Wissenschaft Frankreich #177 – 17/02/2010

Wissenschaft-Frankreich Nr. 177 [PDF]

*Wissenschaftspolitik
- Steuerguthaben für Forschungsvorhaben werden für Frankreich immer teurer
- Gründung der Allianz für Umweltforschung AllEnvi
*Umwelt
- Radioaktivitätsmesswerte frei zugänglich über eine neu eingerichtete Website
- Umfassender Aktionsplan und 134 Millionen Euro zur Bekämpfung der Algen-Plage
*Energie
- Bilanz der erneuerbaren Energien in Frankreich für 2009
- Guadeloupe: ein noch ungenutztes Potential an erneuerbaren Energien
*Medizin
- Entdeckung eines vielversprechenden Proteins gegen Alzheimer
- Eine Technik gegen das Verlangen nach Kokain
*Physik
- Alain Aspect mit dem Wolf-Preis ausgezeichnet
- Der Physiker Bernard Derrida wird mit der Boltzmann Medaille ausgezeichnet
* High-Tech
- 3D-Live: Projekt zur Entwicklung des 3D-TV der Zukunft

 


 

Wissenschaftspolitik

Steuerguthaben für Forschungsvorhaben werden für Frankreich immer teurer

Die Steuerguthaben für Forschungsvorhaben (CIR: Crédit d'Impôt-Recherche) gehören zu den dynamischsten Kosten im französischen Haushalt. 2008 kosteten sie den Staat 1,5 Milliarden Euro und 2009 bereits 5,8 Milliarden Euro.
Diese Förderung, die 1983 ins Leben gerufen und 2004 und 2008 überarbeitet wurde, soll die Forschung und Entwicklung in Unternehmen unterstützen. Sie entspricht einer Steuergutschrift über 30% der FuE-Kosten bis 100 Millionen Euro und über 5% für darüberliegende Summen. Unternehmen, die diese Unterstützung zum ersten Mal nutzen, profitieren im ersten Jahr von 50% und im zweiten Jahr von 40% Steuervergünstigung Des Weiteren hat das Unternehmen die Möglichkeit, in den ersten fünf Jahren eine sofortige Steuerrückzahlung zu bekommen. Innovative Jungunternehmen können ebenfalls auf diese Beihilfe zurückgreifen.

Angesichts der Rezession hat die Steuerbehörde vorgeschlagen, ab Anfang 2009 eine vorzeitige Auszahlung des CIR zu ermöglichen, um die Liquidität des Unternehmens zu verbessern und ihnen Investitionen zu erleichtern. Dies ist einer der Gründe für die gestiegenen Kosten des CIR. Und die Situation wird sich nicht ändern: 2010 werden allein diese Steuervergünstigungen den Staat 75 Milliarden kosten.

Der Finanzausschuss der Nationalversammlung hat gegenüber der Regierung die Notwendigkeit einer Senkung sämtlicher Vergünstigungen um 5% geäußert.

Daraufhin hat der Finanzausschuss die beiden Abgeordneten Alain Claeys (Sozialist) und Jean-Pierre Gorges (UMP) mit der Prüfung und Kontrolle des CIR beauftragt. Die ersten Ergebnisse werden in zwei Monaten erwartet. Die Abgeordneten schließen nicht aus, dass einige große Unternehmen das CIR dafür ausnutzen, ihre Unternehmenssteuer zu senken, um die Finanzen zu optimieren. Herr Gilles Carrez (UMP) möchte ebenfalls die Ausweitung des CIR auf Innovationskosten (Prototypen, Vorführgeräte,…) vermeiden. Industrieminister Christian Estrosi unterstützt diese Ideen für eine verstärkte Steuerung des CIR.

Quelle: "Le crédit d'impôt-recherche, une dépense qui galope", Le Monde - 06.02.2010

Redakteur: Etienne Balli, etienne.balli@diplomatie.gouv.fr

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Wissenschaftspolitik

Gründung der Allianz für Umweltforschung AllEnvi

Am 9. Februar 2010 haben sich 12 französische Forschungseinrichtungen zu einer Allianz für "Wasser, Klima, Ernährung und Gebiete" - AllEnvi - zusammengeschlossen. AllEnvi ergänzt somit die Schwerpunkte der französischen Forschungs- und Innovationsstrategie (SNRI), die bereit von den Allianzen Aviesan, Ancre und Allistene abgedeckt werden [1]. Ziel der AllEnvi-Allianz ist es, zur wissenschaftlichen und technologischen Weiterentwicklung Frankreichs, aber auch der Europäischen Union auf dem Gebiet der Umweltwissenschaft beizutragen.

