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OPECST befürwortet die Einbeziehung der französischen Forschungsstrukturen auf den französischen Inseln im südlichen Indischen Ozean in die Europäische Forschungspolitik

Das Parlamentarische Amt für die Bewertung der wissenschaftlichen und technologischen Entscheidungen (OPECST) führte am 14.6.2011 eine Anhörung zur “Evaluierung der französischen Präsenz auf den subarktischen Inseln” durch. Sie stehen unter französischer Souveränität, sind jedoch unbewohnt. Die OPECST hat in den vergangenen Jahren auf Initiative von Christian Gaudin, Mitglied des Senats und des OPECST, mehrere Berichte zu den französischen Aktivitäten und Interessen in den Polarregionen vorgelegt. Nachdem Christian Gaudin zum “Préfet administrateur supérieur” [1] der französischen Süd- und Antarktisgebiete (TAAF) ernannt wurde, stellte das OPECST seine einschlägigen Arbeiten mit der Anhörung vom 14.6.2011 vorläufig ein.


Das Parlamentarische Amt für die Bewertung der wissenschaftlichen und technologischen Entscheidungen (OPECST) führte am 14.6.2011 eine Anhörung zur “Evaluierung der französischen Präsenz auf den subarktischen Inseln” durch. Sie stehen unter französischer Souveränität, sind jedoch unbewohnt. Die OPECST hat in den vergangenen Jahren auf Initiative von Christian Gaudin, Mitglied des Senats und des OPECST, mehrere Berichte zu den französischen Aktivitäten und Interessen in den Polarregionen vorgelegt. Nachdem Christian Gaudin zum “Préfet administrateur supérieur” [1] der französischen Süd- und Antarktisgebiete (TAAF) ernannt wurde, stellte das OPECST seine einschlägigen Arbeiten mit der Anhörung vom 14.6.2011 vorläufig ein.
Neben der Frage des Umweltschutzes waren Fragen der Forschung, der notwendigen Verbesserung der Strukturen der vom IPEV (französisches Polar-Institut Paul Emile Victor) koordinierten und vor Ort unterhaltenen Forschungsinfrastrukturen auf den Gebieten Klimaforschung, Biodiversität und Umwelt sowie damit in direktem Zusammenhang stehend die logistische Anbindung der Inseln an das französische Mutterland bzw. La Réunion und Europa die Schwerpunkte der Anhörung.
Von insgesamt 75 von IPEV betreuten Forschungsprogrammen betreffen 25 die subantarktischen Inseln, davon 14 auf dem Gebiet der Geowissenschaften und 11 auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften.
Mit der Anhörung durch OPECST sollte – so OPECST-Präsident Claude Birraux, Abgeordneter der Nationalversammlung – ein Beitrag zur “Konzeption einer Handlungsstrategie” für diese weit vom französischen Mutterland und jeweils mehr als 2500 km von La Réunion entfernten Inseln geliefert werden.
Es bestand Einvernehmen über die Bedeutung der unterschiedlich großen Inseln bzw. Archipels (Amsterdam: 58 km2; Saint-Paul: 7 km2; Crozet: 342 km2; Kerguelen: 7 215 km2; die “Terre Adélie” / 439.672°km2 als Teil des antarktischen Festlandes und seit 2007 5 in den Tropen gelegene unbewohnte Inseln im Umkreis von Madagaskar gehören unter dem koordinierenden administrativen Dach der TAAF / ebenfalls zu diesem heterogenen territorialen Besitzstand ) für die Forschung zu Fragen des Klimas und seiner Entwicklung, der Biodiversität sowie der Umwelt insbesondere der Beobachtung der untereinander zum Teil sehr verschiedenen Ökosysteme bei unterschiedlichen Klimabedingungen.
Die Versorgung der Inseln erfolgt mittels des Mehrzweckschiffes “Marion Dufresne” von La Réunion aus. Die “Marion Dufresne” dient zugleich der ozeanographischen Forschung, der logistischen Versorgung der Forschungsstationen und der von ihnen betreuten Beobachtungspunkte sowie dem Transport von Personen, insbesondere des Personals, das vor Ort in der Forschung tätig ist.
