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Direkte anthropogene Belastungen haben größere Auswirkungen als der Klimawandel

Forscher der Universität Toulouse III – Paul Sabatier (BOREA – Labor für Biologie der Organismen und Wasserökosysteme) und der Universität Utrecht (Niederlande) haben kürzlich in einer Studie gezeigt, dass derzeit mehr Süßwasserfische an anthropogenen Belastungen sterben, als an den Folgen des Klimawandels.


Forscherder Universität ToulouseIII –PaulSabatier(BOREA – Labor für Biologie der Organismen und Wasserökosysteme)undder UniversitätUtrecht(Niederlande) haben kürzlich in einer Studie gezeigt, dass derzeit mehr Süßwasserfische an anthropogenen Belastungen sterben, als an den Folgendes Klimawandels. Auf der Grundlage der bisherigen Modelle gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die durch den Klimawandel hervorgerufene ReduzierungdesLebensraumseiniger Artenzu einer derwichtigsten Ursachen fürihrAussterben gehören wird. Diese Modellelassen jedochden Zeitfaktor außer Acht undgeben nicht genau an, wann dieses prognostizierte Aussterbender Arteneintreffen soll.

 

Durch die Integrationeinerzeitlichen DimensioninihreStudie haben die Forschergezeigt, dass der Klimawandel – außer in den semiariden und mediterranen Regionen – kaumAuswirkungen auf das natürlicheAussterbenderSüßwasserfische hat.Im Gegensatz dazu ist die Aussterberate bei Süßwasserfischen, die in den letzten zwei Jahrhunderten durch menschliche Aktivitäten starben, bedeutend beunruhigender. Sie liegt durchschnittlich etwa 150-mal über der natürlichen Aussterberate und 130mal über der Aussterberate, die auf den Klimawandel zurückzuführen ist. DieseErgebnisse widersprechen den bisherigenSchätzungen und wurdenim Journalof Applied Ecologyveröffentlicht [1].

 

Diese Ergebnissezeigen, dass der Klimawandel mittelfristig nicht die schlimmste Bedrohung für die Vielfalt der Fischbestände darstellt, sondern das Verschmutzung, die Zerstörung von Lebensräumen, die Ansiedlung nichtheimischer Artenbzw.die Trennung von ArtendurchDämme weitaus bedrohlicher sind. Aus diesem Grund betonen die Forscher, dass es künftig unabdingbar sei, die Unversehrtheit der Gewässer zur schützen.

 

Weitere Informationen zur Studie:

[1]″A scenario for impacts of water availability loss due to climate change on riverine fish extinction rates″. Tedesco, P.A, Oberdorff, T., Cornu, J.F., Beauchard, O., Brosse, S., Dürr, H.H., Grenouillet, G., Leprieur, F., Tisseuil, C., Zaiss, R. & Hugueny, B. (2013). Journal of Applied Ecology 50, 1105-1115. doi: 10.1111/1365-2664.12125

 

 

Quelle:

Pressemitteilung des CNRS – 26.09.2013 – http://www2.cnrs.fr/presse/communique/3247.htm

 

Redakteur:

Clément Guyot, clement.guyot@diplomatie.gouv.fr