Die AllEnvi bündelt die 12 folgenden Forschungseinrichtungen:

  • BRGM: Organisation für geologische- und Bergwerksforschung
  • CEA: Behörde für Atomenergie und alternative Energien
  • CEMAGREF: Französisches Zentrum für Landmaschinenwesen, Agrartechnik, Gewässer und Forstwesen
  • CIRAD: Zentrum für internationale Zusammenarbeit in der Agrarforschung für Drittländer
  • CNRS: Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung
  • CPU: Hochschulrektorenkonferenz
  • IFREMER: Französisches Forschungsinstitut zur Nutzung der Meere
  • INRA: Französisches Zentrum für Agrarforschung
  • IRD: Forschungsinstitut für Entwicklung
  • LCPC: Zentrallaboratorium für Brücken- und Straßenbau (ENPC)
  • Météo France: Französischer Wetterdienst
  • MNHN: Nationales Naturkundemuseum

Die AllEnvi-Allianz soll eine bessere Synergie zwischen den verschiedenen Akteuren für die Forschungsthemen "Wasser, Klima, Ernährung und Gebiete" in Frankreich ermöglichen. Lediglich mit einer starken und koordinierten Forschung könnte die Menschheit die Herausforderungen in den Bereichen Klima, Umwelt und Energie meistern.

Die Schwerpunkte der neu gegründeten Allianz sind:

  • Beobachtung und Erforschung der Umwelt sowie deren Modellierung auf allen Ebenen und für große Zeiträume
  • systemische Forschung mit der Studie der Lebensprozesse und deren Wechselwirkung mit dem Umfeld und den Aktivitäten des Menschen
  • Innovation und Engineering in den Bereichen Wasser, biologische Vielfalt, Ernährung, Landwirtschaft, Meer und Raumplanung
  • eine bessere Berücksichtigung von naturbedingten Risiken und Umweltentwicklung
  • Ausbildung und Weitergabe des Wissens

Zur Erarbeitung einer gemeinsamen wissenschaftlichen Programmgestaltung werden thematische Querschnittsarbeitsgruppen eingerichtet. Vorgesehen ist auch die Teilnahme von anderen Mitgliedern an der AllEnvi-Allianz, z.B. von in diesen Bereichen tätigen staatlichen Behörden. An der Leitung der AllEnvi-Allianz sind alle zwölf Organisationen beteiligt.

[1] Aviesan: Französische Allianz für Lebenswissenschaft und Gesundheitswesen
Ancre: Französische Allianz zur Koordinierung der Energieforschung
Allistene: Allianz für Digitaltechnologien und -wissenschaft

Weitere Informationen : "Gründung einer französischen Allianz für Umwelt- und Klimaforschung" - Wissenschaft Frankreich 175 - 20.01.2010

Quellen:
- Pressemitteilung des Ministeriums für Hochschulwesen und Forschung - 09.02.2010
- Pressemitteilung von Kooperation International - 10.02.2010

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

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Umwelt

Radioaktivitätsmesswerte frei zugänglich über eine neu eingerichtete Website

Das nationale Netzwerk zur Messung der Radioaktivität in der Umwelt (RNM) eröffnete vor kurzem seine neue Website. Sie ermöglicht es jedem Besucher, die aktuellen Messwerte zur Radioaktivität und zu anderen Umweltparametern in ganz Frankreich abzufragen.

Unter der Schirmherrschaft der Behörde für nukleare Sicherheit (ASN) wurde dieses Netzwerk gemeinsam vom Institut für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN) und den Hauptakteuren der Branche, wie z.B. der Behörde für Atomenergie und alternative Energien (CEA), verschiedenen Behörden [1] sowie von Gesundheits- und Umweltschutzorganisationen entwickelt.

Das Netzwerk dient hauptsächlich dazu, die Bürger über eine Vielzahl von Informationsquellen über den radiologischen Zustand der Umwelt zu informieren. Aus homogenitäts- und qualitätstechnischen Gründen bündelt es alle Messwerte der verschiedensten Institutionen, und stellt somit einen hoch innovativen Ansatz in Europa dar.

Die abrufbaren Messwerte dürfen jedoch ausschließlich vom IRSN oder durch zugelassene Institute erfasst worden sein, wie z.B. von der CEA, die über 158 gültige Genehmigungen für verschiedene Umweltmatrizen (Luft, Wasser, Boden, Pflanzen, Milch und tägliche Strahlenexposition) verfügt.

