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Deutsch-französischer Workshop über „Die Grenzen der Herz-Kreislauf-Forschung“

Am 25. Oktober fand das erste deutsch-französische Expertentreffen über Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Französischen Botschaft in Berlin statt. Der Workshop wurde von der Abteilung für Wissenschaft und Technologie der Botschaft in Zusammenarbeit mit dem einrichtungsübergreifenden thematischen Institut für Kreislauf, Stoffwechsel und Ernährung (ITMO CMN) von Aviesan (Bündnis für die biowissenschaftliche Forschung) und dem Max-Delbrück-Centrum (MDC), einer Forschungseinrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, organisiert.


Am 25. Oktober fand das erste deutsch-französische Expertentreffen über Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Französischen Botschaft in Berlin statt. Der Workshop wurde von der Abteilung für Wissenschaft und Technologie der Botschaft in Zusammenarbeit mit dem einrichtungsübergreifenden thematischen Institut für Kreislauf, Stoffwechsel und Ernährung (ITMO CMN) von Aviesan (Bündnis für die biowissenschaftliche Forschung) und dem Max-Delbrück-Centrum (MDC), einer Forschungseinrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, organisiert.

 

Ziel der Veranstaltung, die von Walter Rosenthal (Leiter des MDC) und Christian Boitard (Leiter des ITMO CMN) eröffnet wurde, war es, nach den jüngsten Reformen in der französischen und der deutschen Herz-Kreislauf-Forschung einen Einblick in das Know-how der jeweiligen Partner zu gewähren.

 

 

1. Bessere Sichtbarkeit durch Umstrukturierung

 

Parallel zur Gründung des ITMO CMN innerhalb von Aviesan mit dem Ziel einer besseren Koordinierung und Förderung eines gemeinsamen pragmatischen Ansatzes hat Deutschland eine Reihe von Initiativen eingeleitet, um die biomedizinische Forschung neu aufzustellen. Zu den wichtigsten Initiativen zählt die Gründung der Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, die mit 250 bis 300 Millionen Euro jährlich die biomedizinische Erforschung von sechs Krankheiten durch ca. 100 Universitätskliniken koordinieren sollen.

 

In Berlin ist das Max-Delbrück-Centrum der bundesweite Knotenpunkt des auf sieben Standorte in Deutschland verteilten Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und gleichzeitig der regionale Knotenpunkt in Zusammenarbeit mit der Charité, dem Robert-Koch-Institut, dem Institut für Ernährungsforschung Potsdam, dem Institut für molekulare Pharmakologie und dem Berliner Zentrum für Kardiologie-Forschung. Die Charité ist ferner Mitglied im Verband der weltweit im Bereich der Gefäßerkrankungen agierenden Universitätskliniken, vergleichbar mit den französischen IHUs (instituts hospitalo-universitaires), die im Rahmen von Zukunftsinvestitionen gegründet worden sind.

 

Zusammen mit dem Institut ITMO CMN und dem MDC war es möglich, ein wissenschaftliches Forschungsprogramm aufzubauen, das sich auf die besten französischen Institute stützt (PACC, ICAN – ein neues IHU, Collège de France, Institut de Thorax de Nantes, etc.).

 

2. Wissenschaftliche Herangehensweise veranschaulicht die Herausforderungen der Herz-Kreislauf-Forschung

 

Das Ziel des Workshops „Die Grenzen der Herz-Kreislauf-Forschung“ war es, die neuesten Forschungs- und Entwicklungsfortschritte in unserem Verständnis von den molekularen und zellulären Mechanismen der Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie deren Anwendung in der klinischen Forschung zur Entwicklung eines translatorischen Ansatzes vorzustellen.

 

Neue Konzepte für die Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden von den verschiedenen Partnern vorgestellt. Zu nennen sind zum Beispiel die Veränderungen des Myokards in Folge eines Vorhoffflimmerns, die Lehren, die aus der Epidemiologie von Herzkrankheiten zu ziehen sind oder der Beitrag von Stammzellen für die Behandlung von Herzkrankheiten.

 

 

Starke Präsenz junger Forscher

 

Die Konferenz räumte vor allem jungen Doktoranden und Postdoktoranden französischer und deutscher Labore einen besonderen Platz ein. Auf rund 30 Plakaten wurden die jüngsten Ergebnisse junger Forscher vorgestellt. Ferner war der Austausch mit Fachleuten möglich. Das Ziel war dabei, neue Formen der Zusammenarbeit zu fördern, basierend auf dem Interesse der jungen Forscher für ausländische Labore und die Programme, die das MDC oder die Französische Botschaft verbreiten (Postdoc-Stipendien, Procope-Programm, etc.)

 

Dies diente als roter Faden beim Besuch des Max-Delbrück-Centers, wo Treffen mit jungen Leitern von Forschungsgruppen und die Besichtigung innovativer technologischer Plattformen (Bildgebung, Systembiologie) stattfanden.

 

Die nächsten Etappen

 

Nach dem Erfolg dieses Workshops wurde beschlossen, eine ähnliche Veranstaltung in Frankreich zu organisieren (Teilnahme junger Forscher, Thematik der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung).  Die Etappen, die als Fahrplan für die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen dienen könnten, sind: gemeinsame Ausschreibungen, Austausch von Postdoktoranden über gemeinsame Projekte, Annäherung der Graduiertenkollege mit Studentenaustausch, etc. All diese Punkte werden zu einer Intensivierung der Partnerschaft beitragen und so ermöglichen, auf europäische Ausschreibungen im Hinblick auf 2020 zu antworten.

 

Die deutsche Spitzenforschung im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen verteilt sich auf das ganze Bundesgebiet. Mit der Konzentration auf die Stadt Berlin und die Unterstützung durch das ITMO CMN konnte eine seit vielen Jahren existierende Partnerschaft intensiviert werden, die im Zuge der Reformen, die beide Länder in den letzten Jahren erlebt haben, dringend erneuert werden musste.

 

 

Das deutsch-französische Kolloquium findet zu einer Zeit statt, da Berlin mit der Gründung des Berlin Institute of Health (provisorischer Name) ein ambitioniertes Projekt in Angriff genommen hat, das zur Annäherung der Charité an das Max-Delbrück-Centrum führen sollte. Ziel dieser Annäherung ist es, das Eingreifen der Bundesregierung über das Bundesforschungsministerium in eine Universität (die dem Berliner Senat untersteht) zu ermöglichen. Dadurch könnte auf die finanziellen Schwierigkeiten des Universitätsklinikums Charité eingegangen werden und mit den zusätzlichen versprochenen Mitteln die translatorische Komponente der biomedizinischen Forschung in Berlin erheblich ausgebaut werden. Der Schwerpunkt dieser Forschung würde auf einem innovativen und vielversprechenden Gebiet der biomedizinischen und klinischen Forschung liegen, nämlich der auf die Medizin angewandten Systembiologie. Dieser neue Ansatz wird das Thema einer weiteren von der Wissenschaftsabteilung der Französischen Botschaft organisierten Konferenz im November sein.

 

Quelle: Wissenschaftsabteilung der französischen Botschaft

 

Redakteur: Stéphane Roy