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Lyon organisiert die erste internationale Fachmesse für Servicerobotik

Der französische Branchenverband für Servicerobotik Syrobo organisierte vom 23. bis 25. März 2011 im Kongresszentrum der Cité Internationale in Lyon die erste Robotik-Messe. Diese führte internationale Experten der Roboterbranche im Rahmen von Konferenzen und Messen zusammen.


Der französische Branchenverband für Servicerobotik Syrobo organisierte vom 23. bis 25. März 2011 im Kongresszentrum der Cité Internationale in Lyon die erste Robotik-Messe. Diese  führte internationale Experten der Roboterbranche im Rahmen von Konferenzen und Messen zusammen. Auf der Innorobo gaben etwa 80 Aussteller  einen Überblick über den aktuellen Stand der Dienstleistungsrobotik (Erholung, Bildung, Transport, persönliche Betreuung). Bruno Bonnell (Präsident des französischen Branchenverbands) zufolge ist das aktuelle Ziel der Bau von Robotern, die den Komfort des täglichen Lebens verbessern. Die Europäer seien in diesem Forschungsbereich eher praxisorientiert und streben nicht nach verbesserten Modellen von anthropomorphen Robotern wie beispielsweise in Asien.

 

Nach Angaben des Internationalen Verbands für Robotik lag der Weltmarkt für Serviceroboter im Jahr 2010 bei 3,5 Milliarden Euro (8,7 Millionen Roboter sind weltweit bereits im Einsatz) gegenüber 18 Milliarden Euro für Industrieroboter. Erwartet wird, dass er bis 2020 auf 100 Milliarden Euro ansteigt. “Die Robotik ist heute das, was in  den 1990er Jahren das Internet war. Der Sektor wächst sehr schnell und die Anwendungen sind bereits heute sehr zahlreich”, so Bruno Bonnell.

 

Das französische Unternehmen Aldebaran Robotics stellte auf der Messe den humanoiden Spielzeugroboter Nao (56 cm) vor, der direkt aus einem Science-Fiction-Film entsprungen zu sein scheint. Er kann Sprache verstehen, Geschichten erzählen, tanzt und ist mit verschiedenen anderen Software-Produkten kompatibel. Das Unternehmen hat bereits über 1.000 Roboter zu einem Preis zwischen 4.000 – 16.000 Dollar verkauft. Käufer sind in erster Linie Forscher und Universitäten, aber die Designer hoffen, dass er künftig auch zu Bildungszwecken von Firmen, Schulen und Therapeuten erworben wird, um beispielsweise mit autistischen Kindern oder anderen kranken bzw. isolierten Menschen zu interagieren.

 

Mit einem bildschirmförmigen Kopf kann ein weiteres Modell eines Roboters das Erscheinungsbild des abwesenden CEO nachahmen. Mit kleinen Rädern ausgestattet, fährt der Chef-Roboter durch die Büros seiner Mitarbeiter und stellt wichtige Fragen per Video-Konferenz (Tele-Präsenz).

 

Gefördert von der Regierung ist iRobi bereits in mehr als 2.000 Kindergärten in Südkorea anzutreffen. Der kleine Roboter unterstützt die Lehrer und bringt Kindern zwischen 3-4 Jahren das Lesen und Schreiben bei, erzählt ihnen Geschichten und kann die Kinder zählen. Die Regierung plant die Ausstattung aller Haushalte mit einem solchen Roboter bis 2020.

 

Der Roboter Corebell ist ein Museumsführer, der interaktive Führungen durch Ausstellungen mit Bildern und Klängen bietet. Mit seiner künstlichen Intelligenz ist er auch in der Lage, den Grad der Sensibilisierung an das jeweilige Publikum anzupassen.

 

Angesichts des umfassenden Know-hows Deutschlands im Bereich der industriellen Robotik und der erreichten Forschungsergebnisse Frankreichs auf dem Gebiet der Service-Robotik und der neuen Dienstleistungen sind die Grundlagen für eine deutsch-französische Zusammenarbeit sehr vielversprechend. Sie findet bereits im Deutsch-Französischen Institut für Automation und Robotik (IAR) in Karlsruhe Ausdruck,  das gemeinsame Forschungsprojekte und Veranstaltungen, einen integrierten Studiengang, den Austausch von Studenten, Diplomanden und Doktoranden anbietet, und am EU-Programm ESPRIT und PROCOPE beteiligt ist. Neue Initiativen und Kooperationsprojekte könnten auf dieser Grundlage entwickelt werden.

Nach dem LIMMS (Laboratory for Integrated Micromechatronic Systems), welches im Bereich der Mikro- und Nanotechnologie tätig ist, hat das CNRS ein zweites französisches Forschungszentrum für Robotik in der Nähe von Versailles aufgebaut. Die Forschungsaktivitäten im Bereich der humanoiden Robotik befinden sich ebenfalls im Aufschwung. Ein französisch-japanisches Laboratorium “Joint Robotics Laboratory” (JRL), das in Japan (Tsukuba) und auch in Frankreich (Toulouse-LAAS und Montpellier-LIRMM) niedergelassen ist, wurde 2004 gegründet. Dieses Laboratorium hat maßgeblich zur Verwirklichung, Verstärkung und Dynamisierung der Gemeinschaft der Roboterforschung in diesem Themenbereich beigetragen.

Durch die Reaktorkatastrophe in Japan, bei der moderne amerikanische Roboter zum Einsatz kommen, wurde der EU deutlich, dass eine erweiterte Kooperation in diesem Bereich strategisch notwendig wäre.

Weitere Informationen:

Innorobo Messe unter: http://www.innorobo.com/ oder innorobo@syrobo.org

Kontakte:

– Catherine SIMON, Ansprechpartnerin bei Syrobo (französischer Branchenverband für Servicerobotik) – 151 rue Montmartre, La Cantine, 75002 PARIS France – Tel: + 33 (0) 6 80 96 48 70 – E-mail: catherine.simon@syrobo.org

– Prof. U. Kiencke, Prof. K. Kroschel, Fr. M. Müller-Klumpp vom deutsch-französischen Institut für Automation und Robotik (I.A.R.) – Teilinstitut Karlsruhe

– Prof. J.-M. Dion, Institut National Polytechnique de Grenoble (INPG) – 46, avenue Félix Viallet, F-38031 Grenoble Cedex

– Philippe Fraisse, Forscher, LIRMM – Tel: +33 4 67 41 85 56 – E-mail: fraisse@lirmm.frhttp://www.lirmm.fr/JNRH

Quellen:

– “Des robots et des hommes”, Artikel aus Les Echos – 24/03/2011

http://blogs.lesechos.fr/techosphere/les-robots-debarquent-a-lyon-a5420.html

– “Les robots, les nouveaux amis des humains?”, Artikel aus 20minutes – 24/03/2011 http://www.20minutes.fr/article/692802/lyon-les-robots-nouveaux-amis-humains

Redakteur:

Charles Collet, charles.collet@diplomatie.gouv.fr