durch Jean-François Daviau, derzeitiger Geschäftsführer von SABELLA SAS) mit der Entwicklung seiner Wellenkrafttechnologie Sabella zur Stromerzeugung mittels Einsatz der Gezeitenströmungen bei. Sein ursprüngliches Meeresenergieprojekt "Marénergie" wurde im Dezember 2005 vom Pôle Mer Bretagne offiziell anerkannt. Das Unternehmen wurde von der Region Bretagne und anderen Gebietskörperschaften finanziell unterstützt, ebenso von der ADEME [1] und in technischer Hinsicht vom IFREMER [2]. Das SABELLA-Konsortium hat die französische Meeresströmungsturbine Sabella D03 im März 2008 an der Odet-Mündung (Finistère) auf dem Meeresboden verankert. Zur Entwicklung dieses Prototyps konnte sich das Konsortium auf die wichtigsten Anbieter der Bretagne stützen: DCNS, ENAG und FMC (Florian Madec Composites). Nach der einjährigen Testphase unter Wasser, wurde die Turbine im April 2009 gehoben. Es zeigten sich bei Sabella D03 keine besonderen Abnutzungserscheinungen in der Struktur, ebenso wenig war Korrosion feststellbar. Als problematisch für Meeresturbinen erwies sich jedoch die Kontrolle des Biofouling. Aufgrund dieser Ergebnisse beschloss SABELLA SAS, die industrielle Entwicklung seiner Technologie mit einer größeren Pilotanlage weiterzuführen: die Sabella D10, mit einem Durchmesser von 10 Metern bedeutend größer als Sabella D03 (5,5m). Am 15. Oktober 2009 lud SABELLA Großindustrielle und Institutionen zur Präsentation seines Programms Sabella D10 ein. Das Ziel bestand darin, finanzielle Unterstützung aus dem Fonds "Démonstrateurs Energies Renouvelables" (DER - Demonstrationssysteme für erneuerbare Energien) für die ersten industriellen Maschinen durch einen von der ADEME gestarteten Projektaufruf zu erhalten. Vertreten waren Véolia Environnement, Ifremer, das Bureau Veritas und der französische Stromlieferant Direct Energie, der als Auftraggeber in Partnerschaft für die Projektentwicklung tätig sein könnte. Um SABELLA die Teilnahme am ADEME-Projektaufruf zu ermöglichen, haben mehrere Investitionsfonds dem Unternehmen ihre Hilfe durch Eigenmittel zugesagt, die an die Gewährung einer Unterstützung durch den Fonds "DER" gebunden ist. Des Weiteren sind nordamerikanische Unternehmen auf die Technologie aus der Bretagne aufmerksam geworden und es wurde eine Partnerschaft, insbesondere mit dem CHIQ (Centre Hydrolien Industriel Québéquois = Industrielles Wasserkraftzentrum aus Quebec) geschlossen, was zu einer Gründung der SABELLA INC. führte. Die französische Wasserkrafttechnologie soll somit auf den drei amerikanischen Kontinenten präsent sein und kommerziell verwertet werden. Internationale Finanzgruppen haben ebenso ein Interesse an der SABELLA-Technologie bekundet. Sie wollen sie auf der Südhalbkugel auf einem speziellen Gebiet anwenden, als Ersatz für bestehende teure Infrastrukturen zur Stromproduktion.

Kontakte:

[1] ADEME - Französische Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft [2] IFREMER - Französisches Forschungsinstitut zur Nutzung des Meeres * Francis Rousseau, Chefredakteur bei "3B Conseils" - E-Mail: 3bconseils@gmail.com

Quelle: Artikel von "3B Conseils" - 11.12.2009

Redakteur: Julien Bouasria, julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr

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Umwelt

Start eines Projekts zur Herstellung von Biokrafstoffen der zweiten Generation

Das Französische Zentrum für Atomenergie (CEA) hat mit seinen Partnern aus der Industrie die erste Phase des Projekts zum Bau einer Vorführanlage des BtL (Biomass to Liquid) Verfahrens eingeleitet, das die Herstellung von Biokraftstoffen der 2. Generation [1] ermöglichen soll.

Ziel dieses Projekts ist es, die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit der gesamten Produktionskette von Biokraftstoffen zu überprüfen, von der Gewinnung der Biomasse bis hin zur Synthese des Kraftstoffes. Bei dieser Anlage wird weltweit zum ersten Mal Wasserstoff zur Optimierung des Wirkungsgrades eingesetzt.

Die erste Phase umfasst eine detaillierte Planungsstudie für die Konstruktion und Gestaltung der Anlage. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen CNIM als Hauptvertragspartner, der AirLiquide-Gruppe, und den Gesellschaften Choren, SNC Lavalin, Foster-Wheeler France und MSW Energies durchgeführt. Sie wird voraussichtlich bis Juni 2011 andauern.

Die Anlage wird in Bure-Saudron entstehen, an der Grenze zwischen den Departements Meuse und Haute-Marne, und wird durch die lokale Politik und Wirtschaft unterstützt. Als besonders vorteilhaft erweist sich hier die geographische Lage, da sie die Möglichkeit bietet, auf mehr als 75.000 Tonnen Rohstoffe (Wälder und Landwirtschaft) pro Jahr zurückzugreifen.

Die erwartete Produktionsmenge beträgt ca. 23.000t/Jahr an Biokraftstoffen (Diesel, Kerosin, Naphta). Dabei wird auf das thermochemische Verfahren zurückgegriffen [2], das sowohl hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der Motoren als auch des Schadstoffausstoßes eine sehr gute Qualität des Kraftstoffes garantiert.

[1] Biokraftstoffe der zweiten Generation werden aus Nebenprodukten der Land- und Forstwirtschaft gewonnen, so z.B. aus Stroh oder Holzabfällen.

[2] Das andere Verfahren, das die Herstellung von Biokraftstoffen der zweiten Generation ermöglicht, ist das enzymatische Verfahren, bei dem pflanzliches Glukose in Bioethanol umgewandelt wird.

Quelle: Pressemitteilung des CEA - 17.12.2009

Redakteur: Sebastian Ritter, sebastian.ritter@diplomatie.gouv.fr

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Automobilindustrie

Frankreichs Automobilmarkt - bester Umsatz seit 1990

Wie erwartet wurden 2009 in Frankreich fast 2,27 Millionen Pkws verkauft. Solche Zahlen wurden zuletzt nur 1990 erreicht. Die französischen Hersteller steigerten ihren Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 13%, ausländische um 8,1%.

Damit konnte der französische Automobilmarkt eine Steigerung um 10,7% verzeichnen. Des Weiteren konnten die französischen Hersteller (Peugeot, Citroën und Renault) mit einem Marktanteil von 54% ihren Binnenmarkt zurückerobern. Diese Zahlen wurden hauptsächlich dank eines absatzstarken zweiten Halbjahres erreicht, und können zweifellos der Abwrackprämie und einer sich erholenden Wirtschaftslage zugeschrieben werden.

Obwohl die Prämie auch in diesem Jahr weitergezahlt wird (sie wurde jedoch leicht heruntergesetzt), werden diese Ergebnisse wohl kaum zu wiederholen sein. In den nächsten 2 bis 3 Monaten rechnen die Hersteller zwar noch mit einer vollen Auslastung ihrer Kapazitäten, jedoch müsste der französische Markt nach Meinung von Christophe Bergerand, Vertriebsleiter von Peugeot-Frankreich, danach die Nachwirkungen des Aufwinds von Ende 2009 zu spüren bekommen. Er schätzt, dass die Anzahl an verkauften Pkws 2 Millionen nicht überschreiten wird, was einem Rückgang von 10% entspräche.

Kleinwagen und energiesparende Modelle kamen 2009 auf einen Marktanteil von 57%. 2 Jahre zuvor waren es lediglich 45%. Alle anderen Fahrzeugtypen hatten jedoch Verluste zu verzeichnen, wie zum Beispiel die untere Mittelklasse (VW Golf, Renault Mégane, etc.), deren Verkaufszahlen um 1,4% zurückgingen.

Mit einem um jeweils 0,9% gestiegenen Marktanteil haben Renault und Citroën ihre Position stärken können. Peugeot verlor 0,2%, war jedoch mit der erfolgreichen Markteinführung des Peugeot 206+, ein Einsteigermodell, und des Crossovers 3008 zufrieden, und konnte seinen Umsatz pro Wagen im zweiten Halbjahr steigern. Bei den ausländischen Herstellern konnte sich Ford weiter verbessern. Toyota verlor 0,5% Marktanteil, was beispielsweise auf den wider erwarten schlechten Absatz seines Kleinwagens Aygo zurückzuführen ist. Volkswagen steigerte sich zwar in den Verkaufszahlen um 5%, verlor aber 0,6% Marktanteil. Um weiter konkurrenzfähig bleiben zu können, werden diese Hersteller auf finanzielle Zuschüsse zurückgreifen müssen. Renault z.B. erhöht die neue Abwrackprämie (700 Euro) bereits für seine Kunden um 300 Euro, und Peugeot verdoppelt sie sogar.

