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Die Innorobo-Messe als Impulsgeber für die kollaborative Robotik in Frankreich

Vom 24. bis 26. Mai 2016 fand die europaweite Fachmesse für Robotik – “Innorobo” – statt. Die kollaborative Robotik, kurz “Kobotik”, nimmt eine immer bedeutendere Stellung ein [1] und stellt eine besondere Tendenz des Marktes dar.


Vom 24. bis 26. Mai 2016 fand die europaweite Fachmesse für Robotik – “Innorobo” – statt. Die kollaborative Robotik, kurz “Kobotik”, nimmt eine immer bedeutendere Stellung ein [1] und stellt eine besondere Tendenz des Marktes dar.

 

Heutzutage beträgt der Anteil an kollaborativen Robotern (“Koboter”) in der Industrie zwar nur 2 %, jedoch steigen die Verkaufszahlen immer weiter an: Lagen sie 2014 noch bei 2.500 und 2015 bei 4.300 Kobotern, gehen die Schätzungen von Barclay Equity Research, Beratungs- und Analyseabteilung der Barclays-Bank, von mehr als 10.000 verkauften Exemplaren im Jahr 2016 und über 150.000 im Jahr 2020 aus.

 

Die Kobotik ist für die Entwicklung der Start-ups in Frankreich von großem Interesse, da Koboter zehnmal weniger kosten als klassische Industrieroboter, leichter programmierbar und somit einfacher in industrielle Prozesse der Start-ups integrierbar sind. Vor diesem Hintergrund arbeiten in Frankreich bereits 45 Labore mit 60 Forscherteams und 800 Forschern und Forscherinnen sowie 500 Start-ups in diesem Bereich. Zudem haben sich schon zwei Investitionsfonds in diesem Bereich positioniert: Robolution Capital hat bereits zehn Investitionen für eine Gesamtsumme von 11 Millionen Euro getätigt und Robot Capital sechs Investitionen in Höhe von 30.000 bis 150.000 Euro.

 

Auf der Innorobo-Messe wurden besondere Innovationen bei Industrierobotern vorgestellt. Das Unternehmen Stäubli hat einen Koboter “TX2” entwickelt, der seine Umgebung mittels Laser-Sensoren erfasst und so einen sichereren Umgang bei der Arbeit mit Menschen gewährleistet. Das Exoskelett “ExoPush” von RB3D wurde für Straßenbauarbeiten konzipiert. Das CEA-List [2] hat seinen Manipulatorarm “Sybot” vorgestellt.

 

Zur besseren Ausbildung der Fachkräfte von Morgen in der Kobotik werden neue Studiengänge gestartet. So wird beispielsweise die Elitehochschule Arts et Métiers ParisTech (ENSAM) einen Master zur Spezialisierung im Bereich Kobotik (“ColRobot”) einführen. Dieser umfasst eine sechsmonatige Ausbildung und ein sechsmonatiges Praktikum, das bei Dassault Aviation, Renault und Thales Alenia Space als Partner dieses Studiengangs abgeleistet werden kann.

 

[1] Die Kobotik war auch ein Schwerpunkt der 2015-Ausgabe der “Innorobo”, Wissenschaft-Frankreich N°293: https://www.wissenschaft-frankreich.de/de/ingenieurswissenschaften/robotik/lyon-hauptstadt-der-robotik-wahrend-der-innorobo/

 

[2] Labor für die Integration von Systemen und Technologien der Behörde für Atomenergie und alternative Energien

 

 

Quellen:

 

Redakteur: Aurélien Gaufrès, aurelien.gaufres@diplomatie.gouv.fr