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Das CNRS tritt 1000 Patente an kleine und mittlere Unternehmen bzw. Industrien ab

Das CNRS will kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu seinem breit angelegten “Innovationskatalog” erleichtern. Als größte französische Forschungseinrichtung hat sich das CNRS hierzu entschlossen, um gerade in der gegenwärtigen schwierigen Wirtschaftslage den kleinen und mittleren Unternehmen Innovationen zu ermöglichen.


 

 

Das CNRS will kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu seinem breit angelegten “Innovationskatalog” erleichtern. Als größte französische Forschungseinrichtung hat sich das CNRS hierzu entschlossen, um gerade in der gegenwärtigen schwierigen Wirtschaftslage den kleinen und mittleren Unternehmen Innovationen zu ermöglichen.

 

Die am 15.11.2011 von Forschungsminister Laurent Wauquiez und dem CNRS-Präsidenten Alain Fuchs bekanntgegebene Maßnahme betrifft in erster Linie 1000 jeweils in einzelnen Ländern juristisch nebeneinander bestehende “Patentfamilien” aus dem Gesamtbestand von 4500 CNRS-Patenten. In diesen Patenten stecken jeweils mehrere Jahre Forschungsarbeit des CNRS. Sie wurden unter folgenden Gesichtspunkten ausgewählt:

•      Sie sind noch nicht Gegenstand einer anderweitig vergebenen Lizenz.

•      Sie sind “reif” genug, um binnen einiger Monate von den Unternehmen in vermarktungsfähige Produkte umgesetzt zu werden.

 

Das CNRS hatte festgestellt, so Pierre Gohar, CNRS-Direktor für Innovation und für die Beziehungen zu Unternehmen, dass von den 15 % bis 20 % der CNRS-Patente, die von der Industrie auf der Grundlage von Lizenzverträgen genutzt werden, nur 10 %  kleinen und mittleren Unternehmen zugute kommen, während es 60 % bei den großen Industriegruppen sind: “Wir wollen die Tendenz umkehren und haben uns deshalb entschieden, die bisher noch nicht kommerziell genutzten Patente, die die Gebiete der Biologie, der Materialforschung und der Informatik bis hin zur Elektronik umfassen, an kleine und mittlere Unternehmen gegen ein sehr bescheidenes Entgelt abzutreten; ein solches Entgelt ist aus juristischen Gründen notwendig. Pro “Patentfamilie” handle es sich hierbei um einige 1000 Euro.

 

Pierre Gohar weist gegenüber Le Figaro vom 16.11.2011 darauf hin, dass es sich um eine in dieser Form einzigartige Initiative handle, die bisher in Europa beispiellos sei. Im Übrigen sei sie ein Beweis für den Wandlungsprozess, der in den letzten drei bis vier Jahren in den CNRS-Laboratorien zu verzeichnen sei; die Forscher zeigten sich mehr und mehr an der wirtschaftlichen Verwertung ihrer Erfindungen interessiert. Im Jahre 2010 habe das CNRS 500 Patente angemeldet; das sei gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 30 %. Das CNRS gehöre damit zu den “TOP 5 der Innovation” in Frankreich.

 

 

Quellen:

– Pressemitteilung des CNRS – 15.11.2011 –   www.cnrs.fr/fr/une/actus/2011/20111116-brevets.htm

– Artikel aus Le Figaro  – 16.11.2011 – http://www.lefigaro.fr/entrepreneur/2011/11/15/09007-20111115ARTFIG00732-le-cnrs-va-ceder-1000-brevets-aux-pme-et-pmi.php

 

Redakteur:

Dr. Hermann Schmitz-Wenzel, DFGWT – hermann.schmitz-wenzel@t-online.de