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Erster Start-up der Forschungsallianz Caltech / CEA-Leti

Das CEA-Leti Grenoble (Labor für Elektronik & Informationstechnologien der Behörde für Atomenergie und alternative Energien) und das Kavli Nanoscience Institute des California Institute of Technolgy (“Caltech”, Pasadena, Kalifornien) beschlossen im Juni 2006 eine Zusammenarbeit, die im Januar 2007 mit der Gründung der Forschungsallianz für Nanosysteme VLSI (Very-Large-Scale-Integration) verwirklicht wurde. Ihr Ziel ist es, Messsysteme mit nanoskaligen Komponenten auf den Markt zu bringen.


Das CEA-Leti Grenoble (Labor für Elektronik & Informationstechnologien der Behörde für Atomenergie und alternative Energien) und das Kavli Nanoscience Institute des California Institute of Technolgy (“Caltech”, Pasadena, Kalifornien) beschlossen im Juni 2006 eine Zusammenarbeit, die im Januar 2007 mit der Gründung der Forschungsallianz für Nanosysteme VLSI (Very-Large-Scale-Integration) verwirklicht wurde. Ihr Ziel ist es, Messsysteme mit nanoskaligen Komponenten auf den Markt zu bringen. Fünf Jahre später (Dezember 2011) wurde das erste Start-up “Analytical Pixels Technology” (APIX) formell gegründet. Aufbauend auf einem Konzept der miniaturisierten Chromatographie sollen die ersten Mess-Systeme 2013 auf den Markt gebracht werden.

Das Start-up ist das Ergebnis eines Zusammentreffens von zwei sich ergänzenden Forschungseinrichtungen. Auf der einen Seite das Kavli Nanoscience Institute am Caltech, an dem Professor Michael Roukes und sein Team bereits seit mehreren Jahrzehnten am Verständnis der Mechanismen von Nanosystemen – und ganz allgemein von nanoskaligen Objekten – arbeiten. Auf der anderen Seite das CEA-Leti, das für die Entwicklung von Mikro-und Nanoelektronik und für sein Engagement beim Technologietransfers bekannt ist. Die beiden Partner bauten ihre Zusammenarbeit im Januar 2007 auf dem Wunsch auf, Pioniere in diesem Bereich zu werden, sowohl in der Grundlagenforschung als auch im Technologietransfer.

Bei der ersten Anwendung von Analytical Pixels Technology geht es um die Analyse von Gasen, so Jean-Pierre Braun, Geschäftsführer des Startups. Er erinnert daran, dass die Gas-Analyse auf der Verwendung von herkömmlichen Verfahren wie der Gas-Chromatographie basiert. Das Problem ist, dass heute verfügbare Messgeräte sehr sperrig sind. Darüber hinaus sind sie sehr teuer, sowohl beim Kauf als auch bei der Wartung und Instandhaltung. So kam das französisch-amerikanische Start-up auf die Idee, miniaturisierte Geräte, die auf NEMS-Sensoren (Nano Electro Mechanical System) basieren, zu entwickeln und zu verkaufen. Durch die NEMS-Sensoren wären sie viel kleiner und hätten niedrigere Kaufpreise und Betriebs- und Instandhaltungskosten. Der Markt ist da, denn Kalifornien muss bis 2015 30% seiner Gasversorgung aus organischen Quellen beziehen, d. h. von einer Reihe von Biogas-Produzenten wie Farmern und Viehzüchtern. Vor diesem Hintergrund sind die Hersteller gezwungen, die Qualität des produzierten Erdgases sehr genau zu messen.

“Wir denken auch über andere Anwendungsbereiche nach, z. B. im medizinischen Bereich. Ein solches Gerät könnte durch die Analyse der im Atem von Patienten vorkommenden chemischen Marker zur Schnell-Diagnose von Lungenkrebs verwendet werden oder in 3 Minuten auf einem Bildschirm sichtbar machen, wenn ein Schüler Bronchitis hat. Dies ist keine Fiktion. Was wir heute entwickeln, ist das Ergebnis der Evolution in der Mikroelektronik, die bereits zu erwarten war. Neu daran ist nur, dass sie heute Anwendung in der Chemie findet.”, so Pierre Braun Die ersten Prototypen werden für 2012 erwartet.

Der Franzose Jean-Lou Chameau, seit 2006 Vorsitzender des Caltech, begrüßt diese erste industrielle Initiative der “Alliance for Nanosystems” VLSI. Er erinnert daran, dass es in Pasadena war, wo der berühmte amerikanische Physiker Richard Feynman 1959 auf einer Konferenz die Entstehung von Nanowissenschaften und -technologien vorausgesehen hatte. Deshalb ist es nicht überraschend, dass dieses französisch-amerikanische Start-up z. T. an diesem renommierten Ort gegründet wurde und von zwei Einrichtungen getragen wird, die den gleichen Wunsch haben, ihr Wissen weiterzugeben. Analytical Pixels Technology hat also die besten Voraussetzungen.

Quelle:
– Artikel aus Bulletin Electronique France – 24.01.2012 – http://www.bulletins-electroniques.com/actualites/68881.htm

Redakteur: Charles Collet, charles.collet@diplomatie.gouv.fr