Wissenschaft Frankreich #183 – 12/05/2010
Wissenschaft-Frankreich Nr. 183 [PDF]
- FORSCHUNGSPOLITIK
Die ersten zehn Abkommen der großen Staatsanleihe wurden angekündigt
Das "grüne" Flugzeug wird von der großen Staatsanleihe profitieren - UMWELT
Dem Ozean lauschen für ein verbessertes Fischereimanagement - MEDIZIN
Neuer nationaler Aktionsplan zur Bekämpfung des Schlaganfalls angekündigt - ENERGIE
Beschleunigung des Programms für Offshore-Windenergie
Projekt MiCST: ein thermodynamisches Mikrosolarkraftwerk zur Elektrizitätserzeugung
Erste Ergebnisse für Elithis: der Turm mit positiver Energiebilanz hätte besser abschneiden können - VERKEHR
Michelin entwickelt interaktive Straßenkarten
FORSCHUNGSPOLITIK
Die ersten zehn Abkommen der großen Staatsanleihe wurden angekündigt
Am Montag den 3. Mai wurden die ersten 10 Vereinbarungen (von ungefähr 40) vom interministeriellen Ausschuss im Rahmen der großen Staatsanleihe unterzeichnet. Diese betreffen die erste Etappe der Verteilung der finanziellen Unterstützung für die bereits im März vom Parlament ausgewählten Programme. Die Investitionen belaufen sich auf insgesamt 6,85 Mrd. € (von insgesamt 35 Mrd. €). Die erste Hälfte dieser Vereinbarungen betrifft das Thema Forschung und Innovation:
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Spitzenausrüstungen für Forschungslabore:
Die staatliche Agentur für Forschung (ANR) wird die 1 Mrd. € für die etwa hundert Einrichtungen [1] verwalten. Die ersten Projektaufrufe werden im Juni 2010 veröffentlicht. Die Vergabe der ersten Fördermittel ist für Ende dieses Jahres geplant. -
Forschungsinfrastrukturen im Bereich Gesundheit und Bio-Technologien:
Die ANR verwaltet die für diesen Bereich vorgesehen 1,55 Mrd. €. Nach einem ersten Projektaufruf im Juni 2010 und einer Evaluierung im November, werden die Mittel für die Entwicklung neuer Projekte und die Unterstützung neuer Kohorten verwendet. -
Forschungsprototypen für erneuerbare Energien und grüne Chemie:
Die für diesen Bereich geplanten 1,35 Mrd. € werden von der Französischen Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME) verwaltet, um neue Technologien zu testen und diese zu optimieren. Nach einem Projektaufruf im Juni, werden die Projekte im Dezember ausgewählt. -
Einrichtung eines Startkapitalfonds für innovative KMU:
Die Depositen- und Darlehenskasse (CDC) wird mit der Gründung eines Startkapitalfonds beauftragt. Es werden insbesondere innovative KMU gefördert, die auf den in der nationalen Strategie zur Forschung und Innovation (SNRI) definierten prioritären Gebieten tätig sind: Gesundheit, Ernährung und Biotechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologien und Nanotechnologien. Die Einrichtung dieses Fonds ist für das zweite Halbjahr 2010 vorgesehen. Hierfür wurden insgesamt 400 Mio. € zur Verfügung gestellt. -
Finanzierung des Forschungsreaktors "Jules Horwitz":
Der Baubeginn ist für 2010 geplant und die Inbetriebnahme für 2016. Die Behörde für Atomenergie und alternative Energien (CEA) wird die Förderung von 250 Mio. € verwalten. Ziel ist es, das Verhalten von Materialen und Brennstoffen zu untersuchen.
Darüber hinaus soll dem Carnot-Netzwerk ein Zuschuss von 500 Mio. € zugewiesen werden. Die Exzellenzcampus werden in Exzellenzinitiativen umbenannt. Der Projektaufruf ist für Ende des Sommers 2010 geplant. Die Resultate werden im Juni 2011 bekannt gegeben.
