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Eine universelle Sprache für die Augmented Reality

Die klassischen online-Karten wie die von Google Maps sind nicht wirklich “intelligent”, denn sie bieten nur feststehende Bilder. Andere Softwares wie OpenStreetMap hingegen können über einen speziellen Browser geografische Daten direkt nutzen und je nach Kontext Bilder in Echtzeit produzieren, z.B. für die Augmented Reality (“erweiterte Realität”) von Städten. Für Orte, für die keine genauen Daten vorliegen – wie z.B. der Weg durch einen Park -, können die Nutzer via Smartphone freiwillig interessante Informationen einfügen.


Die klassischen online-Karten wie die von Google Maps sind nicht wirklich “intelligent”, denn sie bieten nur feststehende Bilder. Andere Softwares wie OpenStreetMap hingegen können über einen speziellen Browser geografische Daten direkt nutzen und je nach Kontext Bilder in Echtzeit produzieren, z.B. für die Augmented Reality (“erweiterte Realität”) von Städten. Für Orte, für die keine genauen Daten vorliegen – wie z.B. der Weg durch einen Park -, können die Nutzer via Smartphone freiwillig interessante Informationen einfügen. Diese “Bürgerinitiative” basiert auf den Werten der gegenseitigen Unterstützung und des Austauschs. Augmented Reality ist jedoch auch ein vielversprechender Markt, auf dem große Unternehmen (Google, Sony, Olympus, General Motors, etc.) und Startups (Artefacto, Layar, metaio, Visioglobe, etc.) miteinander konkurrieren. Sollte es zu einem Krieg um Standards kommen, könnten die Benutzer die Verlierer sein.

 

Auf dem Markt gibt es tatsächlich bereits mehrere Entwicklungspakete zur einfachen Erstellung von Virtual Reality-Anwendungen. Das Projektteam WAM (Web Adaptation und Multimedia) des Inria (französisches Forschungsinstitut für Informatik und Automatik) in Grenoble hat ein umfassendes Open Source-Projekt gestartet. Ziel ist die Entwicklung einer universellen Sprache zur Beschreibung von Routen oder Wegen durch die Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten. “Der Unterschied zu anderen Ansätzen der Augmented Reality besteht darin, dass wir die Technologien aus dem Web weit vorantreiben wollen. Wir nutzen gleichzeitig drei verschiedene Programme: OpenStreetMap für die kollaborative Kartierung, HTML5 für die Programmierung der mobilen Schnittstellen und kulturellen Inhalte und ein Programm zur Darstellung der Navigationsdaten – insbesondere Audiodaten”, so Jacques Lemordant, Forscher des WAM-Teams.

 

Das Team hat den mobilen Browser IXE (Interactive XML Engine) entwickelt, mit dem diese kombinierten Programme gelesen und abgespielt werden können. Sie beschreiben kulturelle Besichtigungstouren sowie Navigationsnetze für Menschen mit Seh- oder motorischen Behinderungen. Der IXE-Browser bietet vor allem eine Führungs- und Orientierungshilfe über sein 3D-Soundsystem an. Eine genaue Fußgänger-Navigation erfordert auch eine genaue Beschreibung der Bürgersteige (z.B. Beschaffenheit der Wege und der Straßenübergänge, für Rollstuhlfahrer geeignete Wege) und nicht nur der Straßen. Hierbei wird der Mehrwert der kollaborativen Kartierung wie OpenStreetMap deutlich. Eine weitere Schwierigkeit wurde ebenfalls gemeistert: die Echtzeit-Berechnung der Position des Fußgängers durch die Erfassung der Anzahl von Schritten (durch das Smartphone).

 

Für 2013 sind zusätzliche Funktionen für den IXE Browser geplant, beispielsweise die Hinderniserkennung oder Computer Vision.

 

 

Quelle: Pressemitteilung des INRIA – 19/09/2012 – http://www.inria.fr/actualite/le-saviez-vous/et-si-on-augmentait-la-realite-tous-ensemble

 

Redakteur: Charles Collet, charles.collet@diplomatie.gouv.frhttp://www.science-allemagne.fr