Wissenschaft Frankreich #185 – 9/06/2010
Wissenschaft-Frankreich Nr. 185 [PDF]
-
FORSCHUNGSPOLITIK
2010 - das französisch-ägyptische Jahr der Wissenschaft und Technologie
Bilanz der öffentlichen Förderung für Biotechnologien im Jahr 2009 -
KOOPERATION
Marcel Babin erhält einen Exzellenzlehrstuhl an der kanadischen Universität Laval -
MEDIZINISCHE FORSCHUNG
68 Millionen Euro für die medizinische Forschung
Wie speichert das menschliche Gehirn ein komplexes Geräusch? -
ENERGIE
CO2- Abtrennung und -Speicherung: die ADEME wählt vier Projekte aus Abschluss eines Koordinierungsabkommens zwischen ANR und ANCRE -
MATHEMATIK
Die Summe der Ziffern der Primzahlen ist gleichmäßig verteilt -
INFORMATIK
Tera 100 - der schnellste Supercomputer in Europa - hat seine Arbeit aufgenommen
Projekt QUAERO: erste Ergebnisse
FORSCHUNGSPOLITIK
2010 - das französisch-ägyptische Jahr der Wissenschaft und Technologie
Anlässlich des französisch-ägyptischen Jahres der Wissenschaft und Technologie empfing die Ministerin für Bildung und Forschung, Valérie Pécresse, in Anwesenheit ihres Amtskollegen Hany Helal, französische und ägyptische Forscher. Zum Abschluss dieses Empfangs wurden zwei Partnerschaftsabkommen unterzeichnet:
- Zwischen dem Institut Gustave Roussy und der Ain Shams Universität im Bereich der Krebsforschung
- Zwischen der Kulturabteilung der französischen Botschaft in Ägypten und der Hochschule für Dolmetscher und Übersetzer (ESIT), um die Zusammenarbeit, den Informationsaustausch, Forschungs- und Bildungsprogramme und den Austausch von Lehrpersonal, Forschern und Studenten zu verbessern.
Im Rahmen dieser von beiden Ländern gemeinsam organisierten Veranstaltung gab es zahlreiche Gesprächsrunden zu verschiedenen wissenschaftlichen Themen, wie z.B. nachhaltige Entwicklung und Forschung in den Bereichen Weltraum, Wasser, Landwirtschaft und Gesundheit.
Der Besuch des ägyptischen Ministers zeugt vom starken Willen beider Länder anlässlich der aktuellen Ko-Präsidentschaft der Union für das Mittelmeer (UfM) ihre Kooperation noch weiter zu vertiefen, insbesondere im Rahmen von acht Projekten für Bildung und Forschung [1]:
- E-OMED, der digitale Raum für das Mittelmeergebiet
- Das Europa-Mittelmeer-Institut für Risikowissenschaft
- Das Europa-Mittelmeer-Forschungszentrum für Mathematik und seine Anwendungen (CREMMA)
- Das Zentrum des Mittelmeerraumes für wissenschaftliche Forschung (CMRS)
- Das Jugendwerk des Mittelmeerraumes (OMJ)
- Open U-SESAME
- MISTRALS: Forschungsprojekt für Umweltfragen im weiteren Sinne (wie Zivilisation und Gesellschaft)
- Das Europa-Mittelmeer Observatorium für die Gleichstellung von Männern und Frauen.
Drei Ziele sind für das weitere Vorgehen innerhalb der UfM bestimmend:
- Der Wunsch nach symmetrischer Mobilität der besten Köpfe im Rahmen ehrgeiziger Projekte
- Der Wunsch nach einer verbesserten Koordinierung der Universitäten, um die Möglichkeit der Ablegung von Doppeldiplomen zu eröffnen und die Schaffung eines Systems gegenseitiger Anerkennung von Ausbildungsgängen [2]
- Der Wunsch an den Universitäten eine attraktive und leistungsstarke Forschungsstruktur aufzubauen, um hochrangige Nachwuchsforscher zu formen, die das Wachstum stärken [3].
Im Rahmen des französisch-ägyptischen Jahres der Wissenschaft und Technologie finden am 8. und 9. Juli 2010 zwei Konferenzen und die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der Freien Universität Berlin und dem CNRS (Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung) in der französischen Botschaft in Berlin statt. Das Team von Benoît Lurson, Lehrkraft am ägyptologischen Seminar der Freien Universität Berlin, wird im November 2010 eine deutsch-französische Ausgrabung auf dem Gelände in Luxor auf einem Nebengelände des Ramesseum durchführen, das unter der Leitung von Christian Leblanc steht, einem anerkannten französischen Ägyptologen. Drei deutsche Studenten werden an dieser Ausgrabung teilnehmen.