[1] "Bildung und Forschung erhalten ihren Anteil aus der großen Staatsanleihe", Wissenschaft-Frankreich 181, 14.04.2010
Quellen:
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"Investissements d'avenir : Matignon valide 10
premières conventions", Les Echos - 03.05.2010
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"Investissements d'avenir : le détail des 10
premières conventions", Les Echos - 03.05.2010
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"Investissements d'avenir : 22 milliards d'euros pour
l'enseignement supérieur et la recherche",
thematisches Dossier des Ministeriums für
Hochschulbildung und Forschung
Redakteur: Etienne Balli, etienne.balli@diplomatie.gouv.fr
FORSCHUNGSPOLITIK
Das "grüne" Flugzeug wird von der großen Staatsanleihe profitieren
Dominique Bussereau, Staatssekretär für Verkehr, kündigte am 3. Mai im Rahmen des 2. CORAC-Seminars [1] an, dass 500 Millionen Euro aus der großen Staatsanleihe [2] der Luftfahrt-Industrie zukommen werden. Sie sind zur Finanzierung von Demonstrationsprojekten zur technologischen Machbarkeit von "grünen" Flugzeugen bestimmt.
"Wir sind heute soweit, große Demonstrationsprojekte in die Wege zu leiten, um die technische Reife der ausgewählten Lösungen beim Start neuer Flugzeuge, wie z. B. dem Nachfolger des A320, zu gewährleisten", erklärte Fabrice Brégier, Generaldirektor von Airbus, während des Seminars. Die französische Regierung, die die Luftfahrtbranche bereits über die Generaldirektion für zivile Luftfahrt (DGAC) mit jährlich ca. 120 Millionen Euro fördert, wird wie geplant einen Teil der Staatsanleihe zur Unterstützung der Forschung und Technologie bereitstellen. Die zusätzlich benötigten Finanzmittel belaufen sich auf rund 1 Milliarde Euro für die nächsten 5 bis 7 Jahre, wovon "500 Millionen von der Industrie und die verbleibende Summe voraussichtlich von der Staatsanleihe getragen wird", meint Fabrice Brégier.
Der CORAC, der im Juli 2008 in Folge des Abkommens für Umweltschutz (Grenelle de l'environnement) ins Leben gerufen wurde, vereint die französischen Akteure der Luft- und Raumfahrtindustrie (Fluggesellschaften, Flughäfen, ONERA [3] und weitere Institutionen und Ministerien) mit dem Ziel, Geldmittel und Kompetenzen zu Gunsten des zukünftigen "grünen" Flugzeugs zu koordinieren. Für Fabrice Brégier geht es darum, "die Wissenschaft und Technologie voranzutreiben" und technologische Themen zu definieren, denen bis 2020 Priorität eingeräumt werden soll. Der CORAC "arbeitet in Abstimmung mit den europäischen Programmen ACARE und CESAR zur Optimierung des Luftverkehrs". Er ist heute zu einem notwendigen Mittel geworden, um "die französische Industrie zu bündeln und so ihren Platz in großen europäischen Projekten verteidigen zu können" und, um "diesen europäischen Initiativen neuen Schwung zu geben".
Die ab 2020 angestrebten Ziele sind eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und des Kohlendioxid-Ausstoßes um 50%, eine Reduzierung des NOx-Ausstoßes um 80% sowie eine deutliche Lärmminderung. Um die Umsetzung dieser Ziele zu unterstützen, wurde während der Luftfahrtmesse 2009 in Le Bourget eine Roadmap für die Luftfahrtforschung erarbeitet. 9 Themen wurden dabei aufgrund ihres Potenzials ausgewählt, darunter: Verbundwerkstoffe, neue Antriebstechniken und intelligentere sowie elektrische Flugzeuge. 3 Demonstrationsprojekte werden noch in diesem Jahr gestartet: eins zu Verbundwerkstoffen für den Rumpf und die Flügel (Airbus und Dassault), ein weiteres zu neuen Antrieben (Safran) und ein letztes zur modularen Avionik (Thalès). Diese großen Demonstratoren, die dazu gedacht sind, die Integration von Technologien in innovative Architekturen als erfolgreich zu bestätigen, sollen dazu beitragen, die in der Technologie-Roadmap identifizierten Schwierigkeiten zu überwinden.
