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Sanofi und Fraunhofer-Gesellschaft gründen Exzellenzzentrum für Naturstoffforschung: Suche nach neuen Wirkstoffen für Antibiotika

Das französische Gesundheitsunternehmen Sanofi und die Fraunhofer-Gesellschaft, die größte Forschungsorganisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa, gründen ein Zentrum für Naturstoffforschung, um die Entdeckung und Entwicklung neuer Therapien von Infektionskrankheiten voranzutreiben. Infektionskrankheiten sind mit zehn Millionen Todesfällen im Jahr (2011) die weltweit zweithäufigste Todesursache.


 

Das französische Gesundheitsunternehmen Sanofi und die Fraunhofer-Gesellschaft, die größte Forschungsorganisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa, gründen ein Zentrum für Naturstoffforschung, um die Entdeckung und Entwicklung neuer Therapien von Infektionskrankheiten voranzutreiben. Infektionskrankheiten sind mit zehn Millionen Todesfällen im Jahr (2011) die weltweit zweithäufigste Todesursache.

 

Gemäß der Vereinbarung werden Sanofi und das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME gemeinsam daran arbeiten, natürlich vorkommende chemische und biologische Substanzen zu erforschen und zu optimieren, hauptsächlich für die Behandlung von Infektionskrankheiten. Das wohl bekannteste Antibiotikum, das aus Naturstoffen entwickelt wurde, ist Penicillin.

Die Herangehensweise bei der Wirkstoffsuche ausgehend von Naturstoffen ist aber auch für andere Indikationen von Interesse. Diabetes, Schmerzforschung oder seltene Krankheiten sind weitere Therapiegebiete bei denen von Naturstoffen abgeleitete Substanzen eine wichtige Rolle bei Prävention und Behandlung spielen können. Sanofi wird sein Know-How auf dem Gebiet der Antiinfektiva in die Kooperation einbringen und seine Stammsammlung mit Fraunhofer teilen, die mit mehr als 100.000 verschiedenen Mikroorganismen eine der größten der Welt ist.

»Die Bekämpfung von Infektionskrankheiten ist weltweit ein drängendes Problem mit einem großen medizinischen Bedarf, vor allem angesichts der zunehmenden Antibiotikaresistenzen auf der ganzen Welt. Besonders in Krankenhäusern gibt es immer mehr schwere, oft lebensbedrohliche Infektionen. In diesem Bereich hat es in den vergangenen Jahren nur wenige Fortschritte gegeben«, sagte Dr. Elias Zerhouni, Konzernvorstand für Forschung und Entwicklung bei Sanofi. »Die Kooperation mit Fraunhofer ist einzigartig, weil Wissenschaftler beider Partner im Team in gemeinsamen Laboratorien an gemeinsamen Projekten arbeiten werden, um neue Erkenntnisse zu erlangen, mit dem Ziel, neue Medikamente für Patienten zu erforschen, die an Infektionskrankheiten leiden.«

»Das erste Fraunhofer-Zentrum für Naturstoffforschung ist nicht nur ein Win-Win-Projekt für beide Partner, sondern es geht auch weit über die Arzneimittelforschung hinaus, indem der Zugang zur Sanofi-Naturstoffsammlung auch einen Mehrwert für andere Branchen bietet, verbunden mit beträchtlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten«, sagte Prof. Dr. Rainer Fischer, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IME. Das Exzellenzzentrum für Naturstoffforschung wird an das neue LOEWE Zentrum für Insektenbiotechnologie in Gießen angegliedert sein, welches durch das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst HMWK für die nächsten sechs Jahre unterstützt wird.

Das gemeinsame Team von Wissenschaftlern wird geleitet von Prof. Dr. Peter Hammann, Leiter Externe Innovationen der Geschäftseinheit Infektionskrankheiten von Sanofi, in enger Abstimmung mit Prof. Dr. Andreas Vilcinskas, Leiter des Fraunhofer IME in Gießen. Gemeinsam wird das Team an der Analyse der Genetik der Stämme arbeiten, diese unter verschiedenen Bedingungen kultivieren, sie zur Erzeugung aktiver Substanzen anregen und deren Effekte untersuchen. Die Hoffnung liegt darauf, dass die Partnerschaft zu umfangreicher Erkenntnis führt mit dem Ziel, neue Antibiotika zur Behandlung von Infektionskrankheiten zu finden.

Über Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten sind übertragbare Erkrankungen, die von Mikroorganismen (Mikroben) verursacht werden, zum Beispiel von Viren, Bakterien, Pilzen oder Parasiten. Diese sind für ein Drittel aller jährlichen Todesfälle auf der Welt verantwortlich. Trotz der weltweiten Bemühungen, die Zunahme und Verbreitung von Resistenzen zu stoppen, nimmt die Wirksamkeit von Antibiotika gegen Bakterien immer weiter ab. Zugleich ist die Zahl neuer Antibiotika rückläufig.

In der Folge werden multiresistente Keime eine schwere Bedrohung für die Gesundheit der Menschen. Es gibt bereits große Probleme bei der Behandlung von jährlich 17 Millionen schweren Infektionen mit Bakterien in den Krankenhäusern der Industriestaaten und der neun Millionen Menschen, die pro Jahr in Entwicklungsländern an Tuberkulose erkranken.

Sanofi ist ein großer Hersteller von Antiinfektiva und arbeitet mit großem Engagement in der Forschung und Entwicklung an neuen Wegen, bakterielle Infektionen zu behandeln. Dazu zählen auch neuartige Naturstoffe, auf denen 80 Prozent aller verkauften Antibiotika basieren. Seit den 1960er Jahren entdeckte Sanofi die auf Naturstoffen basierenden Antibiotika Rifampicin gegen Tuberkulose, Teicoplanin gegen schwere Krankenhausinfektionen und das Makrolid-Derivat Thelitromycin. All diese Antibiotika sind bis heute wichtige Bestandteile des Antibiotikaportfolios des Unternehmens.

Über Sanofi

Sanofi  (EURONEXT: SAN und NYSE: SNY) ist ein weltweit führendes, integriertes Gesundheitsunternehmen, das ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Patienten, therapeutische Lösungen erforscht, entwickelt und vermarktet. Sanofi setzt im Gesundheitsbereich seine Schwerpunkte auf sieben Wachstumsplattformen: Lösungen bei Diabetes, Impfstoffe, innovative Medikamente, frei verkäufliche Gesundheitsprodukte, Schwellenmärkte, Tiergesundheit und Genzyme.

Quelle: Pressemitteilung Fraunhofer IME
Redaktion: 27.01.2014 von Dr.rer.nat Bernd Kramer, DFGWT – Deutsch-Französische Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie e. V.