[1] die acht Projekte der UfM:
http://media.enseignementsup-recherche.gouv.fr/file/Annee_franco-egyptienne/90/8/8_projets_UPM_145908.pdf
[2] Hochschul-Kooperation:
http://media.enseignementsup-recherche.gouv.fr/file/Annee_franco-egyptienne/91/2/cooperation_universitaire_franco-egyptienne_145912.pdf
[3] Forschungskooperation:
http://media.enseignementsup-recherche.gouv.fr/file/Annee_franco-egyptienne/91/0/cooperation_scientifique_franco-egyptienne_145910.pdf
Quelle: "2010 Année franco-égyptienne de la science et de la technologie", Pressemappe des MESR - 27.05.2010
Redakteur: Etienne Balli, etienne.balli@diplomatie.gouv.fr
FORSCHUNGSPOLITIK
Bilanz der öffentlichen Förderung für Biotechnologien im Jahr 2009
Während der "Journée des Technologies Médicales Innovantes" (TMI - innovative Medizintechnik) wurde eine erste Bilanz der öffentlichen Förderung für den biomedizinischen Sektor gezogen. 2009 hat OSEO [1] 316 biomedizinische Projekte mit 38 insgesamt Millionen Euro finanziell unterstützt. Die Einrichtung förderte des Weiteren sechs industrielle strategische Innovationsprojekte mit 46,7 Millionen Euro. Der Staat und die Gebietskörperschaften investierten insgesamt 1,47 Milliarden Euro in 738 Kooperationsprogramme.
Die von der Allianz für Bio- und Medizintechnik (AGBM) organisierten TMI fanden am 20. und 21. Mai 2010 statt. Virginie Fontaine Lenoir, verantwortlich für den Bereich "Gesundheit" in der Abteilung für Gutachten in der OSEO, zog in diesem Rahmen eine erste Bilanz über die Aktionen der öffentlichen Fördereinrichtung. Nach Angaben der OSEO-Vertreterin gibt es zahlreiche innovative KMU: 2008 wurden 57% der Patente im Bereich Biotechnologie von den KMU eingereicht. Dieser Sektor macht allein 10% der finanziellen Unterstützung von OSEO aus. Zwischen 2008 und 2009 wurde diese Fördersumme noch um 7,3% erhöht.
Auf den TMI zeichnete sich des Weiteren deutlich ab, dass sich die IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) und der Bereich Gesundheit deutlich annähern. Diese Tendenz lässt sich auch bei den "Pôles de compétitivités" (PdC) beobachten: Die PdC Medicen, System@TIC und Cap Digital von der Île-de-France verständigten sich beispielsweise darauf, im Rahmen ihrer Leistungsverträge für den Zeitraum 2009-2011, ihre Zusammenarbeit im Bereich Telemedizin zu verstärken. Für Daniel Vasmant, Leiter der Generaldirektion für Wettbewerb, Industrie und Dienstleistungen (DGCIS), wird "ein Zusammenspiel von medizinischen Geräten und den IKT, vor allem in der Telemedizin, immer deutlicher. Dank dieser Entwicklung könnte den biomedizinischen Technologien künftig eine ähnliche Bedeutung zukommen wie dem Arzneimittelsektor".
Darüber hinaus hatte der Minister für Industrie, Christian Estrosi, Ende April den Start einer neuen Initiative angekündigt, die die Annäherung zwischen IKT und dem Bereich Gesundheit mit einer Summe von drei Millionen Euro unterstützen wird. Es handelt sich dabei um eine Projektausschreibung, bei der die Entwicklung von Lösungen, die die IKT in industriellen Pilotvorhaben nutzen, im Vordergrund stehen soll.
[1] OSEO ist eine französische staatliche Einrichtung, die die Innovation und die Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen fördert.
Quelle: " Secteur biomédical : bilan du soutien public", Artikel aus Innovation le journal - 28.05.2010
Redakteur: Etienne Balli, etienne.balli@diplomatie.gouv.fr
KOOPERATION
Marcel Babin erhält einen Exzellenzlehrstuhl an der kanadischen Universität Laval
Die kanadische Regierung hat einen Exzellenzlehrstuhl für Arktis-Forschung an der Universität Laval (Quebec) an Dr. Marcel Babin, Forschungsdirektor am CNRS, vergeben. Diese Nominierung stellt eine neue Etappe in der französisch-kanadischen Partnerschaft dar, die künftig durch eine internationale fakultätsübergreifende Forschergruppe (UMI) verstärkt wird.
Im Rahmen seines Programms für Exzellenzlehrstühle in Kanada (CERC - Chaires d'Excellence en Recherche du Canada) hat die kanadische Regierung, nach einem strengen Auswahlverfahren, insgesamt 19 Lehrstühle an Forscher vergeben. Dieses Projekt wird mit 150 Millionen Euro gefördert.
Der Ozeanograph am Labor für Ozeanographie in Villefranche wird sich im Rahmen seiner neuen Aufgabe in Laval mit der Untersuchung der neuen arktisch-kanadischen Grenze durch Fernerkundung beschäftigen. Seine Arbeit zielt auf die Entwicklung folgender Bereiche ab:
- Die Beobachtung der Meeresökosysteme im gesamten arktischen Raum mit neuen Geräten zur Fernerkundung, um das Phytoplankton, Bakterien und die Umweltbedingungen (Temperatur, Licht, Wind,…) überwachen zu können.
- Die Technologien zur in-situ-Beobachtung unter extremen Bedingungen in der Arktis (Tiefendrifter, autonome U-Boote, Gleiter, optische Sensoren)
- Modelle, die auf dem Zusammenspiel von Physik und Biologie basieren, zum besseren Verständnis der Ökosysteme und um den Einflüssen des Klimawandels und der Industrialisierung vorgreifen zu können.
- Erstellung einer georeferenzierten Datenbank für Wissenschaftler und Akteure des öffentlichen Sektors und der Wirtschaft.
Eine Bestandsaufnahme der mikrobiologischen Biodiversität wird ebenfalls erstellt und Experimente zur Beschreibung wichtiger biologischer Prozesse durchgeführt.