[1] CORAC: Strategischer Rat für zivile
Luftfahrt-Forschung
[2] Weitere Informationen zur großen Staatsanleihe :
"Aktueller Stand zur "großen Staatsanleihe" -
Wissenschaft-Frankreich 173 - 03.12.2009
[3] ONERA: Französische Studien- und
Forschungseinrichtung für Luft- und Raumfahrt
Quelle: "L'avion "vert" bénéficiera de l'Emprunt national" - 04.05.2010
Redakteur: Sebastian Ritter, sebastian.ritter@diplomatie.gouv.fr
UMWELT
Dem Ozean lauschen für ein verbessertes Fischereimanagement
Das Forschungsinstitut für Entwicklung (IRD) und das Peruanische Meeresinstitut (IMARPE) konnten jetzt ein innovatives akustisches Verfahren zur Beobachtung der Entwicklung von Zonen mit reduziertem Sauerstoffgehalt, den Sauerstoffminimumzonen (oxygen minimum zones, OMZ), in den Ozeanen unserer Welt entwickeln. Diese neue Technik ermöglicht es, diese sauerstofffreien (anoxischen) Zonen, die Heimat vieler Meeresbewohner sind, in allen Einzelheiten zu vermessen. Die im Open-Access-Fachjournal Public Library of Science (PLoS) ONE veröffentlichten Erkenntnisse [1] lassen neue Perspektiven für die Erforschung der Ozeane sowie die Bewirtschaftung der Fischereiressourcen erkennen.
Die Forscher vermaßen unter Einsatz routinemäßiger akustischer Unterwasser-Überwachungstechniken die vertikale Verteilung von marinen Organismen wie Plankton, Krebsen und Fischen im Wasser entlang der peruanischen Küste. Die mithilfe von Echoloten ausgeführten Messungen erlaubten ihnen, mit hoher Genauigkeit den scharfen Gradienten der Sauerstoffkonzentration zu bestimmen, welcher die obere Zone der Sauerstoffminimumzone begrenzt. Die Kombination der auf diese Weise ermittelten Daten mit turnusmäßigen hydrologischen Messungen ergab Karten hoher Auflösung, die 50.000 bis 100.000 Mal genauer als übliche hydrologische Profile sind.
So konnten die Wissenschaftler zum einen neues Licht in den Zustand und die Ausbreitung von Sauerstoffminimumzonen bringen und außerdem sehr präzise die Größe des Lebensraums berechnen, die dem peruanischen Anchovis zur Verfügung steht, wodurch zum Beispiel interessante Informationen für das Fischereimanagement ermittelt werden können.
"Dieses Verfahren ermöglicht die Durchführung integrierter Studien, da akustische Daten Informationen zu den meisten Ökosystem-Komponenten [...] liefern, denen wir ergänzende Informationen (Satellitendaten, Schiffsüberwachungssysteme, Raubfisch-Kennzeichnung usw.) hinzufügen können", so die Veröffentlichung. "Derartige integrierte Ansätze sind entscheidend, um in der Fischerei einen Ökosystem-bezogenen Ansatz zu implementieren. Unsere Methode kann auch auf andere Ökosysteme wie zum Beispiel ozeanische Totzonen angewendet werden und eröffnet neue Perspektiven für umfassende Mehrskalen-Studien zu den Auswirkungen der physikalischen Kräfte auf Organismen."
Sauerstoffminimumzonen sind ein natürlich vorkommendes Phänomen, das in Tiefen von etwa 100 bis 1.000 Metern zu finden ist. Sie sind Heimat zahlreicher Lebewesen, die speziell an die sauerstoffarme Umgebung angepasst sind. Derzeit bedecken Sauerstoffminimumzonen etwa 10 Prozent der Ozeanfläche. Aber sie haben sich in den letzten 50 Jahren aufgrund der globalen Erwärmung ausgebreitet. Auch der Einfluss der Menschheit auf die Meere, zum Beispiel durch zunehmende Mengen chemischer Nährstoffe (Eutrophierung), spielt dabei eine Rolle.