Quelle: "Le marché automobile français à son plus haut niveau en 2009", Les Echos - 05.01.2010
http://www.lesechos.fr/info/auto/020296841384-le-marche-automobile-francais-a-son-plus-haut-niveau-depuis-1990.htm

Redakteur: Sebastian Ritter, sebastian.ritter@diplomatie.gouv.fr

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Preis-Verleihung

Hohe Auszeichnungen für drei bedeutende Forscher

Während einer Zeremonie an der Sorbonne-Universität zeichnete Valérie Pécresse Professor Serge Haroche mit der Goldmedaille 2009 des CNRS [1] aus. Der Atomphysiker und Spezialist für Quantenoptik gehört zu den Mitbegründern der Hohlraum-Quantenelektrodynamik. Seit 2001 arbeitet er als Professor am College de France [2] und leitet die Forschungsgruppe für Elektrodynamik am Kastler Bossel Labor (CNRS/Ecole normale Supérieure/Universität Pierre-et-Marie-Curie).

Der Neurobiologe Yehezkel Ben-Ari wurde am 18. Dezember in Paris mit dem "Grand Prix de l'INSERM" [3] ausgezeichnet. Der 1943 in Kairo geborene Forscher hat zunächst in Israel und ab 1966 in Paris studiert. Dort habilitierte er in Neuropsychologie, und forschte zunächst am CNRS und später am INSERM. 1998 übernimmt er die Leitung der Forschungseinheit INSERM 29 "Neurobiologie und Physiopathologie der Entwicklung" am Cochin-Port-Royal Krankenhaus. 1999 gründet er das Institut für Neurobiologie der Mittelmeerländer (INMED) in Marseille. Diese neue Einrichtung beherbergt eine Sommerschule für Assistenzärzte (Hippokrates Schule), einen Technologiepark, eine Kunstgalerie und die Vereinigung "Tous Chercheurs". Gemeinsam mit seinem Forscherteam hat er bedeutende Entdeckungen in vielen Bereichen gemacht, so z.B. in der Gehirnreifung, der Epilepsie, bei zerebrovaskulären Schlaganfällen. Für seine Forschungsleistungen wurde er 2000 mit dem Grand Prix der Amerikanischen Epilepsie Gesellschaft (American Epilepsy Society) und 2002 mit dem Grand Prix für Gesundheit der EDF-Stiftung ausgezeichnet.

Der Servier Preis Pasteur-Weizmann wurde dem kanadischen Professor Endel Tulving verliehen. Dieser internationale Preis ist mit einem Preisgeld von 150.000 Euro einer der weltweit höchst dotierten Preise dieser Kategorie. Der Preis wird alle drei Jahre als Anerkennung der Leistungen eines Forschers oder eines Forscherteams für internationale biomedizinische Grundlagenforschung vergeben, die in Folge zu einer therapeutischen Umsetzung führen. Der geborene Estländer studierte nach dem Zweiten Weltkrieg in der BRD Psychologie. Er wanderte später nach Nord-Amerika aus, wo er habilitierte und an der Harvard und der Toronto Universität arbeitete. 1956 siedelte er definitiv nach Kanada um, als er eine Professur an der Toronto Universität annahm. Dort arbeitete er zunächst auf dem Gebiet des Sehvermögens, wandte sich jedoch später aus Kostengründen der Untersuchung des Gedächtnisses zu. Er beschäftigt sich mit der kognitiven Psychologie, und testet seine Theorien an sich selbst. Mit seiner intuitiven Arbeit fand er Antworten auf Fragen, die selbst die Technik dieser Zeit nicht zu lösen vermochte. Er war der Erste, der von der Existenz zweier heute fest in der Neurologie verankerter Konzepte überzeugt war: das Kurzzeitgedächtnis und die Kodierung von Informationen. Auf diesen beiden Konzepten beruht die menschliche selektive Speicherung von Erinnerungen. Dieser Mechanismus ist eine Spezifizierung des menschlichen Geschlechts und ermöglicht es uns, in die Vergangenheit oder die Zukunft zu "reisen", um komplexe Strategien zu entwickeln.

[1] CNRS - Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung http://www.wissenschaft-frankreich.de/informationen/forschung_in_frankreich/offentlichen_forschungseinrichtungen/cnrs/index.htm
[2]College de France - http://www.wissenschaft-frankreich.de/wissenschaftkultur/college_de_france/index.htm
[3] INSERM - Französisches Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung http://www.wissenschaft-frankreich.de/informationen/forschung_in_frankreich/offentlichen_forschungseinrichtungen/inserm/index.htm

Quellen:
-Pressemappe des CNRS: PDF
-Reden der Ministerin für Forschung und Bildung - 16.12.2009 und 18.12.2009 -Biographie von Yehezekel Ben-Ari: Biographie
-INSERM-Depesche: Link
-Les Echos, s.8 - 30.12.2009

Redakteur: Etienne Balli,

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