Darüber hinaus plant Marcel Babin die Gründung einer UMI zwischen dem CNRS-INSU und der Universität Laval. Diese UMI wird von Jean Carignan, Forschungsingenieur am CNRS, Louis Fortier, Professor an der Universität Laval und ihm selbst geleitet. Das Forschungsprogramm wird drei Bereiche umfassen:
- Der Bereich "Ozean" setzt die Aktivitäten des französisch-kanadisch-amerikanischen Projekts "Malina" [1] fort. Die Forscher werden sich auf die Charakterisierung des Phytoplanktons des arktischen Ozeans, die kontinuierliche Beobachtung des Ozeans (In-Situ und mit Fernerkundung) und die Modellierung konzentrieren. Zu diesem Zweck wird Guillaume Massé, Forscher am Labor für Ozeanographie und Klima (LOCEAN) an der Universität Pierre und Marie Curie in Paris, paläozeanographische Methoden nutzen, um den früheren mit dem heutigen Ist-Zustand zu vergleichen.
- Der "terrestrische" Bereich wird sich mit den Auswirkungen des Klimawandel und der anthropogenen Aktivitäten auf die Dynamik des Permafrosts und auf den Metallfluss in der Umwelt (Öko- und Geosysteme) beschäftigen.
- Die Entwicklung eines Observatoriums für Minen zur Beobachtung fragiler Ökosysteme und für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Minen.
Für seine Aktivitäten wird die UMI Zugang zu allen Infrastrukturen der Universität Laval haben. Dazu gehören der Forschungseisbrecher NGCC Amundsen [2], das Netzwerk von Forschungsstationen des nordischen Forschungszentrums [3], die Einrichtungen der Quebec-Ozean-Gruppe [4], das Netzwerk von Exzellenzzentren ArcticNet [5] und verschiedene kanadische Forschungseinrichtungen.
[1] http://www.obs-vlfr.fr/Malina
[2] http://www.amundsen.ulaval.ca
[3] http://www.cen.ulaval.ca
[4] http://www.quebec-ocean.ulaval.ca
[5] http://www.arcticnet.ulaval.ca
Kontakte:
- Presseabteilung des CNRS, Julien Guillaume - Tel:
+33 (0)1 44 96 46 35 - E-Mail: julien.guillaume@cnrs-dir.fr
- Der Marcel Babin Lehrstuhl:
http://www.cerc.gc.ca/chairholders-titulaires/babin-fra.shtml
Quelle: "Arctique : une chaire d'excellence canadienne attribuée à un chercheur du CNRS", Pressemitteilung des CNRS - 01.06.2010
Redakteur: Etienne Balli, etienne.balli@diplomatie.gouv.fr
MEDIZINISCHE FORSCHUNG
68 Millionen Euro für die medizinische Forschung
Die Generaldirektion für Pflegedienste DGOS [1] des französischen Ministeriums für Gesundheit und Sport hat die Ergebnisse zweier Projektausschreibungen für 2010 veröffentlicht. Insgesamt sollen 68 Millionen Euro in die Projekte der beiden Programme fließen: das Programm PHRC für die klinische Forschung in Krankenhäusern und das Programm STIC zur Förderung innovativer und kostspieliger Techniken.
Das Programm PHRC für die klinische Forschung in Krankenhäuser zählt insgesamt 198 Projekte [2], die aus insgesamt 526 Bewerbern ausgewählt wurden. Die meisten beschäftigen sich mit den von Präsident Nicolas Sarkozy und der Ministerin für Gesundheit und Sport Roselyne Bachelot festgelegten prioritären Themen, wie der A/HN1N1 Grippe, Alzheimer und ähnlichen Erkrankungen, Krebs, chronischen und seltenen Krankheiten sowie der Betreuung am Lebensende und dem Ausbau der Palliativbetreuung. Die Projekte werden mit insgesamt 61 Millionen Euro über 36 Monate gefördert.
Das Programm STIC zur Förderung innovativer und kostspieliger Techniken umfasst 7 Projekte [3]. Diese zielen auf die Entwicklung innovativer Technologien zu Diagnose- und Therapiezwecken ab, die bereits in einem klinischen Forschungsprojekt bestätigt wurden und bedeutende Fortschritte für die zukünftigen Gesundheitssysteme hervorbringen können. Ausgewählt wurden u. a. Projekte zu neuroradiologischen Eingriffen, zur Behandlung von Zwangsstörungen mit Tiefenhirnstimulation, zu minimal-invasiven Operationsmethoden an der Mitralherzklappe und zur innovativen chirurgischen Behandlung von Hämorrhoiden. Die Projekte erhalten eine finanzielle Unterstützung in Höhe von insgesamt 7 Millionen Euro über 24 Monate.
[1] DGOS: direction générale de l'offre de soins
[2] Liste der 198 Projekte des Programms PHRC (auf
Französisch):
http://www.sante-sports.gouv.fr/IMG/pdf/resultats_PHRC_2010_hors_cancer-3.pdf
[3] Liste der 7 Projekte des Programms STIC (auf
Französisch):
http://www.sante-sports.gouv.fr/IMG/pdf/PSTIC_2010_Tableau_Resultats.pdf
Quelle: "Appels à projets: 68 M€ engagés dans la santé", Artikel aus "Journal Innovation" - 03.06.2010
Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
MEDIZINISCHE FORSCHUNG
Wie speichert das menschliche Gehirn ein komplexes Geräusch?