[1] Bertrand Arnaud, Ballon M., Chaigneau Alexis. Acoustic Observation of Living Organisms Reveals the Upper Limit of the Oxygen Minimum Zone. PLoS ONE 5(4): e10330, 2010. doi:10.1371/journal.pone.0010330
Kontakt: Arnaud Bertrand - E-Mail: arnaud.bertrand@ird.fr
Quellen:
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Pressemitteilung des europäischen Internetportals
CORDIS - 08.05.2010
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Pressemitteilung des Forschungsinstituts für
Entwicklung - 30.04.2010
Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr
MEDIZIN
Neuer nationaler Aktionsplan zur Bekämpfung des Schlaganfalls angekündigt
Auf dem Ministerratstreffen am 21. April 2010 stellte die Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot den neuen Aktionsplan zur Bekämpfung des Schlaganfalls für den Zeitraum 2010-2014 vor. Ziel des Plans ist die durch einen Schlaganfall verursachte Sterblichkeit und Behinderung bis 2014 um 6% zu verringern. Dieser Plan wird mit einem Budget von 134 Millionen Euro finanziert.
In Frankreich sterben jährlich 150.000 Personen an einem Schlaganfall, davon 10% unter 45 Jahren. 400.000 leiden an Folgeschäden des Schlaganfalls. Schlaganfälle führen jährlich zu rund 1,5 Millionen kurzen Krankenhausaufenthalten und kosten den Staat insgesamt etwa 8,4 Milliarden Euro. Ziel des Plans ist es, durch eine verbesserte Prävention, eine frühzeitige Versorgung und eine verstärkerte Forschung die Anzahl der Schlaganfälle und den Schweregrad der Folgeschäden zu reduzieren.
Die Prävention und die Information vor und nach dem Schlaganfall sollen durch verschiedene Informationskampagnen verbessert werden: gezielte Maßnahmen mit Risikogruppen, verstärkte primäre Prävention bei der gesamten Bevölkerung sowie die Erstellung von Informationsmaterial, insbesondere für Jugendliche, über die Risikofaktoren (z. B. Rauchen), die ersten Anzeichen eines Schlaganfalls und das empfohlene Verhalten.
Die Versorgung soll durch die Schaffung neuer Abteilungen für neurovaskuläre Erkrankungen (unités neurovasculaires - UNV) verbessert werden. Gegenwärtig gibt es 87 UNV, 2010 sollen 30 neue Abteilungen hinzukommen und für 2011 ist die Gründung 25 weiterer geplant. Jede regionale Gesundheitsbehörde soll einen Schlaganfall-Koordinator stellen, der für die Anpassung des Versorgungsangebots an die Bedürfnisse der Bevölkerung zuständig ist.
Die Schlaganfallforschung soll ebenfalls ausgebaut werden. Die nationale Forschung sei hauptsächlich klinisch. Die Schlaganfall-Grundlagenforschung (über die Ursachen und die Auswirkungen) sei in Frankreich ungenügend entwickelt und koordiniert, um internationalen Vergleichen standhalten zu können. Sie soll ausgebaut und interdisziplinär angelegt werden, wie beispielsweise durch die Kombination mit angewandter Mathematik, Soziologie oder Wirtschaft. Des Weiteren soll eine Arbeitsgruppe gegründet werden, um Innovationen zu fördern und die Versorgung und Therapie zu verbessern.
