19. April 2017

Fünf vielversprechende Start-ups beim internationalen Showroom für das Internet der Dinge 2017 in Lyon

Am diesjährigen internationalen Showroom für das Internet der Dinge in Lyon haben 65 Start-ups teilgenommen. Fünf von ihnen haben große Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Der smarte Abfalleimer des Unternehmens Uzer mit dem schönen Namen „Eugène„, in Erinnerung an Eugène Poubelle, der 1883 die Mülltrennung erfand. Eugène soll dabei helfen, den Müll richtig zu trennen und so den entsprechenden Recycling-Verfahren zuzuführen. Zu diesem Zweck wurde der Abfalleimer mit einem Display und einem Barcode-Scanner ausgestattet, der mit einer App verbunden ist. Damit kann er das Produkt identifizieren und anzeigen, in welchen Abfallbereich der Müll geworfen werden muss, um die Abfalltrennung zu respektieren. Zwei getrennte Abfallbereiche bietet Eugene selbst. Für jede richtige Abfallentsorgung erhält der Nutzer Bonuspunkte, durch die er bei seinem nächsten Einkauf Rabatte erhält. Darüber hinaus zählt die App die gescannten Produkte und kann diese dann auf die Einkaufsliste seines bevorzugten Onlinehandel-Anbieters setzen. Die Vermarktung von Eugène ist für Juni 2017 geplant.

Ziel des Münchner Start-ups ProGlove war es, einen mit einem Barcode-Scanner ausgestatteten Handschuh zu entwickeln. Das Einlesen des Barcodes kann somit leichter und schneller erfolgen als mit einem Barcode-Handscanner und der Mitarbeiter hat beide Hände zur freien Verfügung. Der ProGlove beinhaltet einen Barcode-Scanner auf dem Handrücken und folgt der natürlichen Handbewegung. Mit einem Druck des Daumens auf einen am Zeigefinger angebrachten Knopf kann der Träger des Handschuhs den Scanner aktivieren. Die Anwendungen dieser Vorrichtung sind zahlreich, so z.B. in der Kommissionierung, der Automobilherstellung oder im Einzelhandel. Derzeit kommen bereits 1 000 Produkte von ProGlove in der deutschen Industrie zum Einsatz.

In Moirans (zwischen Lyon und Grenoble) hat das Start-up Sublimed seinen Sitz. Es hat ein medizinisches Gerät entwickelt, das auf der elektrischen Neurostimulation auf transkutanem Wege basiert, um chronische körperliche Schmerzen zu bekämpfen. Dieses Gerät kann an den Gliedmaßen oder am Rücken befestigt werden, damit die Elektroden direkt auf die sensibelsten Bereiche geklebt werden können. Das Gerät wurde insbesondere für die Patienten entwickelt, die stark leiden und ihren Schmerzmittelkonsum reduzieren wollen. Das Produkt wird voraussichtlich Ende 2017 vermarktet.

Icare Technologies ist ein korsisches Start-up. Es konzipiert einen Ring zur Sicherung von Online-Bezahlvorgängen, zum Anfahren eines Automobils oder zur Öffnung einer Haustür. Der Ring nutzt die NFC- und RFID-Technologien. Der Datendiebstahl aus der Entfernung ist somit nur schwerlich möglich, denn das System nutzt den Verschlüsselungsalgorithmus AES, den auch die Amerikanische Nationale Sicherheitsbehörde (NSA) zum Schutz ihrer sensiblen Daten verwendet. Der Ring ist nur aktiv, wenn ihn der Besitzer trägt. Die Produktentwicklung soll im Juni 2017 abgeschlossen sein, um den Ring Ende 2017 zu vermarkten.

In der Textilindustrie für maßgeschneiderte Kleidung und in der Modebranche sind präzise Daten notwendig, um ein Kleidungsstück, z.B. einen Anzug, genau für den Träger anzupassen oder Verzierungen an den richtigen Stellen zu platzieren. Vor allem für das Militär und für Sportler ist die passgenaue Sportbekleidung sehr wichtig. Zu diesem Zweck hat das Start-up Euveka ein Roboter-Mannequin entwickelt, das mit Sensoren ausgestattet ist, um den Taillenumfang, die Hüften, die Schultern und vor allem die Textilfestigkeit zu prüfen sowie die genaue Körperform einer Person zu reproduzieren. Ende 2016 hatte das Start-up 1,1 Million Euro zur Vermarktung des Produkts bis Ende 2017 bekommen. 

Quelle: „Cinq startups prometteuses rencontrées lors du SIdO 2017“, Artikel aus Objetconnecte.com, 07.04.2017 – http://www.objetconnecte.com/startup-cing-sido-2017/

Redakteur: Aurélien Gaufrès, aurelien.gaufres@diplomatie.gouv.fr