Die akustische Wiederholung ermöglicht es, komplexe Geräusche sehr schnell, effektiv und langfristig zu speichern. Diese akustische Lernmethode wurde nun zum ersten Mal von Forschern des CNRS [1], der ENS Paris [2] und der Universitäten Paris Descartes und Toulouse 3 [3] nachgewiesen. Diese Methode wird täglich angewandt, um akustische Muster zu erkennen und zu speichern. Sie ermöglicht es uns beispielsweise unmittelbar Geräusche zu erkennen, die uns mit der Zeit vertraut geworden sind, wie z.B. die Stimme eines Bekannten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Neuron vom 27. Mai 2010 veröffentlicht [4].
"Bis jetzt beziehen sich die einzigen wissenschaftlichen Daten zur akustischen Speicherung nur auf einfache Geräusche oder die Sprache", erklärt Daniel Pressnitzer, Forscher am Labor für Wahrnehmungspsychologie. Aus diesem Grund widmete er sich gemeinsam mit zwei Kollegen der Analyse unserer Fähigkeiten zur Speicherung komplexer Geräusche.
Um herauszufinden, wie das akustische Gedächtnis funktioniert, ließen die Forscher Freiwillige akustische Tonfolgen hören. Die Töne wurden willkürlich und zufällig aneinandergereiht, damit die Stücke den Probanden nicht schon bekannt vorkamen. Des Weiteren hatten diese komplexen und originellen Tonfolgen keine Bedeutung, für die Testpersonen klang es zunächst wie undeutliches Geflüster. Was die Zuhörer jedoch nicht wussten war, dass ein komplexes akustisches Motiv wiederholt in den Folgen auftrat. So konnten die Forscher feststellen, dass das menschliche Gehör bei der Erkennung akustischer Wiederholungen bemerkenswert effizient ist: die besten "Ohren" brauchten die Stücke nur 2 Mal zu hören (die Ungeübteren etwa 10 Mal), um das Motiv zu erkennen. Die akustische Wiederholung führt zu einem sehr schnellen und effektiven Lernen, bei dem die Motiv-Speicherung sogar bis zu mehreren Wochen anhält.
Die Forscher vermuten, dass diese effektive Lernmethode auf einem schnellen Mechanismus der neuronalen Plastizität beruht, bei dem ein akustisches Neuron seine Antwort in eine akustische Stimulierung umwandeln kann. Der gleiche Mechanismus könnte auch beim Wiedererlernen der Hörfähigkeit eine Rolle spielen, was besonders bei einer plötzlichen Veränderung des Hörvermögens der Fall ist. Dies betrifft beispielsweise Hörgeschädigte, die sich ein Hörgerät anschaffen: sie müssen sich erst an die Prothesen gewöhnen, bevor sie Geräusche hören können, die sie vorher nicht oder anders wahrgenommen haben. Die Forscher wollen die Auswirkungen dieser Hörgeräte auf den Prozess des Wiedererlernens in späteren Projekten analysieren.
[1] CNRS: französisches Zentrum für
wissenschaftliche Forschung
[2] ENS: Ecole Normale Supérieure - Französische
Elitehochschule im Bereich Wissenschaft und Bildung
[3] Labor für Wahrnehmungspsychologie (CNRS /
Descartes Universität Paris / ENS Paris) und
Forschungszentrum für Gehirn und Kognition (CNRS/
Universität 3 in Toulouse)
[4] "Rapid formation of robust auditory memories:
Insights from noise", Agus, Thorpe & Pressnitzer
- Neuron - 27.05.2010
- Akustische Beispiele (auf Französisch): http://audition.ens.fr/memonoise/
- Weitere Ergebnisse des Labors für
Wahrnehmungspsychologie: "Laufen ist bei Neugeborenen
nicht nur ein einfacher Tastreflex" - Wissenschaft
Frankreich #160 - 01.04.2009 -
http://www.wissenschaft-frankreich.de/publikationen/wissenschaft_frankreich/nummer/files/160.htm
Kontakt: Daniel Pressnitzer - Labor für Wahrnehmungspsychologie, ENS Paris - Tel: +33 1 44 32 26 73 - E-Mail: daniel.pressnitzer@ens.fr
Quelle: Pressemitteilung des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung CNRS - 28.05.2010
Redakteurin: Léna Prochnow, lena.prochnow@diplomatie.gouv.fr
ENERGIE
CO2- Abtrennung und -Speicherung: die ADEME wählt vier Projekte aus
Die 4 Projekte, die im Rahmen des 2008 gestarteten Projektaufrufes der Französischen Organisation für Umwelt- und Energiewirtschaft (ADEME) ausgewählt wurden, erhalten insgesamt 45 Millionen Euro über 6 bis 8 Jahre. Ziel ist es, bis 2025 über anwendbare Technologien zu verfügen.
Nachdem man sich 2009 bereits für ein erstes Projekt (Pil-Ansu, von Alstom, EdF, GdF-Suez und Armines) entschieden hatte, wurden kürzlich drei neue Projekte ausgewählt, um eine Unterstützung aus dem Fonds zur Finanzierung von Demonstrationsanlagen der ADEME zu erhalten:
-
Das Projekt "France Nord" für die Speicherung und den Transport von CO2 wird unter der Leitung von Total und in Kooperation mit mehreren französischen und europäischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen [1] durchgeführt. Ziel ist es, die Speicherkapazität der salzigen Aquiferen (poröse Gesteinsschichten) für industrielle CO2-Emissionen kleinmaßstäblich im Norden Frankreichs zu testen. Nach zwei Jahren sollen die Projektträger in der Lage sein, nach Rücksprache mit den Behörden und der lokalen Bevölkerung, einen Standort für den Bau des Pilotprojekts vorzuschlagen. Die Investitionen belaufen sich auf 54 Millionen Euro, von denen die ADEME 40 % übernimmt.
-
"ULCOS" (Ultra-Low CO2 Steelmaking) [2], ein europäisches Konsortium für Forschung und Entwicklung, das sich der Verringerung prozessbedingter CO2-Emissionen bei der Stahlerzeugung widmet, plant ein Projekt für die Abtrennung, den Transport und die Speicherung von CO2 in der Region Lorraine. Es wird beim Unternehmen ArcelorMittal (Florange) angesiedelt und soll das Prinzip der CO2-Abscheidung und der Wiederverwertung von Hochofengas bestätigen.
-
Das Projekt für eine Pilotanlage zur CO2-Abtrennung im Wärmekraftwerk in Le Havre, das von EDF und Alstom in Kooperation mit Veolia Environnement (C2A2) durchgeführt wird, nutzt die Technologie der "Abscheidung nach Verbrennung auf der Grundlage von Aminen". Sie wird direkt an dem CO2 getestet, das während des Verbrennungsvorganges der Kohle im Wärmekraftwerk freigesetzt wird.
[1] Dazu gehören: 6 große Industriegruppen (Air
Liquide, EDF, GDF SUEZ, Lafarge, Total und
Vallourec), drei französische Forschungsinstitute
(BRGM, IFP und INERIS) und zwei deutsche
Forschungsinstitute (EIFER in Karlsruhe und das
Geoforschungszentrum in Potsdam).
[2] Dieser Verbund vereint etwa 50 Einrichtungen aus
15 europäischen Ländern, darunter 10 Stahl- und
Bergbauunternehmen: ArcelorMittal, ThyssenKrupp,
Corus, LKAB, Saarstahl, Dilling, Riva, voestalpine,
SSAB und Ruukki.
Quellen:
-
"Captage et stockage de CO2 : l'Ademe retient quatre
projets", Actu-Environnement - 02.06.2010
-
"Projet de captage et stockage du CO2 dans le
Centre", Enerzine - 26.05.2010
Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr
ENERGIE
Abschluss eines Koordinierungsabkommens zwischen ANR und ANCRE
Die Unterzeichnung eines Koordinierungsabkommens zwischen der Französischen Forschungsagentur (ANR) und der Nationalen Allianz zur Koordinierung der Energieforschung (ANCRE, [1]) am 21. April 2010 wurde am 21. Mai 2010 von der ANR bekanntgegeben. Ziel ist es, die Initiativen und die Überlegungen der beteiligten Akteure hinsichtlich der Ausarbeitung der künftigen Energieforschungsprogramme auf nationaler Ebene aufeinander abzustimmen.
Unter Einbeziehung seines "wissenschaftlichen Ausschusses für Energie" bereitet die ANR zurzeit ihren nächsten Zyklus der Energieforschungsprogramme für den Zeitraum 2011 - 2013 vor. Dem wissenschaftlichen Ausschuss gehören französische und ausländische Experten aus staatlichen Forschungseinrichtungen und der Industrie an. Die ANCRE hat ihrerseits neun Programmgruppen eingerichtet, deren Aufgabe darin besteht, eine Bestandsaufnahme über die staatlich geförderte Energieforschung zu erstellen, ihre Stärken und Schwächen zu analysieren und Themen für die Programmgestaltung vorzuschlagen.
Das Koordinierungsabkommen sieht unter anderem vor, dass dem wissenschaftlichen Ausschuss der ANR künftig die Verantwortlichen der Programmgruppen von ANCRE und ein Vertreter des Koordinierungskomitees von ANCRE angehören. In den Sitzungen des wissenschaftlichen Ausschusses der ANR sollen die Programmvorschläge der ANCRE behandelt werden.
Die Programmarbeit der ANR ist auf die neuen Energietechnologien (Photovoltaik, Bioenergien, Wasserstoff, Brennstoffzellen, Energiespeicherung, CO2-Abtrennung und Speicherung) und die Energieeffizienz in Gebäuden, in der Industrie und im Transportwesen ausgerichtet. Die ANR finanziert jährlich etwa 70 Forschungsprojekte im Rahmen ihrer jährlichen Programmgestaltung. Mehr als 85% der finanzierten Projekte werden in Form von öffentlich-privaten Partnerschaften mit einem Betrag von 65 Millionen Euro durchgeführt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 hat die ANR mehr als 320 Millionen Euro für Energieforschungsprojekte zur Verfügung gestellt, was der Finanzierung von 400 Projekten entspricht.
ANCRE wurde im Juli 2009 auf Initiative des CEA, des IFP und des CNRS als Gründungsmitglieder gestartet. Ihnen haben sich bis heute 15 weitere öffentliche Forschungseinrichtungen des Energiesektors [2] angeschlossen. Ihre Aufgabe besteht darin, die F&E-Programmplanung im Rahmen der vom Staat festgelegten Politik vorzuschlagen, Partnerschaften und Synergien zwischen den öffentlichen und privaten Partnern (Forschungseinrichtungen, Universitäten, Grandes Ecoles - französische Elitehochschulen, Unternehmen) zu unterstützen und die wissenschaftlichen, technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hindernisse aufzuspüren, die die industriellen Entwicklungen im Energiebereich hemmen.