Quellen:
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"Un budget de 134 millions d'euros contre les
accidents vasculaires cérébraux", Le Point -
22.04.2010
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"Un plan de lutte contre les accidents vasculaires
cérébraux", Le Monde - 22.04.2010
Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
ENERGIE
Beschleunigung des Programms für Offshore-Windenergie
Der französische Umweltminister Jean-Louis Borloo kündigte während des Ministerrats am 5. Mai 2010 den Start der ersten Ausschreibungen für die Errichtung von Offshore-Windanlagen mit einer Gesamtleistung von 3.000 MW ab September 2010 an. Diese Ankündigung erfolgt im Rahmen des Entwicklungsprogramms für die Offshore-Windenergie des Grenelle Environnement (Abkommen für Umweltschutz), das eine Beschleunigung des Ausbaus der Offshore-Windenergie vorsieht und auf eine Gesamtleistung von 6.000 MW im Jahr 2020 abzielt. Dieses Ziel wurde während des Grenelle de la Mer (Abkommen zum Schutz des Meeres [1]) und der Einführung des neuen Energie-Fahrplans Frankreichs [2] bestätigt. Die Herausforderungen bestehen darin, gleichzeitig den Verpflichtungen des Grenelle Environnement und des europäischen Energie-Klima-Pakets nachzukommen, Frankreich zu einer Spitzenposition in der künftigen Offshore-Windenergie-Industrie zu verhelfen sowie tausende Arbeitsplätze in Frankreich zu schaffen. Das Programm für die Entwicklung der Offshore-Windenergie beruht auf den folgenden 3 Achsen:
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Eine abgestimmte Planung: Anfang 2009 hatte die Regierung die Präfekten der Regionen Bretagne, Pays de la Loire, Haute-Normandie, Aquitaine und Provence-Alpes-Côte d'Azur dazu aufgefordert, einen Konzertierungs- und Planungsausschuss für jeden Küstenabschnitt einzusetzen, um alle technischen, rechtlichen und umweltbedingten Probleme erfassen zu können. Bis Ende Juni soll die Regierung eine Auswahl von etwa zehn "geeigneten Orten" für Offshore-Anlagen vorlegen.
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Ein vereinfachter Rechtsrahmen: Nach der Verabschiedung des Gesetzentwurfs Grenelle 2 werden die Verfahren zur Errichtung von Offshore-Windenergieparks deutlich vereinfacht, und die Verwaltung der Anbindung der Offshore-Anlagen an das Stromnetz wird dank des französischen Stromnetz-Betreibers RTE ebenfalls optimiert.
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Ausschreibungen zum Aufbau des neuen "grünen" Industriezweiges und somit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze: Die Regierung wird ab Oktober 2010 eine erste Reihe von Ausschreibungen für den Bau von Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 3.000 MW an den als geeignet ausgewählten Standorten starten. Die Projekte werden im dritten Quartal 2011 auf der Grundlage zweier Kriterien ausgewählt: der Kaufpreis für Strom und der Zeitraum bis zur Inbetriebnahme der Anlage. Diese Ausschreibungen richten sich an Unternehmen, die ihr Projekt darlegen müssen: Beitrag zur Entwicklung der Offshore-Windenergie-Industrie, Mobilisierung der Wirtschafts- und der lokalen Infrastrukturen, Schaffung von Arbeitsplätzen, etc.
Dank der auf mehrere Jahre angelegten Verpflichtung (6.000 MW bis 2020) bietet diese Finanzierungshilfe den Unternehmern die Möglichkeit einer langfristigen Planung. Die Fokussierung der Ausschreibungen auf zuvor festgelegte Standorte ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung bei größerer Akzeptanz.
-[1] Weitere Informationen zum Abkommen für Meeresschutz: "Vorbereitung des "Grenelle de la mer"" ,Wissenschaft-Frankreich 158 - 04.03.2009
-[2] Weitere Informationen zum Energiefahrplan Frankreichs: "Energieerzeugung: neuer Fahrplan verabschiedet", Wissenschaft-Frankreich 175 - 20.01.2010
Quelle: "Le programme de l'éolien en mer va s'accélérer", Pressemitteilung des Umweltministeriums - 06.05.2010
Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr
ENERGIE
Projekt MiCST: ein thermodynamisches Mikrosolarkraftwerk zur Elektrizitätserzeugung
Schneider Electric, mit Unterstützung von 11 Akteuren [1] aus der Industrie und der Forschung und der finanziellen Unterstützung der Französischen Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME), kündigte am 27. April 2010 den Start des Projekts MiCST [2] an. Ziel des über 42 Monate laufenden Projekts ist es, ein solarthermisches Minikraftwerk zur Erzeugung von Elektrizität mit einer Leistung von 10 kW zu betreiben. Dieses Minikraftwerk soll die Sonneneinstrahlung zur Erwärmung von gespeicherter thermischer Energie nutzen, die wiederum eine thermodynamische Maschine antreibt, die an einen Generator von 10 kW gekoppelt ist.
