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Klimawandel und Gesundheit

Im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP21 in Paris im Dezember 2015 werden verschiedene Veranstaltungen organisiert, darunter die wissenschaftliche Konferenz “Our common future under climate change” der UNESCO. In diesem Rahmen organisierten das Inserm [1] und die AVIESAN [2] am 6. Juli 2015 in Paris das Mini-Symposium “Current and Future Research trends on Climate Change and Health”, um den aktuellen Stand des Wissens über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit und zukünftige Forschungen vorzustellen.


 

Im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP21 in Paris im Dezember 2015 werden verschiedene Veranstaltungen organisiert, darunter die wissenschaftliche Konferenz “Our common future under climate change” der UNESCO. In diesem Rahmen organisierten das Inserm [1] und die AVIESAN [2] am 6. Juli 2015 in Paris das Mini-Symposium “Current and Future Research trends on Climate Change and Health”, um den aktuellen Stand des Wissens über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit und zukünftige Forschungen vorzustellen.

 

Es wird oft vergessen, dass die Klimaerwärmung nicht nur das globale Ökosystem, sondern auch uns und unsere Gesundheit angreift. Laut Dr. Cyril Caminade von der Universität Liverpool (England) gibt es bei übertragbaren Krankheiten drei Komponenten: den Erreger, den Wirt und den Überträger. Alle drei werden durch die Klimaänderungen, die Temperatur, den Regen und den Wind beeinflusst. So ist die Bevölkerung in Bangladesch zum Beispiel besonders anfällig für die Klimaverhältnisse: Bei niedrigen Temperaturen oder aufgrund infektiöser Durchfallerkrankungen nach einem Monsun steigt die Sterblichkeit.

 

Die Forscher versuchen trotz hoher Fehlerquoten Vorhersagemodelle zu erstellen. Denn Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und Messungen in der Gegenwart durchzuführen, ermöglichen nützliche Rückschlüsse zu den Auswirkungen auf die Gesundheit, so Prof. Rainer Sauerborn von der Universität Heidelberg (Baden-Württemberg). So können Forscher dank der vom IRD [3] entwickelten Vorhersagemodelle den Ausbruch einer Cholera bis zu zwei Wochen vorhersagen. Prof. Jean-François Guégan (IRD Montpellier) erklärt: Der Zyklus des Choleraerregers ist eng mit dem Ökosystem bzw. mit den Niederschlägen und der Ozeantemperatur verbunden. Ziel solcher Modelle ist es, Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung möglicher Epidemien zu ergreifen, wie das Filtrieren des Trinkwassers und die Bereitstellung von Rehydratationskits.

 

Laut Prof. Yves Levy, Leiter des Inserm und der AVIESAN, ist der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Klima komplex und besorgniserregend. Zudem kann er die gesundheitliche Ungleichheit vergrößern.

 

[1] französisches Institut für Gesundheit und medizinische Forschung

[2] nationale Allianz der Lebens- und Gesundheitswissenschaften

[3] Forschungsinstitut für Entwicklung

 

 

Weitere Informationen:

 

Quellen:

 

Redakteurin: Rébecca Grojsman, rebecca.grojsman@diplomatie.gouv.fr