[2] ANDRA, BRGM, CDEFI, CEMAGREF, CIRAD, CPU, CSTB, IFREMER, INERIS, INRA, INRETS, INRIA, IRD, IRSN, ONERA.
Kontakte:
- Anne-Laure De Marignan, Pressereferentin - ANCRE -
Tel: 0033 1 47 52 62 07 - Fax: 0033 1 47 52 70 96 -
E-Mail : A-Laure.DE-MARIGNAN@ifp.fr
- http://www.ifp.fr
- Aline Tournier, Pressereferentin - ANR - Tel: 0033
1 78 09 80 73 - E-Mail : aline.tournier@agencerecherche.fr
- http://www.anr.fr
Quellen:
-
"L'ANR et l'ANCRE signent un accord de coordination
sur la programmation de la recherche dans le domaine
de l'énergie", Pressemitteilung der ANR -
21.05.2010
-
"Frankreich: Die "Agence Nationale de la Recherche"
(ANR) und die "Alliance Nationale de la Coordination
de la Recherche pour l'Energie" (ANCRE) schließen ein
Koordinierungsabkommen ab"
Redakteurin: Claire Vaille, claire.vaille@diplomatie.gouv.fr
PHYSIK
Die Welt als Quantenobjekt? Ein neuer Beweis
Forscher des CEA Iramis [1] haben einen neuen Beweis für den Quantencharakter der Erde geliefert. Zum ersten Mal konnten sie beobachten, dass mehrere aufeinander folgende Messungen eines makroskopischen Objekts (in diesem Fall eine supraleitende [2] elektrische Schaltung) eine mathematische Eigenschaft widerlegen können, die allen Systemen eigen ist, die sich nach den Gesetzen der klassischen Physik verhalten - die "Zeitabhängige Bellsche Ungleichung". Die Ergebnisse wurden am 1. Juni in der Fachzeitschrift "Nature Physics" veröffentlicht.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts herrscht unter Physikern eine Debatte über das Konzept des Realismus der Erde [3]. Existieren die Objekteigenschaften schon bevor sie gemessen werden, oder werden sie durch eine Überlagerung verschiedener Zustände definiert? Kann sich beispielsweise ein Gegenstand an zwei verschiedenen Orten gleichzeitig befunden haben, bevor er beobachtet wurde?
Um diese Diskussion zu formalisieren, stellte der Physiker John Bell im Jahr 1964 Ungleichungen auf, unter der Annahme, dass die Welt von der "klassischen" Physik regiert wird. Bereits in den achtziger Jahren wurden diese Ungleichungen experimentell vom Team um Alain Aspect widerlegt: die Untersuchung zweier korrelierter Photonen [4], die über eine große Entfernung voneinander getrennt sind, ließ auf den Quantencharakter der Erde schließen - zwei Objekte können so sehr ineinander "verschachtelt" sein, dass es keinen Sinn mehr ergeben würde, von dem jeweiligen Zustand des einzelnen Objekts zu reden, auch wenn sie sehr weit voneinander entfernt sind.
1985 schlug der Physiker Anthony Leggett eine vergleichbare Ungleichung vor. Er baut sie jedoch nicht auf zwei räumlich getrennten Objekten auf, sondern auf einem einzigen, das zu verschiedenen Zeitpunkten gemessen wird - daraus ergab sich der Name "Zeitabhängige Bellsche Ungleichung". Diese Ungleichung, die bis heute noch nie experimentell widerlegt werden konnte, wurde nun zum ersten Mal von einem Team des CEA überprüft und entkräftet.
Die Besonderheit des angewendeten Verfahrens liegt darin, dass das untersuchte System kein natürliches Quantenobjekt (z.B. ein Photon, ein Elektron oder ein Atom), sondern eine aus Josephson-Kontakten [5] und Kondensatoren bestehende makroskopische elektrische Schaltung ist. Durch Messung dieser Schaltung ist es den Physikern gelungen, die Zeitabhängige Bellsche Ungleichung zu widerlegen, indem sie ihr Quantenverhalten verdeutlichten: solange sie nicht gemessen wird, hat sie keinen klar definierten elektrischen Zustand, und sie kann nicht gemessen werden, ohne dass ihr zeitliches Verhalten verändert wird.
[1] CEA: Behörde für Atomenergie und alternative
Energien. Iramis: Institut für Materie und Strahlung
[2] Supraleiter: Werkstoff, der den Strom ohne
Widerstand leitet und somit kaum einen Energieverlust
durch Wärmeerzeugung aufweist.
[3] Realismus: Eigenschaft der Erde, wonach die
Eigenschaften eines Objekts unabhängig von ihrer
Beobachtung existieren. Die Quantenmechanik wiederum
beschreibt die Welt als nicht realistisch und nur
wahrscheinlich.
[4] Korreliertes Photonenpaar: zwei Lichtteilchen,
die gleichzeitig durch dieselbe Quelle erzeugt werden
und entgegengesetzte Polarisationen aufweisen.
[5] Josephson-Kontakt: besteht aus zwei schwach
gekoppelten supraleitenden Elektroden, die durch eine
dünne Isolierschicht voneinander getrennt sind.