Eine bessere Anbindung (per Schiff oder per Flugzeug) der französischen Antarktis-Stationen und der französischen subantarktischen Inseln wurde im Rahmen der Anhörung als Gesamtproblem bezeichnet, das einer schnellen Lösung bedarf. Lösungen in bilateraler Zusammenarbeit mit Australien und Südafrika haben sich als nicht erfolgversprechend erwiesen.
OPECST-Präsident Claude Birraux plädierte für eine europäische Lösung in dem Maße, in dem europäische Forscher in diesen Gebieten in der Forschung aktiv werden. Über die Frage der logistischen Anbindung per Schiff oder per Flugzeug hinaus spricht sich Claude Birraux für die Einbindung der z. Zt. von Frankreich auf den subantarktischen Inseln unterhaltenen Forschungsstrukturen in eine europäische bzw. internationale Struktur aus. Das IPEV bringe die notwendigen Voraussetzungen mit, in einer zu schaffenden Arbeitsgruppe diese Aufgabe in die Hand zu nehmen; dies stünde im Übrigen auch im Einklang mit der nationalen Innovations- und Forschungsstrategie (SNRI). Claude Birraux schlägt in diesem Zusammenhang ganz allgemein eine Öffnung gegenüber ausländischen Forscherteams und das Eingehen von Partnerschaften vor. Damit das IPEV diese Aufgabe wahrnehmen könne, sei eine finanzielle und personelle Verstärkung der IPEV-Mittel erforderlich.
Der die OPECST-Anhörung prägende Konsens fand in dem die Anhörung abschließenden Statement von Philippe Leyssène, Sonderbotschafter für die “Regionale Zusammenarbeit in der Zone Indischer Ozean” einen politisch akzentuierten Niederschlag. Er stellte eine – z. Zt. noch – fehlende Kohärenz zwischen dem wissenschaftlichen Interesse an den französischen subarktischen Inseln, das allgemein hervorgehoben worden sei, und den tendenziell zurückgehenden Mitteln, die hierfür zur Verfügung gestellt würden, fest. Außer einer einschlägigen Frage von Claude Birraux habe er im Verlaufe der Anhörung nicht gehört, dass die hiermit zusammenhängenden Fragen behandelt worden seien. Gleichwohl denke er – soweit er unterrichtet sei – im Zusammenhang mit STRATOM (Strategie für die Übersee-Gebiete Frankreichs) hierüber nach. Auch sei er zuversichtlich, dass das Interesse Europas, seine Mittel in den TAAF einzusetzen, mobilisiert werden könne, um die im Rahmen der Anhörung angesprochenen Forschungsprogramme fortzuführen. Sobald das europäische bzw. internationale Interesse hierfür geweckt sei, werde auch die Frage der notwendigen Finanzmittel geregelt werden können.
Die STRATOM wurde vom französischen Forschungsministerium am 4.1.2012 ins Netz gestellt. In seinem den Indischen Ozean betreffenden Abschnitt wird festgestellt, dass die hier interessierenden Territorien traditionell der Forschung gewidmet seien. So eröffneten die um Madagaskar gelegenen sog. 5 “Îles Éparses” ein neues wichtiges Terrain für die Forschung im Indischen Ozean. Sie stellten ein exzellentes “Laboratorium” für die Beobachtung und die Verfolgung der Auswirkungen des Klimawandels auf Korallenriffe dar.
In der STRATOM werden u. a. auch die logistischen Fragen des Zugangs und der Aufnahmekapazitäten der unbewohnten Inseln als Aufgabe bezeichnet. Auch ist die Mobilisierung der nationalen Wissenschaftsgemeinschaft um diejenige von La Réunion, die schon lange vor Ort in die Forschung eingebunden sei, dort als Aufgabe identifiziert.

[1] oberster Vertreter des Staates im Departement

Quelle:
– Pressemitteilung von Kooperation-International – 5.1.2012 – http://www.kooperation-international.de/countries/themes/nc/info/detail/data/57772

Redakteur: Dr. Hermann Schmitz-Wenzel, DFGWT – Deutsch-Französische Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie e. V.