logo

Wissenschaftsportal der Französischen Botschaft in Deutschland

mariane

Getreidestaub als Energiequelle

Im September 2011 wurde in Nogent-sur-Seine (südlich von Paris) der erste Dampfkessel für Biomasse auf der Basis von Getreidestaub installiert. Nach Angaben der Mälzereigruppe Soufflet ermöglicht er eine jährliche Reduzierung des Erdgasverbrauchs um 75% und somit des CO2-Fußabdrucks.


Im September 2011 wurde in Nogent-sur-Seine (südlich von Paris) der erste Dampfkessel für Biomasse auf der Basis von Getreidestaub installiert. Nach Angaben der Mälzereigruppe Soufflet ermöglicht er eine jährliche Reduzierung des Erdgasverbrauchs um 75% und somit des CO2-Fußabdrucks.

 

In Nogent-sur-Seine gibt es zwei Mälzereien der Soufflet-Gruppe. In einem Mälzereibetrieb wird die Gerste vor der Mälzung zunächst in Silos gespeichert und gereinigt, wobei viel Getreidestaub produziert wird. Soufflet nutzt diesen Staub jetzt als Energiequelle in einem Dampfkessel.

 

Schema der Anlage – © Soufflet Group – Hier Video starten

Aufgrund seiner Unbeständigkeit verhält sich Getreidestaub anders als andere Biomassequellen (Holz oder Bioabfälle). Außerdem gilt er als explosionsfähig, was seine Umwandlung durch Verbrennung erschwert. 2009 startete das Unternehmen Soufflet ein Pilotprojekt zum Bau eines Dampfkessels auf der Basis von Biomasse. Die ADEME (französische Agentur für Umweltschutz und Energie) unterstützte dieses 4 Millionen Euro teure Projekt mit 1,6 Millionen Euro. Die seit September 2011 in der Pilotanlage durchgeführten Tests waren so erfolgreich, dass das Unternehmen bereits plant, dieses Verfahren auch an anderen Standorten, sowohl in Frankreich, als auch im Ausland, einzuführen.

 

Der Dampfkessel in Nogent-sur-Seine liefert bis zu 6MW und verbrennt 1,5 t Staub pro Stunde (12.000 t/Jahr). Der Getreidestaub wird bei rund 1000°C verbrannt und erhitzt das im Dampfkessel befindliche Wasser auf etwa 104°C. Die dabei erzeugte Wärme wird über ein Wärmetauschersystem weitergeleitet und für den Prozess des Darrens – der Trocknung des Malzes – bereitgestellt. Normalerweise wird für diese letzte Etappe Erdgas verwendet. Daraus ergibt sich eine Kreislaufwirtschaft, bei der die bei der Reinigung des Rohstoffs angefallenen Abfälle zur Trocknung des Endprodukts genutzt werden. Neben dem Verzicht auf Gas als Energiequelle wird so auch der Transport von Abfällen vermieden. Das Unternehmen geht von einer jährlichen Reduzierung der CO2-Emissionen um insgesamt 9.700 Tonnen aus.

 

Weitere Informationen über den Dampfkessel (auf Englisch) und ein Video (auf Französisch mit englischen Untertiteln) finden Sie unter: http://www.youtube.com/watch?v=30f_Ls0ReXw

 

 

Quelle: Artikel aus Enerzine – 21/03/2012 – http://www.enerzine.com/6/13688+quand-soufflet-transforme-de-la-poussiere-de-cereales-en-energie+.html

 

Redakteurin: Edith Chezel, edith.chezel@diplomatie.gouv.fr