Referenz: "Experimental violation of a Bell's inequality in time with weak measurement", Agustin Palacios-Laloy, François Mallet, François Nguyen, Patrice Bertet, Denis Vion, Daniel Estève and Alexander Korotkov Nature Physics, 01.06.2010 - http://www.nature.com/nphys/journal/vaop/ncurrent/full/nphys1641.html
Quelle: "Une nouvelle preuve du caractère quantique du monde", Pressemitteilung des CEA - 01.06.2010
Redakteur: Sebastian Ritter, sebastian.ritter@diplomatie.gouv.fr
MATHEMATIK
Die Summe der Ziffern der Primzahlen ist gleichmäßig verteilt
Es gibt im Durchschnitt gleich viele Primzahlen, deren Quersumme [1] gerade bzw. ungerade ist. Diese 1968 formulierte Annahme wurde nun von 2 französischen Forschern des Mathematischen Instituts von Luminy (CNRS [2]/Universität des Mittelmeeres) bewiesen.
Eine Primzahl ist eine natürliche Zahl mit genau 2 natürlichen Zahlen als Teiler: die Zahl 1 und sich selbst. Zum Beispiel sind 2, 3, 5, 7, 11, …, 1789, … Primzahlen; die Zahl 9, die durch 3 teilbar ist, jedoch nicht.
Viele arithmetische Probleme betreffen Primzahlen, und die meisten von ihnen konnten bis heute nicht gelöst werden, teilweise schon seit mehreren Jahrhunderten. Zum Beispiel ist seit Euklid bekannt, dass die Folge der Primzahlen unendlich ist. Es ist jedoch noch immer unklar, ob es unendlich viele Primzahlen P gibt, für die P+2 auch eine Primzahl ist. Oder ob es eine Unendlichkeit an Primzahlen gibt, in denen die Ziffer 7 nicht vorkommt.
Zwei Forscher konnten nun wie erwähnt die vom russischen Mathematiker Alexander Gelfond formulierte Annahme beweisen, dass im Durchschnitt die Quersumme gleich vieler Primzahlen gerade bzw. ungerade ist. Die für diesen Beweis angewandten Methoden stammen aus der Kombinatorik, der analytischen Zahlentheorie und der harmonischen Analyse. Sie sind sehr innovativ und könnten den Weg zur Lösung von weiteren schwierigen Fragen bezüglich der Darstellung von bestimmten Zahlenfolgen ebnen.
Neben ihrem theoretischen Nutzen stehen diese Erkenntnisse in direktem Zusammenhang mit dem Aufbau von Pseudo-Zufallszahlenfolgen, und sie haben wichtige Anwendungen in der numerischen Simulation und in der Kryptographie.
[1] Die Quersumme ist die Summe der einzelnen Ziffern einer natürlichen Zahl.
[2] CNRS: Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung.
Referenz: "Sur un problème de Gelfond : la somme des chiffres des nombres premiers", C. Mauduit, J. Rivat, Annals of Mathematics, Vol. 171 (2010), No. 3, 1591-1646, Mai 2010 - http://annals.princeton.edu/annals/2010/171-3/p04.xhtml
Kontakte:
- Christian Mauduit - Tel: +33 4 91269665 - E-mail:
mauduit@iml.univ-mrs.fr
- Joël Rivat - Tel: +33 4 91269578 - E-mail: rivat@iml.univ-mrs.fr
Quelle: "La somme des chiffres des nombres premiers est bien répartie", Pressemitteilung des CNRS - 10.05.2010
INFORMATIK
Tera 100 - der schnellste Supercomputer in Europa - hat seine Arbeit aufgenommen
Nach Angaben der Direktion für militärische Anwendungen des CEA (Französisches Zentrum für Atomenergie) und des französischen IT-Unternehmens Bull wurde der Superrechner Tera 100 am 26. Mai 2010 zum ersten Mal ans Netz gebracht. Er erreicht eine theoretische Leistung von 1,25 Petaflops und gehört damit zu den drei schnellsten Computern der Welt. Das auf einer engen Kooperation zwischen den beiden oben genannten Akteuren beruhende Projekt wurde 2008 gestartet.
Er soll für das Simulationsprogramm des CEA eingesetzt werden, das die Zuverlässigkeit von Nuklearwaffen testet. Der Superrechner besteht aus 4.300 Servern der bullx-S-Serie, er hat 140.000 Intel Xeon 7500 Prozessoren integriert, arbeitet mit 300 Terabyte zentralem Speicher und kann über 20 PetaByte Daten speichern. Der Datendurchsatz beträgt 500 GByte pro Sekunde - ein Weltrekord für Systeme wie dieses.
Der Superrechner Tera 100 bietet herausragende Rechenkapazitäten: Er kann beispielsweise in einer Sekunde mehr Rechenoperationen durchführen als die gesamte Weltbevölkerung in 48 Stunden - falls jeder Mensch eine Rechenaufgabe pro Sekunde lösen würde. Die Menge an Informationen, die der Tera 100 übertragen kann, entspricht der von einer Million Menschen, die zeitgleich HD-Filme anschauen. In seinem Speicher ließen sich mehr als 25 Milliarden Bücher ablegen.
Jean Gonnord, Projektleiter für digitale Simulation und Informatik des CEA erklärt, dass "der technologische Vorteil des TERA 100 der wissenschaftlichen und industriellen Gemeinschaft Europas zugute kommen wird" und Philippe Miltin, Vize-Präsident der Abteilung für Produkte und Systeme bei Bull unterstreicht, dass "diese Technologien für die Konzeption zukünftiger Digitalzentren und die Cloud-Computing Anwendungen wichtig seien".
