16. Januar 2017

Gründung der französischen Agentur für Biodiversität

Am 1. Januar 2017 wurde die französische Agentur für Biodiversität (AFB) im Rahmen der Umsetzung des Gesetzes zum Schutz der Biodiversität und der Landschaften [1] eingeweiht.

Am 1. Januar 2017 wurde die französische Agentur für Biodiversität (AFB) im Rahmen der Umsetzung des Gesetzes zum Schutz der Biodiversität und der Landschaften [1] eingeweiht.

 

Der kanadisch-französische Astrophysiker und Ehrenpräsident der AFB, Hubert Reeves, betonte die Notwendigkeit der Gründung dieser Agentur, die François Hollande bereits 2012 versprochen hatte: „Wir schneiden den Ast ab, auf dem wir sitzen, und bekommen somit die Auswirkungen der Zerstörung unserer Umwelt selbst deutlich zu spüren“. Laut Weltnaturschutzunion sind 9 % der Säugertiere, 24 % der Reptilien, 23 % der Amphibien, 22 % der Süßwasserfische und 32 % der Brutvögel im französischen Mutterland vom Aussterben bedroht.

 

Royal Reeves

Energie- und Umweltministerin Ségolène Royal, Astrophysiker und Ehrenpräsident der AFB, Hubert Reeves, und der ehemalige Vorsitzende des nationalen Museums für Naturwissenschaften, Gilles Bœuf, am 12. März 2015 in Paris während der Vorstellung des Gesetzes zum Schutz der Biodiversität und der Landschaften

 

Die AFB führt vier ehemalige Einrichtungen zusammen: das nationale Amt zum Schutz der Gewässer (ONEMA), das Netzwerk für Landschaftsräume (ATEN), die Agentur für Meeresschutzgebiete, die Vertretung der französischen Nationalparks und Mitarbeiter des nationalen Museums für Naturwissenschaften. In der Agentur werden 1 220 Mitarbeiter tätig sein, die sich auf drei Zentren (Brest, Montpellier, Vincennes) und auf 28 französische Regionen (auch Überseeregionen) verteilen.

 

Wie die französische Agentur für Umweltschutz und Energie (ADEME) ist auch die AFB gegenüber dem französischen Ministerium für Umwelt, Nachhaltige Entwicklung und Energie rechenschaftspflichtig. Zu ihren Aufgaben gehört: der Schutz der Meeresgebiete, die Bestrafung von Umweltzerstörung, die Unterstützung bei politischen Entscheidungen, die Beratung und Ausbildung von Personal der öffentlichen Verwaltung und Wirtschaftsakteuren, die Erweiterung der Kenntnisse über die Artenvielfalt und die Bekämpfung invasiver tropischer Arten.

 

[1] „Gesetzentwurf zum Erhalt der Biodiversität“, Artikel der französischen Botschaft in Deutschland, 09.04.2015 –  http://www.wissenschaft-frankreich.de/de/umwelt-klima-agronomie/biodiversitaet/gesetzentwurf-zum-erhalt-der-biodiversitaet/

 

Quellen:

„L’Agence française pour la biodiversité est créée en application de la loi de reconquête de la biodiversité“, Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Umwelt, Nachhaltige Entwicklung und Energie, 23.12.2016 – http://www.developpement-durable.gouv.fr/L-Agence-francaise-pour-la,49244.html

„L’Agence française pour la biodiversité, nouvelle arme au service de la nature“, Artikel aus Le Monde, 04.01.2017 – http://www.lemonde.fr/biodiversite/article/2017/01/04/l-agence-francaise-pour-la-biodiversite-nouvelle-arme-au-service-de-la-nature_5057305_1652692.html#QM4iiXrERrZkErKs.99

 

Redakteur: Luc Massat, luc.massat@diplomatie.gouv.fr