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Mission Starfish 2030: Unsere Ozeane, Meere und Küstengewässer bis 2030 wiederherstellen

Die Wiederherstellung unserer Ozeane, Meere, Küsten- und Binnengewässer bis 2030 ist das Ziel der Mission Starfish 2030 des Programms Horizont Europa.

Mission Starfish 2030: Unsere Ozeane, Meere und Küstengewässer bis 2030 wiederherstellen

Vor dem Hintergrund des globalen Wandels, der durch einen zunehmenden Druck auf die Meere und Ozeane gekennzeichnet ist, stellen die Wasserressourcen eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Dementsprechend gewinnt die Forschung an Bedeutung und muss nun angemessen organisiert werden. Im Jahr 2015 haben die Vereinten Nationen siebzehn Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) für 2030 festgelegt. Während einige davon direkt mit Wasser (SDG6) und dem Ozean (SDG14) zusammenhängen, sind alle miteinander verbunden. Starfish wird dazu beitragen, sie auf europäischer Ebene im Rahmen des neuen Programms Horizont Europa zu stärken. Ziel ist nicht nur die Entwicklung eines lokalen, nationalen und internationalen Wasserkonzepts, sondern auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Notwendigkeit, Ozeane, Meere sowie Küsten- und Binnengewässer zu erhalten und wiederherzustellen.

Bis 2030 sollen fünf Ziele erreicht werden: Null-Verschmutzung, Neugestaltung der Wasserpolitik, Regeneration der Meeres- und Süßwasserökosysteme Europas, Dekarbonisierung unserer Ozeane, Meere und Gewässer und Verbesserung des vorhandenen Wissens. Die Notwendigkeit, diese Ziele zu erreichen, liegt in der grundlegenden Rolle begründet, die die Meere und Ozeane für das Klima spielen, da sie als biologische Pumpe fungieren, die 25 % des CO2 absorbiert, das jedes Jahr durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre abgegeben wird. Ein weiteres Beispiel sind Feuchtgebiete, die als Pufferzonen die Wasserressourcen regulieren und schützen, z. B. bei Dürreperioden. Seit 1995 sind jedoch 85 % dieser Feuchtgebiete verschwunden und die Schädigung dieser Lebensräume, die sowohl durch den Klimawandel als auch durch anthropogene Belastungen verursacht wird, setzt die Menschen heute zunehmenden Risiken wie Überschwemmungen, extremen Niederschlägen und Hitzewellen aus.

Das Programm Horizont Europa betont auch, wie wichtig es ist, die Verschmutzung durch Plastik und Chemikalien zu reduzieren.  Jedes Jahr werden 10 Millionen Tonnen Plastik, von denen 80 % vom Land stammen, hauptsächlich über Flüsse ins Meer gespült. Oft stellt man sich vor, dass dieser Müll einen schwimmenden Kontinent bildet, obwohl es sich in Wirklichkeit um Mikropartikel handelt, die für das bloße Auge fast unsichtbar sind. Diese sind überall in den Ozeanen zu finden und werden weiterhin in die Meere gespült, wobei sie über 90 % des an der Oberfläche schwimmenden Plastiks ausmachen. Der Forschung kommt hier eine entscheidende Rolle zu, z. B. bei der Entwicklung biologisch abbaubarer Materialien, die diese Polymere ersetzen können. Dies muss jedoch auch mit einer strengen EU-Gesetzgebung einhergehen, die über das bloße Verbot von Einwegkunststoffen hinausgeht.

Darüber hinaus stellen wir weiterhin aktive Moleküle her, die alle Ökosysteme und wahrscheinlich auch die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Octocrylen beispielsweise, das weltweit in einer Vielzahl von Sonnencremes und Kosmetika verwendet wird, ist schädlich für die Meeresumwelt. Chemische Pestizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, gelangen ebenfalls in Binnengewässer, Flüsse und das Grundwasser, wo sie sich anreichern. Um die Herausforderung der Wasserverschmutzung zu meistern, muss sich die Forschung daher auch auf den gesamten Agrarsektor konzentrieren, um seine Auswirkungen auf die Umwelt bereits im Vorfeld zu verringern.

Quelle: CNRS