Im Vergleich zu TERA 10, der seit 2005 in Betrieb ist, ist TERA 100 20 Mal leistungsfähiger, nimmt die gleiche Fläche ein und sein energetischer Wirkungsgrad ist versiebenfacht worden.
Quelle: "Mise sous tension de Tera 100, supercalculateur le plus puissant d'Europe", Pressemitteilung des CEA - 27.05.2010
Redakteur: Philippe Rault, philippe.rault@diplomatie.gouv.fr
INFORMATIK
Projekt QUAERO: erste Ergebnisse
Das deutsch-französische Forschungs- und Entwicklungsprojekt QUAERO ist der digitalen Analyse von Musik, Videos und Bildern, der Spracherkennung und Übersetzung und dem Schutz von digitalen Inhalten gewidmet. Es wird über fünf Jahre (2008-2013) mit 200 Millionen € finanziert - 50% werden dabei von Oséo (die französische Agentur für die Finanzierung und die Begleitung von KMU) getragen. Nun wurden die ersten Ergebnisse bekanntgegeben.
Das Projekt QUAERO gilt als "Katalysator für Innovation", da er eine breite Palette von Forschungsprojekten umfasst. 300 Forscher und Ingenieure, die die 26 Partner aus der Industrie (wie France Telecom, Jouve, Exalead, Yacast oder Technicolor) und dem akademischen Bereich (wie INRIA, CNRS, Karlsruhe Institute of Technology) vertreten, haben bereits 230 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht und 45 technologische Module für angewandte Projekte entwickelt.
Erste Ergebnisse:
-
Das KMU Exalead hat seine neue Suchmaschine für Inhaltsangaben Voxalead vorgestellt, die das Suchen nach bestimmten Begriffen in Videos oder Audiodateien ermöglicht. Sie können die Demoversion von Voxalead unter folgendem Link testen: http://voxaleadnews.labs.exalead.com/
-
Das Unternehmen Yacast hat eine Software für Profi-Unternehmen entwickelt, mit der Rundfunkanstalten mit hochmodernen Streaming-Technologien gehostet und über Netzwerke für Internet und mobile Endgeräte bereitgestellt werden. Der Nutzer kann alle gewünschten Medien der letzten 24 Stunden hören.
-
Technicolor hat sein Projekt PVAA (personalisiertes und soziales Fernsehen) vorgestellt, ein Rundum-Service für VOD (Video-On-Demand) mit personalisierten Eigenschaften und durch einen Tablet-PC steuerbar. In der Zukunft wird das Fernsehen dank einer Kamera alle Zuschauer identifizieren können und auf jeden Einzelnen zugeschnittene Sendungen vorschlagen.
-
Das Unternehmen Jouve, das auf die Digitalisierung und die Verbesserung von Inhalten spezialisiert ist, hat eine neue Technologie entwickelt, die die Lese- bzw. Hörfunktion eines E-Book (Digitale Bücher) mit einem einfachen Klick aktivieren kann. Diese Technologie synchronisiert automatisch das Gespräch und den Text.
-
Die Telekommunikationsfirma Orange präsentierte eine Zugangsdienstleistung für audiovisuelle Inhalte, über die in verschiedenen Quellen gesucht werden kann. Die Software ermöglicht dem Nutzer die Lektüre der schriftlichen Transkription eines Videos oder der automatischen Übersetzung in andere Sprachen (Englisch, Arabisch). Der Nutzer kann Audio-Dateien über Kriterien wie den Musikstil (Rock, Classsic, Jazz, …) oder die Stimmung (glücklich, traurig, …) finden.
Das Projekt QUAERO bietet Dienstleistungen für eine neue Nutzung der Medien an. Das Fernsehen stellt dabei eine wichtige Herausforderung dar. Die Nutzer wollen immer personalisiertere Medien und gleichzeitig selbst agieren. Der Fernseh-Zuschauer wird so zu einem Fernseh-Akteur.
Unter dem folgenden Link finden Sie die komplette Pressemappe des QUAERO-Projekts: (auf Französisch) http://www.quaero.org/media/files/presse/Quaero-Dossier_Presse_27_Final.pdf
Quelle: "Quaero : Les premières applications" , Pressemitteilung der "Journal de l'innovation" - 01.06.2010
Redakteur:Philippe Rault, philippe.rault@diplomatie.gouv.fr
Revision der Texte: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr
KONTAKT
Französische Botschaft in Deutschland
Abteilung für Wissenschaft und Technologie
Adresse: Pariser Platz 5
D-10117 BERLIN
Tel: +49 30 590 03 92 50
Fax: +49 30 590 03 92 65
E-Mail: sciencetech@botschaft-frankreich.de
http://ww.wissenschaft-frankreich.de
Französische Botschaft in Österreich
Abteilung für Wissenschaft und Technologie
Adresse: Währinger Strasse 30
A-1090 Wien
Tel: +43 15 027 5324
E-Mail: julien.bouasria@diplomatie.gouv.fr
http://www.ambafrance-at.org/spip.php?article989
ANMELDUNG
Sie können das Informationsblatt Wissenschaft-Frankreich ganz einfach abonnieren, indem Sie eine E-Mail an folgende Adresse senden: sciencetech@botschaft-frankreich.de