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Frankreich: 1.000 Biogasanlagen auf Bauernhöfen bis 2020

Der Plan für “Energie, Biogas und Stickstoffautonomie” (EMAA) wurde am 29. März 2013 gemeinsam vom Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll und der Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, Delphine Batho, vorgestellt. Dieser Plan verfolgt eine “doppelte Logik”: Zum einen verfolgt er den agronomischen Ansatz, der sich auf die Einhaltung des “Düngergleichgewichts” stützt, bei dem die Düngemitteleinträge reduziert und mineralische Düngemittel teilweise durch Gärgut ersetzt werden sollen; zum anderen soll die Produktion der erneuerbaren Energien im Rahmen der französischen Energiewende vorangetrieben werden. Ziel der Regierung ist es, bis 2020 1.000 Biogasanlagen auf Bauernhöfen (gegenüber derzeit 90 Anlagen) in Frankreich zu installieren, was einem Investitionsvolumen von 2 Milliarden Euro entspricht


Der Plan für “Energie, Biogas und Stickstoffautonomie” (EMAA) wurde am 29. März 2013 gemeinsam vom Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll und der Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie, Delphine Batho, vorgestellt. Dieser Plan verfolgt eine “doppelte Logik”: Zum einen verfolgt er den agronomischen Ansatz, der sich auf die Einhaltung des “Düngergleichgewichts” stützt, bei dem die Düngemitteleinträge reduziert und mineralische Düngemittel teilweise durch Gärgut ersetzt werden sollen; zum anderen soll die Produktion der erneuerbaren Energien im Rahmen der französischen Energiewende vorangetrieben werden. Ziel der Regierung ist es, bis 2020 1.000 Biogasanlagen auf Bauernhöfen (gegenüber derzeit 90 Anlagen) in Frankreich zu installieren, was einem Investitionsvolumen von 2 Milliarden Euro entspricht. Des Weiteren soll dieses Projekt die Schaffung von rund 2.000 Langzeitarbeitsplätzen im direkten Umfeld ermöglichen.

 

Über die Nutzung von organischem Stickstoff und die Verringerung der Abhängigkeit der französischen Landwirtschaft von mineralischem Stickstoff soll dieser EMAA-Plan ein “globales Stickstoffmanagement” ermöglichen. Damit sollen die Kosten für Düngemittel reduziert, die Verschmutzung durch Stickstoff begrenzt und der Einsatz von Mineraldünger verringert werden. Im Rahmen dieses Projektes soll auch ein Biogasmodell “à la française” entwickelt werden, das kollektive Anlagen, kurze Versorgungsnetze und französische Technologien und Know-how begünstigt. Der Plan wurde im Rahmen der nationalen Debatte zur Energiewende auf den Weg gebracht, für die im Herbst 2013 ein Programmgesetz verabschiedet werden soll.

 

Der Plan beinhaltet:

 

  • den Start (2013) einer Projektausschreibung “kollektives und integriertes Stickstoffsmanagement”, für die 10 Millionen Euro zur Verfügung stehen
  • die Optimierung der Einspeisevergütung für Strom aus Biogas, um Projekte der kollektiven Biogasproduktion auf Bauernhöfen zu fördern
  • die Vereinfachung der Verwaltungsverfahren für die Entwicklung von Biogasprojekten
  • eine bessere Unterstützung der Projektteilnehmer
  • die Strukturierung des Sektors im Rahmen eines Projekts (als Teil des Programms für Zukunftsinvestitionen) zur Schaffung eines nationalen Netzwerkes im Bereich Biogasanlagen und der Verwertung von Gärresten.

 

Die französischen Ziele für die Biogasproduktion sind ehrgeizig: Vervierfachung der Strom- und Wärmeerzeugung aus Biogas bis 2020 im Vergleich zu 2010, d.h. dass rund 800.000 Haushalte mit erneuerbarem Strom aus Biogas (ohne Heizung) versorgt und so viel erneuerbare Wärme wie aus 555.000 Tonnen Öl produziert werden können.

 

 

Quellen:

– Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie – 29.03.2013 – http://www.developpement-durable.gouv.fr/Lancement-du-plan-Energie.html

– Artikel aus Enerzine – 02.04.2013 – http://www.enerzine.com/12/15534+france—un-objectif-de-1-000-methaniseurs-a-la-ferme-dici-2020+.html

 

Redakteurin: Hélène Benveniste, helene.benveniste@diplomatie.gouv.fr