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Als Gastgeberland der COP21 im Jahr 2015 will Frankreich in Glasgow (Cop26) bekräftigen, dass es ein wichtiger Akteur im Kampf gegen den Klimawandel ist

Am 12. Dezember 2015 wurde auf der COP21 das Übereinkommen von Paris verabschiedet. Darin wird das Ziel festgesetzt, die globale Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf weniger als 2°C und wenn möglich auf 1,5°C zu begrenzen. Das Übereinkommen von Paris legt auch die Ziele fest, die sich die einzelnen Länder selbst setzen, um ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren, d. h. die national festgelegten Klimaschutzbeiträge (NDCs). Im Vorfeld der COP21 musste jedes Land seine Bemühungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen darlegen. Im Übereinkommen ist festgelegt, dass diese nationalen Beiträge alle fünf Jahre nach oben korrigiert werden sollen.

Als Gastgeberland der COP21 im Jahr 2015 will Frankreich in Glasgow (Cop26) bekräftigen, dass es ein wichtiger Akteur im Kampf gegen den Klimawandel ist

2016 ratifizierten Frankreich und die Europäische Union das Übereinkommen, das am 4. November in Kraft tritt. Seitdem wurde es von 192 Ländern ratifiziert (die Türkei hat es als letztes Land 2021 ratifiziert).

Mit dem im Dezember 2018 auf der COP24 in Polen angenommenen Klimapaket von Kattowitz wurden gemeinsame und detaillierte Bestimmungen, Verfahren und Leitlinien für die Umsetzung des Übereinkommens von Parisfestgelegt.

Im Dezember 2020 hat die EU ihr NDCs überarbeitet und verschärft, um die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 % gegenüber 1990 zu senken. Außerdem verpflichtete sie sich ab 2019 zur Klimaneutralität bis 2050.

Die COP26 muss auf vier große Herausforderungen reagieren:

1/ Mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz. Staaten, die sich noch nicht verpflichtet haben, müssen ihre neuen Klimaziele bekannt geben, indem sie ihre national festgelegten Beiträge aktualisieren und langfristige Strategien für 2050 öffentlich machen.

2/ Endgültige Ausarbeitung der Bestimmungen zur Umsetzung des Übereinkommens von Paris. Artikel 6 des Übereinkommens von Parissieht Mechanismen vor, die es den Ländern ermöglichen, Emissionsminderungen zu übertragen, um ihre NDCs zu erreichen. Es bedarf einer Entscheidung der internationalen Gemeinschaft, damit diese Mechanismen umgesetzt werden können.

3/ Mobilisierung der Klimafinanzierung. Die Industrieländer haben sich verpflichtet, von 2020 bis 2025 jährlich 100 Milliarden Dollar für die Entwicklungsländer bereitzustellen. Dies reicht jedoch nicht aus, und es gibt noch immer Meinungsverschiedenheiten zur Klimafinanzierung.

4/ Ausbau des Aktionsplans. Das Übereinkommen von Parisermutigt die Staaten, mit nichtstaatlichen Akteuren im Rahmen eines “Aktionsplans” zusammenzuarbeiten, der mehrere Initiativen wichtiger Wirtschaftszweige, wie z. B. die internationale Solarallianz, umfasst.

Als Gastgeberland der COP21 im Jahr 2015 will Frankreich in Glasgow bekräftigen, dass es ein wichtiger Akteur im Kampf gegen den Klimawandel und ein Garant für den Geist des Übereinkommens von Parisist. Gemeinsam mit der Europäischen Union unterstützt es richtungsweisende Maßnahmen im Hinblick auf mehrere vorrangige Ziele:

  • ein fairer und sozial gerechter Wandel
  • finanzielle Verpflichtungen gegenüber den am stärksten gefährdeten Ländern
  • Unterstützung von technologischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Innovationen
  • Beschleunigung der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels
  • Klimaneutralität, wobei Frankreich und die EU diesen Weg bis 2050 bereits eingeschlagen haben

Schutz des Klimas und der biologischen Vielfalt: zwei untrennbare Prioritäten

Die Klima- und die Biodiversitätsproblematik sind eng miteinander verbunden, weshalb auch die Lösungen von gegenseitigem Nutzen sein müssen. Dies ist die Botschaft des Manifests von Marseille, das die Verpflichtungen und Ankündigungen des Weltkongresses (World Conservation Congress) der Weltnaturschutzunion IUCN (Marseille, 3.-11. September 2021) zusammenfasst, denn 1 Million Tier- und Pflanzenarten sind derzeit vom Aussterben bedroht.

Quelle: Pressemitteilung des französischen Ministeriums für den ökologischen Wandel