logo

Wissenschaftsportal der Französischen Botschaft in Deutschland

mariane

Kognitive Fähigkeiten lassen bereits mit 45 Jahren nach

Dass die kognitiven Fähigkeiten mit dem Älterwerden schwinden, war bereits bekannt. Umstritten war jedoch, in welchem Alter dieser Verlust beginnt. Bislang wurde davon ausgegangen, dass der schrittweise Abbau dieser Fähigkeiten erst mit 60 Jahren beginnt. Ein französisches Forscherteam des Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (Inserm) um Archana Singh-Manoux hat nun aufgezeigt, dass unser Gedächtnis und unsere Fähigkeiten zu denken und zu verstehen bereits mit 45 Jahren beginnen zu schwinden. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher nach einer zehnjährigen Studie mit 7.000 Teilnehmern der Whitehall II-Kohorte.


Dass die kognitiven Fähigkeiten mit dem Älterwerden schwinden, war bereits bekannt. Umstritten war jedoch, in welchem Alter dieser Verlust beginnt. Bislang wurde davon ausgegangen, dass der schrittweise Abbau dieser Fähigkeiten erst mit 60 Jahren beginnt. Ein französisches Forscherteam des Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (Inserm) um Archana Singh-Manoux hat nun aufgezeigt, dass unser Gedächtnis und unsere Fähigkeiten zu denken und zu verstehen bereits mit 45 Jahren beginnen zu schwinden. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher nach einer zehnjährigen Studie mit 7.000 Teilnehmern der Whitehall II-Kohorte.

 

Die Studie wurde gemeinsam von Forschern des Inserm und des University College London durchgeführt. Über 10 Jahre wurden die medizinischen Daten von 5.198 Männern und 2.192 Frauen im Alter zwischen 45 und 70 Jahren (zu Beginn der Untersuchung) ausgewertet. Ihre kognitiven Fähigkeiten wurden in dieser Zeit drei Mal getestet. Untersucht wurden das Gedächtnis, das Vokabular, das Denkvermögen und der Redefluss.

 

Die Studie ergab, dass die kognitiven Fähigkeiten (außer das Vokabular) mit dem Alter schwinden: je älter die Person desto schneller ließen sie nach. Dieser Abbau ist für jede Altersstufe bezeichnend. So nahm das Denkvermögen bei den 45 bis 49-jähigen Männern in diesem Testzeitraum um 3,6% ab  und bei den 65 bis 70-jährigen Männern bereits um 9,6%. Bei den Frauen lagen diese Werte bei 3,6% bzw. 7,4%.

 

Archana Singh-Manoux betont, dass diese Erkenntnisse von großer Bedeutung sind, insbesondere angesichts der gestiegenen Lebenserwartung: Je früher die verhaltensorientierten und pharmakologischen Behandlungen zur Verlangsamung der kognitiven Alterung zum Einsatz kommen, desto wirksamer sind sie.

 

 

Weitere Informationen:
– Originalpublikation: “Timing of onset of cognitive decline: results from Whitehall II prospective cohort study”, British Medical Journal -05.01.12 – http://www.bmj.com/content/344/bmj.d7622

 

Kontakt:
Archana Singh Manoux – Inserm Einheit 1018, “Forschungszentrum für Epidemiologie und Bevölkerungsgesundheit”, Paul-Brousse Krankenhaus, Gebäude 15/16, 16 avenue Paul Vaillant Couturier, 94807 Villejuif cedex, Frankreich – Tel: 0033 1 77 74 74 10  –  e-Mail: Archana.Singh-Manoux@inserm.fr

 

Quelle:
Pressemitteilung des Inserm – 05.01.12 – http://www.inserm.fr/espace-journalistes/le-declin-cognitif-apparait-des-45-ans

 

Redakteurin: Claire Cécillon, claire.cecillon@diplomatie.gouv.fr