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Das WATT-Experiment

Weltpremiere: Test des ersten Elektro-Busses mit unbegrenzter Reichweite, ohne komplizierte Infrastruktur, mit integriertem, auf Starkladungen basierendem WATT-System (Wireless Trolley Alternative Technology). Das Pilotprojekt startete am 17. Oktober 2014 auf dem Flughafen Nizza Côte d’Azur. Der neue WATT-Elektrobus verbindet die Terminals 1 und 2.


Wichtigstes Ziel des WATT-Experiments war es, im Rahmen der Umwelt-Charta des Flughafens Nizza Côte d’Azur den unumgänglichen Energiewandel einzuleiten und den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Getragen von Transdev, dem Betreiber des Flughafens Nice Côte d’Azur, entwickelt und patentiert von PVI (Power Vehicle Innovation, ein französischer Nutzfahrzeughersteller auf Basis erneuerbarer Energien) und finanziert von der ADEME (französische Organisation für Umwelt-und Energiewirtschaft) bietet das neue System der ultra-Schnellladung eine umweltfreundliche Lösung mit geringen CO2-, Schadstoff- und Feinstaub-Emissionen. WATT liefert Lösungen für elektrische Herausforderungen hinsichtlich der Reichweite und der Passagierkapazität und einer gleichzeitigen Verringerung der städtischen Infrastruktur und des Energiebedarfs.

Die wichtigste Innovation des WATT-Systems ist die Einführung einer sogenannten Startladung. Das Fahrzeug wird an der Haltestelle über ein sogenanntes Totem, einen Ladearm, aufgeladen, während die Passagiere ein- und aussteigen Hierfür reichen 20 Sekunden. Mit dieser Aufladung hat der Bus eine Reichweite von 600 bis 800 Metern. Das reicht aus, um die nächste Haltestelle und somit auch die nächste Ladestelle zu erreichen.

Wie beim “Plug & Play” passt sich der für WATT entwickelte automatisierte Auflade-Mechanismus jedem Standard-Elektromodellbus an und versorgt den Bus mit Strom aus dem öffentlichen Netz (9 bis 36 kW). Die einem Roboterarm ähnelnde Ladevorrichtung befindet sich auf dem Dach des Busses. Die Totem-Ladestationen werden in die urbane Infrastruktur integriert. Zusätzliche Batterie-Akkus gewährleisten den kontinuierlichen Betrieb des Busses beim Auslassen einer Haltestelle oder bei der Rückkehr zum Depot.

Allein während der Testphase (9 Monate) können mit dem WATT-BUS über 325 Tonnen CO2 auf einer Strecke ähnlich wie der am Flughafen von Nizza eingespart werden.

Von der Idee zur Wirklichkeit: Wie funktioniert das WATT-Konzept?

– Ein herkömmliches Fahrzeug (Länge 12 m) mit 100% elektrischem PVI-Antrieb
– Ein doppeltes Energiespeichersystem (Batterien und Superkondensatoren) für die ultraschnelle Aufladung des Fahrzeugs bei jedem Halt (Autonomie)
– Ein Aufladearm (Totem) an jeder Haltestelle, der direkt an das Stromnetz angeschlossen ist und die Energie in Superkondensatoren speichert
– Ein Roboterarm, über den das Fahrzeug in etwa 10 Sekunden “aufgetankt“ wird

Projektplanung:
Bis Ende 2014 werden alle möglichen operativen und technologischen Bedingungen simuliert und getestet.
Von Januar 2015 bis Juni 2015 erfolgen Tests unter realen Bedingungen mit Passagieren an Bord. Hierzu wird der WATT-Bus in die bereits existierende Busflotte „Euro 6“ integriert.
In der 2. Hälfte 2015 werden die Testergebnisse und Machbarkeitsstudien über ein industrielles Großprojekt und den kommerziellen Vertrieb durch Transdev und PVI Projektpartner analysiert.

 

Weitere Informationen:
Erläuterungen zum WATT-System: http://www.pvi.fr/watt-r-system,027.html, http://www.pvi.fr/IMG/pdf/WATT-system-web-fr.pdf
Kontakte:
Géraldine Giraud – Geraldine.GIRAUD@cote-azur.aeroport.fr, Tel.: +33 (0)4 93 21 30 67
Laurence Audebert – laurence.audebert@transdev.fr, Tel.: +33 (0)1 74 34 27 20
Presseabteilung ADEME – ademepresse@havasww.com,
Tel.: +33 (0)1 58 47 81 28

 

Quelle: Pressemappe „L’Experiment WATT“, – Oktober 2014 – http://www.presse.ademe.fr/wp-content/uploads/2014/11/Dossier-de-presse-WATT-Rev7-LIGHT.pdf

 

Redakteurin: Daniela Niethammer, daniela.niethammer@diplomatie.gouv.fr