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Die Steuergutschrift für Forschung senkt die Kosten für einen Forscher um ein Drittel

Einer Studie des französischen Verbands für Forschung und Technologie (ANRT) zufolge ist es der Steuergutschrift zu verdanken, dass Frankreich (hinsichtlich der Kosten pro Forscher) konkurrenzfähiger als Deutschland und Großbritannien ist und nur knapp hinter Singapur liegt. Ohne diese Gutschrift wäre es das teuerste Land Europas. Der ANRT hat die Selbstkostenkalkulation für Forscher (nach Abzug der Steueranreize und Direkthilfen) in elf Großunternehmen (Air Liquide, Airbus, Alcatel-Lucent, ArcelorMittal…) in den verschiedenen Ländern verglichen, in denen sie in die Forschung investieren.


 

 

Einer Studie des französischen Verbands für Forschung und Technologie (ANRT) zufolge ist es der Steuergutschrift zu verdanken, dass Frankreich (hinsichtlich der Kosten pro Forscher) konkurrenzfähiger als Deutschland und Großbritannien ist und nur knapp hinter Singapur liegt. Ohne diese Gutschrift wäre es das teuerste Land Europas. Der ANRT hat die Selbstkostenkalkulation für Forscher (nach Abzug der Steueranreize und Direkthilfen) in elf Großunternehmen (Air Liquide, Airbus, Alcatel-Lucent, ArcelorMittal…) in den verschiedenen Ländern verglichen, in denen sie in die Forschung investieren.

 

Die Steuergutschrift für Forschung, die für ihren hohen Kostenaufwand stark kritisiert wird (4,8 Milliarden Euro im Jahr 2010, voraussichtlich 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2012), hat die Kosten der Unternehmen für Forscher im Jahr 2010 um 36% gesenkt. Die Kostendivergenz zugunsten Frankreichs im Vergleich zu Deutschland liegt bei 37%, zu Finnland bei 38% und zu Großbritannien bei 11%. Asien hingegen hat nach wie vor die geringsten Kosten (Frankreich 35% höher als China), aber auch hier wird der Unterschied geringer: nur noch 4% hinter Singapur. Nach Aussage des französischen Ministers für Hochschulen und Forschung, Laurent Wauquiez, “hat das nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Forschung und Entwicklung, sondern auch auf die Standortverlagerung von Unternehmen”.

 

Der Anteil der Ausgaben für F&E am BIP blieb 2009 und 2010 stabil bei 2,26%; die Aufwendungen der privaten Unternehmen blieben hinter der öffentlichen Forschung zurück. Laurent Wauquiez erklärte: “Mittelfristig wird die Steuergutschrift für Forschung eine echte Hebelwirkung haben. Pro Euro Steuergutschrift wird ein Wachstum des BIP zwischen zwei und vier Euro erwartet. Der Steuergutschrift ist es zu verdanken, dass die F&E der Privatwirtschaft trotz der Krise nicht untergegangen ist und dass sich die Anzahl der ausländischen Investitionen zwischen 2008 und 2010 sogar verdreifacht hat”. Der Forschungsminister regte die privaten Unternehmen dazu an, ihre Partnerschaften mit öffentlichen Laboratorien auszubauen. Zur Unterstützung der KMU bei ihren F&E-Aktivitäten hat er die Veranstaltungsreihe “Contacts Innovation” ins Leben gerufen (siehe Artikel dieser Ausgabe: “Contacts Innovation: stärkere Verknüpfung der verschiedenen Akteure des Sektors”).

 

 

Quellen:

– Artikel aus Les Echos – 09.11.2011 – http://www.lesechos.fr/economie-politique/france/actu/0201734156866-le-credit-impot-recherche-reduirait-d-un-tiers-le-cout-d-un-chercheur-246314.php

– ANRT-Studie über die Auswirkungen der Steuergutschrift für Forschung auf die Kosten pro Forscher (auf Französisch: http://www.anrt.asso.fr/fr/espace_europe/pdf/ANRT_CIR_couts_du_chercheur_GrandsGroupes_2010.pdf

 

Redakteurin:

Elodie Parisot, elodie.parisot@diplomatie.gouv.fr