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21. Klimakonferenz : die positive Agenda des Konferenzleiters

Ende 2015 findet in Bourget in der Nähe von Paris die 21. Klimakonferenz statt. Bei diesem großen Ereignis werden Delegierte aus der ganzen Welt zusammenkommen, um sich auf ein wichtiges Abkommen zum Klimawandel zu einigen. Die Leitung der Konferenz Paris 2015 wurde Laurence Tubiana übertragen, eine weltweit anerkannte Spezialistin für Klimafragen und Sonderbeauftragte Frankreichs.


 

 

Ende 2015 findet in Bourget in der Nähe von Paris die 21. Klimakonferenz statt. Bei diesem großen Ereignis werden Delegierte aus der ganzen Welt zusammenkommen, um sich auf ein wichtiges Abkommen zum Klimawandel zu einigen. Die Leitung der Konferenz Paris 2015 wurde Laurence Tubiana übertragen, eine weltweit anerkannte Spezialistin für Klimafragen und Sonderbeauftragte Frankreichs.

 

Laurence Tubiana hat ein Büro in unmittelbarer Nähe ihrer Mitarbeiter, die aus den verschiedenen französischen Behörden und Verwaltungen abgestellt wurden: aus dem Außen-, dem Wirtschafts- und dem Finanzministerium sowie selbstverständlich aus dem Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung. Die Mobilmachung ist umfangreich und erstreckt sich auf viele Aufgabenbereiche. Denn die Organisation einer solchen Verhandlung erfordert nicht nur, dass der ordentliche Ablauf der Konferenz und der Empfang der zahlreichen Delegierten gewährleistet werden. Die Aufgabe Frankreichs besteht ebenfalls darin, die Verhandlungen zwischen den verschiedenen Partnerländern zu erleichtern, damit ein gemeinsames, ehrgeiziges und für alle geltendes Abkommen unterzeichnet wird, das sicherstellt, dass die globale Erwärmung unter 2 °C bleibt. Aufgrund der menschlichen Aktivitäten steigt die Temperatur der Erde seit der industriellen Revolution deutlich schneller, als sich die Natur an den Klimawandel anpassen kann. Die Folgen dieser Erwärmung sind erheblich: Die Anzahl extremer Wetterereignisse nimmt zu, die Ökosysteme und die Biodiversität sind bedroht, die Anzahl der Klima-Flüchtlinge wächst ständig weiter und auch die wirtschaftlichen und finanziellen Risiken des Klimawandels dürfen nicht vergessen werden.

 

Eine Frau mit Erfahrung

 

Laurence Tubiana kennt sich mit diesen de facto weltweiten Problemen bestens aus. Gleichzeitig hat sie Verständnis für die zögerliche Haltung der Länder, die das Wachstum ihrer jeweiligen Gesellschaften nicht opfern wollen, jedoch aufgefordert werden, ihre Gewohnheiten so zu ändern, dass ein globales, unerlässliches Ziel erreicht werden kann. Die Forscherin mit einem Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften hat sich bereits sehr früh für die engen Beziehungen zwischen Entwicklung und Wirtschaftswissenschaften begeistert. Sie ist sehr stark im gemeinnützigen Sektor engagiert. Ihre praktischen Erfahrungen sowie ihre zahlreichen Interaktionen mit Akteuren der Zivilgesellschaft der ganzen Welt veranlassen sie dazu, Handelsvorschriften aus einem globaleren Blickwinkel zu betrachten, bei dem ebenfalls die sozialen und umweltrelevanten Auswirkungen berücksichtigt werden. Im Laufe ihrer beruflichen Entwicklung lernt sie ebenfalls, im Netzwerk zu arbeiten und ihre eigene Meinung durch andere Meinungen zu bereichern. Sie gründete die Zeitschrift Le Courrier de la Planète und wurde Beraterin für Umweltfragen beim damaligen Premierminister Lionel Jospin. Zu dieser Zeit gründete sie auch ihr eigenes Institut: das Institut für nachhaltige Entwicklung und internationale Beziehungen IDDRI. Gleichzeitig war sie Professorin am Institut de Sciences politiques de Paris (politikwissenschaftliche Fakultät).

