logo

Wissenschaftsportal der Französischen Botschaft in Deutschland

mariane

Verleihung des “Grand Prix Inserm” an Alain Prochiantz

Der Gewinner des diesjährigen “Grand Prix Inserm 2011” ist der Neurobiologe Alain Prochiantz, der diese Auszeichnung für seine Arbeiten im Bereich der Grundlagenforschung erhielt, die später Anwendung in der Pharmakologie gefunden haben. Der Preis wurde vom französischen Forschungsminister Laurent Wauquiez überreicht. Er ehrt französische Wissenschaftler, deren Arbeiten bedeutende Fortschritte im Bereich der menschlichen Physiologie, in der Therapeutik und in der allgemeinen Gesundheitsforschung ermöglicht haben. Die Preisverleihung fand in diesem Jahr zum zwölften Mal statt.


 

Der Gewinner des diesjährigen “Grand Prix Inserm 2011” ist der Neurobiologe Alain Prochiantz, der diese Auszeichnung für seine Arbeiten im Bereich der Grundlagenforschung erhielt, die später Anwendung in der Pharmakologie gefunden haben. Der Preis wurde vom französischen Forschungsminister Laurent Wauquiez überreicht. Er ehrt französische Wissenschaftler, deren Arbeiten bedeutende Fortschritte im Bereich der menschlichen Physiologie, in der Therapeutik und in der allgemeinen Gesundheitsforschung ermöglicht haben. Die Preisverleihung fand in diesem Jahr zum zwölften Mal statt.

 

Alain Prochiantz ist Neurobiologe und Forschungsdirektor am CNRS (französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung). Er ist Absolvent der französischen Elitehochschule ENS, wo er bis 2006 die Abteilung “Biologie” leitete, bevor er 2007 den Lehrstuhl “Morphogenetische Prozesse” am Collège de France übernahm. Seit 2003 ist er Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Leiter des Forschungsausschusses der Stiftung für medizinische Forschung (FRM).

 

Der Forscher widmete seine wissenschaftliche Laufbahn dem Studium der zerebralen Morphogenese, der Form, die die Zellen annehmen, um den Organen ihre endgültige Gestalt zu geben, im vorliegenden Fall des Gehirns und speziell der Rolle der Homeoproteine [1] bei diesem Vorgang. Der bedeutendste wissenschaftliche Beitrag von Alain Prochiantz und seinem Team ist die Entdeckung, dass diese Proteine eine neue Form der Kommunikation der Zellen untereinander ermöglichen: Sie wandern von einer Zelle zur anderen, wobei die enthaltene Information direkt in Entscheidungen hinsichtlich der Physiologie bzw. der Entwicklung umgewandelt wird. Eines dieser Moleküle mit dem bezeichnenden Namen Penetratine wird heute von etwa 100 Laboratorien als Vektor genutzt, insbesondere zu therapeutischen Zwecken. Es dient der Übertragung pharmakologischer Substanzen in die Zellen.

 

[1] Homeoproteine sind Transkriptionsfaktoren, die die bei der Morphogenese aktivierte Genexpression steuern. Sie bestimmen den gesamten “Organisationsplan” eines Lebewesens.

 

 

Quelle: Pressemitteilung des französischen Hochschul- und Forschungsministeriums – 06/12/2011 – http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid58657/remise-du-grand-prix-inserm-a-alain-prochiantz.html

 

Redakteurin: Elodie Parisot, elodie.parisot@diplomatie.gouv.fr