Das neue Internetportal erweitert somit die Verbreitungsmöglichkeiten für Informationen aus diesem Bereich, die zwar bereits zur Verfügung standen, jedoch nicht in zentralisierter Form, da sie von jedem Institut individuell veröffentlicht wurden.

Die Adresse der Website lautet : http://www.mesure-radioactivite.fr

[1] Ministerium für Gesundheit, Ministerium für Umwelt, französische Marine

Quelle: Pressemitteilung der CEA - 02.02.2010

Redakteur: Sebastian Ritter, sebastian.ritter@diplomatie.gouv.fr

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Umwelt

Umfassender Aktionsplan und 134 Millionen Euro zur Bekämpfung der Algen-Plage

Am 5. Februar 2010 kündigten Agrarminister Bruno Le Maire und die Staatssekretärin für Ökologie, Chantal Jouanno, einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Algenplage an. Diese Initiative wird von der französischen Regierung mit 134 Millionen Euro für den Zeitraum 2010-2014 unterstützt.

Anfangs nur vereinzelt auftretend, wird das Phänomen des vermehrten Algenwuchses seit einigen Jahren in der Bretagne zunehmend zu einem Problem. Neben schlechten Klimaverhältnissen ist vor allem die Übernutzung von Nitraten im regionalen Landbau auf die ökologische Katastrophe zurückzuführen. Die sich an der bretonischen Küste sammelnden Algen wurden zu einer Priorität Frankreichs, als im Sommer 2009 ein Reiter und sein Pferd dem Gift der grünen Algen zum Opfer fielen: der Reiter verlor das Bewusstsein, das Pferd starb daran. Um das Problem in den Griff zu bekommen, wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Nach einer umfassenden Studie und einem intensiven Austausch mit lokalen und nationalen Akteuren wurde dem Ministerrat Anfang Februar ein Aktionsplan vorgelegt.

Der Aktionsplan wird von der Regierung mit 134 Mio. Euro gefördert und läuft 2014 aus. Der Plan, der die 36 Empfehlungen der interministeriellen Studie aufgreift, ist in 3 Prioritäten aufgegliedert:

  • verbessertes Risikomanagement und umfassendere Kenntnisse bezüglich des Phänomens der grünen Algen
  • Verbesserung der Beseitigung der Algen und Weiterentwicklung der Aufbereitungskapazitäten
  • vorbeugende Maßnahmen zur Reduzierung des Abflusses der Nitrate ins Meer. Dies entspricht verbesserten Versorgungs- und Aufbereitungstechniken der Gewässer, deren Verunreinigungen von industriellen und landwirtschaftlichen Tätigkeiten ausgelöst werden. Ebenso müssen eine geeignetere Landplanung sowie ein Paradigmenwechsel in der landwirtschaftlichen Praxis berücksichtigt werden.

Dem Aktionsplan zufolge müsste der Nitratgehalt in den Flüssen auf 10 mg/l beschränkt werden (statt aktuell 50 mg/l - zugelassener Nitratgehalt im Nahrungsmittelbereich). Die Betriebe, die sich für das Einsammeln und die Aufbereitung der Algen interessieren, sollten sich dazu bereit erklären, die Gülle auf ihrem Betriebsgelände zu sammeln. Des Weiteren beabsichtigt die Regierung die Schaffung von sogenannten Puffer-Naturgebieten, um die ins Meer mündenden Flüsse zu schonen. Für die Bucht von Saint-Brieuc zielt der Aktionsplan darauf ab, 20 Prozent der Fläche zu sanieren, um daraus Feuchtgebiete und Weiden zu machen.

Andere Länder, wie z.B. Deutschland (Ostseeküste), sind ebenfalls von dem Problem der Algen-Plage betroffen.

Eine Zusammenfassung des Aktionsplans und die interministerielle Studie finden Sie unter folgender Adresse (auf Französisch): http://www.developpement-durable.gouv.fr/spip.php?page=article&id_article=13922

Quellen:
- Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt - 05.02.2010
- "Le gouvernement débloque 134 millions d'euros pour lutter contre les algues vertes", Le Monde - 03.02.2010

Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr

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Energie

Bilanz der erneuerbaren Energien in Frankreich für 2009

Nach Angaben des Verbands für erneuerbare Energien (SER) erfährt die Entwicklung der erneuerbaren Energien jetzt einen Aufwind: 2009 wurden in Frankreich 20 Millionen Tonnen Rohöleinheiten (MtRÖE) verbraucht, was 12,5% des französischen Endenergieverbrauchs und einem Anstieg von 4 MtRÖE innerhalb von 4 Jahren darstellt. Dennoch reichen diese Bemühungen a priori nicht aus, um die Ziele der europäischen Richtlinie [1] und der "Grenelle de l'environnement" (Umweltabkommen) [2] zu erreichen, wobei erwähnt werden muss, dass die von der Regierung angekündigten Maßnahmen noch nicht alle ihre angestrebte Wirkung zeigen konnten.