 

Offen gegenüber anderen und deren Meinungen, Vernetzung sowie Weitergabe sind die Kernbegriffe, mit denen sich der Weg von Laurence Tubiana beschreiben lässt. In ihrem eher nüchtern eingerichteten und in orangefarbenen Tönen gehaltenen Büro, das Reproduktionen des österreichischen Malers Gustav Klimt aufhellen, gibt sie zu, dass sie nicht den Eindruck habe, im Alltag außerordentliche Dinge für die Umwelt zu leisten, und dass sie über ihre hohe CO2-Bilanz erschrocken war, die den Flugreisen aufgrund verschiedener Dienstreisen geschuldet sei. Frankreich hat sich dazu verpflichtet, beim Kampf gegen den Klimawandel beispielhaft vorzugehen. Allerdings erkennt die Sonderbeauftragte an, dass sich Frankreich derzeit “nicht in der Spitzengruppe befindet, dass jedoch die Debatten über das Energiegesetz im französischen Parlament im Herbst 2014 einen Meilenstein gebildet haben. Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung sind nicht mehr nur Themen der Grünen, sondern sie betreffen alle Akteure, ungeachtet ihrer politischen Ausrichtung.” Außerdem sind von diesen Themen nunmehr auch alle Bürger betroffen.

 

Eine positive Agenda

 

Die Agenda von Laurence Tubiana ist eindeutig positiv: Der Kampf gegen den Klimawandel ist zwar auf mittlere und lange Sicht für die ganze Welt ein Muss, doch können die umgesetzten Maßnahmen bereits auch auf kurze Sicht positive Auswirkungen haben, und in Zeiten der Wirtschaftskrise sogar Chancen eröffnen. So fördert z.B. die energetische Gebäudesanierung Energieeinsparungen. Dieser erste ökologische Gewinn wird wiederum andere nach sich ziehen, diesmal auf wirtschaftlicher Ebene: So werden zur Umsetzung dieser Sanierungsmaßnahmen Arbeitsplätze geschaffen, die nicht ausgelagert werden können. Die Energiewende kann folglich mit einer Stärkung des Wettbewerbs einhergehen; sie fördert die Innovation, begünstigt die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze und schützt die öffentliche Gesundheit. Und alle Länder weltweit streben nach diesen zusätzlichen positiven Auswirkungen auf das Wachstum, die Beschäftigung und die Lebensqualität.

 

Und auf diese gemeinsam angestrebten Ziele setzt Laurence Tubiana, damit es bei der Klimakonferenz Paris 2015 tatsächlich zur Unterzeichnung eines Abkommens kommt. Sie zeigt sich im Übrigen diesbezüglich zuversichtlich. “Je mehr zu diesem Thema bekannt wird, desto stärker ändern sich auch die Interessenschwerpunkte der Länder”, erklärt sie. “So konnte man z.B. mit den Ergebnissen von Messungen der Umweltbelastung Regierungen und Zivilgesellschaften warnen und diese zu ersten Veränderungen bewegen. Die Information ist eine wichtige, wenn nicht sogar wesentliche Etappe beim Klimawandel. Für mich ist dies ein spannendes Thema, da man hier Erkenntnisse sammeln und ein gegenseitiges Verständnis erreichen sowie schrittweise eine von allen Ländern geteilte Sichtweise, einen Blick in die Zukunft gewinnen kann, der auf gemeinsamen Werten gründet. Dies ist eine echte Lektion der Demut. Man lernt auf diese Weise, die kulturellen und symbolischen Interessen jedes Einzelnen zu erkennen, um eine Antwort auf eine uns alle betreffende Frage zu finden: Wie sieht das Leben in der Zukunft aus?»

 

Aufgrund ihrer Erfahrungen und Überzeugungen beabsichtigt Laurence Tubiana, die anstehenden Verhandlungen gelassen und verantwortungsbewusst zu unterstützen. Es ist absolut notwendig, etwas für unseren Planeten und das Wohlbefinden aller zu tun. Gleichzeitig kann die grüne Wirtschaft aber auch eine Wachstumsquelle sowie vor allem eine nachhaltige Lösung sein.

 

 

Quelle : französische Auswärtiges Amt

Redaktion : Pascale Bernard

Anm.: Die im vorliegenden Artikel über die Realitäten Frankreichs von heute zum Ausdruck gebrachten Inhalte und Meinungen sind in keiner Weise als öffentliche Verlautbarungen anzusehen.