14. Dezember 2016

Ein Nahrungsergänzungsmittel zur Behandlung von Typ-1-Diabetes

Ein Forschungsteam des Inserm [1] unter der Leitung von Patrick Collombat hat aufgezeigt, dass der mitunter als Nahrungsmittelergänzung eingesetzte Neurotransmitter GABA die Regeneration der insulinproduzierenden Zellen anregt. Diese Entdeckung wurde an Mausmodellen erprobt und z.T. beim Menschen bestätigt. Diese Entdeckung birgt neue Hoffnungen für Patienten mit Typ-1-Diabetes. Die Forschungsarbeiten wurden in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht.

Ein Forschungsteam des Inserm [1] unter der Leitung von Patrick Collombat hat aufgezeigt, dass der mitunter als Nahrungsmittelergänzung eingesetzte Neurotransmitter GABA die Regeneration der insulinproduzierenden Zellen anregt. Diese Entdeckung wurde an Mausmodellen erprobt und z.T. beim Menschen bestätigt. Diese Entdeckung birgt neue Hoffnungen für Patienten mit Typ-1-Diabetes. Die Forschungsarbeiten wurden in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht.

 

Typ-1-Diabetes ist eine Erkrankung, die durch eine selektive Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen gekennzeichnet ist, der sogenannten β-Zellen. Es ist entscheidend, einen Weg zur Wiederherstellung dieser Zellen zu finden, da die heutigen Behandlungen nicht immer ausreichen, schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

 

Die Wissenschaftler hatten zuvor gezeigt, dass die Erneuerung dieser β-Zellen durch die genetische Veränderung Glukagon-produzierender α-Zellen möglich ist. Um diese Entdeckung auf den Menschen übertragen zu können, war jedoch eine neue Verbindung notwendig, die diese genetisch bedingte Veränderung umsetzen kann.

 

Das Forschungsteam des Inserm hat gezeigt, dass dieser Effekt dank GABA ohne genetische Veränderungen möglich ist. GABA ist ein Neurotransmitter, der ganz natürlich im menschlichen Organismus vorkommt.

 

Bei Mäusen: Der Neurotransmitter GABA induziert die kontinuierliche und kontrollierte Regeneration der α-Zellen des Pankreas und ihre Umwandlung in insulinproduzierende Zellen. Solche Zellen sind funktionell und können mehrere Male eine chemisch induzierte Diabetes behandeln.

Beim Menschen: In den Langerhans-Inseln [2] haben die Forscher nach 14 Tagen beobachtet, dass die Anzahl der α-Zellen um 37% abgenommen hat, während die Anzahl der β-Zellen um 24% gestiegen ist.

 

Durch die Transplantation von 500 menschlichen Langerhans-Inseln wurden bei Mäusen die gleichen Ergebnisse wie durch die tägliche Nahrungsergänzung mit GABA während eines Monats erzielt.

 

Diese Ergebnisse sind vielversprechend für die Wirksamkeit dieser Lösung beim Menschen. Therapieversuche werden zeigen, ob GABA den Patienten mit Typ-1-Diabetes wirklich helfen könnte.

 

[1] Inserm – französisches Institut für Gesundheit und medizinische Forschung

[2] Die Langerhans-Inseln (auch Langerhanssche Inseln oder Inselzellen genannt und in ihrer Gesamtheit oft als Inselorgan bezeichnet) sind Zellansammlungen in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die sowohl die Höhe des Blutzuckers registrieren als auch Insulin produzieren und ausschütten. Sie wurden 1869 durch den deutschen Mediziner Paul Langerhans entdeckt und später nach ihm benannt. Sie gehören zum Hormonsystem.

 

 

Quelle: “ Une molécule pour régénérer les cellules produisant de l’insuline chez les diabétiques“, Pressemitteilung des Inserm,  01.12.2016 – http://presse.inserm.fr/une-molecule-pour-regenerer-les-cellules-produisant-de-linsuline-chez-les-diabetiques/25908/

 

Redakteurin: Laura Voisin, laura.voisin@diplomatie.gouv.fr