Was die Schaffung von Arbeitsplätzen in diesem Bereich betrifft, so konnten, laut des SER, die erneuerbaren Energien der Krise in fast allen technologischen Bereichen trotzen und die Beschäftigungszahlen stiegen weiter an. 15,6% (11 MtRÖE - ein Anstieg um 1,4 MtRÖE gegenüber 2008) der in Form von Wärme verbrauchten Energie und 15,4% (6,4 MtRÖE - ein Anstieg um 0,8 MtRÖE gegenüber 2008) des verbrauchten Stroms wurden mit erneuerbaren Rohstoffen produziert. Des Weiteren hat sich der Biokraftstoffverbrauch innerhalb von 3 Jahren vervierfacht und erreichte im Jahr 2009 5% des Gesamtverbrauchs.

  • Insgesamt wurden in Frankreich 3.500 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 4.500 MW (Anstieg um 1.000 MW gegenüber 2008) errichtet, mit dem ehrgeizigen und im letzten PPI [3] erneut bestätigten Ziel von 25.000 MW bis 2020.
  • Die Stromerzeugung aus Biomasse erreichte Ende 2009 700 MW und hat sich innerhalb von 4 Jahren vervierfacht - Ziel bis 2020: 2.300 MW. Neue Ankauftarife für Biomasse zur Stromerzeugung [4] sollen es ermöglichen, diesen Markt weiterzuentwickeln und ihn für den Landwirtschaftssektor weiter zu öffnen.
  • Die Stromerzeugung durch Photovoltaik erreichte im Jahr 2009 230 MW. Durch diese erzielte Leistung und die im Januar 2010 vom Umweltministerium festgelegten neuen Kauftarife ist es Frankreich möglich, die Verspätung in diesem Sektor aufzuholen.

[1] 21% des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Jahr 2010
[2] 36 MtRÖE aus erneuerbaren Energien bis 2020
[3] PPI: mehrjähriges Investitionsprogramm für Energieerzeugung
[4] Eine Verordnung vom 31. Dezember 2009 legt zusätzlich zum aktuellen Kauftarif (Grundtarif von 4,9 cts €/kWh, plus Gebühr für Energieeffizienz von 1,2 cts €/KwH) weitere Gebühren für die Nutzung gewisser Produkte aus der Forst- und Landwirtschaft (8 cts €/kWh) fest, wobei jedoch nur Anlagen mit einer Mindestleistung von 5 MW von dieser Verordnung profitieren.

Quelle: "Energies renouvelables : où en est-on fin 2009 ?", Actu-environnement - 21.01.2010

Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr

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Energie

Guadeloupe: ein noch ungenutztes Potential an erneuerbaren Energien

Die Insel Guadeloupe ist hinsichtlich ihrer Energieversorgung und -erzeugung, die hauptsächlich auf Erdölproduktimporte angewiesen ist, sehr stark von Außen abhängig (fast 700.000 Tonnen pro Jahr). Diese starke Energieabhängigkeit (90%) ist die Ursache für Preisschwankungen, hohe Energiekosten und eine schlechtere Stromversorgung als im Mutterland. 2006 wurde die Stromerzeugung zu 86% durch fossile Energien abgedeckt, vorwiegend durch Heizöl und Kohle, während die erneuerbaren Energien nur zu 13,6% zur lokalen Stromerzeugung, mit einem wachsenden Anteil, beitrugen. So war die Stromerzeugung 2006 verantwortlich für die Emission von 1,4 Millionen Tonnen CO2. Dabei verfügt Guadeloupe über eine Vielfalt an erneuerbaren Energiequellen: eine ganzjährig starke Sonneneinstrahlung, regelmäßige und gleichbleibende Winde, 82 Wasserläufe für die Wasserkraft, Bagasse (Zuckerrohrabfälle) als Biomasse und einen Vulkan für die Anwendung der Geothermie. Auch wenn dieses große Potential noch nicht hinreichend ausgeschöpft wird [1], ist Guadeloupe seit den 90er Jahren ein Versuchsgebiet für erneuerbare Energien und den Umgang mit Energie:

  • Windenergie: Guadeloupe ist das erste Übersee-Departement mit einem an das Stromnetz angeschlossenen Windpark. Die installierte Leistung erreichte 2006 21 MW mit 12 Windparks und einem Anteil von 2,3% an der gesamten Stromerzeugung. Das Potenzial kann noch mit den Windenergienanlagen des Herstellers Vergnet ausgebaut werden.
  • Geothermie: sie liefert 5,1% des Gesamtstroms der Insel. In der Gegend von Bouillante ist die Geothermie eng mit der Vulkantätigkeit verbunden.
  • Bagasse: sie erzeugt 4,8% des Stroms. Sie hat eine geringe Verfügbarkeit (1244 Stunden): ein einziges Hybridkraftwerk nutzt Bagasse 2 Monate im Jahr, während der Zuckerrohrernte.
  • Photovoltaik: sie deckt 0,2% der Stromerzeugung der Insel ab, mit nur 2 MW installierter Leistung im Jahr 2006.
  • Wasserkraft: sie stellt 1,2% der Stromerzeugung dar, könnte jedoch angesichts des Wasserhaushaltes 2% erreichen.
    Die Verwertung von Haushaltsabfällen und die thermische Solarenergie sind hingegen noch kaum entwickelt.

Der Stromverbrauch in Guadeloupe hat sich zwischen 2000 und 2006 um 27% erhöht. Dieser Anstieg ist insbesondere auf den um 4,6% gestiegenen Bedarf des Wohnsektors zurückzuführen (fast 50% des Gesamtelektrizitätsverbrauchs der Insel). In den Unternehmen macht der Elektrizitätsverbrauch etwa 65% des Energieverbrauchs aus. Der im Jahr 2008 veröffentliche regionale Mehrjahresplan zum Ausbau der Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien (PRERURE) geht für 2030 von einer Bevölkerungszahl von 500.000 Einwohnern auf der Insel aus. Es wird weiterhin davon ausgegangen, dass der Energieverbrauch im Wohnbereich um 2,8% pro Jahr, im Industriebereich um 2,6% pro Jahr und im Transport um 4,8% pro Jahr ansteigen wird.

  • In einem gezielten Szenario ging man von einer Verminderung des Energieverbrauchs im Wohnbereich aus (energieeffiziente Klimaanlagen, Ausbau der thermischen Solarenergie): so könnte der Energieverbrauch 2020 1.224 GWh erreichen, und somit eine Einsparung von 268 GWh gegenüber dem normalen Szenario erzielen.
  • Ein Evolutionsszenario für eine zielbewusste Stromerzeugung, mit einem umfassenden Ausbau der erneuerbaren Energien, wurde ebenfalls erstellt. Die darin festgehaltenen Ziele würden es ermöglichen, die thermische Stromerzeugung im Jahr 2020 auf 44,4% (gegenüber 86% im Jahr 2006) zu verringern und einem Stromemissionsfaktor von 390 g CO2/kWh (gegenüber 759 g CO2/kWh im Jahr 2006) zu erreichen. Die erneuerbaren Energien, wie Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft, könnten bis zum Jahr 2020 24% der Stromerzeugung ausmachen.

Um diese ehrgeistigen Ziele zu erreichen, hat Guadeloupe im Mai 2009 die Ermächtigung erhalten, auf seinem Boden den Energieverbrauch und -bedarf selbst zu reglementieren.

[1] Im Vergleich zur Insel La Réunion, die ihrer Energieversorgung eine große Bedeutung beimisst und zahlreiche Projekte entwickelt, um sich eine weitgehende Autonomie zu sichern: "Die Insel La Réunion zielt auf Energieautonomie ab", WF 158 - 04/03/2009

Quelle: "Guadeloupe : un potentiel en énergies renouvelables sous-exploité", Actu-environnement - 04.02.2010

Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr

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Medizin

Entdeckung eines vielversprechenden Proteins gegen Alzheimer

In Frankreich leiden etwa 800.000 Menschen an Alzheimer. Bislang gibt es jedoch noch keine Therapie, die die Entwicklung dieser Krankheit aufhalten könnte. Die Forscher um Prof. Étienne-Émile Baulieu haben kürzlich ein im Gehirn natürlich vorhandenes Protein identifiziert, das gegen die Alzheimer-Krankheit wirksam sein könnte: das Protein FKBP52. Ihre Ergebnisse wurden am 25. Januar 2010 in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht [1]. Der Endokrinologe und Biochemiker Prof. Baulieu wurde vor allem durch seine Arbeit zum DHEA-Hormon (Dehydroepiandrosteron) und zur Abtreibungspille RU486 bekannt und erforscht auch mit 83 Jahren weiterhin die Geheimnisse des Alterungsprozesses. Seit 2008 leitet er das Institut Baulieu [2], dessen Ziel darin besteht, mit Hilfe der biomedizinischen Forschung den Zeitpunkt der Abhängigkeit im Alter hinauszuzögern.

