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Zweiter Plan für den ökologischen Übergang in Frankreich – “50 Maßnahmen für die Ökologie”

In Frankreich wird ein umfassender Ansatz revitalisiert, um Umwelt und Nachhaltigkeit in allen Politikbereichen mehr Geltung zu verschaffen. Vertreter des Parlamentes, der Gewerkschaften, der Arbeitgeberverbände, der Gebietskörperschaften sowie von Nichtregierungsorganisationen haben auf einer zweitägigen Konferenz die wichtigsten zu ergreifenden Maßnahmen herausgearbeitet. Die Regierung will sie berücksichtigen und regelmäßig über den Fortgang ihrer Umsetzung informieren.


 

In Frankreich wird ein umfassender Ansatz revitalisiert, um Umwelt und Nachhaltigkeit in allen Politikbereichen mehr Geltung zu verschaffen. Vertreter des Parlamentes, der Gewerkschaften, der Arbeitgeberverbände, der Gebietskörperschaften sowie von Nichtregierungsorganisationen haben auf einer zweitägigen Konferenz die wichtigsten zu ergreifenden Maßnahmen herausgearbeitet. Die Regierung will sie berücksichtigen und regelmäßig über den Fortgang ihrer Umsetzung informieren.

 

Im Gebäude und im erweiterten Rahmen des französischen Wirtschafts-, Sozial- und Umweltrates (Conseil économique social et environnemental) in Paris, hat am 20. und 21. September 2013 die zweite Umweltkonferenz zum ökologischen Übergang Frankreichs stattgefunden. Die von Präsident Hollande eröffnete und von Premierminister Ayrault geschlossene Konferenz hatte die Interessengruppen zum ökologischen Wandel zusammengeführt. In fünf Paneldiskussionen unter der Moderation von insgesamt dreizehn Ministern wurde nach einem Format gearbeitet, das sich der neue Nationale Rat für den ökologischen Übergang (Conseil national de la transition écologique, CNTE) gegeben hat: vertreten sind Parlamentarier, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Vereinigungen, die die Gebietskörperschaften vertreten sowie Nichtregierungsorganisationen für Umweltbelange.

Die nun veröffentlichten Maßnahmen wurden zunächst mit den Betroffenen vorbesprochen und dann in den fünf Arbeitskreisen erörtert. Sie werden in Zukunft die Arbeit der Regierung in diesem Bereich leiten, und der CNTE wird regelmäßig über die Umsetzung des Maßnahmenkatalogs informiert werden. Die fünf Arbeitskreise hatten zum Gegenstand :

  • Kreislaufwirtschaft
  • Beschäftigung, Bildung und ökologischer Übergang
  • Politik des Wassers
  • Meeresbiodiversität
  • Erziehung zu Umwelt und nachhaltiger Entwicklung.

 

Die in einem 25 Seiten umfassenden Dossier (http://www.developpement-durable.gouv.fr/IMG/pdf/Feuille_de_route_2013_VDEF.pdf) festgehaltenen und erläuterten Prioritäten, Ziele und Verfahren sind von allgemein politischem Charakter und beinhalten insbesondere Forderungen aus den Bereichen Bildung und Forschung :

  • Für Produkte eine Ökokonzeption bevorzugen, um ihre Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit, Reparabiltät und Rezyklierbarkeit zu verbessern;
  • Eine neue Industriepolitik anstoßen, welche die Kreislaufwirtschaft durch Effizienzsteigerung bei der Materialtrennung, durch Forschung und technologische Innovationen im Bereich der Produkten, Verfahren und Materialien konkretisiert;
  • Vorausschauende Analysen zu den Handlungsfeldern des ökologischen Übergangs erstellen, um besser dessen Konsequenzen für Beschäftigung, Aus- und Weiterbildung einbeziehen zu können;
  • Die Unterstützung für vier Bereiche verstärken: Energetische Erneuerung von Gebäuden, Energieeffizienz, Biodiversität und Holz;
  • Bis 2015 ein bis zwei Bildungs- und Forschungsuniversitäten mit Bezug zur Umwelt gründen;
  • Die Verbesserung der Behandlung von häuslichem Brauchwasser verfolgen;
  • Bis Ende 2014 ein Handlungsprogramm für den Erwerb, die Weitergabe und die Evaluierung wissenschaftlichen und technischen Wissens über maritime Ökosysteme – insbesondere in den überseeischen Gebieten – erstellen;
  • 10.000 Schulprojekte zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsvorhaben auf den Weg bringen;
  • Bei der Gesamtheit aller Unterrichtsprogramme die Berücksichtigung von Umwelt und Nachhaltigkeit integrieren;
  • Bei den neugegründeten Hochschulen zur Lehrerausbildung (Ecoles Supérieures du Professorat et de l’Education, ESPE) die Aspekte Umwelt und Nachhaltigkeit einbeziehen.

 

Quelle: Ministerium für Umwelt,. Nachhaltigkeit und Energie (Ministère de l’Ecologie et du Développement Durable)

 

Redaktion:  Dr.rer.nat Bernd Kramer, DFGWT – Deutsch-Französische Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie e. V.