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Carnot-Institute organisieren sich nach Bereichen wirtschaftlichen Bedarfs

Am jährlich abgehalten Strategie-Seminar des Carnot-Netzwerkes in Cluny am 6. und 7. Februar 2013 haben rund 100 Entscheidungsträger aus 34 seiner Institute teilgenommen. Eines der beiden zentralen Themen war die Neustrukturierung des Netzwerkes nach Bereichen wirtschaftlichen Bedarfs, um den KMU Frankreichs den Zugang zur öffentlich geförderten Forschung zu erleichtern. Auf dem Seminar wurde ein konkreter Plan für sein zukünftiges Handeln verabschiedet.


Am jährlich abgehalten Strategie-Seminar des Carnot-Netzwerkes in Cluny am 6. und 7. Februar 2013 haben rund 100 Entscheidungsträger aus 34 seiner Institute teilgenommen. Eines der beiden zentralen Themen war die Neustrukturierung des Netzwerkes nach Bereichen wirtschaftlichen Bedarfs, um den KMU Frankreichs den Zugang zur öffentlich geförderten Forschung zu erleichtern. Auf dem Seminar wurde ein konkreter Plan für sein zukünftiges Handeln verabschiedet.

 

Forschung und Innovation sind seit einer verstärkten Hinwendung der Regierung zu einer Re-Industrialisierung Frankreichs wieder in das Zentrum der Diskussion um Wettbewerbsfähigkeit gerückt. Technologietransfer, der als wichtigster Hebel für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit gesehen wird, ist deshalb zur besonderen Herausforderung für die Industriepolitik sowie für den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Frankreich geworden.

 

In diesem Zusammenhang hat das französische Ministerium für Hochschulen und Forschung im November 2012 fünfzehn Maßnahmen vorgestellt, um dem Transfer der Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung neue Impulse zu verleihen. Im Rahmen dieser Initiative wurden die Carnot-Institute aufgefordert, sich nach wirtschaftlich relevanten Bereichen zu organisieren, um den KMU den Zugang zur öffentlich geförderten Forschung zu erleichtern. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass deren unmittelbare Marktnähe sowie ihre zeitlichen Zwänge bei der raschen Umsetzung von Forschungsergebnissen in Produkte und Dienstleistungen die Partnerschaft mit Forschungsinstituten recht komplex gestalten kann.

 

Zehn Bereiche wurden jetzt für die Umstrukturierung der Carnot-Institute festgelegt: Luftfahrt, Automobil, Landwirtschaft, Bau, Energie/Ökoindustrie, Umwelt/Ökoindustrie, Medizintechnik, Chemie und Materialien, Mechanik und Verfahrenstechnik und Informations- und Kommunikationstechnologien.

 

Um die Forschung für KMUs durch Carnot-Institute zu unterstützen, wurden im Rahmen der Neuorientierung des Programms “Zukunftsinvestitionen” vom Premierminister am 21. Januar 150 Millionen Euro vorgesehen [1]. Die Carnot-Institute widmen sich seit sieben Jahren der partnerschaftlichen Vertragsforschung. Sie erzielen mehr als 50% des Umsatzes, den öffentliche französische Forschungseinrichtungen mit der Industrie machen, haben aber nur 15% ihrer Beschäftigten. Sie werden nach den Erfolgen beurteilt; ihre 19.000 Wissenschaftler und Techniker erzielen 410 Millionen Euro Umsatz aus Vertragsforschung für die Industrie. Das Netzwerk der Carnot-Institute entwickelt im Dienste der wirtschaftlichen Wiederbelebung eine beachtliche Dynamik:

  • Eine Zunahme der Vertragsforschung für Unternehmen zwischen 2010 und 2011 um 55 Millionen Euro, d. h. um 17%,
  • täglich mehr als eine Million Euro Einnahmen von industriellen Partnern,
  • 50 Millionen Euro Einnahmen aus im Jahre 2011 geschaffenem geistigen Eigentum,
  • 2.500 junge Doktoren pro Jahr, die in denjenigen Spitzenbereichen ausgebildet wurden, welche die Industrie braucht,
  • eine starke Präsenz vor Ort, oft durch Institute, die in mehreren Regionen vertreten sind.

 

[1] Siehe “Neuausrichtung des Programms Zukunftsinvestitionen”, WF 238 – 15.02.2013 – https://www.wissenschaft-frankreich.de/de/forschungspolitik-und-innovation/neuausrichtung-des-programms-zukunftsinvestitionen/

 

Quelle: Artikel von Kooperation International – 19.02.2013 – http://www.kooperation-international.de/detail/info/die-carnot-institute-organisieren-sich-nach-bereichen-wirtschaftlichen-bedarfs.html

Redakteur:  Dr. rer. nat Bernd Kramer, DFGWT – Deutsch-Französische Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie e. V.