logo

Wissenschaftsportal der Französischen Botschaft in Deutschland

mariane

Behandlung von Lupus: LupuzorTM geht in die III. Phas

LupuzorTM könnte das erste nicht immunsuppressiv wirkende Medikament gegen Lupus sein. Es wurde vom Labor für Immunpathologie und therapeutische Chemie des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) entwickelt und wurde bereits vom Unternehmen ImmuPharma Frankreich in klinischen Studien der Phasen I und II erfolgreich getestet. Die klinische Phase-III-Studie wurde Ende Dezember 2015 mit einem Patienten in den USA begonnen und wird später auf Europa ausgeweitet. Die Phase III ist die letzte Testphase für einen Wirkstoffkandidaten, bevor er seine eventuelle Marktzulassung erhält.


LupuzorTM könnte das erste nicht immunsuppressiv wirkende Medikament gegen Lupus sein. Es wurde vom Labor für Immunpathologie und therapeutische Chemie des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) entwickelt und wurde bereits vom Unternehmen ImmuPharma Frankreich in klinischen Studien der Phasen I und II erfolgreich getestet. Die klinische Phase-III-Studie wurde Ende Dezember 2015 mit einem Patienten in den USA begonnen und wird später auf Europa ausgeweitet. Die Phase III ist die letzte Testphase für einen Wirkstoffkandidaten, bevor er seine eventuelle Marktzulassung erhält.

 

Lupus ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. Es greift dann nicht nur Bakterien, Viren und Krebszellen an, sondern auch gesunde, körpereigene Zellen. Dadurch werden Organe und Organsysteme (Haut, Gelenke, Organe, Gehirn etc.) geschädigt. Die Symptome können sehr vielfältig sein: Hautläsionen, Gelenkschmerzen, Thrombosen, psychotische Schübe etc. Weltweit sind etwa 5 Millionen Menschen von dieser Krankheit betroffen (darunter 90% Frauen), für die es bislang noch keine Heilung gibt. Behandelt wird die Erkrankung hauptsächlich mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, wie z.B. Kortison (Glukokortikoide). Da diese Medikamente jedoch das Immunsystem schwächen, werden die behandelten Patienten anfälliger für Infektionen. Aus diesem Grund suchen die Forscher seit Jahren nach einem gezielter wirkenden Mittel.

 

Das CNRS-Forscherteam hat nun eine Peptid-Familie (Proteinfragmente) entwickelt, die spezifisch die Fehlfunktionen des Immunsystems korrigieren. Das P1405 ist in der Lage, das Fortschreiten dieser Krankheit bei Mäusen hinauszuzögern, ohne dafür das eigene Immunsystem zur Bekämpfung dieses Krankheitserregers zu aktivieren. In der Phase-II-Studie ging die Krankheit nach 3-monatiger Behandlung bei 62% der Patienten zurück. Dies ist das beste Ergebnis, das je bei der Behandlung von Lupus erzielt wurde.

 

Aufgrund dieses Erfolges wird nun die Phase-III-Studie begonnen. Insgesamt werden 200 Patienten in 45 Zentren (10 in den USA, 35 in Europa) ein Mal im Monat für die Dauer eines Jahres 200 µg dieses Wirkstoffkandidaten injiziert bekommen. Die Studie startete mit einem Patienten in den USA und wird Mitte Januar 2016 auf europäische Zentren (darunter Frankreich) ausgeweitet. Die endgültigen Ergebnisse werden Ende 2017 erwartet.

 

Sollte diese Phase-III-Studie genauso erfolgreich verlaufen wie die beiden anderen, könnte das Medikament vermarktet und somit eine zentrale Rolle bei der Behandlung von Lupus einnehmen.

 

Den präklinischen Ergebnissen zufolge könnte LupuzorTM auch zur Behandlung anderer Autoimmunkrankheiten eingesetzt werden, z. B. das Sjögren-Syndrom (Entzündung von Tränen- und Speicheldrüsen, die zum Austrocknen von Schleimhäuten führt) oder Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung).

 

 

Quelle:

Traitement du lupus : le LupuzorTM entre en phase III, 15/12/2015″, 21.12.2015 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/4343.htm

 

Redakteurin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr