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Bestehendes Stromnetz unzureichend für die Produktion von Meeresströmungsenergie

Auf Wunsch der französischen Regierung hat der Betreiber von Stromübertragungsnetzen (RTE) die Bedingungen untersucht, unter denen das Potenzial der Meeresströmung vor der französischen Küste – das zweitgrößte in Europa – zur Erzeugung von Energie durch den Anschluss an das Versorgungsnetz erhöht werden könnte. Diese prospektive Studie von RTE ist Teil des von der Regierung vorgesehenen Strategieplans zur Förderung der Entwicklung dieses aufstrebenden Sektors der erneuerbaren Meeresenergien im Rahmen der französischen Energiewende.


Auf Wunsch der französischen Regierung hat der Betreiber von Stromübertragungsnetzen (RTE) die Bedingungen untersucht, unter denen das Potenzial der Meeresströmung vor der französischen Küste – das zweitgrößte in Europa – zur Erzeugung von Energie durch den Anschluss an das Versorgungsnetz erhöht werden könnte. Diese prospektive Studie von RTE ist Teil des von der Regierung vorgesehenen Strategieplans zur Förderung der Entwicklung dieses aufstrebenden Sektors der erneuerbaren Meeresenergien im Rahmen der französischen Energiewende.

 

Die Turbinen nutzen die Gezeitenströmungen zur Stromerzeugung. Diese Art der Produktion ist sowohl erneuerbar, als auch planbar. Im Allgemeinen gilt die Meeresströmungstechnologie als die ausgereifteste Technologie zur Nutzung der Meeresenergie, da sich die Kosten pro MWh denen der Offshore-Windenergie annähern. Allerdings müssen vor der Inbetriebnahme großer Parks verschiedene Schritte unternommen werden (Technologiedemonstration, Wartungssysteme, Anschlüsse und Evakuierung, Folgenabschätzung des Parkeffekts, etc.).

 

Die Meeresströmung vor der französischen Küste besitzt ein theoretisch verwertbares Potenzial von 3 bis 5 GW, je nach Standort. Besonders hoch ist es vor der Halbinsel Cotentin und im Norden der Bretagne, dort, wo die Gezeitenwellen durch die Beschaffenheit der Küste (Meerengen, Landzungen) verstärkt werden: in erster Linie zu nennen wäre der stärkste Gezeitenstrom Europas, der Raz Blanchard, die etwas schwächere Strömung, der Raz Barfleur, und die Passage de Fromveur in der Nähe der Ouessant-Insel.

 

In Frankreich laufen erste Pilotprojekte in der Nähe von Paimpol und vor der Insel Bréhat (Côtes d’Armor) [1]. Darüber hinaus sind derzeit verschiedene Arten von Energieparks im Meer geplant, die in dieser Studie berücksichtigt wurden: experimentelle Energieparks mit geringer Produktivität, vorkommerzielle größere Energieparks und schließlich kommerzielle Energieparks mit hoher Leistung. Die Anschlussbedingungen für diese verschiedenen Energieparks sind ebenfalls sehr unterschiedlich.

 

Laut RTE verfügt das bestehende terrestrische Netz über eine Aufnahmekapazität für Meeresenergie von ca. 1,5 GW, müsste jedoch angesichts des aktuell geschätzten Potentials ausgebaut werden (auf über 2,5 GW). Der Betreiber empfiehlt außerdem die Schaffung einer neuen 400kV Stromleitung zwischen der Basse-Normandie und der westlichen Pariser Region. Für den Raz Blanchard hat RTE bereits so viele Anschlussanfragen für Meeresströmungsprojekte erhalten, dass sie schon den größten Teil der verfügbaren Kapazität benötigen würden. Auch wenn die Warteschlange nicht größer werden sollte, werden dennoch umfassende Arbeiten am Übertragungsnetz notwendig, auch um die experimentellen Parks mit geringer Leistung aufnehmen zu können.

 

Allein der Anschluss kommerzieller Energieparks an das Hochspannungsnetz dauere 6 bis 7 Jahre (ca. 4-5 Jahre für Verwaltungsverfahren und 2 Jahre für den Ausbau). Sollte eine Erhöhung der Kapazität des 400-kV-Netzes durch neue Parks erforderlich werden, so würde die Anschlusszeit nach Schätzungen von RTE etwa ein Jahrzehnt dauern (einschließlich der technischen und administrativen Fristen).

 

[1] Weitere Informationen finden Sie in unserem Wissenschaft-Frankreich vom 26. September 2012 – https://www.wissenschaft-frankreich.de/de/energie/meeresenergien-neue-testreihe-fur-das-meeresstromungskraftwerk-in-der-bretagne/

Quelle: Pressemitteilung von Enerzine – 20.02.2013 – http://www.enerzine.com/7/15275+la-production-hydrolienne-aura-des-consequences-sur-lexistant+.html

 

Redakteurin: Hélène Benveniste, helene.benveniste@diplomatie.gouv.fr