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Integration junger Nervenzellen im Gehirn

Seit 1998 ist bekannt, dass das adulte Gehirn die Fähigkeit besitzt, neue Neuronen zu bilden. Bislang blieb jedoch die Frage offen, wie sie sich in das bereits bestehende neuronale Netzwerk integrieren. Forscher des Institut Pasteur und des CNRS haben gezeigt, dass neugebildete Nervenzellen durch die richtige Motivation und aktives Lernen ein dichteres Netzwerk mit dem Rest des Gehirns aufbauen, als bei einer passiven Verhaltensweise. Stärker noch als die Natur und die Vielfalt des sensorischen Umfelds beeinflusst der geistige Zustand die Funktionalität der neuen Nervenzellen im Gehirn eines Erwachsenen.


Seit 1998 ist bekannt, dass das adulte Gehirn die Fähigkeit besitzt, neue Neuronen zu bilden. Bislang blieb jedoch die Frage offen, wie sie sich in das bereits bestehende neuronale Netzwerk integrieren. Forscher des Institut Pasteur und des CNRS haben gezeigt, dass neugebildete Nervenzellen durch die richtige Motivation und aktives Lernen ein dichteres Netzwerk mit dem Rest des Gehirns aufbauen, als bei einer passiven Verhaltensweise. Stärker noch als die Natur und die Vielfalt des sensorischen Umfelds beeinflusst der geistige Zustand die Funktionalität der neuen Nervenzellen im Gehirn eines Erwachsenen.

 

Forscher am Labor für Wahrnehmung und Erinnerung (Perception et Mémoire) des Pasteur/CNRS-Instituts, unter der Leitung von Pierre-Marie Lledo, haben teilweise herausgefunden, welche Bedingungen die Integration von neuen Nervenzellen fördern und welche festlegen, mit welchen Nervenzellen sie sich im Gehirn verbinden.

 

Die Forscher haben festgestellt, dass sich die Entwicklung und Reifung von jungen Neuronen mit der Ausbildung des Geruchssinns bei Mäusen stark verändern. Sie haben beobachtet, dass sich diese stärker mit den Regionen der Großhirnrinde verbinden, wenn die Ausbildung des Geruchssinns durch eine Belohnung motiviert wird.

 

Auf den Menschen übertragen, könnten diese Ergebnisse zu einem besseren Verständnis der Rolle von verschiedenen psychophysiologischen Zuständen, wie Aufmerksamkeit, Motivation, Erwartung und Spaß, für das Überleben und die funktionale Integration der jungen Neuronen führen. Und umgekehrt könnten sie Erkenntnisse darüber liefern, in welchem Maße die Neurogenese zur Ausbildung von Lern- und Gedächtnisfähigkeiten bei Erwachsenen beiträgt.

 

 

Kontakt:

Myriam Rebeyrotte, Pressedienst – presse@pasteur.fr – +33 1 45 68 81 01

 

Quelle: Pressemitteilung der Webseite des Inserm – 01.09.2014 – http://www2.cnrs.fr/sites/communique/fichier/neoneurones_pm_lledo.pdf

 

Redakteur: Louis Thiebault, louis.thiebault@diplomatie.gouv.fr