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Frankreichs Universitäten schlagen Maßnahmen zur Verbesserung ihres Innovationsverhaltens vor

Im Rahmen eines dreitägigen Kolloquiums (Lyon, 21.-23. Mai) haben Vertreter der Universitäten Frankreichs 12 konkrete Vorschläge entwickelt, wie sie ihrem gesetzlich verankerten Auftrag, zu Innovationsprozessen beizutragen, besser gerecht werden können.


Im Rahmen eines dreitägigen Kolloquiums (Lyon, 21.-23. Mai) haben Vertreter der Universitäten Frankreichs 12 konkrete Vorschläge entwickelt, wie sie ihrem gesetzlich verankerten Auftrag, zu Innovationsprozessen beizutragen, besser gerecht werden können.

 

Die französische Hochschulrektorenkonferenz (Conférence des Présidents d’Universités, CPU) hat vom 21.-23. Mai ihr diesjähriges „Kolloquium Innovation“ durchgeführt.  Seiner Abschlussrede – in Anwesenheit von Staatssekretärein Fioraso – stellte CPU-Präsident Jean-Loup Salzmann den Ausdruck dreier Grundüberzeugungen voran, welche die Universitätsverantwortlichen bei der Erörterung ihres Beitrages zu den nationalen Innovationsanstrengungen leiten:

 

– Universitäten können nicht auf Grundlagenforschung verzichten, wohl wissend, dass das Innovationspotenzial von Grundlagenforschung nicht vorhersehbar ist.

– Innovationsanstrengungen der Universitäten können sich nicht auf wenige Fakultäten beschränken – alle Disziplinen, einschließlich der Sozial- und Geisteswissenschaften tragen ihren unverzichtbaren Teil bei.

– Universitäre Forschung müsse die Möglichkeit des Experimentierens einschließen können; ohne Experimente gebe man auf, für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft zu handeln. (Diese Bemerkung bezog sich auf die Verwüstung von Feldern mit Experimenten zu genmodifiziertem Wein und die kürzlich erfolgte Aufhebung der Strafen für die Täter durch ein Gericht in Colmar)

Als erste Ergebnisse aus den dreitägigen Beratungen trug Präsident Salzmann 12 Vorschläge in vier Kategorien vor:

 

 

1. Die Innovations- und Unternehmerkultur entwickeln – Ausbildungsmodule für Entrepreneurfunktionen stärken.

– Vorschlag: Die Universitäten müssen ein Ausbildungsmodell entwickeln, das auf Unternehmenswissen, Kreativität, Initiative und Gruppenarbeit abzielt.

– Vorschlag: Die Projekte “PEPITE” ( Pôle Etudiant pour l’Innovation, le Transfert et l’Entrepreneuriat) sollten fortgesetzt und verstärkt werden. Die Universitäten sind bereit, hierfür Räumlichkeiten bereitzustellen und von dem bereits erfolgreich laufenden Verfahren der Unternehmen beratenden Doktoranden inspirieren zu lassen.

– Vorschlag: In die Doktorandenausbildung die Kompetenzen für unternehmerisches Handeln, für Managementfunktionen und gewerbliche Schutzrechte zu integrieren.

 

 

2. Verbundforschung stärken und vereinfachen, um die ökonomische und soziale Wirkung des Technologietransfers zu erhöhen. Steuererleichterungen (crédit impôt recherche, CIR) nutzen, um die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor zu erleichtern.

 

– Vorschlag: die Universitäten sollen sich das Werkzeug des CIR aneignen und besser nutzen, um gemeinsame Forschungsstätten mit der Wirtschaft entwickeln zu können.

– Vorschlag: Unternehmen durch Anbindung an den CIR zur  Einstellung von Doktoranden anreizen.

– Vorschlag: Den Gesellschaft zur Beschleunigung des Technologietransfers (SATT) das Recht einräumen, selbständig im Namen ihrer Mitglieder oder anderer Instrumente des Programms Zukunftsinvestitionen (z. B. Unikliniken) Lizenzverträge abzuschließen

– Vorschlag: Universitäten und Forschungseinrichtungen (Établissements publics à charactère scientifique et technologique, EPST) den finanziellen Anreiz gegeben, zusammen mit Unternehmen gemeinsame Forschungslabors einzurichten.

– Vorschlag: Universitäten oder im Entstehen begriffene Zusammenschlüsse von Universitäten sollen in den Leitungsgremien der Stratégies Régionales d’Innovation (SRI) mitarbeiten.

 

 

3. Die Mobilität zwischen Forschung und Unternehmenswelt begünstigen; Stiftungslehrstühle entwickeln.

– Vorschlag: Stiftungslehrstühle entwickeln, die einerseits Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung ermöglichen, und andererseits das erworbene Wissen auf dem Wege der Ausbildung durch Forschung verbreiten.

– Vorschlag: Das seit 20 Jahren eingeführte Verfahren “CIFRE” (Conventions Industrielles de Formation par la Recherche) weiterentwickeln, das von Unternehmen sehr geschätzt wird.

 

 

4. Transfer- und Innovationsaktivitäten bei den Karrieren berücksichtigen und erleichtern.

– Vorschlag: Transfer- und Innovationsaktivitäten sowie Betreuung von unternehmerischen Studenten und CIFRE-Doktoranden sowohl innerhalb der Forschungseinrichtungen als auch auf nationaler Ebene bei den Karrieren berücksichtigen und erleichtern. Spezifische Kontingente für Innovations- und Verwertungsbeurlaubungen (Congés Innovation Valorisation, CIV) schaffen.

– Vorschlag: Die Mechanismen der Gewinnbeteiligung neu definieren und vereinfachen, um sie leichter handhabbar zu machen.

 

Quelle: CPU

http://www.cpu.fr/wp-content/uploads/2014/05/140523-recommandations-version-finale.pdf

 

Redaktion: 28.05.2014 von Dr.rer.nat Bernd Kramer, DFGWT – Deutsch-Französische Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie e. V.

 

Länder: Frankreich

 

Themen: Bildung und Hochschulen, Innovation

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