Dieses Kraftwerk soll insbesondere für Entwicklungsländer mit starker Sonneneinstrahlung konzipiert werden und wird an den Standorten Anwendung finden, die bislang über kein Stromnetz verfügen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf einen einfachen Aufbau, Robustheit und eine unkomplizierte Wartung (leicht zu ersetzende Teile) gelegt, so dass es von der lokalen Bevölkerung leicht angewandt werden kann. Eine weitere wichtige Anforderung wird das Ökodesign (umweltschonende Bestandteile) sein. Des Weiteren sollen die einzelnen Komponenten vor Ort selbst produziert werden. Was die Leistung betrifft, soll ein Kraftwerk ausreichen, um eine ganze Familie mit Strom zu versorgen (einschließlich des Betriebs einer Wasserpumpe) und das Aufladen ihrer Handys zu ermöglichen. Der größte Vorteil wird jedoch im konkurrenzlos niedrigen Preis liegen, wodurch sich diese Anlage leicht über Mikrokredite finanzieren lässt.
-[1] Schneider Electric, das französische Institut für Solarenergie (CEA/INES), Exosun, Sophia-Antipolis Energie Développement, Barriquand Technologies Thermiques, Défi Systèmes, Stiral, Mecachrome France, das Labor für Energetik, Mechanik und Elektromagnetismus (Paris Ouest Universität), das Labor für Energetik und theoretische und angewandte Mechanik in Nancy, Cedrat Technologie und das G2ELab.
-[2] MicroCentrale Solaire Thermodynamique
Quellen:
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"Projet MiCST : microcentrale solaire
thermodynamique", Enerzine - 29/04/2010
-
"Projet MICST : inventer une microcentrale solaire
thermodynamique pour les pays en voie de
développement", Actu-Environnement -
03.05.2010
Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr
ENERGIE
Erste Ergebnisse für Elithis: der Turm mit positiver Energiebilanz hätte besser abschneiden können
2009 in Dijon gebaut, war der Elithis-Turm als ein Gebäude mit positiver Energiebilanz für KMU geplant. Dank eines Zuschusses von 7 Millionen Euro, zwei Jahren Forschung und innovativen Verfahren sollte der Turm ursprünglich mehr Energie produzieren als verbrauchen. Trotz bemerkenswerter Energieleistungen konnte das ursprüngliche Ziel nicht erreicht werden. Schuld daran sind die Server und die Menschen, die unbedingt im Warmen arbeiten wollen.
Der Turm vereint neue Konzepte und Technologien, die eine Reduzierung des Energieverbrauchs und des CO2 -Ausstoßes ermöglichen sowie eine Stromversorgung aus eigenen erneuerbaren Energiequellen. Diese Initiative wurde im Rahmen der "Grenelle de l'environnement" (Abkommen für Umweltschutz) vorantrieben. Nach Angaben der ADEME (französische Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft) macht der Sektor der Wohn- und Büro-/Gewerbegebäude fast 43% des Gesamtenergieverbrauchs und 25% des CO2 -Ausstoßes aus. Im Gegensatz zur Industrie, wo bereits viele Fortschritte erzielt wurden, besteht hier noch ein großer Verbesserungsbedarf.
Dank der 1600 Sensoren, die den Energieverbrauch und die Temperaturschwankungen des Gebäudes messen, ist es nun, ein Jahr nach der Einweihung möglich, eine erste Bilanz zu ziehen. Ursprünglich sollten die Konzeption des Turms, seine Isolation aus Zellstoffwatte, seine Doppelverglasung mit Argon, seine Metallverglasung, seine Be- und Entlüftungsanlage, seine Beheizung mit Holzgranulaten und seine Solarzellen einen Verbrauch von maximal 20 kWs pro Quadratmeter und pro Jahr gewährleisten.