Das Gehirn von Alzheimerpatienten ist durch 2 Verletzungsmuster gekennzeichnet: einerseits durch die Ablagerung von Plaques (bestehend aus fehlerhaft gefalteten Beta-Amyloid-(A?-) Peptiden) auf den Neuronen, anderseits durch die Akkumulation von Tau-Proteinen [3] in diesen Neuronen. Diese zweite Form der Schädigung wollen die Forscher um Prof. Étienne-Émile Baulieu nun mithilfe des Proteins FKBP52 behandeln.

1992 entdeckten und klonten die Wissenschaftler dieses Protein. Es gehört zur Familie der Immunophilinen [4], Proteine, die sich an bestimmte immunosuppressive Arzneimittel binden. Da dieses Protein in besonders hoher Konzentration im Gehirn vorkommt, gingen die Forscher davon aus, dass es auch andere Funktionen als rein immunologische haben könnte.

2007 bewiesen Étienne-Émile Baulieu und Béatrice Chambraud (Inserm [5]), dass das Protein FKBP52 mit den zerebralen Mikrotubuli interagiert. Diese kleinen Kanäle im Gehirn sind für die Funktionsfähigkeit der Neuronen und die zelluläre Kommunikation unentbehrlich. Durch diese Interaktion kann das Protein die deletäre Entwicklung des Tau-Proteins blockieren, welches sich an den Mikrotubulus heftet. In einer nächsten Phase wollen die Forscher, in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Großbritannien und Australien, Experimente zu Alzheimer an Tiermodellen durchführen.

[1] "A role for FKBP52 in Tau protein function", Chambraud, Sardin, Giustiniani, Dounane, Schumacher, Goedert & Baulieu - PNAS - 25.01.2010 [2] Internetseite des Instituts (auf Französisch) : http://www.institut-baulieu.org/
[3] Weitere Informationen über das Tau-Protein : http://de.wikipedia.org/wiki/Tau-Protein
[4] Weitere Informationen über Immunophiline : http://de.wikipedia.org/wiki/Immunophiline
[5] Inserm: Französisches Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung

Kontakte:
- Prof. Étienne-Émile Baulieu - email: etienne.baulieu@inserm.fr
- Béatrice Chambraud - email: beatrice.chambraud@inserm.fr

Quelle: "Alzheimer : l'espoir donné par des recherches françaises", Artikel aus Le Figaro - 26.01.2010

Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr

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Medizin

Eine Technik gegen das Verlangen nach Kokain

Eine der größten Herausforderungen für die Forschung zur Kokain-Abhängigkeit besteht darin, das Verlangen nach Kokain zu verringern, ohne dabei andere Gelüste zu beeinflussen, wie z.B. die Esslust. Dies ist dem Labor für Kognitionsneurobiologie (CNRS, Aix-Marseille 1 Universität) dank einer bei Parkinsonpatienten und anderen neurologischen und psychiatrischen Kranken oft angewandten Technik gelungen. Diese reversible Technik der Hochfrequenz-Stimulation des so genannten subthalamischen Kerns [1] beschreiben sie in der Fachzeitschrift PNAS vom 19. Januar 2010 [2].

Der subthalamische Kern ist eine kleine Gehirnregion, die für die Steuerung der Motorik wichtig ist. Die Forscher um Christelle Baunez konnten 2005 beobachten, dass eine Schädigung dieser Region bei Ratten das Verlangen nach Kokain verringert, und gleichzeitig die Motivation erhöht, für Nahrung zu arbeiten. Auf diese Weise konnten sie beweisen, dass das neuronale Netz für das Verlangen nach Drogen und das Netz für das Verlangen nach natürlichen Belohnungen (Wasser, Nahrung …) unabhängig voneinander arbeiten, und nicht wie bislang angenommen, es sich um die gleichen Netze handelt. Da eine Gehirnschädigung jedoch nicht als Lösung gegen Rauschgiftsucht in Betracht kommt, haben die Forscher nach einer Technik gesucht, die die gleiche Wirkung wie eine Schädigung des subthalamischen Kerns hätte. Dies ist ihnen mit der Technik der Hochfrequenz-Stimulation bei Ratten gelungen.

