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Das CNRS verleiht Gérard Ferey die Goldmedaille für seine molekularen Käfige

Das CNRS verleiht Gérard Ferey die Goldmedaille für seine molekularen Käfige

Gérard Ferey wurde für seine fachübergreifenden Arbeiten mit der höchsten Auszeichnung des CNRS [1] geehrt.


Das CNRS verleiht Gérard Ferey die Goldmedaille für seine molekularen KäfigeGérard Ferey wurde für seine fachübergreifenden Arbeiten mit der höchsten Auszeichnung des CNRS [1] geehrt. Seine molekularen Käfige, die sowohl Erkenntnisse aus der Physik als auch aus der organischen und anorganischen Chemie einbeziehen, dienen beispielsweise dem Transport von Medikamenten, der Einlagerung von Kohlendioxyd und der Speicherung von Wasserstoff.

 

Gérard Ferey, Gründer und Leiter des “Institut Lavoisier Versailles” und Mitglied der “Académie des sciences” ist auf poröse Hybrid-Körper spezialisiert: Hybrid, weil sie aus organischen (also aus Kohlenstoff) und anorganischen Molekülen bestehen, und porös, weil sie kleine, tunnelförmige Hohlräume besitzen, deren Größe etwa der von kleinen Molekülen oder Proteinen entspricht.

 

Zurzeit konzentrieren sich die Arbeiten am Institut Lavoisier auf die Beeinflussung der Porengröße, um so Materialien mit spezifischen Eigenschaften zu entwickeln und verschiedene Anwendungen zu ermöglichen. Es wurden bereits zahlreiche Materialien unter dem Namen MIL (Matériau de l’Institut Lavoisier – Materialien des Institut Lavoisier) entwickelt und in Anwendung gebracht. Das wohl bekannteste ist das MIL- 101, auf Terephtalat- und Chrom-Basis. Ein Liter des benutzen Materials soll bis zu 400 Liter CO2 aufnehmen können. Ein anderes Material – MIL-53 – wurde von BASF unter dem Namen Basolit auf den Markt gebracht und dient der Speicherung von gasförmigem Wasserstoff.

 

Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Medizin. In den Materialporen, deren Größe beliebig festgelegt werden kann, können Wirkstoffe mitgeführt und an einer präzisen Stelle freigesetzt werden. Aktuell wird geprüft, inwieweit MIL-101 für solche Zwecke geeignet ist.

 

Und schließlich sind diese Materialien dank ihrer katalytischen Eigenschaften auch für die gesamte Chemie- Branche von großem Interesse.

 

Nach Jean-Marie Lehn, Chemie-Nobelpreisträger 1987, ist Gérard Ferey der am häufigsten zitierte französische Chemiker.

 

 

[1] Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung

 

Quelle:

“Médaille d’or du CNRS pour Gérard Ferey et ses cages moléculaires”, Futura-sciences – 10.09.2010

Redakteur:

Sebastian Ritter, sebastian.ritter@diplomatie.gouv.fr