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1. Ausgabe 2018 der Cinéscience-Reihe mit: „#HomoDigitalis“ – anthropologische Sicht auf die Auswirkungen der digitalen Revolution auf das tägliche Leben

Im Rahmen der Reihe „Cinéscience“ fand am 4. Mai in der Französischen Botschaft die erste Filmdebatte des Jahres 2018 statt, die von der Abteilung für Wissenschaft und Technologie in Zusammenarbeit mit Arte organisiert wurde. Gezeigt wurde die Dokumentation “Homo Digitalis” von Nils Otte und Christiane Miethge. Experten und Publikum aus verschiedenen Bereichen konnten über die Folgen der technologischen Revolution für Mensch und Gesellschaft diskutieren.


Nach der Vorführung tauschten Prof. Bertolt Meyer, Direktor des Instituts für Psychologie der Universität Chemnitz und Associate Editor bei Small Group Research, sowie Prof. Raja Chatila, Experte für Robotik, Professor an der Universität Sorbonne und Direktor des Instituts für Intelligente Systeme und Robotik (Isir), Meinungen über die negativen und positiven Aspekte aus, die die digitale Revolution auf den Menschen haben wird. Moderiert wurde die Debatte von Arte-Moderatorin Emilie Langlade.

Obwohl die Redner die unbestreitbaren Fortschritte würdigten, die der Einsatz neuer Technologien insbesondere im medizinischen Bereich ermöglicht, wurden von beiden Experten mehrere wirtschaftliche, gesellschaftliche und schließlich anthropologische Fragen hervorgehoben:

  • Das Inkrafttreten der neuen europäischen Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten ab dem 25. Mai 2018 schafft einen ehrgeizigen und verbindlichen Rechtsrahmen zum Schutz der europäischen Nutzer und zur Gewährleistung von mehr Transparenz bei der Nutzung der Daten. Dies könnte jedoch die wirtschaftliche Entwicklung bremsen, insbesondere gegenüber Konkurrenten wie den USA und China, den Hauptakteuren auf dem digitalen Markt.
  • Ein größeres politisches Engagement sei erforderlich, um das bestehende Ungleichgewicht mit marktbeherrschenden Internetgiganten und großen Konzernen, die die Regierungspolitik diktieren, umzukehren. Prof. Bertolt Meyer erinnerte daran, dass “Technologie eben nicht nur eine Funktionalität besitzt, sondern auch Einfluss auf die Gesellschaft hat”.
  • Die wichtigste Herausforderung in der digitalen Welt sei jedoch die Eröffnung einer erfolgreichen ethischen Debatte. Prof. Raja Chatila vertritt eine klare Haltung gegenüber dem Transhumanismus und der Frage der Ethik: “Der Begriff der Steigerung ist quantitativ und nicht qualitativ. Der Transhumanismus behauptet, der Mensch sei unvollkommen und müsse erst perfekt gemacht werden. Das wirft auch das Problem der Würde auf: Was wird aus den Menschen, die nicht transhuman werden? Sklaven?“. Es geht darum, den Platz des Menschen in der Gesellschaft zu bekräftigen und Auswüchse zu vermeiden.

Überlegungen zur Digitalisierung und ihren Umwälzungen gibt es demzufolge auf beiden Seiten der Grenze.

Der Abend endete mit der Frage, ob der Einsatz von Technologien die Menschen glücklicher mache: Eine Frage, die unbeantwortet blieb.

 

In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation haben ARTE, der Bayerische Sender BR und der ORF (Österreich) ein interaktives Quiz über die Zukunft entwickelt: “Wie lange wirst du noch Mensch sein?“. Die vom Fraunhofer-Institut analysierten Ergebnisse wurden in den wissenschaftlichen Dokumentarfilm integriert.

Webserie und Test

 

NB: Der Dokumentarfilm wird am Abend des 29. Mai auf Arte ausgestrahlt.

 

Quelle: Anwesenheit bei der Veranstaltung

Redakteurin: Luisa Bemba, luisa.bemba@diplomatie.gouv.frwww.wissenschaft-frankreich.de

 


 

In Zusammenarbeit mit ARTE präsentiert die Reihe Cinéscience eine Vorschau auf Dokumentarfilme zu aktuellen wissenschaftlichen Themen und regt zu Diskussionen an. Nach dem Film gibt es die Möglichkeit zu einem Austausch mit den deutschen und französischen Forschern, die sich mit diesem jeweiligen Thema beschäftigen und/oder an der Produktion des Filmes beteiligt waren. Weitere Informationen unter: https://www.wissenschaft-frankreich.de/wir-ueber-uns/cinescience/