Dieses Ziel konnte nicht erreicht werden: in erster Linie aufgrund des Verhaltens der Angestellten, aber auch aufgrund der Schwierigkeiten bei der Bedarfseinstellung - nur 56% des Turms waren im ersten Jahr belegt. Unter Berücksichtigung des Belegungsgrades und der Stromerzeugung aus den Solarpaneelen betrug der Gesamtenergieverbrauch 49,63 kWs/m2/Jahr, im Gegensatz zu dem gesteckten Ziel von 15,1 kWs/m2/Jahr.
Somit kann der Turm nicht als Gebäude mit positiver Energiebilanz angesehen werden, erfüllt jedoch die Anforderungen an ein Niedrigenergie-Haus, da es beim Gesamtverbrauch unter 50 kWs/ m2/Jahr bleibt.
Die Architekten hatten den Verbrauch der Server (54,6 kWs/ m2/Jahr statt 24,2 kWs/ m2/Jahr wie angenommen) sowie der Pumpen und Hilfssysteme unterschätzt (2,6 kWs/ m2/Jahr statt 1,1 kWs/ m2/Jahr). Ein weiterer unterschätzter Energiefresser war die Heizung: die von den Architekten gewählten 20°C Raumtemperatur waren den Angestellten zu niedrig. Eine Erhöhung der Temperatur um 2°C zog eine Verdreifachung des Verbrauchs nach sich (6,3 kWs/ m2/Jahr statt 2 kWs/ m2/Jahr).
Hinsichtlich der Klimaanlage, der Belüftung, der Beleuchtung und der Aufzüge wurden alle Ziele erreicht und mitunter gar übertroffen. Die Solarzellen haben mit 48 kWs/ m2/Jahr statt der geschätzten 50 kWs/ m2/Jahr fast ihr Ziel erreicht. Der Leiter der Elithis Groupe [1], Thierry Bièvre, erklärte sich mit der Leistung des Turms zufrieden. Seiner Meinung nach kann die Bilanz durch kleine Veränderungen noch deutlich verbessert werden.
[1] Weitere Informationen über die Elithis Groupe
Quelle: "Premier Bilan pour la tour à énergie positive Elithis : peut mieux faire"- 28.04.2010
Redakteur: Philippe Rault, philippe.rault@diplomatie.gouv.fr
VERKEHR
Michelin entwickelt interaktive Straßenkarten
Sie bestehen zwar noch immer aus Papier, doch ihre integrierten 2-dimensionalen Strichcodes ermöglichen es den Benutzern von iPhones zusätzliche Informationen, z.B. zur Verkehrslage oder zu Baustellen, zu erhalten. Die neuen Straßenkarten von Michelin sind seit dem 3. Mai unter dem Namen France Trafic en temps réel (Frankreich - Straßenverkehr in Echtzeit) im Handel erhältlich. Zukünftig sollen noch weitere Smartphones unterstützt werden.
Michelin nutzt dabei die vielfältigen Möglichkeiten der 2-dimensionalen Strichcodes, die immer größere Anwendung finden. Anders als herkömmliche Strichcodes bieten sie weitaus mehr Speicherplatz, und können somit viel mehr Informationen bereithalten. So können sie über die Digitalkamera eines Handys erfasst, und durch eine spezielle Software entschlüsselt werden. In den meisten Fällen übermittelt der Strichcode eine Internetadresse, auf die das Handy dann weitergeleitet wird und die die gesamten aktuellen Daten anbietet.
2-dimensionale Strichcodes
Credit: Bildillustration frei von
Rechten (Wikipédia)
Kürzlich wurden in eine Frankreich-Karte, im Maßstab 1/1.000.000, 22 Strichcodes entlang der Hauptverkehrsadern und in den Großstädten integriert. Sie informieren die Fahrer über die Verkehrslage, Unfälle, Straßensperrungen, usw., und beziehen die Informationen über den bereits etablierten Internetdienst ViaMichelin.
Quelle: "Michelin lance une carte routière interactive" - 05.05.2010
Redakteur: Sebastian Ritter, sebastian.ritter@diplomatie.gouv.fr
Revision der Texte: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr
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