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Neue französisch-indische Partnerschaften im Bereich Hochschulen und Forschung

Im Rahmen des Indien-Besuchs des französischen Staatspräsidenten, François Hollande, haben die französische und die indische Forschungsministerin, Geneviève Fioraso und Pallam Raju, 16 strategische Kooperationsverträge im Bereich Hochschulen, Forschung und Innovation unterzeichnet. Die Kooperationsvereinbarungen zielen darauf ab, die Beziehungen zwischen Frankreich und Indien in diesen Bereichen zu vertiefen.


 

Im Rahmen des Indien-Besuchs des französischen Staatspräsidenten, François Hollande, haben die französische und die indische Forschungsministerin, Geneviève Fioraso und Pallam Raju, 16 strategische Kooperationsverträge im Bereich Hochschulen, Forschung und Innovation unterzeichnet. Die Kooperationsvereinbarungen zielen darauf ab, die Beziehungen zwischen Frankreich und Indien in diesen Bereichen zu vertiefen.

 

Indien nimmt bereits an mehreren internationalen Projekten unter der Leitung Frankreichs teil: ITER (Atomfusion), CERN (Teilchenphysik), Galileo (Raumfahrtforschung), usw. Frankreich ist außerdem der fünftwichtigste wissenschaftliche Partner Indiens. Indien gibt heute 0,8% seines BIP für Forschung aus (Frankreich: 2,2%) und möchte diesen Anteil bis 2017 noch verdoppeln, um weltweit vom 9. auf den 5. Platz vorzurücken. Die zwei Säulen dieser Strategie sind die Entwicklung seiner privaten Forschung und die Vereinbarung von Partnerschaften mit internationalen und insbesondere europäischen Forschungseinrichtungen, entweder durch bilaterale Abkommen oder durch das europäische Forschungsrahmenprogramm.

 

Frankreich und Indien wollen ihre Partnerschaften in strategischen Bereichen, wie z.B. der Raumfahrtforschung (in der sie bereits seit fast 50 Jahren zusammenarbeiten), aber auch in allen anderen Bereichen, von der Grundlagen- bis zur angewandten Forschung, verstärken: Gesundheit, Umwelt, Ernährung, Nanowissenschaften, Biotechnologien, digitale Technologien. Für eine internationale Ausrichtung ihrer Labore wurden Vereinbarungen zwischen dem französischen Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (INSERM) und dem Institute for Liver and Biliary Sciences (Delhi), dem französischen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) und dem Indian Institute of Science sowie dem französischen Zentrum für Weltraumforschung (CNES) und der Indian Space Research Organisation (ISRO) unterzeichnet.

 

Beide Länder sprachen sich ebenfalls für eine Erweiterung ihrer Zusammenarbeit auf öffentlich-private Partnerschaften (PPP) im Bereich Forschung und Innovation aus, z.B. zwischen Saint-Gobain und dem französisch-indischen Zentrum für die Förderung der Spitzenforschung (CEFIPRA), zwischen OSEO [1] und dem indischen Technology Development Board oder zwischen AREVA und dem Indian Institute of Technology.

 

Frankreich und Indien haben sich außerdem dafür entschieden, ihre Partnerschaft im Bereich Hochschulen auszubauen, die lange Zeit vernachlässigt wurde: Während Frankreich jedes Jahr mehr als 30.000 chinesische Studenten aufnimmt, sind es weniger als 3.000 Inder, die ein Studium in Frankreich absolvieren, und weniger als 1.000 Franzosen, die in Indien studieren. Aus diesem Grund haben Geneviève Fioraso und Pallam Raju eine Absichtserklärung zur Intensivierung der Hochschulpartnerschaft unterzeichnet, um die Mobilität der Studenten, Lehrer und Forscher zu erhöhen, Doppelstudiengänge auszubauen und die Zusammenarbeit zwischen Professoren über Lehrinhalte und äquivalente Abschlüsse zu fördern. Insgesamt wurden zehn Abkommen zwischen französischen und indischen Hochschulen unterzeichnet.