Diese Technik der Hochfrequenz-Stimulation des subthalamischen Kerns wird zurzeit zur Therapie der Parkinson-Krankheit und für die Behandlung von Zwangsstörungen und Epilepsie verwendet. Die Forschungsarbeiten des Labors für Kognitionsneurobiologie zeigen, dass diese Technik möglicherweise auch zur Behandlung der Kokain-Abhängigkeit eingesetzt werden könnte. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass bei Parkinson-Patienten, die bereits eine Abhängigkeit für ihre pharmakologische Behandlung entwickelt haben, eine Hochfrequenz-Stimulation des subthalamischen Kerns diese Abhängigkeit verringern konnte.

[1] Weitere Informationen zum subthalamischen Kern (auf Englisch): http://en.wikipedia.org/wiki/Subthalamic_nucleus
[2] "Reducing the desire for cocaine with subthalamic nucleus deep brain stimulation", Rouaud , Lardeux, Panayotis, Paleressompoulle, Cador & Baunez - PNAS - 19.01.2010

Kontakt: Christelle Baunez, Forscherin - CNRS - Tel: +33 4 88 57 68 76 - email: christelle.baunez@univ-provence.fr

Quelle: "Diminuer le désir pour la cocaïne", Pressemitteilung des CNRS - 19.01.2010

Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr

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Physik

Alain Aspect mit dem Wolf-Preis ausgezeichnet

Der israelische Staatspräsident Shimon Peres wird am 13. Mai 2010 in der Knesset den Wolf-Preis, die höchste Ehrung für Physiker nach dem Nobel-Preis, an die Physiker Alain Aspect (CNRS, Paris), Anton Zeillinger (Österreich) und John Clauser (USA) verleihen. Die Wissenschaftler werden für ihre grundlegenden konzeptionellen und experimentellen Beiträge zur modernen Quantenphysik geehrt. Der Wolf-Preis wurde bisher an 44 Physiker vergeben, darunter mehr als ein halbes Dutzend späterer Nobelpreisträger.
Der französische Wissenschaftler wurde bereits 2005 mit der Goldmedaille des CNRS ausgezeichnet. Er ist Professor an der Ecole Polytechnique und leitet die Forschergruppe Atomoptik am Charles Fabry-Labor am Institut für Optik in Palaiseau (Ecole Polytechnique/CNRS/Universität Paris-Sud XI). Er ist Mitglied der "Académie des Sciences", der "Académie des Technologies", des Obersten Rates für Forschung und Technologie (HCST) und seit 2008 der amerikanischen National Academy of Sciences.

Zu seinen wichtigsten Forschungsarbeiten im Bereich Quanten- und Atomoptik zählen die Experimente aus dem Jahr 1982. Sie konnten die nicht intuitive Natur der Quantenverschränkung, an der selbst Einstein gezweifelt hatte, bestätigen. Prof. Anton Zeillinger übernahm das Experimentaldesign von Aspect erstmals 1997 in seinem Teleportationsexperiment. Diese Forschungsergebnisse finden zahlreiche Anwendungn, u.a. bei der Verschlüsslung von Finanzdaten. Zwischen 1985 und 1992 untersuchte Alain Aspect, gemeinsam mit Claude Cohen-Tannoudji, die Kühlung von Atomen mit Hilfe von Lasern. Zurzeit beschäftigen sich Professor Aspect und sein Forscherteam mit dem Bose-Einstein-Kondensat und Atomlasern.

Kontakt: Institut d'optique - Nicole Tcherniavsky - tel. 01 64 53 31 03 - nicole.tcherniavsky@institutoptique.fr

Quellen:
- "Alain Aspect, lauréat du prix Wolf 2010 de physique" - Pressemappe der Ministerium für Hochschulbildung und Forschung - 04.02.2010
- "Alain Aspect lauréat du Prix Wolf de physique 2010" - Pressemappe des CNRS

Redakteur: Etienne Balli, etienne.balli@diplomatie.gouv.fr

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Physik

Der Physiker Bernard Derrida wird mit der Boltzmann Medaille ausgezeichnet

Die höchste Auszeichnung im Bereich der statistischen Physik, die Boltzmann Medaille, geht 2010 an den französischen Physiker Bernard Derrida, Mitglied des Instituts für statistische Physik der Ecole Normale supérieure (ENS, Paris) und Professor an der Pierre und Marie Curie Universität (UPMC, Paris). Diese Medaille wird alle 3 Jahre vergeben, und wird ihm im Juli in Cairns (Australien) überreicht.

