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Neue Regierungsstrategie für die Einführung des Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes auf dem gesamten Territorium Frankreichs

Präsident Hollande hat den Besuch eines Glasfaserherstellers in Cournon (Auvergne) genutzt, um in einer Grundsatzrede in Clermont-Ferrand seinen Willen zu erläutern, trotz Konsolidierungskurses in den kommenden zehn Jahren 20 Mrd. EURO in den Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes Frankreichs zu investieren. Das Ziel ist, mit flächendeckender Versorgung bis 2022 die Chancengleichheit der Regionen herzustellen sowie die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in weniger begünstigten Regionen anzuheben.

Die Verantwortung für die Umsetzung dieser Ankündigung liegt beim französischen Ministère du redressement productiv, dessen Staatssekretärin Fleur Pellerin auch für die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen zuständig ist.


 

Präsident Hollande hat den Besuch eines Glasfaserherstellers in Cournon (Auvergne) genutzt, um in einer Grundsatzrede in Clermont-Ferrand seinen Willen zu erläutern, trotz Konsolidierungskurses in den kommenden zehn Jahren 20 Mrd. EURO in den Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes Frankreichs zu investieren. Das Ziel ist, mit flächendeckender Versorgung bis 2022 die Chancengleichheit der Regionen herzustellen sowie die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in weniger begünstigten Regionen anzuheben.

Die Verantwortung für die Umsetzung dieser Ankündigung liegt beim französischen Ministère du redressement productiv, dessen Staatssekretärin Fleur Pellerin auch für die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen zuständig ist. Neben den vorgesehen Investitionen des Staates werden die Netzbetreiber (insbesondere Orange, SFR, Bouygues Télécom, Free, Numéricable) sowie die Gebietskörperschaften Mittel beisteuern müssen, um die erforderlichen Gesamtkosten zu decken. Nach Aussage Präsident Hollandes wird ein Drittel dieser Kosten von den Netzbetreibern zum Ausbau in den Ballungszentren alleine finanziert. Ein weiteres Drittel zum Anschluss der weniger dicht besiedelten Regionen wird vom Staat, von den Gebietskörperschaften und von den Betreibern bezahlt. Nur in den dünn besiedelten Gegenden werden Staat und Gebietskörperschaften den Ausbau alleine finanzieren. Den Gebietskörperschaften werden hierfür Langfristkredite bereitgestellt.

Mit dem Ausbau soll nicht nur die Infrastruktur für private Haushalte und Unternehmen modernisiert werden, sondern auch moderne Dienstleistungen für die Bürger ermöglicht werden: Medizinische Dienstleistungen (fachliche Fern-Begleitung gewisser Patienten, Frühdiagnostiken, Operationen mit ferngesteuerten Instrumenten etc.) sollen bis in die dünn besiedelten Gegenden vordringen. E-Learning soll verbessert werden, zum Wohle der Bevölkerung, aber auch für den Export französischer Lehrangebote. E-Verwaltung soll Unternehmen und Privatpersonen von administrativem Ballast entlasten. Der Plan sieht vor, dass 50% der Bevölkerung und der Unternehmen bereits bis 2017 über einen Glasfaseranschluss verfügen werden. Neben all den erwarteten direkten Verbesserungen werden ein Beschäftigungseffekt und ein Wachstumsschub erwartet: COERexecode schätzt einen jährlichen Wachstumsbeitrag durch die flächendeckende Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen in Höhe von 0,2 % des BIP pro Jahr, vor allem durch innovative Hightech-Unternehmen, die diese Infrastruktur nutzen werden. Beschäftigungseffekte werden zunächst während der Ausbau- und Einführungsphase erwartet; geschätzt wird ein Bedarf an 10.000 bis 15.000 Arbeitnehmern für die kommenden 15 Jahre. Darüber hinaus wird die Gesamtwirtschaft in 15 Jahren 700.000 Stellen geschaffen haben, alleine bis 2015 sollen es 450.000 sein.  Konkret sieht der Plan vor, so weit als möglich das Glasfasernetz (Fibre to the Home, FttH) in jeden Haushalt, jedes Unternehmen etc. zu verlegen und damit das gegenwärtig genutzte Leitungsnetz zu ersetzen. Der vorgelegte Plan erläutert das Vorgehen für Eigenheimbesitzer bzw. Vermieter, wie beim Beantragen der Anschlüsse vorzugehen ist.

 

Quelle: Ministère du redressement productiv

http://www.redressement-productif.gouv.fr/nouvelle-strategie-gouvernementale-pour-deploiement-tres-haut-debit

 

Redaktion: 25.02.2013 von Dr. rer. nat Bernd Kramer, DFGWT – Deutsch-Französische Gesellschaft für Wissenschaft und Technologie e. V.