 

[1] OSEO ist eine öffentliche Einrichtung mit industrieller Ausrichtung, die drei Ziele verfolgt: die Innovationsförderung und die Unterstützung der KMU, die Gewährleistung von Bankdarlehen und Eigenkapital-Investitionen und die partnerschaftliche Finanzierung. Sie untersteht dem Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Industrie und dem Ministerium für Hochschulen und Forschung.

 

Quelle: Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Hochschulen und Forschung – 15.02.2013 – http://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid67183/enseignement-superieur-et-recherche-16-partenariats-signes-a-delhi.html

 

Redakteurin: Elodie Parisot, elodie.parisot@diplomatie.gouv.fr

Forschungspolitik

–          Umstrukturierung des IFSTTAR

 

Für eine effizientere Forschung hat das Forschungsinstitut für Verkehr, Straßenausbau und Netze IFSTTAR seit dem 1. Januar 2013 seine Forschungsstrukturen in fünf großen interdisziplinären Wissenschaftsabteilungen zusammengefasst. Das IFSTTAR gehört zu den jüngeren Forschungsinstituten Frankreichs. Es ging Anfang 2011 aus der Fusion des französischen Instituts für Verkehrsforschung und –sicherheit (INRETS) mit dem Zentrallabor für Brücken- und Straßenbau (LCPC) hervor. Die Umstrukturierung wurde in mehreren Etappen vollzogen: Organisation gemeinsamer Seminare für ein gegenseitiges Kennenzulernen, Identifizierung gemeinsamer Werte, Entwicklung einer wissenschaftlichen Strategie mit Hilfe der Labore. Anschließend wurde analysiert, wie die verschiedenen Labore zusammengelegt werden könnten, um effizient die gesetzten Ziele zu realisieren.

 

Das Ergebnis ist die Schaffung von fünf fachübergreifenden Abteilungen:

 

–        Materialien und Strukturen

Diese Abteilung fasst vier Labore und fast 270 Angestellte zusammen. Sie beschäftigt sich mit der Erforschung von Baumaterialien (Beton, Asphalt, Kabel, Verbundmaterialien, etc.) und dem Bauwesen.

 

–        Geotechnik, Umwelt, natürliche Risiken und Geowissenschaften

In dieser Abteilung (vier Labore, 120 Angestellte) wird alles ″Unterirdische″ erforscht: Gebäudefundamente, Tunnel, Hydrologie, Böden, Gesteine, Erdbebenrisiken, usw.

 

–        Komponenten und Systeme

Die Abteilung umfasst sieben Labore und 285 Angestellte. Sie ist spezialisiert auf Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnologien im Verkehr und in der Stadt: Regelung des Straßen- und Bahnverkehrs, intelligente Autos und Straßen, Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln (Bahn, Auto, Bus, etc.). Sie zielt auf einen sichereren, fließenden und umweltfreundlicheren Verkehr und Städte ab.

 

–        Verkehr, Gesundheit, Sicherheit

Die meisten Mitarbeiter dieser Abteilung (180 Personen in sieben Laboren) sind Psychologen, Ergonomen und Biomechaniker. Um die Sicherheit und die Gesundheit der Verkehrsteilnehmer zu verbessern, beschäftigen sich diese Wissenschaftler mit dem menschlichen Verhalten, gesundheitlichen Schäden nach Unfällen, der Widerstandsfähigkeit von Fahrzeuginnenräumen, usw.

 

–        Raumordnung, Mobilität, Umwelt

Die Abteilung umfasst 150 Angestellte in sechs Forschungseinheiten. Hier werden die Auswirkungen verschiedener Verkehrsorganisationsstrukturen im territorialen Maßstab (Stadt, Region, etc.) auf die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Umwelt analysiert.

 

 

Quelle: Pressemitteilung des Ifsttar – 13.02.2013 – http://www.ifsttar.fr/accueil/toute-lactualite/fil-info/article/une-recherche-structuree-pour-repondre-aux-defis-societaux/

 

Redakteurin: Elodie Parisot, elodie.parisot@diplomatie.gouv.fr