Als Theoretiker behandelt er die unterschiedlichsten Aspekte der statistischen Physik. Seine Forschungsaktivitäten nehmen einen zentralen und einzigartigen Platz in diesem Bereich ein, mit zwei besonders hervorzuhebenden Schwerpunkten: die Erweiterung der statistischen Physik auf ungeordnete und auf ungleichgewichtige Systeme.

In seinen bedeutendsten Arbeiten geht es um diese ungeordneten Systeme, um Spingläser (metallische Legierungen die eine kleine Anzahl an zufällig verteilten magnetischen Unreinheiten aufweisen) und um Lösungswege zur Bestimmung exakter Lösungen von prototypischen ungleichgewichtigen Modellen. Er hat ebenfalls das "Random-Energy-Model" (Zufallsenergie-Modell) formuliert und gelöst - eine vereinfachte Auslegung eines ungeordneten Systems, die dennoch die wichtigsten Charakteristika widerspiegelt.

Seine Erkenntnisse ermöglichten es, viele schwierige Fragestellungen und Probleme in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zu lösen, wie z.B. in der Algorithmik, der Kombinatorik, der Biophysik oder der Genetik. Im Allgemeinen findet die statistische Physik in sehr unterschiedlichen Bereichen Anwendung, z.B. in der Netzwerkforschung, der Wirtschaft, dem Finanzwesen, der Informationstheorie und im Straßenverkehr.

Eine der größten Stärken Bernard Derridas liegt in seiner einzigartigen Fähigkeit, ein allgemeines Problem zu formulieren, und es durch eine gezielte Anwendung und Kombination mathematischer Tricks und einer numerisch exakten Herangehensweise zu lösen.

Quelle: Artikel aus Techno-science - 06.02.2010

Redakteur: Sebastian Ritter, sebastian.ritter@diplomatie.gouv.fr

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High-Tech

3D-Live: Projekt zur Entwicklung des 3D-TV der Zukunft

3D-Live ist ein französisches Gemeinschafts-Projekt, das als Kompetenznetz im Bereich "Bilder" offiziell anerkannt wurde und von den Kompetenznetzen "Bilder und Netzwerke" aus der Bretagne und der Region Pays de la Loire, "Imaginove" aus der Rhônes-Alpes-Region und "Cap Digital"-Ile-de-France unterstützt wird. Folgende acht Partner sind an diesem Projekt beteiligt:

  • France Télécom - Orange (der französische Telekomanbieter)
  • Thomson R&D France
  • Grass Valley France
  • Thales Angénieux
  • AMP (Produzent von TV-Sendungen)
  • Binocle (Geräte und Software zur 3D-Erfassung)
  • INRIA [1]
  • Institut Telecom

Ziel des Projekts ist es, das 3D-Fernsehen von Morgen zu entwickeln und in der Praxis zu testen. Die Projektpartner haben zugestimmt, in den folgenden Bereichen zusammenzuarbeiten:

  • Konstruktion bzw. Anpassung von spezifischen Geräten: Kameras, Objektive, Kamerastative
  • Entwicklung von spezifischer Software: Disparitätskorrektur, Anpassung gleicher Inhalte an spezifische Bildschirme, Datenschutz
  • Verwaltung von Meta-Daten: Tiefe, verwendete Kameras
  • Problemloses Einfügen von Texten und Bildern in die Szenentiefe: Untertitel, Logos

Ein weiteres Ziel der acht Partner besteht darin, einen technischen Vorsprung gegenüber den Konkurrenten zu erlangen, um als Erster den Kunden das gewünschte Produkt auf dem Markt anbieten zu können und sich somit im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz zu erkämpfen.

Weitere Informationen zum Projekt: http://www.3dlive-project.com (auf Englisch oder Französisch)

[1] Französisches Institut für Informatik und Automatik

Quelle:
- "3D Live : huit partenaires pour développer la télévision en relief du futur", BE France 237 - 28.01.2010

Redakteur: Philippe Rault, philippe.rault@diplomatie.gouv.fr

 


 

Revision der Texte: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr

 


 

KONTAKT

Französische Botschaft in Deutschland

Abteilung für Wissenschaft und Technologie
Adresse: Pariser Platz 5
D-10117 BERLIN
Tel: +49 30 590 03 92 50
Fax: +49 30 590 03 92 65
E-Mail: sciencetech@botschaft-frankreich.de
http://ww.wissenschaft-frankreich.de

Französische Botschaft in Österreich

Abteilung für Wissenschaft und Technologie
Adresse: Währinger Strasse 30
A-1090 Wien
Tel: +43 15 027 5324
E-Mail: julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr
http://www.ambafrance-at.org/spip.php?article989

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