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Pixium Vision verzeichnet erste Erfolge mit seinem Retina-Implantat Prima

Allein in Europa und den Vereinigten Staaten leiden etwa 4 Millionen Menschen an altersbedingter Makuladegeneration (AMD). Die AMD ist die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung im Alter. Als Makula wird das Zentrum der Netzhaut bezeichnet, welches das scharfe Sehen ermöglicht. Bei manchen Menschen kommt es im Alter aus unklaren Gründen zu Veränderungen (Degeneration) in diesem Bereich, die zu einer Sehverschlechterung führen. Man unterscheidet zwei Formen der Makuladegeneration. Bei der trockenen Form ist das Sehen oft über lange Zeit stabil und verschlechtert sich in der Regel langsam. Für die trockene AMD ist bisher keine wirksame Behandlung bekannt


Das französische Unternehmen Pixium Vision ist spezialisiert auf die Entwicklung bionischer Systeme, mit denen blinde Menschen mehr Eigenständigkeit und Lebensqualität im Alltag erzielen können. Das erste Exemplar des neuen Retina-Implantats Prima, das einer an AMD erkrankten Patientin eingesetzt wurde, konnte nur einen Monat nach dem Eingriff erfolgreich aktiviert werden. Die Patientin konnte Lichtsignale, wie eine flackernde Kerze, wahrnehmen, obwohl ihre Sehfähigkeit im zentralen Gesichtsfeld aufgrund der AMD vollständig verloren gegangen war.

Diese Patientin war die erste einer Gruppe von fünf Personen über 70 Jahre, die an dieser klinischen Machbarkeitsstudie in Paris teilnehmen. Ziel ist es, die Verträglichkeit des Implantats zu ermitteln und die Wiederherstellung des Sehvermögens nachzuweisen. Zu diesem Zweck werden die Patienten 36 Monate lang begleitet, wobei eine erste Einschätzung bereits nach sechs Monaten vorgenommen wird. Es wird getestet, inwieweit die Gesichtserkennung oder das Lesen großer Buchstaben wiederhergestellt wurde, um die weitere Vorgehensweise festzulegen. Eine ähnliche Machbarkeitsstudie wird Ende Juni 2018 am Universitätsklinikum Pittsburgh (UMPC) gestartet.

Aufbau des Implantats und subretinale Position (Copyright: Pixium Vision)

 

Prima ist ein kabelloses Miniatur-Implantat: ein photovoltaischer Mikrochip von 2 mm Ø und 30 µm Dicke bestehend aus 378 Elektroden. Es wird in einem minimalinvasiven Eingriff subretinal implantiert. Dort wandelt es ein Infrarot-Signal in ein elektrisches Signal um, das über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet wird. Das Infrarot-Signal wird über eine mit einer Mini-Kamera ausgestattete externe visuelle Schnittfläche empfangen. Aufgrund seiner geringen Größe eignet sich Prima besonders für AMD-Patienten, da es die verbliebene Sehkraft aufrechterhält.

Der Preis für das Implantat wird sich an den bisherigen Behandlungsmöglichkeiten orientieren.

 

Quelle: Artikel aus Les Echos, 25/01/2018 – https://www.lesechos.fr/pme-regions/innovateurs/0301206345216-pixium-vision-signe-un-premier-succes-avec-limplant-retinien-prima-2148161.php

 Übersetzerin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr